Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
1. Jane Austen- wie sie war 1
2. Jane Austens Leben 2
3. Jane Austens Liebesleben 6
4. Jane Austens Romane
4.1. Publikationen 7
4.2. Eigenschaften und Besonderheiten von Jane Austens
Romanen 9
4.2.1. Das Personal ihrer
Romane 10
4.2.2. Die Handlungsstruktur ihrer Romane 11
5. Erziehung und Charakterbildung 12
6. Jane Austens Erzählstil 13
7. Der Roman Emma (1715) von Jane Austen
7.1. Die Handlung 13
7.2. Die Persönlichkeit der Romanfigur Emma ihre
Charaktereigenschaften und ihre Beziehung zu den
anderen Figuren 15
8. Literaturverzeichnis 18
1. Jane Austen- wie sie war
„Es war das Leben einer Randfigur mit Blick ins Innere der feinen Gesellschaft“, beschreibt Valerie Grosvenor Myer in ihrem Buch Jane Austen-ein Leben die Lebenssituation von Jane Austen. Sie lebte in finanziell unsicheren Verhältnissen als mittellose Frau, die aber mit ihren wohlhabenden Verwandten und Nachbarn verkehrte und dadurch Einblicke in das Leben der wohlhabenden gentry hatte. Jane Austen wurde von ihren Zeitgenossen als überaus hübsch empfunden. Sie soll einen feinen Teint von kräftiger Farbe und rotbraune Locken gehabt haben wie es ein zeitgenössischer Schriftstellerkollege beschrieb.
Von Jane Austen existiert allerdings nur ein Portrait – eine aquarellierte Bleistiftskizze angefertigt von ihrer Schwester Cassandra- welches als authentisch gewertet werden darf, wobei es von ihrer Nichte Anna Lefroy als „hässlich und unähnlich“ bezeichnet wurde.(Grosvenor Myer, Valerie. Jane Austen-ein Leben. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main.1998.)
1869 veröffentlichte Jane Austens Bruder Reverend James-Edward Austen-Leigh die Memoiren seiner Tante Charlotte Maria Beckford, die Jane Austen gekannt hatte. Sie erinnerte sich an die junge Schriftstellerin als kinderlieb, gut erzogen, mit „festem Gang und angenehmer Stimme“. (Grosvenor Myer.1998) Mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Cassandra verband sie eine innige Zuneigung, und auch zu ihrer übrigen Familie pflegte Jane Austen einen emotionalen und engen Kontakt. Jedoch mochte Jane Austen trotz ihrer guten Erziehung Klatsch- und Tratschgeschichten aus ihrem Umfeld und scheute sich auch nicht- zum Entsetzen ihrer Schwester Cassandra- über brisante Themen wie Ehebruch, Geschwisterneid, Mord, Missbildung und Trunksucht zu schreiben. Aus den Briefen an ihre Schwester geht auch Jane Austens Eigenschaft hervor, mit bissigem, schwarzem Humor Ereignisse in ihrer Umgebung zu kommentieren. Beispielhaft hierfür ist ihr
Kommentar über die Totgeburt einer Bekannten: Austen begründete das Unglück damit, „dass der Schock der Mutter durch den Anblick des Ehemannes ausgelöst worden sein muss“. (Grosvenor Myer.1998)
Nach Jane Austens Tod versuchten ihre Verwandten -und anschließend ihre Nachfahren- dieses Bild von ihr zu verfälschen. Sie bestritten, dass der Ton ihrer
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Romane und solche Überlieferungen dem wahren Wesen von Jane Austen entsprächen; dies seien nur „Ausrutscher“ gewesen.
Sie versuchten, Jane als vornehme Dame zu stilisieren und hoben ihre sanften Seiten hervor. Cassandra Austen hatte den Briefwechsel mit ihrer Schwester Jane aufgehoben, unterzog diesem jedoch im Alter einer starken Zensur. Sie verbrannte einige Briefe oder schnitt einige Passagen heraus. (Grosvenor Myer. 1998) Jane Austen war eine eifrige Zeitungsleserin und unterhielt politische Korrespondenzen, mit denen sie die Tagespolitik diskutierte. Dieser Punkt ist besonders wichtig aufzuführen, da Jane Austen oft als Schriftstellerin vorgeworfen wurde und wird, dass ihre Romane nur die Lebenswelt, in der sie selbst lebte, wieder spiegeln und auch keine politischen Themen behandeln, ihr Horizont also entsprechend eingeschränkt gewesen sein muss.
