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Heinrich der Löwe in der Darstellung Ottos von Freising und Rahewins

Title: Heinrich der Löwe in der Darstellung Ottos von Freising und Rahewins

Seminar Paper , 2000 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: musilia mair (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Bevor man mit dem Recherchieren für eine wissenschaftliche Arbeit beginnt, knüpft man aufgrund seiner Vorkenntnisse bereits gewisse Erwartungen an sein Thema. Jedoch in diesem Falle trafen meine Vermutungen aus folgendem Grund nicht zu: Ausgehend davon, daß Otto von Freising aus der babenbergischstaufischen Linie stammte , die ja seit der Regierung Lothars III. mit den Welfen in Konflikt geraten war , ging ich davon aus, daß der Welfe Heinrich der Löwe nicht allzu wohlwollend beschrieben würde, was sich allerdings bei eingehender Beschäftigung mit diesem Thema nicht bestätigte. Im folgenden soll nun anhand der beiden Werke "Chronica sive Historia de duabus civitatibus" von Otto von Freising und der "Gesta Friderici I. imperatoris", verfaßt von den beiden Autoren Otto von Freising und Rahewin, die Darstellung Heinrichs des Löwen im einzelnen beleuchtet werden. Die Chronik versucht die Zeit von der Entstehung der Welt bis zum Jahr 1146 zu beschreiben. In der Gesta erstrecken sich die Berichte von Otto von Freising über die Zeit ab Heinrich IV. bis zum Herbst 1156, Rahewin seinerseits erfaßt die Jahre 1157 bis 1160. Außerdem werde ich anhand der Herausstellung des Programms der beiden Verfasser zu begründen versuchen, weshalb das Bild Heinrichs des Löwen entgegen meiner Erwartung doch sehr positiv gezeichnet wird.
[...]

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Erwartungen

2. Das Programm Ottos und Rahewins

3. Otto von Freisings Darstellung Heinrichs des Stolzen als Stellvertreter der Welfen

4. Heinrich der Löwe in den Werken Ottos von Freisings und Rahewins

4.1 Heinrich der Löwe bei Otto von Freising

4.1.1 Heinrich der Löwe in der Chronik

4.1.2 Heinrich der Löwe in der Gesta

4. 2 Heinrich der Löwe in der Sicht Rahewins

5. Zitate als Stilmittel

5.1 Zitate aus der weltlichen Literatur: Sallust

5.2 Bibelzitate

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung Heinrichs des Löwen in den Geschichtswerken "Chronica sive Historia de duabus civitatibus" von Otto von Freising sowie der "Gesta Friderici I. imperatoris" von Otto von Freising und Rahewin. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Autoren durch ein spezifisches politisches Programm das Bild des Welfen entgegen anfänglicher Erwartungen positiv zeichnen, um die Vorstellung von Einheit und Frieden unter Kaiser Friedrich Barbarossa zu stützen.

  • Analyse der Geschichtsbilder von Otto von Freising und Rahewin
  • Einfluss des staufisch-welfischen Konflikts auf die Historiographie
  • Untersuchung der Rolle Heinrichs des Löwen als "Werkzeug" des Kaisers
  • Funktion von Zitaten aus Sallust und der Bibel als stilistisches Mittel zur Legitimierung
  • Vergleich der Darstellung von Heinrich dem Stolzen und Heinrich dem Löwen

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Heinrich der Löwe in der Gesta

Das erste Erscheinen Heinrichs des Löwen findet in der Gesta auf dem Reichstag zu Frankfurt im März 1147 kurz vor dem zweiten Kreuzzug und noch in der Regierungszeit Konrads III. statt. Die Rückgabe des Herzogtums Bayern fordernd, das seinem Vater zu Unrecht aberkannt worden sei, sei Heinrichs Begehren vom König bis zur Rückkehr von seinem Kreuzzug verschoben worden. Zwar wird Heinrich der Löwe hier erneut im unmittelbaren Zusammenhang mit Heinrich dem Stolzen genannt, doch seine Meinung über diesen hat Otto ja schon zuvor zu dessen Gunsten geändert. Weiterhin scheint Heinrich, „qui iam adolev[erit]“, im Gegensatz zu seiner Beschreibung in der Chronik zu einer eigenständigen Persönlichkeit herangewachsen zu sein. Doch seine Zeit war anscheinend noch nicht gekommen, da der „Friedensbringer“ Friedrich I. erst noch an die Macht kommen mußte. Die Haltung Ottos Heinrich gegenüber ist weder positiv noch negativ. Insgesamt kann diese Stelle wohl als Einführung der Person Heinrichs des Löwen verstanden werden, dessen Bedeutung erst beim nächsten Herrscher wachsen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erwartungen: Die Autorin legt ihre anfängliche Vermutung dar, dass Otto von Freising den Welfen Heinrich den Löwen aufgrund familiärer Parteinahme negativ darstellen würde, und führt in das Untersuchungsziel ein.

