Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 4
2. Interkulturelle Erziehung 5
2.1. Was ist interkulturelle Erziehung 5
2.2. Interkulturelle Erziehung in der Unterrichtseinheit Wie Kinder in
Afrika leben 6
3. Über die Andersartigkeit der afrikanischen Kultur 7
3.1. Wie leben Kinder in Afrika 7
3.2. Welche Aspekte der afrikanischen Kultur sind für die Schülerinnen und
Schüler besonders wichtig 7
4. Situation der Schülerinnen und Schüler vor der Unterrichtseinheit Wie Kin-
der in Afrika leben 8
4.1. Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zum Leben in Afrika 9
4.2. Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu fremden Kulturen 9
5. Verlauf und Reflexion der Unterrichtseinheit Wie Kinder in Afrika leben 12
5.1. Vorbemerkungen 12
5.2. Die Einführungsstunde 13
5.3. Ein Land in Afrika: Senegal 14
5.3.1. Beschreibung dieses Themas 14
5.3.2. Reflexion 14
5.4. Die Schule in Afrika 15
5.4.1. Beschreibung dieses Themas 15
5.4.2. Reflexion 15
5.5. Das Essen in Afrika 16
5.5.1. Beschreibung dieses Themas 16
5.5.2. Reflexion 16
5.6. Spielsachen in Afrika 17
5.6.1. Beschreibung dieses Themas 17
5.6.2. Reflexion 17
2
5.7. Probleme der Menschen in Afrika 18
5.7.1. Die Wüste dehnt sich aus 18
5.7.1.1. Beschreibung dieses Themas 18
5.7.1.2. Reflexion 18
5.7.2. Das Problem des Wassers 18
5.7.2.1. Beschreibung dieses Themas 18
5.7.2.2. Reflexion 19
5.8. Kunst in Afrika 20
5.8.1. Beschreibung dieses Themas 20
5.8.2. Reflexion 20
5.9. Musik in Afrika 21
5.9.1. Beschreibung dieses Themas 21
5.9.2. Reflexion 21
5.10. Eine Stadt in Senegal: St Louis 22
5.10.1. Beschreibung dieses Themas 22
5.10.2. Reflexion 22
5.11. Tiere in Afrika 23
5.11.1. Beschreibung dieses Themas 23
5.11.2. Reflexion 23
6. Abschließende Gedanken 24
7. Literaturangaben 25
8. Anhang 26
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1. Einleitung
„Kinder sensibilisieren für die Andersartigkeit der afrikanischen Kultur“ – das war ein wich- tiges Ziel, welches in der Klasse 4 drei Wochen lang verfolgt wurde. Intensiv haben sich die Schülerinnen und Schüler mit der fremden Kultur auseinandergesetzt und erfahren, „wie Kin- der in Afrika leben“. So hieß die Unterrichtseinheit, welche als eine der ersten am Schuljah- resbeginn behandelt wurde.
Die grundlegende Idee dieser Unterrichtseinheit war, dass die Schülerinnen und Schüler am Beispiel eines afrikanischen Mädchens aus dem Buch „Aminatas Entdeckung“ 1 die Andersar- tigkeit von fremden Kulturen entdecken, in diese hineintauchen, sich in vielfältiger Weise mit allen Sinnen mit ihr auseinandersetzen und sie „am eigenen Körper“ erfahren. Schülerinnen und Schüler sollten diese fremde Kultur nicht nur kennen lernen, sondern in besonderer Weise durch diese zahlreichen Erfahrungen für sie sensibilisiert werden. Um dies zu erreichen, wur- de die Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“ nicht nur von der sachkundlicher, sondern auch von der musischen und ästhetischen Seite betrachtet. Somit konnten die Schüle- rinnen und Schüler das Leben von afrikanischen Kindern ganzheitlich, angefangen beim Es- sen über die Schule bis hin zu Spielsachen und Musik, kennen lernen.
