Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. VI
Tabellenverzeichnis IX
Abk ürzungsverzeichnis. X
Teil A
1 Einleitung. 1
1.1 Problemstellung und Ziel. 1
1.2 Aufbau 1
2 Internet 3
2.1 Eigenschaften. 3
2.2 Verbreitung. 4
2.3 Nutzerstruktur. 6
3 eBusiness 8
3.1 Einführung und Definitionen. 8
3.2 Kategorien 9
3.2.1 eCommerce. 10
3.2.2 eLogistic 11
3.2.3 eLearning 11
3.2.4 eBanking 12
3.2.5 ePayment 12
3.3 Elektronisches Regieren und Verwalten - eGovernment 16
3.3.1 Definition 16
3.3.2 Anwendungsfelder von eGovernment. 17
3.3.3 Regierungsmaßnahmen zur Ausweitung von eGovernment Angeboten 19
3.3.4 Erfolgsvoraussetzungen 21
3.4 Elektronische Marktplätze 22
3.4.1 Differenzierung von Märkten. 23
3.4.2 Ausbaustufen 26
3.4.3 Einnahmenquellen 27
3.4.4 Kommunikation auf den Märkten 27
3.5 mBusiness Entwicklungen 29
3.5.1 Mobile Datenübertragung 30
3.5.1.1 GSM 30
3.5.1.2 HSCSD. 30
3.5.1.3 GPRS 31
3.5.1.4 UMTS 31
3.5.2 Grafische Darstellung 32
3.5.2.1 WAP 32
3.5.2.2 i-mode 32
Inhaltsverzeichnis III
4 Regionale Angebote im Internet. 33
4.1 Definition Region’ 33
4.2 Stadtportale 33
4.3 Bürgernetze. 35
4.4 Nutzer regionaler Angebote 36
4.4.1 Die Verwaltung. 36
4.4.2 Unternehmen, Bürger und Touristen 38
5 Virtuelle Communities 40
5.1 Grundlagen. 40
5.1.1 Defintionen und Ansätze. 40
5.1.2 Beteiligte in virtuellen Communities 42
5.2 Geschichte der virtuellen Communities. 42
5.2.1 Vorläufer. 43
5.2.2 Von der sozial-motivierten Community zur Business Community 44
5.3 Typisierung und Ziele 45
5.3.1 Community of Interest. 46
5.3.2 Freizeitcommunities 46
5.3.3 Business Communities 46
5.3.3.1 Erscheinungsformen 47
5.3.3.2 Ausprägungen von Business-Communities 48
5.3.4 Forschungs Community 48
5.3.5 Ziele virtueller Communities. 49
5.4 Geschäftspotentiale virtueller Communities. 50
5.4.1 Informationen 50
5.4.2 Kundenbeziehungen aufbauen und pflegen 52
5.4.3 Umwandlung des Teilnehmers zum Kunden 53
5.5 Zusammenfassung - virtuelle Communities 54
6 eTropolis - Die regionale virtuelle Community 55
6.1 Bedürfnisse der Zielgruppen 55
6.2 Aufbau 56
6.2.1 Grundmodul 57
6.2.2 eCommunication-Modul 58
6.2.2.1 Virtuelle Community 58
6.2.2.2 Messages 66
6.2.2.3 Digitale Signatur. 67
6.2.2.4 SMS Gateway 69
6.2.2.5 Voice over IP 70
6.2.3 eCommerce-Modul. 71
6.2.3.1 Begriffsdefinitionen. 72
6.2.3.2 Anwendungen 72
6.2.3.3 Umsetzung mit eMarket Software 73
6.2.4 ePayment-Modul 73
6.2.4.1 Paybox 74
6.2.4.2 net900tm 75
Inhaltsverzeichnis IV
6.2.5 eBenefit-Modul 75
6.2.6 Mobil - Modul. 76
7 Nutzen durch eTropolis. 77
7.1 Bürger. 77
7.2 Unternehmen. 78
7.3 Touristen 78
7.4 Behörde. 78
7.5 Zusammenfassung. 79
Literaturverzeichnis 81
Teil B
Abbildungsverzeichnis. VI
Tabellenverzeichnis IX
Abk ürzungsverzeichnis. X
1 Einleitung. 95
1.1 Aufbau der Arbeit 96
1.2 Bremerhaven. 97
1.2.1 Geographische Lage. 97
1.2.2 Wirtschaft 98
1.2.3 Bevölkerung 99
1.2.4 bremerhaven.de’ 101
1.3 Ziele. 103
2 Mögliche eTropolis- Angebote 104
2.1 Bereichsübergreifende Angebote. 104
2.1.1 Kommunikationsmöglichkeiten 104
2.1.2 Serviceangebote 106
2.1.3 Multimediale Anwendungen. 109
2.1.4 Mobile Anwendungen 110
2.1.5 Content-Management Systeme 111
2.1.6 eBenefits 112
2.2 Bereichsspezifische Angebote 114
2.2.1 Handel und Dienstleistungen 114
2.2.1.1 Shops 115
2.2.1.2 Powershops. 115
2.2.1.3 Beispielanwendungen für Shopanbieter 116
2.2.1.4 Reparaturdienstanmeldungen. 119
2.2.1.5 Kleinanzeigen. 120
2.2.2 Öffentliche Verwaltung. 121
2.2.2.1 eGovernikus 122
2.2.2.2 Formular-Download. 124
2.2.2.3 Führerschein Theorieprüfung. 125
2.2.2.4 TÜV-Anmeldungen. 126
2.2.2.5 Investor Relations 127
Inhaltsverzeichnis V
2.2.2.6 eDemocracy 128
2.2.3 Gesundheit. 130
2.2.3.1 Virtuelle Sprechstunden 130
2.2.3.2 Einrichtung von Selbsthilfegruppen 131
2.2.4 eLearning 132
2.2.4.1 Virtuelle Lerngemeinschaften. 133
2.2.4.2 Virtuelle VHS 135
2.2.4.3 d-Lecture 135
2.2.5 Kultur. 137
2.2.6 Soziale Dienstleistungen. 139
2.2.7 Wohnungswirtschaft. 140
2.2.8 Bremerhavens Gastlichkeit 140
2.3 Zielgruppenspezifische Angebote 141
2.3.1 Frauen. 142
2.3.2 Senioren. 143
2.3.3 eTropolis Young 144
2.4 Gemeinsame Projekte innerhalb eTropolis 146
2.4.1 Projektformular. 147
2.4.2 Virtuelle Justizvollzugsanstalt 149
2.4.3 Zentrale Patientendatei. 151
2.4.4 Stoppt Gewalt gegen Kinder 154
3 Projektdurchführung 157
3.1 Präsentation eTropolis 157
3.2 Pressearbeit 164
3.3 Partnersuche 166
3.3.1 Partner für Projekte 167
3.3.2 Mögliche Multiplikatoren 169
3.4 Vorgaben für Design und Aufbau. 171
3.4.1 Domain. 172
3.4.2 Gestaltung und Aufbau der Seite. 172
3.4.2.1 Bestimmung der Formate. 173
3.4.2.2 Screen-Layout - Anordnung der Elemente am Bildschirm. 174
3.4.2.3 Orientierung und Navigation 174
3.4.3 Berücksichtigung der Datenmengen. 175
3.5 Checkliste. 176
4 Zielkontrolle. 178
Literaturverzeichnis 180
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Teil A
Abbildung 1: Aufbau der Arbeit - Teil A und B
Abbildung 2: Internetnutzung in Deutschland in den Jahren 2002 und 2001
Abbildung 3: Internetnutzung nach Alter in den Jahren 2002 und 2001
Abbildung 4: Internetnutzung nach Geschlecht in den Jahren 2002 und 2001
Abbildung 5: Internetnutzung nach Bildung im Jahr 2002.
Abbildung 6: Formen von eLearning
Abbildung 7: Anwendungsfelder von eGovernment.
Abbildung 8: Die bisherigen Stufen in der Entwicklung des B2B.
Abbildung 9: Arten von elektronischen Märkten.
Abbildung 10: Marktplatzangebote.
Abbildung 11: eMarkets Ausbaustufen - Vom Branchenbuch zur Börse
Abbildung 12: Mobiler Internetzugang.
Abbildung 13: Mobile Alleskönner
Abbildung 14: Beispielseite eines Public-Private-Partnerships - Berlin.de
Abbildung 15: Bürgernetzbeispiel Bingo e.V. bietet u.a. Internetschulungen
Abbildung 16: Die Entwicklung der virtuellen Communities
Abbildung 17: Kategorisierungsschema für virtuelle Communities.
Abbildung 18: Ziel und Nutzen von Business Communities.