2. Jane Austens Leben
Jane Austen wurde als siebtes Kind des Pfarrers George Austen und seiner Frau Cassandra am 17. Dezember 1775 in Steventon, Hampshire, geboren. In der Zeit von 1787 bis 1793 verfasste sie schon als Kind kleine Romane, Skizzen und Miniaturdramen, die sie in drei Bänden zusammenfasste und „Juvenilia“ nannte. Sie bestanden aus neunundzwanzig Texten und waren zum Vorlesen im Kreise der Familie gedacht.
Jane Austen wurde von ihrem Vater zusammen mit ihren Geschwistern und seinen Hausschülern zusammen unterrichtet. Jane Austen ging nur zwei Jahre lang auf eine
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öffentliche Schule. Als Cassandra mit neun Jahren nach Oxford auf College ging, war Jane so krank vor Sehnsucht nach ihrer Schwester, dass sie ihr folgen durfte. „Würde Cassandra der Kopf abgehackt, Jane ließe ihn sich auch abhacken“, erklärte ihre Mutter. (Le Faye, Deirdre. Jane Austen und ihre Zeit. Nicolaische Verlagsbuchhandlung. Berlin. 2002.)
In Oxford wurden sie aber nicht glücklich und litten unter starkem Heimweh. Nachdem Jane Austen und ihre Schwester an Faulfieber erkrankten, kehrten sie wieder nach Steventon zurück.
Dort lebte Jane Austen mit ihrer Schwester Cassandra und ihren Eltern bis 1801. Jane Austens Vater war zu diesem Zeitpunkt an die siebzig Jahre alt und wollte in Pension gehen und seine Pfarrstelle an seinen Sohn James zu übertragen. Jane Austen war über den Verlust ihres geliebten Elternhauses geschockt und soll sogar in Ohmacht gefallen sein. (Grosvenor Myer. 1998)
Jane und Cassandra waren zu diesem Zeitpunkt fünfundzwanzig, beziehungsweise achtundzwanzig Jahre alt, unverheiratet und somit abhängig von ihren Eltern. Als diese beschlossen, ihren Ruhestand in Bath zu verleben, waren die Schwestern gezwungen mit zuziehen. Bath war ein Ort für Ruheständler und Alleinstehende, und wie ein ortsansässiger Schriftsteller ungalant erwähnte für besonders „überalterte Personen weiblichen Geschlechts“. (Maletzke, Elsemarie. Jane Austen. Eine Biographie. Schöffling Verlag. Frankfurt am Main.1997.)
Die Familie Austen kam zunächst bei ihren Verwandten, den Ligh-Perrots, unter, um sich in Ruhe ein angemessenes Haus in Bath zu suchen. Schließlich fanden die Austens ein gemütliches Heim am Stadtrand, welches Jane als „wirklich wunderschön“ bezeichnete.
1805 erlitt Jane Austen einen bitteren Schicksalsschlag: Ihr Vater George Austen verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von drei-undsiebzig Jahren. Seine Frau musste nun ohne sein Einkommen leben und bekam lediglich hundertvierzig Pfund im Jahr. Cassandra bekam Zinsen aus einem Legat, während Jane ohne Einkommen oder Erspartes völlig abhängig von ihren Verwandten war. Ihr Bruder Edward, der zur Lebzeit seines Vaters die Familie nicht unterstützt hatte, bot an, hundert Pfund an die drei Frauen zu überweisen. Somit mussten die Austen-Frauen mit insgesamt vierhundert Pfund im Jahr auskommen und ihren Lebensstil drastisch einschränken. Sie zogen in eine kleine Wohnung mit nur einer Bediensteten und Jane Austen schrieb ihrer Schwester Cassandra, die Freunden in Ibthorbe eine längeren Besuch
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Nicole Hahn, 2005, Jane Austen - ihr Leben, ihre Romane, Munich, GRIN Publishing GmbH
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