Gliederung
Seite:
1. Einleitung 2
2. Bedeutung der Metapher
2.1. Allgemeine Definition 3
2.2. Funktionsänderung der Metapher 3
2.3. Bedeutungswandel 6
2.4. Bildempfänger und Bildspender 7
2.5. Die kühne Metapher 8
3. Allgemeine Semantik der Metapher
3.1. Kontextdetermination 9
3.2. Determination und Konterdetermination 9
3.3. Lexem- und Morphemmetaphern 10
3.4. Sprachkritik an der Metapher 11
4. Streit um Metaphern 11
4.1. Mikro-Metaphorik 12
4.2. Kontext-Metaphorik 12
4.3. Text-Metaphorik 13
5. Schluss 14
6. Bibliographie 15
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1. Einleitung
Der erste Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich zunächst mit einer synchronen Analyse der Metapherntheorie und wird dann durch eine diachrone Sprachanalyse von Aristoteles und Cicero bis hin zu Stephen Ullmann, George Lakoff, Marc Johnson, Andreas Blank und Harald Weinrich erweitert. Hierbei soll versucht werden, die verschiedenen Metapherntheorien kritisch darzustellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Kapitel auf den Büchern Metaphors we live by von George Lakoff und Marc Johnson und den beiden Werken Einführung in die lexikalische Semantik und Prinzipien des lexikalischen Bedeutungswandels am Beispiel der romanischen Sprachen von Andreas Blank. Diese Werke sind besonders geeignet, da die Autoren nicht nur eigene Theorien vorstellen, sondern auch die Theorien anderer Linguisten kritisch betrachten.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der allgemeinen Semantik der Metapher. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema der Kontextdetermination und somit auch der Determination und Konterdetermination. Ich beziehe mich in diesem Kapitel hauptsächlich auf Harald Weinrich, der sich mit diesem Thema in seinem Buch Sprache in Texten sehr ausführlich auseinandersetzt und auf häufige Streitfragen um die Metaphern in der Alltagssprache eingeht.
Das vierte Kapitel der Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Klassifizierung der Metapher. In diesem Zusammenhang werden drei Analysemethoden vorgestellt, die Harald Weinrich zur Schlichtung der oben genannten Streitfragen vorstellt. Aufgrund des Umfangs der Arbeit, war es leider nicht möglich, näher auf die Theorien von Max Black und auf den Begriff der absoluten Metapher von Hans Blumenberg einzugehen.
Außer der Darstellung der verschiedenen Metapherntheorien war es mir wichtig zu zeigen, dass Metaphern in verschiedenen Sprachbereichen vorkommen. Daher habe ich nicht nur Beispiel aus der Literatur herangezogen, sondern auch Ausschnitte aus Frauenzeitschriften oder Liedtexten.
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2. Bedeutungen der Metapher 2.1. Allgemeine Definition:
Das Wort Metapher stammt aus dem griechischen und bedeutet „Übertragung“, zu metaphére „anderswohin tragen“. Metaphern sind sprachliche Ausdrucksmittel der uneigentlichen Rede. Hierbei wird das eigentlich gemeinte Wort durch ein anderes ersetzt, das eine sachliche oder gedankliche Ähnlichkeit hat oder dieselbe Bildstruktur aufweist. 1
2.2 Funktionsänderung der Metapher:
Bereits in der Antike wurde die Metapher als rhetorisches Mittel verwendet. Sie war zunächst klassischer Gegenstand der Rhetorik, der Historischen Semantik, der Textlinguistik und der Literaturwissenschaft. Von Aristoteles stammt folgende berühmte Definition:
„Metapher ist die Übertragung eines fremden Nomens, entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung oder von einer Art auf eine andere oder gemäß der Analogie.“
Seitdem beschäftigen sich viele Literatur- und Sprachwissenschaftler mit diesem häufig verwendeten sprachlichen Mittel.
In dem essayhaften Buch Metaphors we live by von George Lakoff und Mark Johnson (1980) gelang es den Autoren jedoch zu zeigen, dass die Metapher eben nicht nur eine rhetorische Figur ist, sondern auch Gegenstand der Alltagssprache. „Wir haben dagegen festgestellt, daß die Metapher unser Alltagsleben durchdringt, und zwar nicht nur unsere Sprache, sondern auch unser Denken und Handeln.“ 2 Auch Stephen Ullmann beschreibt die unterschiedlichen Funktionen der Metapher. Zunächst greift er auf die klassische Definition „la métaphore est en dernière analyse une comparaison en raccourci“ 3 zurück, die er dann später durch den Einfluss der modernen Semantik erweitert.
1 Vgl. Brockhaus, Bd. 14, S. 554 f.
2 George Lakoff/ Marc Johnson S.11.
3 Ullmann, Stephen, S.277.
3
„L’étude de la métaphore a été poussée si loin par la rhétorique et la stylistique classiques ainsi que par la sémantique moderne.“ 4
Die These, dass die Metapher nicht nur ein rhetorisches Mittel, sondern auch ein notwendiger Teil der Alltagssprache ist, wird wie es anhand dieser Beispiele gezeigt werden soll also von mehreren Linguisten vertreten. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden unbewusst Metaphern verwendet, wenn für einen bestimmten Gegenstand keine eigentliche Benennung existiert. Sie werden häufig im wissenschaftlichen Bereich für neue Erfindungen gebraucht, z.B. Glühbirne, Atomkern, aber auch zum Ausdruck körperlicher und seelischer Empfindungen greift man gern auf Begriffe wie „oben“ oder „hoch“, die ursprünglich zur Darstellung von räumlichen Beschaffenheiten gebraucht wurden, zurück. George Lakoff und Marc Johnson bezeichnen diese Metaphern als Orientierungsmetaphern „weil die meisten von ihnen mit der Orientierung im Raum zu tun haben“ 5 .
Andreas Blank greift diese These in seinem Buch Einführung in die lexikalische Semantik ebenfalls auf und bestätigt die vorangegangene Feststellung. Durch den Gebrauch eines bereits bekannten Begriffs, wird dem Rezipienten das Verständnis des neu verwendeten Begriffs erleichtert, dem Sprecher wird die Veranschaulichung neuer oder abstrakter Gegenstände vereinfacht, um die Kommunikation möglichst erfolgreich verlaufen zu lassen.
Auch Stephen Ullmann sagt, dass der Mensch sich alle Dinge in einer konkreten Form vorstellt und begründet somit den Gebrauch der Metaphern zur Veranschaulichung abstrakter Gegenstände.
„Du concret à l’abstrait. - L’homme primitif voit tout sous une forme concrète.“ 6 Um die o.g. These von George Lakoff und Marc Johnson zu stützen, dass Metaphern nicht nur rhetorische Figuren sind, die ausschließlich in der Literatur vorkommen, habe ich einige moderne Liedtexte daraufhin untersucht, ob auch bei ihnen Metaphern verwendet werden. Anhand des Refrains des Liedes „Manhattan Kaboul“ von Renaud und Axel Red soll gezeigt werden, dass auch im Bereich der Popmusik Metaphern verwendet werden.
4 Ullmann, Stephen, S.278.
5 George Lakoff/ Marc Johnson S.22.
6 Ullmann, Stephen, S.280.
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Arbeit zitieren:
Anja Krechel, 2003, Die Problematik der Metapher, München, GRIN Verlag GmbH
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