Abbildung 19: Kundensupport im Forum von Mindfactory
Abbildung 20: Netzwerk Effekt virtueller Communities
Abbildung 21: Modularbauweise von eTropolis
Abbildung 22: N-TV Forenseite
Abbildung 23: Moderierter Prominenten Chat von n-tv
Abbildung 24: Kundenservice im Forum bei mate-tee.de
Abbildung 25: Homepagekategorien bei Metropolis
Abbildung 26: Online-Leserbefragung von RP-Online
Abbildung 27: Reports für Community-Mitglieder auf mate-tee.de
Abbildung 28: Microsoft Messenger
Abbildung 29: Besucher-Interface von Livesupport
Abbildung 30: eMarketbeispiel Evita’
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 31: Produktseite in unterschiedlichen Shops
Abbildung 32: Funktionsweise von net900.
Teil B
Abbildung 33: Aufbau des Umsetzungsbeispiels
Abbildung 34: Bevölkerungsentwicklung im Vergleich.
Abbildung 35: Aufbau von bremerhaven.de (stand Februar 2002)
Abbildung 36: Aufbau von Bewertungen bei dooyoo
Abbildung 37: iCards’ Grußkarten von Apple Computer, Inc
Abbildung 38: Besucher-Interface von Livesupport
Abbildung 39: Erinnerungskalender von Milka.
Abbildung 40: Informationsbereitstellung auf Stuttgart.de von Content Providern’
Abbildung 41: Payback Prämiensystem.
Abbildung 42: Happy Digits Prämiensystem der Deutschen Telekom.
Abbildung 43: Ein Produkt in unterschiedlichen Shops.
Abbildung 44: Online Reparaturannahme der Firma HP für Firmenkunden
Abbildung 45: Immobilien Angebot eines Maklers aus Bremen.
Abbildung 46: Online Aktualisierung der Studentendaten.
Abbildung 47: Bürgerservice auf bremerhaven.de.
Abbildung 48: Online Fragebogen der Führerscheinprüfung
Abbildung 49: Terminvereinbarung in der TÜV Filiale Bremen Oslebshausen.
Abbildung 50: Service und Informationen für potentielle Investoren.
Abbildung 51: Online Wahl des Jugendgemeinderat Esslingen
Abbildung 52: Bürgerbeteiligung bei Bauleitplänen der Stadt Moers.
Abbildung 53: Diskussionsmöglichkeiten für Bürger zu aktuellen Themen
Abbildung 54: Eingabeformular für die virtuelle Sprechstunde
Abbildung 55: Internetauftritt der Selbsthilfegruppe für Onlinesüchtige.
Abbildung 56: eLearning mit vhs-virtuell
Abbildung 57: Vorlesungen im Internet und Intranet mit d-Lecture.
Abbildung 58: Modenschau von Hugo Boss
Abbildung 59: 3D Textilsimulationen zur Erstellung virtueller Modeschauen
Abbildung 60: Hotelreservierungen in Kopenhagen / Dänemark.
Abbildung 61: Angebote im Internet für Frauen der Stadt Düsseldorf
Abbildung 62: Angebote für Senioren in Essex GB
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 63: do4u young Angebote für junge Internet Besucher
Abbildung 64: Anreiz zum regelmäßigen Besuch auf Milka.de.
Abbildung 65: Mitbestimmungsmöglichkeiten für junge Menschen auf do4u
Abbildung 66: Internetauftritt der Stockhom.Challenge Schweden.
Abbildung 67: Eintritt in die virtuelle JVA.
Abbildung 68: Zentrale Patientendatei in Stockholm (BoJ)
Abbildung 69: Beispielprojekt Gewalt gegen Kinder aus Kanada.
Abbildung 70: eTropolis Präsentation - Folie 1 eTropolis’
Abbildung 71: eTropolis Präsentation - Folie 2 Ziele’
Abbildung 72: eTropolis Präsentation - Folie 3 Virtuelle Gemeinschaft’
Abbildung 73: eTropolis Präsentation - Folie 4 Mehrseitige Kommunikation’
Abbildung 74: eTropolis Präsentation - Folie 5 Bürger Service’
Abbildung 75: eTropolis Präsentation - Folie 6 E-Commerce’
Abbildung 76: eTropolis Präsentation - Folie 7 Bildung’
Abbildung 77: eTropolis - Artikel im nordsee kurier’
Abbildung 78: Nordsee-Zeitung - Die Vision einer total vernetzten Stadt.
Abbildung 79: Beteiligung von Sparkassen an einem Online-Marktplatz
Tabellenverzeichnis IX
Tabellenverzeichnis
Teil A
Tabelle 1: Geschäftsfälle innerhalb des eBusiness 10
Tabelle 2: eBanking-Nutzung in Europa (in Millionen) 12
Tabelle 3: Zahlungsmethoden im Internet 13
Tabelle 4: Durchdringung von Online-Kreditkarten in Europa, 2000 - 2003 16
Tabelle 5: Akteure in virtuellen Communities. 42
Tabelle 6: Merkmale verschiedener Business Communities 48
Tabelle 7: Offline - Online Bedürfnisse 56
Tabelle 8: Kaufpreise von SMS Kontingenten 70
Teil B
Tabelle 9: Arbeitslose und offene Stellen in Bremerhaven. 99
Tabelle 10: Bevölkerungsentwicklung im Vergleich. 100
Tabelle 11: eTropolis-Module mit Kurzbeschreibung. 104
Tabelle 12: Beispielanwendungen für Bremerhavener Unternehmen 116
Tabelle 13: Projektformular - Muster. 148
Tabelle 14: Projektformular - Virtuelle Justizanstalt. 149
Tabelle 15: Projektformular - Zentrale Patientendatei 151
Tabelle 16: Projektformular - Stoppt Gewalt gegen Kinder 154
Tabelle 17: Partnertabelle 167
Tabelle 18: Bandbreite für verschiedene Anwendungsgebiete 176
Tabelle 19: Aufgabencheckliste für die Entwicklung von eTropolis 176
Abkürzungsverzeichnis X
Abkürzungsverzeichnis
3. Mobilfunkgeneration 3G
Abbildung Abb.
Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung AWI Arbeiterwohlfahrt AWO Business to Business B2B Business to Consumer B2C Business to Government B2G
Bundesausbildungsförderungsgesetz BAföG
Bremer Ausschusses für Wirtschaftsforschung BAW Bulletin Bord System BBS Bremerhaven BHV
Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrens- BILB technik Bremen Online Service BoS
Bremerhavener Innovations- und Gründerzentrum BRIG Beispiel Bsp. Bildschirmtext BTX beziehungsweise bzw. Consumer to Consumer C2C Consumer to Government C2G Computer Based Training CBT
Computer Mediated Communication CMC
Customer Relationship Management CRM Community-Tauglich CT Darstellung Darst.
Deutscher Kraftfahrzeug Überwachungsverein DEKRA Digitales Antragsverfahren DIGANT Digital Subscriber Line DSL Eurocheque EC Electronic Data Interchange EDI Entwicklung Entwickl.
Abkürzungsverzeichnis XI
Europäische Union EU Frequently Asked Questions FAQ Government to Government G2G General Packet Radio Service GPRS
Global System for Mobile Communications GSM
High Speed Circuit Switched Data HSCSD Hypertext Markup Language HTML in der Regel i.d.R. Industrie- und Handelskammer IHK Internet Protocol IP Informationstechnologie IT Institut für Lernsysteme ILS Internet Relay Chat IRC
Integrated Services Digital Network ISDN im weiteren Sinne i. w. Sinne Internet Technology IT
Information und Kommunikation IuK Justizvollzugsanstalt JVA 1.000 Bit pro Sekunde kBit/s Kraftfahrzeug Kfz Landesbreitbandnetz LBN 1.000.000 Bit pro Sekunde mBit/s Multimedia Centrum Bremerhaven MCB ohne Jahr o.J. ohne Verfasser o.V. Personal Digital Assistant PDA Portable Document Format PDF
Personal Identification Number PIN
Secure Electronic Transaction SET Short Message Service SMS Secure Socket Layer SSL so genannt(e) sog. siehe auch s.a.
Abkürzungsverzeichnis XII
siehe oben s.o.
Technologie-Transferzentrums Bremerhaven TTZ
Technischer Überwachungsverein TÜV Television TV und Ähnliches u.ä unter anderem u.a.
Universal Mobile Telecommunications Systems UMTS und so weiter usw. Virtual Community VC Volkshochschule VHS Very Important Person VIP Voice over Internet Protocol VoIP Wireless Application Protocol WAP World Wide Web WWW
Einleitung 1
1 Einleitung
Die Diplomarbeit ist Teil einer von der Firma Briteline Bremen durchzuführenden Machbarkeitsstudie, die von der ‚Deutsche Telekom AG’ und dem Magistrat von Bremerhaven in Auftrag gegeben wurde.
1.1 Problemstellung und Ziel
Die Diplomarbeit soll ein Modell als flexible Handlungsgrundlage für die Realisierung digitaler Städte entwickeln. Dieses Modell soll zunächst auf die Stadt Bremerhaven angewendet und später auch in anderen Regionen eingeführt werden.
