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Staatskrise Ecuador

Title: Staatskrise Ecuador

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christina Hoffmann (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Arbeitslosigkeit, inflationsbedingte Realeinkommensverluste, akute Armut und Marginalisierungsprozesse sind vielerorts die Fakten, die als Ergebnis der in den letzten Entwicklungsdekaden vorwiegend verfolgten Modernisierungs- und Industrialisierungsstrategien vorliegen. Viele Länder Lateinamerikas sind von diesen traurigen Tatsachen gekennzeichnet. Die jetzige vieler Staaten Situation ist das Resultat der Wirtschafts- und Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte und einer vor dem Kollaps stehenden Ökonomie. Seit den 1950er Jahren haben sich in der Wirtschaftspolitik Lateinamerikas zwei unterschiedliche entwicklungsstrategische Konzepte abgelöst. Nach dem Scheitern der binnenorientierten Konzepte ist die weltmarktspezialisierte Entwicklungsstrategie das neue entwicklungspolitische Leitbild. Wie es zu dieser Entwicklung gekommen? Welche Chancen und Probleme ergeben sich aus dem Paradigmenwechsel? Ausgehend dieser Leitfragen beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Problematik, inwieweit die gegenwärtigen Diversifizierungsbestrebungen als effiziente Neoliberalisierungspolitik mit Erfolg besiegelt sind und ob diese zu einem gedeihlichen Wirtschaftswachstum in einer weniger entwickelten Gesellschaft beitragen können. Dies wird am Beispiel Ecuador näher erläutert. Zunächst werden die Wirtschaftspolitiken in Lateinamerika allgemein im 20. Jahrhundert in Kapitel zwei besprochen. Die Grundlage bildet die Ausgangssituation in den lateinamerikanischen Staaten nach den Unabhängigkeitsphasen. Während dieser Phase stellen sich die Länder als starker Rohstofflieferant für die Industrienationen dar. In den 1960er Jahren versucht man aber dann, sich von diesem Globalisierungsprozess abzulösen und man wendet sich der Importsubstitution zu. Nach Scheitern dieser Wirtschaftspolitik, versuchen viele lateinamerikanische Staaten in den 1990er Jahren durch eine Neoliberalisierungspolitik die Schäden zu deregulieren und integrieren sich wieder in den Weltmarkt. Im darauf folgenden Kapitel drei wird untersucht, wie die im Kapitel zwei beschriebenen angestrebten Theorien in der Praxis aussehen. Dazu soll das Beispiel Ecuador dienen. Es wird gesagt, auf welcher Basis sich im Land die Wirtschaftspolitik der Importsubstitution etabliert und der Weg in die Wirtschaftskrise beschrieben. Als Deregulierungsmaßnahme bewegte man sich in Richtung der Diversifizierungsmaßnahmen, um die bestehende Erdölabhängigkeit zu verringern. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wirtschaftspolitiken Lateinamerikas im 20. Jahrhundert

2.1 Abhängige Exportorientierung nach den Unabhängigkeitsphasen Lateinamerikas

2.2 Die Importsubstitution der 1960er Jahre

2.3 Neoliberalisierungspolitik der 1990er Jahre

3 Das Beispiel Ecuador

3.1 Abhängige Exportorientierung Ecuadors

3.2 Der Weg Ecuadors in die Krise

3.2.1 Der Ölboom

3.3 Die Neoliberalisierungspolitik Ecuadors

3.3.1 Diversifizierungsbestrebungen

3.3.2 Fallbeispiel: Die ecuadorianische Garnelenindustrie

3.3.2.1 Die Entwicklung der ecuadorianischen Garnelenindustrie

3.3.2.2 Die Auswirkungen der ecuadorianischen Garnelenindustrie

4 Diversifizierungsbestrebungen als effiziente Neoliberalisierungspolitik?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel Ecuadors, inwieweit aktuelle Diversifizierungsbestrebungen als effiziente Neoliberalisierungspolitik erfolgreich sind und ob sie zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum in einer weniger entwickelten Gesellschaft beitragen können.

  • Wirtschaftspolitische Entwicklungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
  • Die historische Rolle der Importsubstitution und deren Scheitern in Ecuador
  • Transformation hin zur neoliberalen Wirtschaftspolitik und Exportdiversifizierung
  • Analyse der ecuadorianischen Garnelenindustrie als Fallbeispiel für neue Exportmodelle
  • Soziale und ökologische Auswirkungen der Garnelenproduktion im Küstentiefland

Auszug aus dem Buch

3.3.2.1 Die Entwicklung der ecuadorianischen Garnelenindustrie

Ob Big Shrimps bei Mc Donalds oder der Garnelensalat beim Italiener um die Ecke: Garnelen sind für uns in den letzten Jahren zum normalen Lebensmittel geworden. Aber nicht nur in Deutschland ist dieses Phänomen zu beobachten. Während 1980 noch die weltweite Produktion bei ca. 350 000 t lag, hat sich die zahl innerhalb von 18 Jahren auf 2 919 000 t mehr als versiebenfacht (ENGELHARDT 2000: 131 ff.).