2. Das Programm Ottos und Rahewins: Dieses Kapitel erläutert die weltanschauliche Wandlung Ottos von Freising vom Pessimismus der "Chronik" hin zum durch Friedrich I. geprägten Optimismus der "Gesta".

3. Otto von Freisings Darstellung Heinrichs des Stolzen als Stellvertreter der Welfen: Es wird analysiert, wie der Vater Heinrichs des Löwen in der "Gesta" gezielt als Feindbild konstruiert wird, um das Schicksal der Welfen als gottgegebenes Ereignis zu rechtfertigen.

4. Heinrich der Löwe in den Werken Ottos von Freisings und Rahewins: Dieses Hauptkapitel untersucht die konkreten Stellen der Erwähnung Heinrichs des Löwen bei Otto und Rahewin und zeigt dessen Transformation zum kaiserlichen Gefolgsmann auf.

5. Zitate als Stilmittel: Das Kapitel belegt, wie die Autoren durch gezielte Übernahmen aus antiken (Sallust) und biblischen Quellen das Bild eines idealen, gottgewollten Friedensschlusses stützen.

6. Resümee: Die Autorin fasst zusammen, dass das tadellose Bild Heinrichs des Löwen kein Zufall ist, sondern einer bewussten Inszenierung im Rahmen des kaiserlichen Friedensprogramms entspricht.

Schlüsselwörter

Heinrich der Löwe, Otto von Freising, Rahewin, Gesta Friderici I. imperatoris, Chronica sive Historia de duabus civitatibus, Friedrich Barbarossa, Welfen, Staufer, Geschichtsschreibung, Sallust, Bibelzitate, Historiographie, Mittelalter, Friedenspolitik, politische Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Heinrich der Löwe in zwei zentralen mittelalterlichen Geschichtswerken dargestellt wird und warum diese Darstellung von einer anfänglich skeptischen hin zu einer explizit positiven Bewertung wechselt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die politische Ideologie der Geschichtsschreiber Otto von Freising und Rahewin, die Darstellung des staufisch-welfischen Konflikts sowie die Verknüpfung von Historiographie mit religiösen und antiken Referenzen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist der Nachweis, dass das positive Bild Heinrichs des Löwen ein bewusstes rhetorisches Mittel ist, um die Vision von Frieden und göttlicher Ordnung unter Friedrich Barbarossa zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Methode, die Textpassagen auf ihren Wortlaut, ihre Quellenbezüge (Sallust, Bibel) und ihre Einbettung in den zeitgenössischen Kontext der Autoren untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Chronik, der Gesta bei Otto von Freising sowie der Charakterisierungen bei Rahewin, wobei insbesondere auf die Nutzung von Zitaten als Stilmittel eingegangen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschichtsschreibung, Friedenspolitik, staufisch-welfischer Konflikt, Propaganda und die Analyse der Werke von Otto von Freising und Rahewin charakterisiert.

Wie erklärt die Autorin das Fehlen von Konflikten in den Quellen?

Das Verschweigen von Konflikten oder Abwesenheiten Heinrichs des Löwen wird als bewusste Entscheidung interpretiert, um den Eindruck einer einmütigen Friedensordnung unter dem Kaiser nicht zu gefährden.

Welche Bedeutung kommt der Sallust-Rezeption in der Arbeit zu?

Die Autorin zeigt auf, dass Rahewin Sallust-Zitate nutzt, um Heinrich den Löwen mit antiken Tugenden auszustatten und ihn so als idealen, dem Kaiser ebenbürtigen oder ergänzenden Akteur zu stilisieren.

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Details

Title
Heinrich der Löwe in der Darstellung Ottos von Freising und Rahewins
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Geschichte-Mittelalter)
Course
Proseminar: Der staufisch-welfische Konflikt
Grade
sehr gut
Author
musilia mair (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V6129
ISBN (eBook)
9783638137812
Language
German
Tags
Heinrich Löwe Darstellung Ottos Freising Rahewins Proseminar Konflikt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
musilia mair (Author), 2000, Heinrich der Löwe in der Darstellung Ottos von Freising und Rahewins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6129
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