In dieser Arbeit soll der Weg beschrieben werden, wie die Schülerinnen und Schüler durch die Behandlung der Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“ nach und nach die An- dersartigkeit der afrikanischen Kultur erkennen und dafür sensibilisiert werden. Dieser Weg ist jedoch nicht das einzig Wichtige. Um zu erkennen, ob die Schülerinnen und Schüler tat- sächlich auch sensibilisiert wurden, musste vor der Unterrichtseinheit die Situation, d.h. das Vorwissen und die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu fremden Kulturen ermittelt werden. Zudem musste man sich vor der Unterrichtseinheit überlegen, welche Aspekte der afrikanischen Kultur es gibt und welche für die Schülerinnen und Schüler überhaupt wichtig sind. Schließlich steht auch die interkulturelle Erziehung im engen Zusammenhang mit der Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“. Diese soll in dieser Arbeit ebenfalls be- schrieben und dahin beleuchtet werden, in wie weit sie für diese Unterrichtseinheit bedeutsam ist.
1 Bulang-Lörcher, M., Große-Oetringhaus, H.: Aminatas Entdeckung
4
2. Interkulturelle Erziehung
2.1. Was ist interkulturelle Erziehung?
Interkulturelle Erziehung ist ein wichtiger Bestandteil des Mensch, Natur und Kultur – Unter- richts. Sie ist „die Erziehung zur internationalen Verständigung vor der eigenen Haustür“ 2 . Schülerinnen und Schüler erwerben interkulturelle Kompetenz, um sich in der internationaler werdenden Welt zurechtzufinden. Im Gegensatz zur Ausländerpädagogik, dem Vorläufer der interkulturellen Erziehung, welche nur an Migrantenkinder gerichtet war, wendet sich die interkulturelle Erziehung an alle Schülerinnen und Schüler.
Interkulturelle Erziehung hat in der Schule einen bedeutenden Stellenwert. Gerade weil Schü- ler mit Migrationshintergrund oft als Kinder mit Schwierigkeiten und Problemen erscheinen. Zudem gehören ethnische und religiöse Konflikte zu den größten globalen und nationalen Problemen. Das Leben in unserer multikulturellen Gesellschaft ist durch interkulturelle Situa- tionen geprägt. Somit darf die Entwicklung von Bildungsinhalten nicht ohne Bezug zu dieser Lebenswelt erfolgen. Die interkulturelle Erziehung weiß auch, dass die Kulturen, die bei uns zusammenleben, gleichwertig sind und dass somit „interkulturell“ auch die bewusste Gleich- behandlung und Wertschätzung aller Schülerinnen und Schüler bedeutet.
Bei der interkulturellen Erziehung steht das gemeinsame von- und miteinander Lernen im Vordergrund. Fremde Kulturen sollen erfahren und kennen gelernt werden. Erfahrungen wer- den ausgetauscht und die Kinder erleben eine kulturelle Bereicherung. Dabei lernen die Schü- lerinnen und Schüler, dass Differenzen nichts anderes sind als die menschliche Vielfalt. Un- terschiede und Gemeinsamkeiten bei Mitmenschen werden wahrgenommen. Die Kinder ent- wickeln Neugier, Offenheit und Verständnis für Fremdes, sie entwickeln Verständnis und Toleranz gegenüber dem Anderssein und lernen die Verschiedenartigkeit zu respektieren. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie selbst Mitglieder unterschiedlicher Gruppen sind. Auch Klischees, Vorurteile und Diskriminierungen werden überprüft, reflektiert und die Bedeutung und die Auswirkungen näher beleuchtet. Ursachen, Hintergründe und Folgen von Fremdenfeindlichkeit und Ungleichheit werden erarbeitet. Interkulturelle Erziehung will die Grundlage schaffen für einen partnerschaftlichen und respektvollen Umgang mit Unterschie- den aller Art. Sie beabsichtigt die Integration von ausländischen Kindern, will aber auch die soziale und kulturelle Eigenständigkeit dieser Kinder fördern und einbeziehen, und verhilft ihnen zu gleichen Abschlüssen und Chancen wie deutschen Kindern. 3