Da die Weltmeere mehr und mehr von Überfischung geprägt sind, begann man mit der Garnelenproduktion in Aquakultur. Dazu werden riesige Becken an Küsten angelegt, die Zugang zum Meerwasser haben. Schon 2001 fanden 44% der Weltgarnelenproduktion in Aufzuchtsbecken statt. In dem Beispielland Ecuador werden 92% der Garnelen in Aquakultur gezüchtet (ENGELHARDT 2000: 137, KRAUSE 2000: 56).

Die Garnelen Ecuadors sind ausschließlich für den Export bestimmt und die Industrie ist somit vom Weltmarktpreis abhängig. Wie in Abbildung 6 erkenntlich, ist das Hauptabnehmerland die USA. Hauptgründe dafür sind, dass die USA wenig Anforderungen an die Produktionstechnologie stellt und keine Importzölle erhebt. Anders als in Europa, wo die derzeitigen Zölle bei 3,6% liegen und nur 28% der ecuadorianischen Garnelen hintransportiert werden (POSTEN 2003: 43 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der sozioökonomischen Problemlage in Lateinamerika und Einführung in die Fragestellung bezüglich der Wirksamkeit von Diversifizierungsbestrebungen.

2 Wirtschaftspolitiken Lateinamerikas im 20. Jahrhundert: Überblick über den historischen Wandel von der abhängigen Exportorientierung über die Importsubstitution hin zur neoliberalen Weltmarktöffnung.

3 Das Beispiel Ecuador: Untersuchung der spezifischen Krisenentwicklung Ecuadors, der Rolle des Ölbooms und der Implementierung neuer Exportstrategien in der Garnelenindustrie.

4 Diversifizierungsbestrebungen als effiziente Neoliberalisierungspolitik?: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass Diversifizierung ohne politischen Rahmen soziale und ökologische Probleme eher verschärft als löst.

Schlüsselwörter

Ecuador, Wirtschaftspolitik, Neoliberalisierung, Diversifizierung, Garnelenindustrie, Importsubstitution, Exportabhängigkeit, Lateinamerika, Aquakultur, Nachhaltigkeit, Sozioökonomie, Strukturanpassung, Ökologische Auswirkungen, Regionalentwicklung, Weltmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitische Entwicklung Ecuadors im Kontext der Neoliberalisierung und prüft, ob die Diversifizierung der Exportbasis ein effizientes Mittel zur Überwindung der Wirtschaftskrise darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf historischen Entwicklungsstrategien Lateinamerikas, dem Fallbeispiel der ecuadorianischen Garnelenindustrie sowie den resultierenden sozioökonomischen und ökologischen Konsequenzen für das Land.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Diversifizierungsbestrebungen tatsächlich zu einem gedeihlichen Wirtschaftswachstum beitragen oder lediglich bestehende Probleme wie regionale Disparitäten verschärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wirtschaftshistorischer Entwicklungen sowie einer fallstudienbasierten Untersuchung der Garnelenindustrie unter Einbeziehung ökonomischer Daten und regionaler Analysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst die Phasen der Exportorientierung und Importsubstitution, analysiert dann detailliert die Krise Ecuadors und untersucht abschließend den Garnelensektor als neues, nicht-traditionelles Exportprodukt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Neoliberalisierung, Exportdiversifizierung, Ecuador, Garnelenindustrie, Importsubstitution, wirtschaftliche Nachhaltigkeit und soziale Disparitäten.

Welche Rolle spielte die Garnelenindustrie bei der Diversifizierung?

Sie wurde als neue Säule der Exporte etabliert, um die hohe Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern, was zwar den Export verbreiterte, aber gleichzeitig zu neuen Abhängigkeiten vom Weltmarkt führte.

Warum wird die Garnelenindustrie im Hinblick auf Nachhaltigkeit kritisiert?

Die Industrie führt zu Nutzungskonflikten, wie dem Verlust von Mangrovenflächen, der Verschmutzung von Trinkwasser durch Pestizide und Antibiotika sowie zur Verdrängung lokaler Kleinbauern.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der staatlichen Politik?

Ohne einen fest eingebundenen regulatorischen Rahmen sind Diversifizierungsbestrebungen wenig sinnvoll; der Staat muss politisch stark genug sein, um negative soziale und ökologische Folgen zu unterbinden.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Staatskrise Ecuador
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,7
Author
Christina Hoffmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V61187
ISBN (eBook)
9783638546959
ISBN (Book)
9783656775898
Language
German
Tags
Staatskrise Ecuador
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Hoffmann (Author), 2006, Staatskrise Ecuador, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61187
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