Die Problemstellung der Arbeit besteht in der Frage, wie man regionale Internetangebote für die Entwicklung des eBusiness in einer Region so gestaltet, dass sie zur Förderung des eBusiness in der Region beitragen und sich aus sich selbst heraus weiterentwickeln. Wichtig für die breite Akzeptanz der elektronischen Geschäftsabwicklung ist das Vertrauen in die Sicherheit des Mediums, in den (nicht physisch vorhandenen) Geschäftspartner und in die durch Technologie unterstützen Geschäftsprozesse. Ein weiteres Ziel ist es somit, aufzuzeigen wie Vertrauen durch die Integration virtueller Communities (virtueller Gemeinschaften) in regionale Internetangebote und den Einsatz neuer Technologien geschaffen wird. Da Individuen und Organisationen neue Technologien in der Regel nur dann einsetzen, wenn Sie darin auch einen direkten Nutzen sehen, müssen die Ziele und ein erkennbarer Nutzen für die Zielgruppen solcher Angebote aufgezeigt werden.
1.2 Aufbau
Im Rahmen der Diplomarbeit sollen zunächst die Grundlagen zum Internet, eBusiness, regionalen Stadtangeboten, virtuellen Communities und Möglichkeiten der Kopplung regionaler Internetangebote mit virtuellen Gemeinschaften erläutert werden. Die daraus resultierenden Ergebnisse sollen zur regionalen virtuellen Community (eTropolis) führen. Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil der Arbeit werden die Grundlagen aufgearbeitet. Dabei wird kurz auf die für diese Arbeit wichtigen Eigenschaften des Internets eingegangen. Des weiteren wird ein Überblick über die heute verbreiteten Definitionen des eBusiness gegeben und regionale Internetangebote unterschieden. Ausführlich wird im Anschluss daran auf virtuelle Communities (auch virtuelle Gemeinschaften) eingegangen. Die Erkenntnisse daraus bilden die Grundlage späterer Abschnitte. Abschließend wird das Grundgerüst für eine regionale virtuelle Community und die damit verbundenen Möglichkeiten beschrieben.
Im zweiten Teil wird ein Umsetzungsbeispiel für die Stadt Bremerhaven beschrieben. Dabei wird auf Besonderheiten der Region Bremerhaven eingegangen und die daraus resultierenden Ziele für eine regionale virtuelle Community in Bremerhaven abgeleitet. Da die Annahme der digitalen Stadt durch die Bürger, Unternehmen, Touristen und Institutionen mit der Attraktivität der angebotenen Leistungen korreliert, ist es wichtig, die ‚Plattform’ mit attraktiven Inhalten zu füllen. Unter anderem werden Anreize für Bürger beschrieben, re- gelmäßig die Angebote in der digitalen Stadt zu nutzen. Ebenfalls werden im zweiten Teil die
Einleitung 2
geeigneten lokalen Anbieter von kommerziellen sowie sozialen Produkten und Dienstleistungen für Projekte innerhalb der digitalen Stadt ermittelt.
Abbildung 1: Aufbau der Arbeit - Teil A und B
Quelle: Eigene Darstellung.
Internet 3
2 Internet
Auf eine detaillierte Beschreibung der Entwicklung des Internets soll in dieser Arbeit verzichtet werden. Zunächst sollen nur bestimmte Eigenschaften des Internets beschrieben werden. Diese sind Grundlagen für die in der Arbeit entwickelten Theorien und das Umsetzungsbeispiel im Teil B der Arbeit.
2.1 Eigenschaften
Die Eigenschaften des Internet als Informations- und Kommunikationsmedium werden im Folgenden kurz beschrieben.
Zunächst muss zwischen der asynchronen und synchronen Kommunikation unterschieden werden. Dem Begriff der asynchronen Kommunikation (nicht zeitgleiche Kommunikation) werden dabei z.B. Emails zugeordnet. Das sind elektronische Nachrichten, die an einen bestimmten Empfänger übermittelt werden. Letzterer kann die Nachricht speichern, ausdrucken, verändern, weiterleiten und zurücksenden.
Newsgroups und Listserver fallen ebenfalls in den Bereich der asynchronen Kommunikation. Die Newsgroups können mit einem schwarzen Brett verglichen werden. Bei ihnen erhalten die Empfänger Textnachrichten zu einem bestimmten Thema. Beim Listserver muss man sich zuerst anmelden, um dann Nachrichten zu erhalten.
Eine zweite Kategorie stellt die synchrone Kommunikation dar. Hierzu gehören zum Beispiel das Internet Relay Chat (IRC) oder Internettelefonie, bei dem eine Kommunikation in Echtzeit stattfindet.
Das world wide web (www) stellt den wichtigsten Teil des Internet dar. Folgende Merkmale charakterisieren das www:
Ständige Verfügbarkeit der Informationen
Informationen, die im www abgespeichert sind, können zu jedem beliebigen Zeitpunkt abgerufen werden. Dies ist insbesondere zur Überbrückung von Zeitunterschieden von Bedeutung. Da die Informationen in elektronischer, nicht jedoch in physischer Form vorliegen, können sie darüber hinaus innerhalb von Sekunden über weltweit vernetzte Datenleitungen in jedes beliebige Land der Erde übermittelt werden. Direkte Adressierbarkeit der Informationen
Das Internet ermöglicht es, dass unabhängig von der räumlichen oder zeitlichen Distanz direkt miteinander kommuniziert werden kann. Interaktivität
Interaktivität bezeichnet aufeinander bezogenes Handeln mehrerer Parteien. Dabei sind die Informationen, die der Benutzer erhält, von dessen vorangegangenen Eingaben abhängig. Beispielsweise ermöglicht das www, sich schnell durch eine Vielzahl von verknüpften Informationen zu arbeiten. Die dabei eingesetzten Hyperlinks sind durch her-vorgehobenen Text gekennzeichnet. Je nach ausgewählter Verknüpfung, werden dem Nutzer Daten zur Verfügung gestellt.
Internet 4
Multimedialität
Die Informationen können ständig kostengünstig aktualisiert, verändert und ergänzt werden. Außerdem besitzt das www auch Multimedia-Fähigkeiten, mit denen Produkte und Dienstleistungen nicht nur beschrieben, sondern auch visuell und akustisch dargestellt werden können. Bei digitalisierten Produkten besteht darüber hinaus die Möglichkeit der Lieferung über das Internet direkt auf den Kundenrechner. Individualität
Die Interaktivität ermöglicht eine Individualisierung der Kommunikation. Zum einen erlaubt das www die individuelle Selektion der Informationen durch den Nutzer. In gewisser Weise werden hier die Vorteile von Massenmedien genutzt. Dabei wird insbesondere ihre leichte Verfügbarkeit, mit denen der individuellen Direktkommunikation, Relevanz und Aktualität der Information, vereint. Zum anderen ermöglichen moderne Data-Mining Methoden eine individuelle Gestaltung von Informationen gemäß den Wünschen der Kunden. Diese Kombination führt zu optimalen und individuellen Informationsangeboten.
Integration von Kommunikation und Transaktion
Das www bietet die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen direkt zu bestellen. Allerdings bestehen bei der elektronischen Übertragung des Geldes derzeit noch Sicherheits- bzw. Vertrauensprobleme, so dass von dieser Möglichkeit bisher nur begrenzt Gebrauch gemacht wird. 1
Viele bestehende Technologien werden durch das Internet in einem Rahmenwerk kombiniert. Computer- und Kommunikationsnetzwerke, wie Fax, Telefon und Funkempfänger wurden bereits in das Internet integriert. Ein Fax über das Internet zu verschicken, ist genauso leicht, wie eine gesprochene Nachricht zu empfangen. Über das Internet werden nicht nur neue Kommunikationswege geschaffen, sondern auch eine Verbindung zwischen ihnen selbst ermöglicht. Es ist beispielsweise möglich, ein Fax in eine Email oder eine Email in eine Mitteilung für das Mobiltelefon umzuwandeln. Dies erleichtert z.B. Firmen, die unterschiedliche Kommunikationsmethoden verwenden, einfacher zu kommunizieren. Zusätzlich wird dadurch auch ermöglicht, den Kommunikationstext aus einer Sprache ‚on the fly’ in die andere zu übersetzen. Und das nicht nur zwischen Sprachen wie Englisch und Russisch, sondern auch zwischen Programmiersprachen und Sprachen von Datenbanken. Mit Hilfe dieser Schnittstellen ist es möglich, einen breiten Bereich verschiedener Arten von Hard-und Software, die die Basis für sehr verschiedene Geschäfte sind, zu verbinden. 2
2.2 Verbreitung
In einer Studie der ‚Initiative D 21’ wurden 30.318 Interviews zwischen dem 18. März und 6. Mai 2002 durchgeführt. Demnach gab es im Mai 2002 in Deutschland 26,7 Millionen Internetnutzer (über 14 Jahre). Das sind rund 3 Millionen mehr als 2001. Von den 10,4 Prozent
1 Vgl. Bauer, H.H. / Leach, M. / Grether, M. [Der Beitrag des Internet zum Relationship Marketing, 1998], S. 23.
2 Vgl. Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 42.
Internet 5
Nutzungsplanern (Personen, die innerhalb eines Jahres online gehen wollen) einer Umfrage im Jahr 2001 haben weniger als die Hälfte ihr Vorhaben realisiert. Mittlerweile sind nur noch knapp die Hälfte der deutschen Wohnbevölkerung über 14 Jahren nicht im Internet.