2 Berger, H.: Die Welt vor meiner Haustür - Kinder erforschen ihre Umgebung, S.1
3 Grundschule, Heft 9, September 2002, S.44 ff.
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2.2. Interkulturelle Erziehung in der Unterrichtseinheit „Wie Kinder in
Afrika leben“
Natürlich gehört die Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“ zur interkulturellen Er- ziehung. Doch wird sie nicht allen Forderungen und Zielen, welche die interkulturelle Erzie- hung verwirklichen möchte, gerecht. Wie viele andere kann sich diese Unterrichtseinheit nur an einigen Zielen orientieren. Das Hauptanliegen dieser Unterrichtseinheit ist, wie bereits erwähnt, die Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die Andersartigkeit der afrika- nischen Kultur. Die Schülerinnen und Schüler sollen also am Beispiel von Afrika kennen und verstehen lernen, wie Kinder in anderen Ländern leben. Neben dem Kennen lernen, Hinein- tauchen, Ausprobieren und Auseinandersetzen mit dieser Kultur sollen die Schülerinnen und Schüler angeleitet werden, interessiert, neugierig und vorurteilsfrei mit Menschen aus anderen Kulturen umzugehen. Sie sollen hellhöriger und bewusster wahrnehmend allem Fremden ge- genüber werden und erkennen, dass es viele andere Möglichkeiten zu leben gibt, die genau so interessant und gleichwertig nebeneinander existieren. Die Kinder begegnen einer ganz ande- ren Lebensform, setzen sich damit auseinander und lernen auch fremde Kulturen wahr und ernst zu nehmen. Sie lernen die Andersartigkeit kennen, zu verstehen und zu respektieren. Schülerinnen und Schüler werden auch dazu angeregt, die eigene Lebensweise zu überdenken und diese mit dem afrikanischen Leben zu vergleichen. Der eigene Standpunkt wird reflek- tiert, kritisch überprüft und ein Verständnis für andere Standpunkte entwickelt. Die Schüle- rinnen und Schüler entdecken, dass nicht alle Kinder auf der Welt so leben wie sie. Fremdlän- dische Menschen müssen oftmals anders leben, da es in ihrem Land aus vielfältigen Gründen anders gar nicht möglich ist. Die Kinder erfahren aber auch, dass die verschiedenen Lebens- formen und Kulturen nicht nur Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten haben. Durch diese Einsichten werden die Schülerinnen und Schülern für die Andersartigkeit der afrikani- schen bzw. der fremden Kultur sensibel gemacht, zum verständnisvollen Miteinander und Achtung voreinander angeleitet und somit einige der Absichten der interkulturellen Erziehung in der Praxis ein Stück weit umgesetzt .
6
3. Über die Andersartigkeit der afrikanischen Kultur
3.1. Wie leben Kinder in Afrika?
Das Leben der Kinder ist geprägt durch die afrikanische Kunst und Kultur. Dazu gehört vor allem die dörfliche Architektur, das vielfältige Kunsthandwerk und Musiktradition. Kinder in Afrika leben in Großfamilien. Familien mit mehr als zehn Kindern sind keine Seltenheit. Vie- le afrikanische Länder (u.a. Senegal) sind in erster Linie ein Agrarland. Der größte Teil der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Davon sind auch die afrikanischen Kinder betrof- fen, welche auf dem Feld mitarbeiten. In manchen Gegenden müssen sogar alle Hauptnah- rungsmittel selbst angebaut und weiterverarbeitet werden. Wasser gibt es nur aus dem Brun- nen. Holz für Feuer wird im Wald gesammelt.
Einige Kinder haben es nicht so gut. Vor allem wenn die Väter in die Städte abwandern, um nach besseren Verdiensten zu suchen. Manchmal werden auch die Kinder vertrieben. Sie müssen dann auf der Straße Erdnüsse, Orangen oder Fisch verkaufen, denn die Familie braucht das Geld. Die Straßen sind voll von diesen Kindern: Verkäufer, Waisen, Vertriebene. Auch heute noch müssen kleine Kinder als Arbeitssklaven dienen.
