I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Zertifikate mit garantiertem Kapitalerhalt 1
2.1. Produktidee 1
2.2. Berechnung des Kupons 2
2.3. Steuerliche Aspekte 3
2.4. Potentielle Investoren und Investitionszeitpunkte 4
3. Mögliche Ausprägungen von Garantiezertifikaten 5
3.1. Multizins-Effekt 5
3.2. Variante der Zielzins-Startegie 6
3.3. Möglichkeit des Variozinses 8
3.4. Vorgehen mit der Wahlzins-Methode 9
3.5. Produktvariation mittels „Lock-in“ Prinzip 10
4. Refinanzierung und Kosten 10
5. Vorzüge und Nachteile von Garantiezertifikaten 11
6. Schlusswort 12
Anlage 1 14
Anlage 2 15
Literaturverzeichnis 16
I
II
Abbildungsverzeichnis
Abb 1 Zinsermittlung mittels Zielzins 7
II
1. Einleitung
Das Zinsniveau ist in den letzten Jahren stetig gefallen. Während für eine zweijährige Anlage zu Beginn des Jahres 1992 ein Zins von 9% p.a. gezahlt wurde, erreichte das Zinsniveau im Jahre 2005 ein historisches Tief von 2,5% p.a., bei gleicher Laufzeit. 1 Auch die Aktienmärkte haben sich in den letzten Jahren rückläufig entwickelt. Nach dem großen Verfall an der Börse seit 2001 entwickeln sich die Indizes erst jetzt wieder in Richtung einstiger Marken. Versetzt man sich in die Lage der damaligen Anleger, so ist es nachvollziehbar, dass im Laufe dieser Entwicklungen immer mehr Antipathien gegen den Aktienmarkt sowie konventionelle Anlageprodukte entwickelt wurden. Im gleichen Zuge ist die Nachfrage nach alternativen Anlagemöglichkeiten immer weiter gewachsen. Um dem Kundenwunsch nach höheren Erträgen nachzukommen wurden Zertifikate entwickelt. Sie zeichnen sich durch Kapitalsicherheit aus und bieten zudem eine relativ hohe verzinsliche Anlage. Zertifikate sind auf eine überschaubare Anlagedauer ausgelegt und stehen in vielen verschiedenen Ausprägungen zur Verfügung.
Im Folgenden werden Garantiezertifikate als eine mögliche Ausprägung von Zertifikaten behandelt. Zunächst werden die wesentlichen Eigenschaften eines Garantiezertifikates dargelegt.
Berechnungssystem wird näher erläutert und die steuerliche Situation bei einer Anlage in Garantiezertifikaten untersucht. Im zweiten Kernstück der Arbeit werden spezielle Ausprägungen der Zinsermittlung von Garantiezertifikaten dargestellt und an verschiedenen Beispielen erläutert. Auch auf die Refinanzierungs- und Kostensituation wird näher eingegangen. Abschließend wird eine zusammenfassende Betrachtung der positiven sowie negativen Merkmale des Zertifikats vorgenommen und ein Fazit gezogen.
2. Zertifikate mit garantiertem Kapitalerhalt
2.1. Produktidee
Garantiezertifikate sind zwischen Aktien- und Renteninvestments einzu-ordnen. 2 Sie sind Schuldverschreibungen und geben dem Anleger somit einen
1 Vgl. Steiner, Thomas: Zinskurven der Deutschen Bundesbank zu unterschiedlichen
Zeitpunkten, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Zinsstrukturkurve.png, 23.05.2006
2 Vgl. Armbruster, Stefan: Sicherheit kostet Risiko, Handelsblatt,
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Anspruch auf Zinsen und Kapitalrückzahlung. 3 Ihre wesentliche Eigenschaft ist es, dass sie am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals ganz bzw. teilweise garantieren. Diese Garantie bezieht sich auf den Emissionskurs, nicht auf den Erwerbskurs an der Börse. Eine möglicherweise gezahlte Verkaufsprovision wird ebenfalls nicht zurückgezahlt. 4 Das bedeutet für Anleger, die nachträglich in das Zertifikat einsteigen, dass ein Kapitaleinsatz oberhalb des Emissionskurses nicht sicher zurückgezahlt wird. Weiter kann ein Verkauf des Zertifikats vor Ablauf der Anlagezeit zu Einbußen führen. Im Rückschluss muss sich der Anleger bei dieser Anlageform der Laufzeitdauer bewusst sein. Er muss bereit und in der Lage sein, für die Dauer der Anlagezeit auf das eingesetzte Kapital zu verzichten. Nur so geht er sicher, 100% seines Kapitals zurückzuerhalten. Garantiezertifikate sind somit darauf ausgerichtet, dass sie bis zum Ende der Laufzeit vom Anleger gehalten werden. Zum kurzfristigen Handeln sind sie nicht geeignet. 5
