Für viele Länder des südlichen Afrikas wie etwa Sambia, Mauritius oder Mosambik ist die Tourismusbranche inzwischen zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden, der auch durch zahlungskräftige Besucher aus Übersee beeinflusst wird. Dabei spielt Südafrika eine bedeutende Rolle und gilt als die Tourismusdestination im Süden des afrikanischen Kontinents. Allein im Jahr 2002 sind 6,2 Millionen Incoming-Touristen nach Südafrika gereist. Schon seit dem Ende der 1950er Jahre wurde die Republik als eine der ersten afrikanischen Destinationen vom entstehenden europäischen Fernreisetourismus erschlossen. Selbst zur Zeit der Apartheid stiegen die Zahlen der Besucher aus Übersee. Besonders deutlich ist der Anstieg aber erst nach dem Ende der ethnischen Segregation im Jahr 1994 festzustellen. Kamen im Jahr 1995 noch 1,1 Millionen Übersee-Incoming-Touristen nach Südafrika, sind es im Jahr 2004 schon mehr als zwei Millionen, die dieses Land bereisen. Europa stellt mit zwei Dritteln dieser Besucher den größten Quellenmarkt, von dem wiederum Deutschland und Großbritannien den überwiegenden Anteil ausmachen. Durch die britische Kolonialherrschaft seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist die tiefe Verwurzelung der Briten mit der Republik Südafrika erklärt.
Das Western Cape ist eine von neun Provinzen und stellt mit Robben Island, dem Kirstenbosch Botanical Garden, der Victoria & Alfred Waterfront, dem Tafelberg und Cape Point gleich fünf der zwölf Hauptattraktionen Südafrikas. Nur die Provinz Gauteng im Nordosten Südafrikas verfügt durch das Flughafendrehkreuz Johannesburg über mehr Übersee-Incoming-Touristen. Viele der europäischen Fluglinien haben ihre Direktflüge in den letzten Jahren verdoppelt. Zurzeit fliegen fünfzehn Fluggesellschaften aus Übersee 44 Mal die Woche den International Airport Cape Town direkt an. Diese Tendenz ist steigend, so dass in Zukunft die Bedeutung des Western Cape im Vergleich zu Gauteng eher zu- statt abnehmen wird.
Mit einem Anteil von 14% am Bruttoinlandsprodukt der Provinz ist die Tourismus-Industrie der größte Wachstumsfaktor. Wie im nationalen Vergleich bildet auch im Western Cape Großbritannien die größte Gruppe von Besuchern aus Übersee. Im Jahr 2004 sind 301.203 Touristen aus Großbritannien gekommen, Deutschland belegt mit 169.362 Besuchern den zweiten Rang. Die Vereinigten Staaten von Amerika (112.406), die Niederlande (71.294) und Frankreich (66.658) folgen auf den weiteren Plätzen. Insgesamt werden die Zahlen der Touristen aus Übersee in der Provinz für das Jahr 2004 mit 1,2 Millionen angegeben. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Besucherzahlen der fünf bedeutendsten Sehenswürdigkeiten für Touristen aus Übersee auf.
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* Schätzungen nach Prozentangaben aus dem Jahr 2004
** Es werden nur Touristen statistisch erfasst, die mit der Seilbahn auf den Berg fahren. Somit liegen die eigent-lichen Besucherzahlen bedingt durch Wanderer etwas höher.