1/3 der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Zeit und Geld für eine Schule bleibt nicht. Obwohl die Grundschule offiziell kostenlos ist, bezahlt werden müssen dennoch Schulgebüh- ren, Gelder für Schuluniformen, Bücher, Hefte und Stifte. Oft können nur Jungen oder nur Kinder aus höheren Schichten die Schule besuchen. Die Mädchen müssen im Haushalt helfen. Durch Probleme wie Armut, Wassermangel und Krankheiten wird das ganze Leben noch mehr erschwert. Auch die Ungleichheit zwischen den Menschen ist deutlich zu spüren. Für jede Hautfarbe gelten andere Regeln und Gesetze. Die Kluft zwischen den meist armen Ein- heimischen und den meist reichen ausländischen Einwohnern ist besonders groß. 4
4 Cobbinah, J.: Senegal – Gambia, S. 47 ff.
Rehrl, A.: Die Diamanten Kinder – Zwischen Sklaverei, Gewalt und Hoffnung, S. 31 ff.
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3.2. Welche Aspekte der afrikanischen Kultur sind für die Schülerinnen und
Schüler besonders wichtig?
Besonders wichtige Aspekte der afrikanischen Kultur für die Schülerinnen und Schüler sind die alltäglichen Aspekte. Das bedeutet alles was zum Leben der Kinder gehört. Die schönen und notwendigen Dinge (Essen, Spielen, in die Schule gehen), aber auch die Probleme. Berei- chert werden diese Aspekte durch die Kunst und Musik, da diese zwei Aspekte genau so ein Teil des alltäglichen Lebens von afrikanischen Kindern sind. Diese Aspekte sind für die Schü- lerinnen und Schüler von besonderer Bedeutung, da sie so den Tagesablauf von fremdländi- schen Kindern kennen lernen und somit auch für andere Lebensweisen sensibilisiert werden. Die Schüler können durch den leichten Vergleich mit dem eigenen Leben Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen. Dadurch können sie auch den Standpunkt wechseln und die ei- gene Lebensweise überdenken. Zudem gewinnen sie mehr Vertrauen in das Fremdartige und begreifen, dass es sich einfach nur um eine andere aber gleichwertige Lebensart handelt. Die Kinder lernen somit nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft einen vertrau- ensvollen Umgang mit Fremdem. Somit können einige wichtige Anliegen der interkulturellen Erziehung verwirklicht werden. Die genannten Aspekte lassen zudem praktisches Handeln (Spielsachen bauen, Mehl herstellen, Wassertragen) zu, welches zu nachhaltigem Lernen so- wie zum besseren Verständnis führt. Das gesamte Thema wird somit für die Schülerinnen und Schüler zugänglicher. Auch der Bildungsplan schlägt inhaltlich vor, dass sich die Schülerin- nen und Schüler mit dem Leben eines Kindes beschäftigen sollen. Dazu gehören u.a. der All- tag, die Familie, das Wohnen, die Schule und das Spiel. 5 Weiter auch künstlerische Leistun- gen, die Musik, die Esskultur und Bekleidung anderer Kulturen. 6
5 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Bildungsplan für die Grundschule 1994, S. 196
6 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Bildungsplan 2004 Grundschule, S.105
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4. Situation der Schülerinnen und Schüler vor der
Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“
Um zu erfahren, ob das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit, nämlich Kinder für die Andersar- tigkeit der afrikanischen Kultur zu sensibilisieren, erricht wurde, ist es wichtig die Situation der Schülerinnen und Schüler vor dem Beginn der Unterrichtseinheit festzuhalten. Die Situa- tion der Schülerinnen und Schüler gliedert sich in zwei Ebenen. Die sachliche Ebene beinhal- tet das Vorwissen der Kinder zu diesem Thema. Zur emotionalen Ebene, welche die wichtige- re im Hinblick auf das Hauptziel ist, gehören die Einstellungen der Kinder zu fremden Kultu- ren. Vor Beginn der Unterrichtseinheit wurde ein erster Fragebogen A eingesetzt, welcher das Vorwissen und die Einstellungen zu fremden Kulturen ermittelt hat. Das Vorwissen der Schü- lerinnen und Schüler speziell zum Land Afrika wurde in der Einführungsstunde durch freies Schreiben festgestellt. Zusätzlich konnten die Kinder Fragen aufschreiben, welche sie zum Leben in Afrika hatten. Diese sind immer wieder in den Unterricht eingeflossen und wurden im Laufe der Unterrichtseinheit beantwortet. Die Aussagen des abschließenden Fragebogens
B werden in der Reflexion der einzelnen Unterrichtsstunden immer wieder miteinbezogen.