Abbildung 2: Internetnutzung in Deutschland in den Jahren 2002 und 2001
Quelle: Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S.8.
Deutschland liegt bei der Gesamtzahl der Online-Haushalte hinter den USA und Japan an dritter Stelle. Das noch Potential im Deutschen Markt steckt zeigt der Anteil der angeschlossenen Haushalte. Hier kommt Deutschland mit 28,1 % erst an 16. Stelle im Weltvergleich. 3
Abbildung 3: Internetnutzung nach Alter in den Jahren 2002 und 2001
Quelle: Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S.10.
3 Vgl. Hupprich, L. / Bumatay, M. [Netratings, 2002].
Internet 6
Einen deutlichen Unterschied kann man bei den ‚Onlinern’ im Alter erkennen. Ihr Anteil nimmt mit zunehmendem Alter ab. Allerdings ist das Durchschnittsalter im letzten Jahr von 36,0 auf 36,6 Jahre gestiegen. 4
Unter den 60-Jährigen ist die Online-Nutzung sogar um 37 Prozent gewachsen. Eine Studie der Infratest Burke hat festgestellt, dass die Altersgruppe der über 55-Jährigen die europaweit am schnellsten wachsende im Internet ist. Der Anteil der über-55-jährigen in Deutsch-land an den Internetnutzern liegt derzeit bei rund elf Prozent, in Großbritannien bei ebenfalls elf Prozent und in Frankreich bei lediglich vier Prozent. 5
In Deutschland legt die Altersgruppe ab 55 Jahren voraussichtlich bis Jahresende um 42 Prozent zu. In Großbritannien wird mit einem Plus von 29 Prozent gerechnet und in Frankreich gar mit einem Anstieg um 100 Prozent der über-55-Jährigen.
2.3 Nutzerstruktur
2002 sind immer noch mehr Männer als Frauen online. Der Anteil der ‚Onliner’ unter den Frauen (15,4%) stieg jedoch stärker als bei den Männern (10,4%). Mit einem starken Zuwachs bei den Frauen ist weiterhin zu rechnen. 8,5 % der Frauen über 14 Jahren planen innerhalb der nächsten 12 Monate online zu gehen. 6
Abbildung 4: Internetnutzung nach Geschlecht in den Jahren 2002 und 2001
Quelle: Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S.10.
4 Vgl. Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S. 10.
5 Vgl. o.V. [Deutsche Internetnutzer, 2001].
6 Vgl. Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S. 10.
Internet 7
Eine Tendenz der Benutzung kann auch beim Bildungsstand der Onlinenutzer erkannt werden. Je höher der Bildungsstand, desto höher ist der Onliner-Anteil. Innerhalb einzelner Altersgruppen besteht ein kontinuierliches Gefälle des Onliner-Anteils von Hochschulabsolventen zu Personen mit einfachem Bildungsabschluss. 7
Abbildung 5: Internetnutzung nach Bildung im Jahr 2002
Quelle: Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S.11.
7 Vgl. Wagner, F. / Fluck, N. [Nonliner Atlas 2002, 2002], S. 10.
eBusiness 8
3 eBusiness
Übersetzung aus dem Englischen busi·ness = Substantiv
1. Geschäftsleben, Handel, Gewerbe
2. geschäftliches Unternehmen, Geschäftsbetrieb, gewerblicher Betrieb 3. Aufgabe, Angelegenheit, Sache 4. Problem
Die bloße Übersetzung zeigt die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Wortes.
3.1 Einführung und Definitionen
Das Konzept des elektronischen Geschäfts wurde eingeführt, bevor das Internet bekannt wurde. In den siebziger Jahren wurde das eBusiness bereits für finanzielle Netzwerke bekannt, die beispielsweise proprietäre Hard- und Softwarelösungen verwendeten. Electronic Data Interchange (EDI) stand lange, bevor es für das Internet verwendet wurde, zur Verfügung. Ohne das Internet würde eBusiness jedoch nicht in so breitem Umfang möglich sein. 8 Eins der ersten Unternehmen, die den Begriff eBusiness verwendet haben, war IBM im Jahr 1997. Zu dieser Zeit lancierten sie ihre erste thematische, um diesen Begriff herum aufgebaute Kampagne. Es wurde propagiert, dass eCommerce, der bis dahin bevorzugte Ausdruck, ein Grundpfeiler des eBusiness ist, jedoch auch andere eServices in eine Gesamtstrategie integriert.
Die Änderung in den Begriffen verdeutlicht auch eine Änderung im Verständnis des Mediums. Bis dahin war der Verkauf die einzige Erfahrung, die die Menschen auf das Web übertragen konnten. Die Erweiterung des Ansatzes, um mehr Geschäftsarten im Internet zur Verfügung zu stellen, erzeugte den neuen Begriff eBusiness. eCommerce ist nur ein Aspekt des eBusiness, wie z.B. eFranchise, Email, eMarketing, etc. IBM definiert eBusiness wie folgt:
eBusiness entsteht, wenn die Ressourcen der traditionellen Informationssysteme mit der e-normen Reichweite des Internets kombiniert, geschäftskritische Systeme direkt mit dem unternehmenskritischen Geschäftsbereichen, Kunden, Angestellten und Lieferanten über Intranet, Extranet und Internet verbunden werden. Viele Organisationen setzen eBusiness-Lösungen ein, um ihre schon vorhandenen Geschäftsprozesse zu optimieren. Vorausdenkende fangen an, die angebotenen Dienstleistungen zu automatisieren, zu organisieren, zu standardisieren und zu stabilisieren, um kontinuierliche Computer vermittelte
8 Vgl. Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 42.
eBusiness 9
Beziehungen überall im Lebenszyklus des eBusiness zu erstellen und zu bewahren. Zur gleichen Zeit begannen auch andere Unternehmen wie z.B. Hewlett-Packard, komplette Lösungen für eBusiness, einschließlich Soft- und Hardware-Komplettpakete und Beratung zum eBusiness, anzubieten. Hewlett-Packard lancierte im April 1999 eine neue Marketingkampagne: »Hewlett-Packard -- Die eService Company«. Immer mehr Hardwarehersteller verlagerten ihr Geschäft weg vom reinen Verkauf von Hardware hin zum Anbieter von Software-und Beratungslösungen. 9
Als Grundlage dieser Arbeit dient die Interpretation der IBM-Definition von D. Amor:
3.2 Kategorien
eBusiness lässt sich in unterschiedliche Kategorien unterteilen, wobei eine eBusiness-Kategorie durch den Geschäftsfall bestimmt wird und nicht durch die zur Durchführung verwendete Technologie. 11
Teilnehmer an eBusiness Geschäftsfällen können der Konsument (Consument = C), die Regierung (Government = G) und Unternehmen (Business = B) sein. Die möglichen Beziehungen der Anbieter und Nachfrager bei eBusiness Geschäften werden in folgender Tabelle aufgezeigt. In Klammern werden Beispielgeschäftsfälle genannt. Bei den grau unterlegten Feldern handelt es sich um eGovernment Geschäftsfälle.
9 Vgl. Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 20 ff.
10 Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 21.
11 Vgl. Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 65.
eBusiness 10
Tabelle 1: Geschäftsfälle innerhalb des eBusiness
Quelle: Eigene Darst. in Anlehnung an Lucke, J. v. / Reinermann, H. [Speyerer Definition von E-Government, o.J.], S. 3.
Es existiert eine Vielzahl von Kategorien (eCommerce, eLogistic, eLearning etc.). Um eine Kategorie zum Erfolg zu führen, muss sie mit den anderen interagieren. eCommerce steht beispielsweise in enger Verbindung zur eLogistic. Die Kategorien müssen online und offline zusammenarbeiten. Das Internet bietet Möglichkeiten, die Kategorien zu integrieren und die Interaktion zwischen den Vorgängen zu automatisieren. 12
Die folgenden Kategorien wurden exemplarisch ausgewählt, da sie sich bereits im Internet bewährt haben.