Bis auf Cape Point sind alle Hauptsehenswürdigkeiten des Western Cape in der Provinzhauptstadt beheimatet. Folglich wird auch der Städtetourismus stark nachgefragt. Über 90% aller Touristen aus Übersee besuchen während ihres Aufenthaltes Kapstadt. Besonders der Tafelberg und die Victoria & Alfred Waterfront sind unter den Hauptattraktionen hervorzuheben, da sie sich als große Besuchermagneten erweisen. Unterkünfte in unmittelbarer Nähe zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten sind sehr vom Übersee-Incoming-Tourismus abhängig und würden ohne die Einnahmen der Besucher aus Übersee nicht bestehen können. Es ist festzustellen, dass nicht nur in der Anzahl, sondern auch in der Vielfältigkeit der Sehenswürdigkeiten Kapstadts ein Grund für die Beliebtheit des Städtetourismus unter Besuchern aus Übersee liegt. Eine weitere klassische Tourismusart, die eine starke Abhängigkeit von Überseebesuchern aufweist, ist der Weintourismus. Doch auch die neueren Arten des Tourismus wie der Township-, Gay- oder Golf-Tourismus werden gerade bei Touristen aus Übersee immer populärer und sind aus der Provinz schon heute nicht mehr wegzudenken. In diesem Zusammenhang kommt es zu Überschneidungen der verschiedenen Tourismusarten. So wird der Städtetourismus häufig mit einer Kombination aus Wein- oder Golf-Tourismus im Bereich des Exklusivtourismus verbunden. Diese Form des Tourismus ist bei Besuchern aus Übersee des mittleren bzw. gehobenen Alters beliebt. Bei jüngeren Reisenden, deren Klientel sich durch einen hohen Bildungsgrad charakterisieren lässt, gibt es eine Verbindung von Städte- und Township-Tourismus.
Die südwestlichste Provinz Südafrikas ist im nationalen Vergleich die am weitesten entwickelte. Sie verfügt über die höchste Bildungsrate unter Erwachsenen. Nur 5,7% der Menschen, die älter als 20 Jahre sind, besitzen keinen Schulabschluss, und auch die offizielle Arbeitslosenquote liegt mit 20,6% unter dem südafrikanischen Durchschnitt von 28,2%. Die
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landschaftliche Vielfalt, die große Dichte von Sehenswürdigkeiten, die artenreiche Fauna und Flora sowie die angenehmen klimatischen Bedingungen gehören zu den Stärken des Western Cape. Darüber hinaus verfügt die Provinz nicht nur über eine gute Anbindung an das globale Fernverkehrsnetz und eine insgesamt gut ausgebaute Infrastruktur, sondern auch die heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung und die praktisch nicht vorhandene Zeitumstellung für Europäer tragen dazu bei, dass sich der Besucher aus Übersee in einem kosmo-politischen Ambiente schnell heimisch fühlt. Die bereits erwähnte Vielfalt der Tourismusarten im Western Cape spiegelt sich auch in der Mannigfaltigkeit von Unterkunftsmöglichkeiten wider. Insgesamt gibt es in der Provinz etwa 4.000 Unterkunftsmöglichkeiten. Zwischen gehobenen Ferienappartements/Ferienwohnungen (1.769), Bed & Breakfasts (1.066), Gästehäusern (776), Hotels aller Kategorien (209) und Lodges (72) bis hin zu Youth hostels (70) kann der Übersee-Incoming-Tourist auswählen. Durch diese Vielfalt an verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten auf engstem Raum erfährt das Western Cape bei Besuchern jeder Altersklasse und Familienform eine große Nachfrage. Das für westliche Verhältnisse günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, die Gastfreundschaft und offene Mentalität der einheimischen schwarzen Bevölkerung sowie die leichteren Verständigungsmöglichkeiten in einem Englisch sprechenden Land sind als weitere Vorzüge des Western Cape zu nennen. Doch neben den Stärken gibt es auch fundamentale Schwächen der Provinz, die negative Auswirkungen auf die Tourismusbranche haben können, wenn keine Verbesserungen geschaffen werden. Die immer noch sehr hohe Kriminalitätsrate, die großen Gegensätze von Arm und Reich und die durch Binnenwanderung stärkere Ausbreitung der Townships gelten als die größten Probleme. Allein zwischen April 2004 und März 2005 sind in der südwestlichsten Provinz Südafrikas 2.680 Morde, 2.490 versuchte Morde, 6.834 Raubüberfälle sowie 55.927 Einbrüche gezählt worden. Auch wenn die überwiegende Anzahl dieser Straftaten in den schwarzen und farbigen Townships vor den Toren Kapstadts registriert