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Bildungsreform in Preußen

Title: Bildungsreform in Preußen

Term Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Robert Richter (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die Aufgabenstellung dieser Arbeit ist eine zweifache. Einerseits gilt es, die Politik der preußischen Bildungsreformer nachzuzeichnen. Dabei wird konkret auf eine bestimmte Phase der Reformzeit rekurriert, auf die kurze nur wenige Monate in den Jahren 1808 und 1809 umfassende Amtszeit Wilhelms von Humboldt als Chef der gerade neu geschaffenen Sektion Kultur und Bildung innerhalb der preußischen Reformregierung.
Zweitens wird es darum gehen, eine bestimmte Quelle, die von der Hand Humboldts stammt kritisch zu analysieren.
Der Aufbau der Arbeit ist mit dieser Zielstellung bereits vorgezeichnet. Im ersten Teil wird es darum gehen, die Situation zu schildern, mit der es der erste Kultusminister im preußischen Staat zu tun hatte. Es wird zu zeigen sein, wie sich das Schulsystem, oder besser die äußerst differenzierten Schulsysteme, darstellten, als der Reformer sein Amt antrat. Jedoch ist es nicht damit getan den zeitgenössischen Ist-Zustand zu referieren. Ebenfalls im ersten, auf die Quellenkritik vorbereitenden Abschnitt, wird darauf eingegangen werden, wie Humboldt den Soll-Zustand konzipiert hat. Seine Zielvorstellungen, so wie sie in den von ihm verfaßten bildungsphilosophischen Texten zutage treten, gilt es daher zusammenzufassen und dem Ist-Zustand kritisch gegenüber zustellen. Wenn es darum geht, die Ziele Humboldts kritisch zu würdigen, kann es aber nicht ausreichend sein, ausschließlich seine Idealvorstellungen darzustellen. Humboldt war ja nur ein Akteur innerhalb einer großen Gruppe von Reformern mit durchaus unterschiedlichen Zielvorstellungen. Zudem plante Humboldt ja, wie zu zeigen sein wird, einschneidende Eingriffe in Strukturen, die über lange Zeit hinweg bestand hatten, offene Widerstände oder zumindest Resistenzen, die von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen ausgingen, waren da mit Sicherheit zu erwarten. D.h. es wird nötig sein, an dieser Stelle auch zu darzulegen, mit welchen gegenläufigen politischen Programmen es Humboldt zu tun hatte, bzw. welche regierungsfernen gesellschaftlichen Gruppen, er in Rechnung zu stellen hatte, wenn er seine Vorstellungen in praktische Politik umsetzen wollte. Es stellt sich hier die Frage, inwiefern er zu Kompromissen gezwungen war, und welche Interessen er - ob tatsächlich oder nur scheinbar - zu wahren gezwungen war, wollte er zumindest Teile seiner Vorstellungen durchsetzen.
Schließlich wird dann die Quelle bearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation: Das preußische Schulwesen zum Ausgang des 18. Jahrhunderts

2.1. Absolutistische Schulpolitik

2.1.1. Das Landschulwesen und die allgemeine Schulpflicht

2.1.2. Das Oberschulkollegium: Die zaghaften Anfänge der Reform

2.2. Das ständische Schulwesen am Ende des 18. Jahrhunderts

2.2.1. Die Elementarschulen

2.2.2. Die Realschulen

2.2.3. Gelehrtenschulen und Gymnasien

3. Die reformerischen Zielsetzungen Wilhelms von Humboldt

3.1. Die Bildungsreform als Teil der preußischen Reformbewegung

3.2. „Allgemeine Menschenbildung“: W. von Humboldts Schulreformen und Menschenbild

4. Quellenkritik

4.1. Einordnung der Quelle

4.2. Inhaltliche Analyse

4.2.1. Der Königsberger Schulplan

4.2.2. Der Litauische Schulplan

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das zweifache Ziel, die preußische Bildungspolitik während der Amtszeit Wilhelms von Humboldt (1808-1809) zu untersuchen und zwei zentrale bildungspolitische Texte Humboldts – den Königsberger Schulplan sowie den litauischen Schulplan – einer kritischen Quellenanalyse zu unterziehen.

  • Analyse der bildungspolitischen Reformphase unter Wilhelm von Humboldt.
  • Gegenüberstellung des preußischen Schulwesens vor der Reformära mit Humboldts Idealvorstellungen.
  • Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen und Widerstände bei der Umsetzung von Humboldts Reformen.
  • Kritische Würdigung der Konzepte zur "allgemeinen Menschenbildung" und der Abgrenzung von Berufsausbildung.
  • Quellenkritische Einordnung der Humboldtschen Schulpläne im Kontext der administrativen Verwaltung.

Auszug aus dem Buch

3.2. „Allgemeine Menschenbildung“: W. von Humboldts Schulreformen und Menschenbild

Der Neuhumanist Wilhelm von Humboldt gilt als bedeutendster Bildungsreformer des preußischen Schulwesens im 19. Jahrhundert sowie als Vertreter der formalen Bildung. So reformierte er sowohl temporeich als auch umsichtig Lehrpläne, Lehrerausbildung und Prüfungswesen an Elementar- und Volksschulen, Höheren Schulen und die Universität. In seinen umfangreichen Schriften betonte er immer wieder mit Nachdruck seine Hochschätzung von Bildung für ein menschenwürdiges Leben.