3.2.1 eCommerce
Der wohl am weitesten verbreitete Begriff für den elektronischen Handel ist eCommerce. Im Gegensatz zum eBusiness beschreibt eCommerce im engen Sinne nur diejenigen Prozesse oder Erträge, die unmittelbar aus oder über das Internet angestoßen werden. Hierzu zählen dann Dienstleistungen ebenso wie die vielschichtigen Transaktionen innerhalb des Zwi-schenhandels. 13
12 Vgl. Amor, D. [E- Business- (R)Evolution, 2000], S. 65.
13 Vgl. o.V. [eCommerce ABC, o.J.].
eBusiness 11
Vertreter des eCommerce sind:
Online-Shops B2B Auskunfts- und Bestellsysteme Online-Konfektionierung / Individualisierung von Produkten Electronic Software Distribution
Der am häufigsten angeführte Grund, weshalb eCommerce-Projekte lanciert werden, ist die Ausschaltung von mehreren Gliedern der üblichen Wertschöpfungskette (z.B. Zwischenhandel) und der ständigen Erreichbarkeit. Auch die Möglichkeit von individuellen Angebote und kostengünstigem Kundenservice mittels Email und Newsletter hat eCommerce zum Erfolg verholfen. 14
3.2.2 eLogistic
Die perfekte Logistik ist das Kernstück jedes erfolgreichen Versandhandels. Das Wahrig Fremdwörterlexikon umschreibt den Begriff Logistik als „Gesamtheit an Prozessen, die für die (Produktions-)Organisation eines Unternehmens notwendig sind. Der Begriff Logistik wird aus der griechischen Philosophie aus dem Begriff «Logik» abgeleitet. Logik stellt nach Aristoteles die Grundlage und die Voraussetzung jeglichen exakten Denkens dar.“ 15 Ein logistisch funktionierendes Unternehmen führt einen marktgerechten Einkauf sowie eine entsprechende Lagerbevorratung der Produkte, prüft und überwacht ständig die Lagerbestände, ermöglicht eine effiziente und kostengünstige Verarbeitung (z.B. Konfektionierung) und verhindert mögliche Fehler wie z.B. Falschlieferungen. Hierzu werden Technologien und Automatisierungen verwendet, die menschliche Missgriffe möglichst im Ansatz vermeiden sollen. 16
eLogistic ist der Sammelbegriff für alle logistischen Prozesse in einem Unternehmen, die elektronisch abgebildet werden. 17 Bekannte Anwendungsmöglichkeiten sind:
elektronische Verfolgung von Warensendungen
Abbildung des internen Warenflusses vom Lager zur Produktion.
3.2.3 eLearning
eLearning beinhaltet alle Formen des elektronisch unterstützen Lernens über firmeninterne Intranets oder das Internet. eLearning ist zeit- und ortsunabhängig, kostengünstig und schnell aktualisierbar. 18
14 Vgl. o.V. [e-Commerce Lexikon, o.J.].
15 Wahrig-Burfeind, R. [Fremdwörterlexikon, 1999].
16 Vgl. o.V. [e-Commerce Lexikon, o.J.].
17 Vgl. o.V. [Lexikon, o.J.].
18 Vgl. o.V. [Glossar, o.J.].
eBusiness 12
eLearning kann auf verschiedenen Wegen ermöglicht werden. Eine Befragung von 350 deutschen Unternehmen zu den Einsatzformen des eLearnings ergab, dass Computer Based Training (CBT) bereits von 93 % aller Unternehmen angewendet wird. Zwei von drei Unternehmen setzen bereits Schulungsvideos ein.
Abbildung 6: Formen von eLearning
Quelle: Grünbaum, J. [Was ist eLearning, o.J.].
3.2.4 eBanking
eBanking bezeichnet die partielle sowie vollständige Abwicklung von Bankgeschäften über das Internet. Überweisungen, Daueraufträge, Kreditgeschäfte aber auch Vermögensanlagen sowie Geschäftskonten lassen sich bei vielen Finanzinstituten heute komplett ohne Filialbesuch abwickeln. Alternativ zu eBanking spricht man auch häufig vom Online-Banking 19 . Folgende Tabelle zeigt die Nutzung von eBanking in Europa von 1999-2004.
Tabelle 2: eBanking-Nutzung in Europa (in Millionen)
Quelle: o.V. [Bankstats, 2001].
3.2.5 ePayment
Die unterschiedlichen Verfahren zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen im Internet werden unter dem begriff ePayment zusammengefasst. Laut Telekom-Forum gibt es noch
19 Vgl. o.V. [eCommerce ABC, o.J.].
eBusiness 13
keinen Marktstandard für eine ePayment-Lösung, da noch keine (stabilen) Lösungen zur Verfügung stehen. Einfachheit in der Bedienung sowie die Sicherheit der Transaktion sind die erkannten Prämissen für erfolgreiche ePayment-Lösungen. 20 Noch sind klassische Zahlungsmöglichkeiten wie Einzugsverfahren oder Zahlung per Rechnung die am häufigsten benutzten Zahlungsmöglichkeiten im Internet. 21 Es haben sich aber mittlerweile eine Reihe anderer Zahlungsmöglichkeiten entwickelt, die auszugsweise in der folgenden Tabelle dargestellt werden.
Tabelle 3: Zahlungsmethoden im Internet
20 Vgl. Schlüter, K. [Vortrag, 2001], S. 6.
21 Vgl. Schlüter, K. [Vortrag, 2001], S. 6.
eBusiness 15
Quelle: Eigene Darst. in Anlehnung an Smula, I.[Zahlungssysteme, 2001]. Im Internet gibt es sicherlich noch weitere, ähnliche Zahlungsmöglichkeiten; am Markt durchsetzen und halten werden sich nur wenige. 22
Insbesondere für die eBusinessentwicklung einer Region ist es wichtig zu untersuchen, welche Zahlungsmethoden in den regionalen Angeboten offeriert werden. Eine übertrieben große Auswahl kann verwirren und sollte vermieden werden. Dabei ist vor allem die Akzeptanz einer Zahlungsmethode bei den Bürgern und Unternehmen wichtig, welche durch schnelles, einfaches und sicheres Bezahlen erreicht wird.
Kreditkartenzahlung ist durch die relativ weite Verbreitung eine sehr wichtige Methode Transaktionen abzuwickeln. Die folgende Grafik zeigt die Verbreitung der Karte in Europa von 2000 - 2003. Allerdings veranlasste die hohe Missbrauchsrate (13%) den Bundesgerichtshof zu der Entscheidung, dass Kreditkartenunternehmen das Ausfallrisiko nicht mehr selber tragen. Zurzeit kann jeder Kauf mit Kreditkarte rückgängig gemacht werden. Die Kreditkartenfirma holt sich das Geld bequem vom Händler zurück. 23 Es bleibt abzuwarten welche Auswirkungen diese Entscheidung auf das ePayment mit Kreditkarten haben wird.
22 Vgl. Schlüter, K. [Vortrag, 2001], S. 6.
23 Vgl. o.V. [Zahlen mit Kreditkarte, 2002].
eBusiness 16
Tabelle 4: Durchdringung von Online-Kreditkarten in Europa, 2000 - 2003
Quelle: Eigene Darst. in Anlehnung an o.V. [Bankstats, 2001].
Eine weitere interessante Zahlungsmethode ist ebenfalls das mobile Bezahlen (mPayment), wie das bereits beschriebene Paybox-System. Bis zum Jahr 2003 wird weltweit mit rund 40 Millionen Nutzern mobiler Zahlungssystemen gerechnet, davon 18 Millionen aus Europa. 24
3.3 Elektronisches Regieren und Verwalten - eGovernment
3.3.1 Definition
Auf Grund der technischen Entwicklung wird angenommen, dass diese Prozesse künftig sogar vollständig elektronisch durchgeführt werden können. Per Email zugestellte Bescheide, Online-Sprechstunden und Diskussionsforen können in Zukunft vermehrt genutzt werden. Die Definition umfasst sowohl die lokale oder kommunale Ebene, die regionale oder Landesebene, die nationale oder Bundesebene sowie die supranationale und globale Ebene. Eingeschlossen ist somit der gesamte öffentliche Sektor, bestehend aus Legislative, Exekutive und Judikative sowie aller öffentlichen Unternehmen.
Bei eGovernment geht es sowohl um Prozesse innerhalb des öffentlichen Sektors, als auch um jene zwischen diesem und den Bürgern sowie den Unternehmen. Die möglichen Beziehungen des eGovernment innerhalb des eBusiness wurden in Tabelle 4 - Geschäftsfälle innerhalb des eBusiness dargestellt.
24 Vgl. o.V. [Bankstats, 2001].
25 Vgl. o.V. [Virtuelles Rathaus, 2002], S. 12, vgl. dazu auch o.V. [m2 - Electronic Government, o.J.].
eBusiness 17
eGovernment verfolgt die Entstehung einer digitalen Verwaltung und die Schaffung von Online-Angeboten. Diese sollen umfassend mit konkretem Abschluss ins Netz gestellt und insbesondere transaktionsorientierte Komponenten beinhalten. Die Kernziele sind: Die öffentliche Verwaltung soll transparenter werden und den Servicegrad erhöhen. Dieses soll durch unkomplizierte nutzbare Behörden-Dienstleistungen erreicht werden. Ebenfalls sollen Verwaltungsvorgänge verfolgbar und Entscheidungen einfach nachvollziehbar sein.
Geschäftsprozessen sollen reorganisiert und optimiert werden, Dienstleistungsangebote sollen effizienter und qualitativ hochwertig werden. Verstärkte Kundenorientierung Imagegewinnung der Verwaltung
3.3.2 Anwendungsfelder von eGovernment
eGovernment findet auf verschiedenen Interaktionsstufen (Information, Kommunikation und Transaktion) statt und verteilt sich über folgende Anwendungsfelder. 26
Abbildung 7: Anwendungsfelder von eGovernment
Quelle: Eigene Darst. in Anlehnung an Lucke, J. v. / Reinermann, H. [Speyerer Definition von E-Government, o.J.], S. 4.