2.2. Berechnung des Kupons Zusätzlich zu der Kapitalgarantie sind Garantiezertifikate mit einer sicheren Mindestverzinsung ausgestattet. Diese ist im Allgemeinen jedoch recht gering. Des Weiteren wird der Anleger mit einer bestimmten Partizipationsrate am Kursanstieg der jeweiligen Berechnungsbasis beteilig. Diese Partizipationsrate ist meist eine prozentuale Teilnahme an der Kursveränderung, die je nach Produkt mit anderen Faktoren verrechnet wird. 6 Bei Garantiezertifikaten mit einer garantierten Rückzahlung des gesamten Kapitals liegt sie in der Regel bei 50 – 60%. 7 Prinzipiell gilt jedoch: Je höher die garantierte Summe, desto geringer die Partizipation an möglichen Kursgewinnen. Ein möglicher Verlust ist bei negativer Entwicklung eines Produktes mit 100%-igem Kapitalschutz ausgeschlossen. Währenddessen ist bei einer Direktinvestition in Aktien oder Indizes ein Verlust möglich. Als Berechnungsbasis können die Performances einzelner Indizes, wie zum Beispiel des EuroStoxx oder Dax,
http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200011,204606,776612/S H/0/depot/0/sicherheit-kostet-rendite.html, 23.04.2006 3 Vgl. Grill/Perczinski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 2005, Seite 207f 4 Vgl. o. V.: Vorsicht, Fallstricke bei Garantiezertifikaten, Handelsblatt, http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200011,204606,776613/ SH/0/depot/0/index.html, 23.04.2006 5 Vgl. o. V.: Garantie-Zertifikate/Kapitalschutz-Zertifikate, http://www.finanztip.de, http://www.finantip.de/recht/bank/garantiezertifikate-grundlagen.htm, 23.04.2006 6 Vgl. Bewersdorf/Verlaat: Strukturierte Produkte in der Anlageberatung, Mai 2005, Seite 15f 7 Vgl. o.V.: Kaufen und Vergessen, März 2006, Seite 14f
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sowie die Entwicklung eigens für das Zertifikat zusammengestellter Aktienkörbe maßgeblich sein. 8 Diese Aktienkörbe bestehen in der Regel aus ca. 20 Aktien, die nach vielen verschiedenen Gesichtspunkten zusammengestellt sein können, z.B. nach Branchenzugehörigkeit oder geographischen Aspekten. Die Aktien sind in der Regel zu gleichen Anteilen enthalten. Eine mögliche Zusammenstellung eines Aktienkorbs ist zur Veranschaulichung in der Anlage 1 schematisch dargestellt. 9
Grundlage bei der Kuponermittlung sind die am Ende der Zeichnungsfrist fixierten Startkurse der einzelnen Aktien oder Indizes. Diese Startkurse werden nach Ablauf eines Jahres zum Stichtag wieder betrachtet. Die weitere Verrechnung, in Kombination mit der Partizipationsrate, ist jedoch von der jeweiligen Ausprägung des Garantiezertifikats abhängig. Sie werden später näher erläutert.
2.3. Steuerliche Aspekte
Garantiezertifikate sind für den Anleger aus steuerlicher Sicht eingeschränkt optimal, da sie im Sinne des § 20 10 Abs. 2 Nr. 4 c EStG als Finanzinnovation gelten. Das bedeutet, dass neben der laufenden Verzinsung auch die Veräußerungs- und Einlösungsgewinne in Höhe des Differenzbetrags zu dem Emissionskurs bzw. Kaufkurs versteuert werden müssen. Sie unterliegen dem individuellen Einkommensteuersatz des Anlegers sowie dem Solidaritätszuschlag und das nicht nur innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist. Bei diesen Zertifikaten müssen Gewinne versteuert werden, egal wann sie anfallen. 11 Allerdings kann ein eventueller Veräußerungs- oder Rückzahlungsverlust in Rahmen der Einkommensteuererklärung als negative Einnahme aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden. Auch das Emissionsagio, der Ausgabeaufschlag, nach § 20 Abs. 2 Nr. 4 Satz 2 EStG ist bei Veräußerung oder Einlösung vom steuerpflichtigen Kapitalertrag abzuziehen. Es ist demnach steuerlich absetzbar.
Diese besondere steuerliche Behandlung der Garantiezertifikate erfolgt mit der Begründung, dass der Emittent bei dieser Anlageform die vollständige
8 Vgl. Bewersdorf/Verlaat: Strukturierte Produkte in der Anlageberatung, Mai 2005, Seite 15f
9 Siehe Anlage 1, Seite 15
10 Vgl. Grill/Perczinski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 2005, Seite 328
11 Vgl. Möhring/Lübbers: Steuer-Tipps, Oktober 2002, Seite 63
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Arbeit zitieren:
Kirsten König, 2006, Garantiezertifikate, München, GRIN Verlag GmbH
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