4.1. Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zum Leben in Afrika
Das Vorwissen der Kinder zum Leben in Afrika war von Schüler zu Schüler unterschiedlich. Das beim freien Schreiben ermittelte Vorwissen ließ sich ganz unterschiedlichen Bereichen zuordnen. Es beinhaltete geografische („Afrika liegt am Äquator, Afrika ist ein Kontinent“), geschichtliche („Bürgerkriege, erste Menschen waren aus Afrika“) und archäologische („das älteste Skelett wurde in Afrika gefunden“) Aspekte. Zudem wurden afrikanische Menschen („dunkelhäutig, leicht bekleidet, Schmuck“) beschrieben. Die Vegetation („Wüsten, Sahara“), das Klima („heißer Kontinent“) und die in Afrika lebende Tiere („Krokodile, Kamele, Dro- medare, Sträuße“) wurden teilweise benannt. Es handelte sich eher um isolierte Wörter, wel- che die Schülerinnen und Schüler mit Afrika assoziierten. Die Lebensweise von afrikanischen Menschen wurde fast gar nicht angesprochen („kleine Häuser“), wobei die Probleme der Menschen („Wassermangel, Nahrungsmangel, Krankheiten, Armut“) durchaus von einigen Kindern benannt wurden. Auf die Frage im Fragebogen nach den Problemen dieser Menschen fanden die Kinder noch mehr Antworten: „kein Zuhause, Naturkatastrophen, schlechte medi- zinische Versorgung, Krieg, Sorgen um die eigenen Kinder“.
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4.2. Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu fremden Kulturen
Die Einstellungen der Kinder zu fremden Kulturen sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Es gibt Schülerinnen und Schüler, welche bereits Lebensformen, Besonderheiten oder Feste anderer Kulturen durch Bekanntschaften kennen gelernt haben. So haben einige deutsche Kinder bei- spielsweise Verwandte oder Bekannte in Amerika, Kroatien, Österreich oder Brasilien. Auch Freunde, mit welchen die Kinder nachmittags spielen, kommen aus verschiedenen Ländern wie Italien, Türkei, Griechenland, Polen, Kroatien und Russland. Andere Schülerinnen und Schüler sind dagegen noch gar nicht mit fremden Kulturen in Kontakt gekommen. Diese Kin- der (1/3 der Klasse) geben auch an, keine ausländischen Freunde zu haben. Sie spielen nur mit deutschen Kindern. Wieder andere Schülerinnen und Schüler, solche mit ausländischer Her- kunft, haben wiederum ganz eigene Erfahrungen zu fremden Kulturen. Sie erleben eine eige- ne Kultur, welche sich mehr oder weniger von der deutschen unterscheidet. Allerdings ist der Anteil an Kindern mit ausländischer Herkunft in dieser Klasse ziemlich klein. Dazu zählen nur ein türkisches und ein russisches Mädchen, sowie ein Junge kroatischer Herkunft. Die meisten Schülerinnen und Schüler (3/4 der Klasse) sind der Meinung, dass ausländische Kinder anders sind als deutsche. Dazu gehören die Hautfarbe, die Sprache, das Essen, die Spielsachen, die Regeln, der Glaube und die Kleider. Fast alle sind der Ansicht, dass auslän- dische Kinder anders leben als deutsche Kinder. Die Schülerinnen und Schüler erkennen je- doch auch die Gemeinsamkeiten. „Alle Kinder brauchen Freundschaft, Liebe und eine Fami- lie. Alles sind Kinder mit Händen und Füßen. Alle müssen atmen und essen und alle haben einen Namen. Auch ausländische Kinder spielen gerne und können genau so gut lernen.“ 3/4 der Klasse findet es gut, dass in die Schule auch ausländische Schüler kommen. Ein Kind sagt, „sonst würden wir nie herausfinden wie sie sind“. Zudem finden die Schülerinnen und Schüler gut, dass ausländische Menschen in Deutschland leben, weil sie die ausländischen Spezialitäten essen und Neues (Sprache, Land und Leute) kennen lernen können. Die Kinder finden auch, dass viele ausländische Menschen sehr nett und hilfsbereit sind. Zudem bekom- men viele ausländische Menschen durch das Wohnen in Deutschland einen besseren Lebens- standard.