26 Vgl. o.V. [Erlebniswelt, 2002], S. 22.
eBusiness 18
Die Anwendungsfelder können wie folgt beschrieben werden: 27
eInformation
Electronic Government umschließt Informationsdienste. Dazu zählen Bürgerinformationssysteme für die Bevölkerung, Touristinformationssysteme zur Förderung des Fremdenverkehrs, Wirtschaftsinformationssysteme im Rahmen der Wirtschaftsförderung, Gremieninformationssysteme zur Unterstützung von Versammlungen und Ausschüssen, Fachinformationssysteme in der Verwaltung und sonstige Wissensdatenbanken. Diese Systeme entwickeln sich zunehmend von statischen Informationssammlungen hin zu dynamischen und interaktiven Datenbanken. eCommunication
Viele Informationsdienste werden um Kommunikationslösungen mit Dialog- und Partizipationsmöglichkeiten ergänzt. Sie reichen von einfachen Lösungen wie Internet Relay Chat (IRC), Email, internetbasierte Diskussionsforen und Chatrooms bis hin zu komplexen Anwendungen auf Audio- und Videobasis, etwa Interactive-Voice-Response-Systeme oder Videokonferenzsysteme für Telepräsenz und Telekooperation. eForms
Electronic Government beinhaltet darüber hinaus Formularlösungen. Hierzu gehören alle Formen von elektronischen Formularen, angefangen von auf Papier auszudruckenden, handschriftlich auszufüllenden und mit der Post zurückzusendenden HTML- oder PDF-Dateien, aber auch intelligente Offline-Lösungen, die nach Abschluss der Dateneingabe die Formulardaten per Email oder EDI weiterleiten, bis hin zu Online-Formularen, die direkt ausgefüllt, unmittelbar auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüft und sofort per Mausklick an den Empfänger versandt werden. eTransactions
Formularlösungen sind der erste Schritt zu Online-Transaktionsdiensten, einer weiteren tragenden Säule von eGovernment. Neben der elektronischen Annahme zählen hierzu insbesondere auch die elektronische Bearbeitung eines Antrages oder Auftrages mit Hilfe von modernen elektronischen Akten-, Workflow- und Groupware-Lösungen sowie Entscheidungsunterstützungssystemen. Mit solchen Systemen können Aktenverfolgungsverfahren (Trace-and-Track) eingerichtet werden. eCommerce
In diesen Zusammenhang gehören auch eCommerce-Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Zu den Anwendungsfeldern zählen alle Formen von elektronischen Marktplätzen für die öffentliche Verwaltung, die in elektronische Shopsysteme, Auktionssysteme, Ausschreibungssysteme und Börsensysteme zu unterteilen wären. Ergänzend müssen die verschiedenen elektronischen Zahlungssysteme genannt werden, die eine elektronische Bezahlung von Verwaltungsdienstleistungen oder die Auszahlung finanzieller Leistungen ermöglichen.
27 Vgl. Lucke, J. v. / Reinermann, H. [Speyerer Definition von E-Government, o.J.], S. 2 ff.
eBusiness 19
eService
Der Transaktionsbereich von Electronic Government umschließt zudem den Vertrieb von Bescheiden, Dienstleistungen und Produkten öffentlicher Dienststellen. Diese Gruppe umfasst elektronische Verwaltungsbescheide, Zulassungen, Lizenzen und Genehmigungen, aber auch elektronische Verwaltungsdienstleistungen (Electronic Service Delivery), den elektronischen Vertrieb von Produkten (Electronic Product Delivery) und Ansätze zum elektronischen Gesetzesvollzug, soweit dies technisch möglich und rechtlich zulässig ist. eWorkflow
Über alle diese Anwendungsgebiete verteilt finden sich elektronische Abbildungen von herkömmlichen vorgangsbearbeitenden Geschäftsprozessen, die verwaltungsintern und -übergreifend angelegt und miteinander verknüpft sein sollten. Die Abwicklung dieser Prozesse wird durch Systeme zum Dokumentenmanagement, zur Registrierung und Archivierung, zur Bearbeitung in Gruppen und zur Ablaufgestaltung unterstützt. Doch gerade hier finden sich mit nicht aufeinander abgestimmten Schnittstellen zwischen den verschiedenen Prozessen und mit immer wieder auftretenden Medienbrüchen nicht nur die größten Potentiale, sondern auch die größten Hindernisse einer umfassend angelegten Umsetzung von Electronic Government. eDemocracy
Über alle Interaktionsstufen verteilt finden sich elektronische Abbildungen von demokratischen Prozessen. In diesem Zusammenhang ist der Einsatz moderner Informations-und Kommunikationstechnologien für Bürgerinitiativen, Parteien, Politiker, Wahlkämpfe bis hin zur Durchführung von Wahlen und Volksabstimmungen, die aber nur den förmlichen Abschluss der Meinungsbildung darstellen, zu nennen. Die Förderung neuer und Stärkung bestehender demokratischer Prozesse durch die Möglichkeiten elektronischer Medien ist ein weiterer Schwerpunkt von Electronic Government. 28
3.3.3 Regierungsmaßnahmen zur Ausweitung von eGovernment Angeboten
Im folgenden Abschnitt werden Beispiele für eGovernment-Ansätze näher betrachtet.
eEurope
Die Europäische Union erhob im März vergangenen Jahres in Lissabon die Informationstechnologien und das Medium Internet zum europäischen Zukunftsthema. Unter dem Punkt ‚Regierung am Netz: elektronischer Zugang zu öffentlichen Diensten’ fordert der Aktionsplan, alle Anstrengungen der öffentlichen Verwaltungen aller Ebenen zu unternehmen, um die neuen Technologien für den größtmöglichen Zugang zu Informationen zu nutzen und einen allgemeinen elektronischen Zugang zu den wichtigsten, grundlegenden öffentlichen Diensten bis 2003 in den Mitgliedsstaaten sicherzustellen. 29
28 Vgl. Lucke, J. v. / Reinermann, H. [Speyerer Definition von E-Government, o.J.], S. 2.
29 Vgl. o.V. [Aktionsplan, 2002].
eBusiness 20
Wörtlich heißt es:
"Digitale Technologien bieten die Möglichkeit, leichter auf die Fülle von Informationen des öffentlichen Sektors zuzugreifen und diese zu nutzen. Die "Regierung am Netz" könnte zu einer Umstrukturierung des öffentlichen Sektors und zu schnelleren Reaktionen bei den Diensten führen. Sie könnte eine höhere Effizienz, Kostensenkungen, mehr Transparenz und eine Beschleunigung der üblichen Verwaltungsverfahren für die Bürger und die Unternehmen bewirken. Der elektronische Zugang könnte durch Förderung von für die Europäer wichtiger Internetdiensten auch entscheidend zu einem schnelleren Übergang zur Informationsgesellschaft beitragen. Die Verwaltungen stehen vor der Herausforderung, sich rasch an die neuen Arbeitsmethoden anzupassen und neuartige Arbeitsverfahren zu ermöglichen, zu denen auch Partnerschaften mit der Privatwirtschaft gehören." 30 Bund Online 2005
Die Bundesregierung startete im Jahr 2000 die eGovernment-Initiative ‚BundOnline 2005’. Diese Initiative soll zu einem Innovationsschub für Verwaltung und Wirtschaft führen. BundOnline 2005 enthält die klare Vorgabe für die Bundesverwaltung, bis zum Jahre 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen online bereitzustellen. Wobei internetfähig nicht weiter definiert wurde. Die Bundesregierung will damit ein besseres Dienstleistungsangebot schaffen, und zwar sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Wirtschaft.
Die Bundesverwaltung hat bereits Erfahrungen mit der Veröffentlichung von Inhalten im Internet. Dazu gehören u.a. das Statistische Bundesamt, das heute den Unternehmen die Möglichkeit gibt, Meldungen zur Intra-Handelsstatistik direkt über das Internet abzugeben. Dieses Angebot wird bereits von 1600 Unternehmen genutzt. Weitere Beispiele sind das digitale Antragsverfahren DIGANT der Bundesdruckerei für Reisepässe, Personalausweise und Führerscheine und das Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeit, www.arbeitsamt.de.
Den erforderlichen Investitionen stehen beachtliche Einsparungen gegenüber. Durch die Einführung der elektronischen Akte im Bundesverwaltungsamt im Bereich der BAföG-Darlehensverwaltung konnten dort die Verwaltungskosten um rund 50% gesenkt werden. So werden durch den effizienten Einsatz der IT jährlich über 10 Mio. DM gespart. 31
MEDIA@Komm
Bei diesem Projekt handelt es sich um das bislang größte Multimedia-Fördervorhaben des Bundes. Im Mittelpunkt steht der breite Durchbruch von der Information zu rechtsverbindlichen Interaktionen und Transaktionen im digitalen Netz. Es schließt sowohl die Anwendung der digitalen Signatur sowie die Fortentwicklung der technischen und rechtlichen Voraussetzungen ein. Im Mittelpunkt steht dabei die kommunale Ebene. Leitziel ist die Integration eines virtuellen Marktplatzes und Rathauses in ein ganzheitliches System. Die Projektumsetzung erfolgt in den Modellregionen Bremen, Nürnberg und
30 o.V. [m2 - Electronic Government, o.J.].