So basierte Humboldts Grundkonzeption auf dem neuhumanistischen Ideal einer zweckfreien „allgemeinen“ Bildung, die die geistigen Kräfte anregen soll. Humboldt ging es vor allem darum, die Menschen formal zu bilden, so dass diese entsprechend ihrer Kräfte, alle Lebenssituationen problemlos und sogar erfolgreich zu bewältigen in der Lage sind.

Aus diesem Grund forderte Humboldt, dass alle Schulformen auf die allgemeine Menschenbildung ausgerichtet sein sollten. Es war Humboldt ein Anliegen, die Persönlichkeits- sowie die Individualitätsausbildung des Einzelnen zu fördern. Zudem sollte Bildung unabhängig von Stand und Klasse sein und jedem zugänglich gemacht werden: „Die Organisation der Schule bekümmert sich (…) um keine Kaste, kein einziges Gewerbe, allein auch nicht um die gelehrte [Kaste]“. Somit tritt Humboldt auch für die strikte Trennung zwischen Schulbildung und Berufsausbildung ein, wobei er der Schule die Aufgabe zuweist, den Bildungsprozess des Menschen einzuleiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die preußische Bildungspolitik unter Humboldt nachzuzeichnen und seine zentralen Quellendokumente kritisch zu analysieren.

2. Die Situation: Das preußische Schulwesen zum Ausgang des 18. Jahrhunderts: Dieses Kapitel beschreibt das marode, ständisch geprägte preußische Schulwesen vor der Reformära und die Versuche des Staates, durch absolutistische Schulpolitik mehr Kontrolle über das Bildungswesen zu erlangen.

3. Die reformerischen Zielsetzungen Wilhelms von Humboldt: Das Kapitel erläutert Humboldts neuhumanistisches Ideal der zweckfreien "allgemeinen Menschenbildung" und seine Forderung nach einer strikten Trennung von allgemeiner Schulbildung und beruflicher Spezialisierung.

4. Quellenkritik: Hier erfolgt die quellenkritische Untersuchung des Königsberger und des litauischen Schulplans, wobei deren Entstehungsbedingungen, der politische Kontext und Humboldts Absichten hinterfragt werden.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, wie das Bildungswesen im 19. Jahrhundert zu einem Instrument der staatlichen Modernisierung und Disziplinierung wurde, während Humboldts neuhumanistische Ansätze den Anspruch auf eine breitere Bildung für alle Menschen verankerten.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Humboldt, preußische Bildungsreform, allgemeine Menschenbildung, Schulwesen, neuhumanistisches Ideal, Quellenkritik, Königsberger Schulplan, litauischer Schulplan, Schulpolitik, Volksschule, Elementarunterricht, Berufsausbildung, Staatsbildung, preußische Reformbewegung, Bildungsverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die preußische Bildungsreform unter Wilhelm von Humboldt in den Jahren 1808 und 1809 sowie die theoretischen Ansätze, die seinen in diesen Jahren verfassten Schulplänen zugrunde lagen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Situation des preußischen Schulwesens am Ende des 18. Jahrhunderts, die pädagogischen Reformkonzepte Humboldts, die Rolle der Bildung als Instrument staatlicher Modernisierung und die quellenkritische Auseinandersetzung mit seinen Plänen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der preußischen Bildungspolitik der Reformära sowie die kritische Analyse der von Humboldt verfassten Dokumente hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit und ihrer theoretischen Grundlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um sowohl den gesellschaftlichen Kontext der damaligen Schulpolitik zu erfassen als auch die spezifischen bildungsphilosophischen Texte Humboldts einer quellenkritischen Würdigung zu unterziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst das ständisch geprägte Schulwesen vor der Reformära analysiert, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung der Humboldtschen Ideale ("allgemeine Menschenbildung") und der kritischen Prüfung seiner Königsberger und litauischen Schulpläne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Wilhelm von Humboldt, preußische Bildungsreform, allgemeine Menschenbildung, Schulwesen und Quellenkritik charakterisieren.

Warum lehnte Humboldt Realschulen in seinen Plänen ab?

Humboldt lehnte Realschulen ab, da er eine strikte Trennung zwischen der zweckfreien "allgemeinen Menschenbildung" und der praktischen Berufsausbildung forderte; er sah in der vorzeitigen beruflichen Ausrichtung eine Behinderung der Persönlichkeitsentfaltung.

Welche Rolle spielte die Kirche in Humboldts Schulkonzept?

Humboldt forderte die Unabhängigkeit der Schule vom Einfluss der Kirche, da er den Staat bzw. eine fachlich kompetente Schulbehörde als die verantwortliche Instanz für die Bildung der Bürger sah.

Wie bewertete Humboldt den Stellenwert des Elementarunterrichts?

Für Humboldt war der Elementarunterricht grundlegend, da er die Schüler durch die Vermittlung basaler Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen erst auf den "eigentlichen" Schulunterricht und die spätere wissenschaftliche Auseinandersetzung vorbereitete.

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Details

Title
Bildungsreform in Preußen
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Einführung in die Neue Geschichte
Grade
1,9
Author
Robert Richter (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V61493
ISBN (eBook)
9783638549394
ISBN (Book)
9783656803669
Language
German
Tags
Bildungsreform Preußen Einführung Neue Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Richter (Author), 2006, Bildungsreform in Preußen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61493
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