Mehr als 1/4 der Kinder, sind der Meinung, dass es gar keine Schwierigkeiten gibt, wenn aus- ländische Menschen in Deutschland wohnen. Vielen Schülerinnen und Schülern ist jedoch bewusst, dass es auch Probleme geben kann. Hier werden Sprachprobleme, die Ausländer- feindlichkeit, der Streit wegen der Religion, die Abschiebung, das Randalieren, die Brutalität, andere Regeln, große Zahl von Ausländern in Deutschland und die Tatsache, dass sie Arbeits- plätze wegnehmen, genannt.
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Die Frage, ob Kinder an fremden Ländern und Kulturen interessiert sind, wird nur dreimal mit „Nein“ beantwortet. Auch nur ein einziger Junge hat Angst vor dunkelhäutigen Menschen. Somit kann man sagen, dass Neugierde, Interesse und Offenheit gegenüber fremden Kulturen durchaus vorhanden ist. Auch die Erkenntnis, dass ausländische Kinder anders sind und an- ders leben, bedarf der Klärung dieser Andersartigkeit. Was die Schülerinnen und Schüler be- sonders interessiert sind die Lebensweise ausländischer Kinder (wie sie leben, was sie essen, was sie in der Freizeit machen), die Probleme und Sorgen, die Traditionen fremder Kulturen, sowie das Herkunftsland. In diesen Bereichen zeigen die Kinder auch kein ausgeprägtes Vor- wissen.
Die Schülerinnen und Schüler wissen zwar viel, doch es handelt sich meist nur um Einzelas- pekte und um isoliertes Wissen. Das Ziel dieser Unterrichtseinheit soll deshalb sein: Zusam- menhänge zu schaffen und den Kindern ein Bild zu vermitteln vom Leben eines afrikanischen Kindes.
Außerdem ist das Problem hinsichtlich dieser Thematik nicht primär die Wissensvermittlung, sondern die Sensibilisierung für dieses Thema - gleiches gilt für den gesamten Bereich der interkulturellen Erziehung - da einige Kinder durch den Einfluss ihres Elternhauses oder auch Gleichaltriger allem Fremden ablehnend, unsicher oder verängstigt gegenüberstehen. Deshalb wurde die Sensibilisierung für die Andersartigkeit der afrikanischen Kultur auch zum Haupt- anliegen dieser Unterrichtseinheit.
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5. Verlauf und Reflexion der Unterrichtseinheit
„Wie Kinder in Afrika leben“
5.1. Vorbemerkungen
Die Unterrichtseinheit „Wie Kinder in Afrika leben“ dauerte ca. drei Wochen. Jede Woche standen sechs Stunden des Mensch, Natur und Kultur – Unterrichts zu Verfügung. Jedes ein- zelne Thema, wie Nahrung, Essen oder Schule, wurde in ein bis zwei Schulstunden behandelt. Für die Ermittlung des Vorwissens, sowie der Einstellungen vor und nach der Unterrichtsein- heit wurden insgesamt ungefähr zwei Schulstunden gebraucht.
Die gesamte Unterrichtseinheit war gebunden an das Kinderbuch „Aminatas Entdeckung“. Dieses handelt von dem Mädchen Aminata, welches in einem kleinen Dorf in Senegal lebt. Exemplarisch am Beispiel dieses Kindes wurden das Familienleben, der Tagesablauf, die Freuden und Sorgen von Kindern und Eltern in Afrika beschrieben.
Zu Beginn jedes neuen Themas wurde ein Stück des Buches vorgelesen bzw. erzählt. Die Schülerinnen und Schüler saßen meist im Sitzkreis und betrachteten beim Zuhören große Bil- der in der Kreismitte. Je nach dem was im Buch gerade beschrieben wurde oder passiert war, knüpften die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Lehrerin an diese Themen an, er- arbeiteten und vertieften diese.
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Quote paper:
Simone Effenberk, 2006, Kinder sensibilisieren für die Andersartigkeit der afrikanischen Kultur, aufgezeigt am Unterricht in meiner 4. Klasse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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