31 Vgl. o.V. [Splitter, 2000], S. 11.
eBusiness 21
Esslingen. Daneben wird das Teilvorhaben ‚Elektronische Akteneinsicht’ in Rathenow gefördert. Die Ergebnisse haben Modellcharakter bei der Modernisierung des Gemeinwesens und werden durch eine Begleitforschung MEDIA@Komm mit dem Ziel aufgearbeitet, breitenwirksame Nachahmungseffekte und Investitionen auszulösen sowie Synergieeffekte und Standardisierungen zu erreichen. 32 Firstgov
In den vereinigten Staaten wird mit dem Portal ‚FirstGov’ (www.firstgov.gov) ein mehrsprachiges Internetportal angeboten, das den Nutzern einen zentralen Einstieg zu allen Internetseiten der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung stellt. Dabei wird der Nutzer nicht durch die jeweiligen Behördenbeziehungen geleitet, sondern anhand der gesuchten Informationen und Leistungen geführt.
Das Portal der US-Regierung führt seine Besucher zu Regierungsstellen, Behörden und staatlichen Einrichtungen in den USA und rund um den Globus. So kann man z.B. ins virtuelle Rathaus von Bullhead City oder direkt ins Weiße Haus surfen. Rund 24 Millionen Internetseiten werden in FirstGov.gov zusammengeführt, nach Themen geordnet von „Agriculture and Food“ bis „The U.S. in the World“. 33
3.3.4 Erfolgsvoraussetzungen
Wesentlich für eine erfolgreiche Umsetzung von eGovernment sind Führungsstärke und politischer Wille der Verantwortlichen in den Verwaltungen, strenge Ergebnisorientierung sowie klare Verantwortlichkeiten. 34
Die Spitzenreiter unter den Verwaltungen setzen auf:
die frühe Ausarbeitung einer Zukunftsvision, einer umfassenden Strategie sowie die Schaffung angemessener Verwaltungsinstrumente zur zügigen Umsetzung geplanter Maßnahmen,
an den Bedürfnissen von Bürgern und Unternehmen orientierte Online-Auftritte, eine eGovernment-Strategie zur aktiven Verbesserung des Kundenservices unter Nutzung der Technologien und Grundsätze des ‚Customer Relationship Management’, neue Lösungsansätze zur wechselseitigen und umfassenden Interaktion sowohl mit Bürgerinnen und Bürgern als auch mit der Wirtschaft und
Portal-Lösungen, die - anstelle einer Abbildung von Verwaltungsstrukturen - einfachen Zugang zu unterschiedlichsten Ämtern und Behörden ermöglichen. 35
32 Vgl. o.V. [Städtewettbewerb MEDIA@Komm, 2002].
33 Vgl. o.V. [Sonderbeilage von CSC in Die Woche, 2001].
34 Vgl. Bill, H. / Schneider, S. [eGovernment], S. 4.
35 Vgl. Bill, H. / Schneider, S. [eGovernment], S. 4.
eBusiness 22
In Deutschland bieten Online-Angebote wie das Regierungsportal Bund.de als ‚digitale Schaufenster’ bisher fast ausschließlich Informationen, während das Dienstleistungsangebot sowie Interaktion, Transaktion und Bürgerpartizipation noch nicht sehr weit entwickelt sind. Positive Beispiele wie der virtuelle BAföG-Antrag oder die digitale Steuererklärung sind bislang noch Einzelfälle. Im Bereich der Kommunen gibt es aber bereits viel versprechende Ansätze für eine Kunden orientierte virtuelle Verwaltung. 36 Für das zu entwickelnde Angebot werden diese Ansätze in Teil B der Arbeit, dem Umsetzungsbeispiel näher beschrieben.
3.4 Elektronische Marktplätze
Elektronische Marktplätze (eMarkets) unterstützen geschäftliche Transaktionen. Sie erhöhen Markttransparenz, senken Transaktionskosten und ermöglichen eine verbesserte Preisfindung. Der Zugang zu eMarkets steht für mehrere Käufer, mehrere Verkäufer und Dienstleister offen. Dabei bieten sie nicht nur die Möglichkeit der Transaktion und Information, sondern unterstützen auch die gesamte Wertschöpfungskette.
Die möglichen Geschäftsprozesse innerhalb des eBusiness finden zwischen den Marktteilnehmern Government (G), Business (B) und Consumer (C) statt und werden im Allgemeinen in neun verschiedene Teilbereiche untergliedert, deren Beziehung bereits dargestellt wurden (siehe Kapitel 3.2 - Tabelle 1).
eMarkets sind u.a. im B2B Bereich des Online Handels ein wichtiges Instrument. 38 Die Entwicklung im B2B Bereich verlief dabei in drei Stufen.
36 Vgl. Ache, S. [Electronic Government 2002].
37 Schneider, D. / Schnetkamp, G. [E-Markets ‚ 2000], S. 21.
38 Vgl. Kösling, A. [B2B Einführung, 2001], S. 20.
eBusiness 23
Abbildung 8: Die bisherigen Stufen in der Entwicklung des B2B
Quelle: Schneider, D. / Schnetkamp, G. [E-Markets, 2000], S. 20.
3.4.1 Differenzierung von Märkten
Es gibt drei Arten von eMarkets, die sich im Wesentlichen in dem Verhältnis der Anzahl der vorhandenen Verkäufer zu der Anzahl der Käufer unterscheiden und vermutlich für jede Branche gleichermaßen Anwendung finden werden. 39
39 Vgl. Wolf-Kösling, A. [B2B Einführung, 2001], S. 20.
eBusiness 24
Abbildung 9: Arten von elektronischen Märkten
Quelle: Übernommen von Wolf-Kösling, A. [Seminararbeit, 2001].
Einkaufsplattformen (Buy-Side-Solution)
Die Einkaufsplattform ist durch eine Konzentration auf der Anbieterseite gekennzeichnet. Einkaufsplattformen sind wegen ihres Nutzens im Bereich des eProcurements („Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen unter Nutzung des Internet bzw. von In-formationstechnologien“ 40 ) von wesentlicher Bedeutung für Unternehmen. Durch sie lassen sich Optimierungspotentiale im Bereich der Prozess-, Bestands- und Produktkosten mit Hilfe der elektronischen Beschaffung ausschöpfen. Einkaufsplattformen könnten sich in naher Zukunft zu Wertschöpfungsketten übergreifenden Handelsnetzwerken, so genannten Business Webs entwickeln, in der vor- und nach gelagerte Stufen der Wertschöpfungskette in die elektronische Plattform integriert werden. Dies würde ein komplettes Supply Chain Management möglich machen.
40 o.V. [Lexikon, o.J.].
eBusiness 25
Fachportale (Sell-Side-Solution)
Besonders groß ist das Interesse hier auf der Nachfragerseite. Fachportale ermöglichen die Erschließung neuer Vertriebswege und Pflege von Kundenbeziehungen. Sie sind sowohl integrierte Marketing-, Service- als auch Vertriebsplattformen und können somit den Bedarf einer ganzen Kundengruppe abdecken. Durch Customization des Angebots und den Aufbau von Communities ist es möglich, ganze Kundengruppen fester an das eigene Angebot zu binden. 41 Marktplatz
eMarkets lassen sich nach ihrer Branchenzugehörigkeit klassifizieren. Demnach lassen sich zwei Hauptgruppen unter den eMarkets ausmachen: horizontale und vertikale Marktplätze. Horizontale Marktplätze bieten Branchen übergreifend Leistungen an (z.B. Handel allgemein oder Restposten), vertikale Marktplätze beschränken sich auf eine einzelne Branche und deren spezifische Zielgruppe. Vertikalen Marktplätzen wird eine größere Zukunftschance zugetraut.
Der Marktplatz stellt eine neutrale Handelsplattform dar und erfüllt klassische ökonomische Funktionen eines gewöhnlichen Marktes, dennoch müssen die Marktteilnehmer nicht physisch anwesend sein. Die Informationen (Content) aus Archiven und Datenbanken des Marktplatzes sind aktuell und Interaktionen zur Anbahnung von geschäftlichen Transaktionen (Commerce) können in Echtzeit geschehen. Die Anzahl der Käufer und der Verkäufer auf einem elektronischen Marktplatz ist weitgehend ausgeglichen.
Abbildung 10: Marktplatzangebote
Quelle: Wolf-Kösling, A. [Seminararbeit, 2001].
41 Vgl. Wolf-Kösling, A. [Seminararbeit, 2001], S. 6.
eBusiness 26
Wenn Drittfirmen die Marktplätze betreiben, stehen sie in der Regel allen potentiellen Nachfragern und Anbietern offen und der Aufwand für die Teilnehmer selbst ist geringer. Durch den Aufbau einer Community, die in Marktplätzen und Fachportalen eine besondere Bedeutung genießt, wird die Kundenbindung der Zielgruppe verstärkt und damit Austrittsbarrieren geschaffen. Die Elemente der Community sind beispielsweise Diskussionsforen, Expertenchats oder auch Bewertungssysteme zur Rezension von Produkten und Leistungen der einzelnen Teilnehmer (eine genauere Beschreibung zu Communities erfolgt im Kapitel 5 - Virtuelle Communities). Eine Individualisierung des Angebots und der Marktplatzfunktionen (Customization) neben der Ermöglichung einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den Marktplatzteilnehmern (Collaboration) sind notwendige Serviceleistungen für erfolgreiche Marktplätze. Daneben ist die offene Vernetzung mit Dienstleistern und anderen Marktplätzen (Connectivity) ein wichtiges Ziel, um den Nutzfaktor des Marktplatzes zu erhöhen.
3.4.2 Ausbaustufen
Man kann bei einem elektronischen Marktplatz fünf Ausbaustufen unterscheiden.
Abbildung 11: eMarkets Ausbaustufen - Vom Branchenbuch zur Börse
Quelle: Eigene Darst. in Anlehnung an Schneider, D. / Schnetkamp, G. [eMarkets, 2000], S. 55, S. 99.
1. Virtuelles Branchenbuch in Form von auf der Internetseite abgelegter Firmeninformationen, mit der sich die Anbieter auf dem Marktplatz darstellen.
2. Schwarze Bretter, die analog zu Kleinanzeigen einzelne Angebote oder Gesuche der An- bieter oder Nachfrager enthalten.
eBusiness 27
3. Kataloge wie Preislisten oder Produktkataloge, die durch Suchfunktionen vergleichbar und transparent gemacht werden.
4. Auktionen, die Anbieter durchführen können. Nachfrager können ihren Bedarf auf dem Marktplatz ausschreiben.
5. Elektronische Börse, dies ist eine Echtzeitunterstützung der Transaktionen der Markteilnehmer zusätzlich zu einer Anzahl an Mehrwertdiensten.
3.4.3 Einnahmenquellen
Die wichtigsten dieser Einnahmequellen der Marktplätze sind Transaktionsprovisionen
für erfolgreiche Geschäftsabschlüsse, die Dritte auf der Handelsplattform tätigen. Mitgliedsbeiträge
für einen exklusiven Kreis an Marktteilnehmern (pauschaler Preis) Gebühren
für Angebote und Gesuche oder für hochwertige Informationen wie beispielsweise Insiderwissen (Berechnung ‚per Klick’) Zusatzservices
wie kostenpflichtige Benachrichtigungen per SMS oder besondere, zugangsgeschützte Handelsbereiche Werbung
beispielsweise durch Banner. Diese ist besonders attraktiv, da die Zielgruppe durch die Art des Marktplatzes direkt bestimmbar ist. Provisionen
für die Vermittlung von Dienstleistungen wie beispielsweise die Zuschaltung eines Logistikunternehmens. Andere Leistungen wären z.B. eine Bonitätsprüfung oder die Bereitstellung von Treuhandkonten. Vertrieb
eigener Produkte über die Plattform. Diese Lösung ist attraktiv, da der Marktplatz dann auch eine Art Online-Shop für das Betreiber-Unternehmen darstellt. Durch Bündelung von Anbietern und Angeboten wird aber mehr Besucheraufkommen produziert, als bei einem reinen Online-Shop. 42
3.4.4 Kommunikation auf den Märkten
Anders als die klassischen Massenmedien (Rundfunk, Fernsehen und Print) ist das Internet kein reines Präsentations-, sondern ein mehrseitiges Kommunikationsmedium. Man kann das Internet mit einem Marktplatz vergleichen, der es den Markteilnehmern ermöglicht, In-formationen auszutauschen und in direktem Kontakt zueinander zu stehen. Es besteht die Möglichkeit, Unternehmen Fragen zu stellen und kritische Anmerkungen zu angebotenen Produkten und Dienstleistungen zu machen. Meinungen können mit Anbietern und anderen
42 Vgl. Kösling, A. [B2B Einführung, 2001].
eBusiness 28
Nutzern ausgetauscht werden. Ebenfalls kann sich der Nutzer auf sehr schnelle und unkomplizierte Weise eine Marktübersicht im Internet verschaffen. Somit entsteht eine annähernd vollkommene Marktransparenz. Leider ist es noch genauso wie auf dem antiken Basar, dass man nicht alle Preise vergleichen kann, da man nicht alle Basarstände findet bzw. aufsucht. Auf dem Marktplatz Internet wird gehandelt und es können sowohl direkte als auch indirekte Unterhaltungen und Diskussionen entstehen. 43
Im Zuge der Industrialisierung wurden Massenkommunikationsmittel eingesetzt, um möglichst effizient viele Güter zu verkaufen. Dadurch ist diese Art von Märkten immer weniger geworden. Der große Vorteil des Internets im Vergleich mit herkömmlichen Kommunikationsmitteln ist die Rückkopplung und die Kommunikation der Markteilnehmer untereinander. Dementsprechend können z.B. auch die Kunden eines Unternehmens über die Produkte diskutieren und sich gegenseitig helfen, diese zu gebrauchen. Als Beispiel dafür dient Amazon.de. Dort findet man für jedes Buch von Kunden geschriebene Rezessionen. Diese helfen potentiellen Kunden bei der Entscheidung für ein Buch. Amazon nutzt damit den Marktplatz Internet. Durch die Kommunikation der Kunden untereinander wird ohne Zusatzauf-wand von Amazon eine Entscheidungshilfe gegeben.
Eine andere nutzbare Metapher für das Internet ist der Stammtisch, an dem über Gott und die Welt diskutiert und nebenbei auch noch gehandelt wird. 44 „Es braucht andere wesentliche Eigentümlichkeiten des Marktplatzes - Gespräche, Herumtrödelei, Flirt und Leute Beobachten.“ 45 schreibt Kelly in Anlehnung an die Vorteile des Marktplatzes mit Stammtischgeplauder im Internet.
Im Internet ist es erlaubt, in Diskussionen immer wieder vom Thema abzuweichen, denn „im Zentrum stehen persönliche Erfahrungen und Ansichten.“ 46
Die Möglichkeiten des Marktplatzes Internets werden zurzeit nur von sehr wenigen Firmen voll ausgenutzt. Um bei dem Basarbeispiel zu bleiben, kann man sagen, dass sich die Angebote meist auf Marktstände ohne Mitarbeiter beschränken, was die Kommunikation nicht anregt. Man kann das Internet sicherlich als reines Präsentationsmedium nutzen, doch der Vorteil des Internet liegt eindeutig in der Anzahl der potentiellen Besucher eines Marktstandes und der genannten Möglichkeiten der Kommunikation unter allen Markteilnehmern. Märkte im Internet in Verbindung mit virtuellen Communities (siehe Kapitel 5) ermöglichen es, Marktstandbetreibern durch optimale Nutzung der Möglichkeiten ein detailliertes Bild von ihren Kunden und deren Wünsche zu bekommen.
43 Vgl. Levine, R. / Locke, C. / Searls, D. / Weinberger, D. [The Cluetrain Manifesto, 2000], S. 77.
44 Vgl. Brunold, J. / Merz, H. / Wagner, J. [www.cybercommunities.de, 2000], S. 49.
45 Kelly, K. [Net Economy?, 1998], S. 148.
46 Brunold, J. / Merz, H. / Wagner, J. [www.cybercommunities.de, 2000], S. 49.
Arbeit zitieren:
Oliver Schneider, Tobias Kling, 2002, eBusinessentwicklung in einer Region mittels virtueller Communities und regionaler Internetangebote, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Externe Personalgewinnung - Von den klassischen Suchwegen bis zum Onli...
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 135 Seiten
E-Recruiting - Einsatz neuer Medien in der Personalbeschaffung
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 94 Seiten
Privates Lokal- und Regionalfernsehen - Das Medium der Zukunft?
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Oliver Schneider hat den Text eBusinessentwicklung in einer Region mittels virtueller Communities und regionaler Internetangebote veröffentlicht
Oliver Schneider hat einen neuen Text hochgeladen
Encyclopedia of Developing Regional Communities with Information and C...
Stewart Marshall, Wall Taylor, Xinghuo Yu
Bridges: Toward the Inter-Parish Regional Community-- Deaneries, Clust...
Robert Gerard Howes, Joseph L. Imesch
The Barcelona Process: Building a Euro-Mediterranean Regional Communit...
Alvaro Vasconcelos, George Joffe
Imagined Regional Communities: Integration and Sovereignty in the Glob...
James D. Sidaway, D. Sidaway James
Pick One: Ways You Can Help: The World, the Nation, Your Region, Your ...
Colin Ingram, Robert D. Reed
Investing in Entrepreneurs: A Strategic Approach for Strengthening You...
Thomas S. Lyons, Gregg A. Lichtenstein
0 Kommentare