wird und deshalb Besucher aus Übersee nicht betroffen sind, ist es möglich, dass die Spirale der Gewalt schon bald auf andere touristisch erschlossene Gebiete übergreift. Die Bemühungen, die Kriminalität nachhaltig zu bekämpfen, werden durch die immer größer werdenden sozialen Gegensätze in der Gesellschaft erschwert. Auch der im nationalen Vergleich geringe Wert von 8,7% HIV-infizierter Bewohner des Western Cape hat negative Auswirkungen auf den Tourismus-sektor. Schon heute steigt die Zahl der arbeitsunfähigen Arbeitnehmer jährlich, und eine weitere Verbreitung des Virus wird befürchtet. Außerdem findet in vielen Bereichen des Tourismus noch immer eine begrenzte Einbindung zuvor benachteiligter ethnischer Gruppen statt. Einige Modellprojekte wie etwa der Township-Tourismus, von dem auch direkt
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schwarze Gästehausbetreiber in den Townships profitieren, bilden die Ausnahme. Für eine positive Entwicklung des Tourismus im Western Cape ist eine Beteiligung dieser Gruppen von elementarer Bedeutung. Die Vorgabe der Regierung durch das so genannte Black Economic Empowerment, das heißt in Relation zur Bevölkerungsstruktur mehr schwarze als weiße Arbeitnehmer einzusetzen, birgt großes Konfliktpotenzial. Durch die aus ihrer Sicht stattfindende Benachteiligung und fehlende berufliche Perspektive wandern immer mehr junge, qualifizierte weiße Führungskräfte ins Ausland ab. Aufgrund der noch jungen Geschichte Südafrikas und des ehemaligen Apartheidsystems können schwarze Arbeitnehmer teilweise keine adäquate Qualifikation mitbringen. Durch diese Entwicklung besteht die Gefahr, dass es nicht nur zu einem Qualitätsverlust in der Tourismusindustrie kommt, sondern auch soziale Unruhen sind im schlimmsten Fall nicht mehr auszuschließen. Als weitere Schwächen sind der fehlende öffentliche Personennahverkehr, die Korruption auf verschiedenen politischen Ebenen und der teilweise noch destruktive Wettbewerb zwischen der Verwaltung und Privatwirtschaft im Bereich der Tourismus-Vermarktung zu erwähnen. Im Jahr 2010 wird die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ausgetragen. Einerseits wird hierin auch für das Western Cape die größte Chance für eine weiterhin positive Entwicklung des Tourismus gesehen. Andererseits könnten organisatorische Probleme oder eine durch beispielsweise hohe Kriminalität entstandene negative Reputation dazu beitragen, dass die Zahlen der Übersee-Incoming-Touristen nach dem sportlichen Großereignis rückläufig werden. Weiterhin kann ein solches negatives Ansehen durch die flächendeckende Ausbreitung der Townships, den Anstieg der Armutsrate, daraus resultierende mögliche nationale Unruhen oder die Zunahme der Aids-Epidemie entstehen und dem Western Cape als Tourismusdestination für Besucher aus Übersee langfristig schaden. Die Beeinträchtigung der stabilen Entwicklung des Südafrikanischen Rands, die bisher für Besucher aus Übersee Grundlage für das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis ist, und die ausbleibenden ausländischen Investitionen durch politische Entwicklungen, soziale Unruhen oder Konflikte in Nachbarstaaten werden als weitere mögliche Risiken eingestuft. Dabei sind es gerade die ausländischen Investoren, die als Chance angesehen werden, weil sie für eine steigende Attraktivität der Provinz sorgen sollen. Die Verstärkung des Exports und ein daraus resultierender Imagegewinn sowie die Nutzung von Synergieeffekten zwischen privaten und öffentlichen Institutionen der Tourismusbranche sind weitere Chancen für das Western Cape. Viel wird ebenso davon abhängen, ob die Provinz es schafft, die neuen Quellenmärkte wie China, Japan oder Indien zu erschließen und für sich zu gewinnen.
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Auch wenn die Zahlen von Übersee-Incoming-Touristen innerhalb der letzten Jahre angestiegen sind, erscheint es nahezu unmöglich, die durch das Tourismus-Ministerium des Western Cape angestrebten vier Millionen Übersee-Incoming-Touristen im Fußball-Weltmeister-schafts-Jahr 2010 zu erreichen. Wichtig ist es, weiterhin neue für die Provinz relevante Tourismusarten wie den Kongress- oder Medizintourismus zu etablieren. Dabei dürfen die bisherigen Tourismusarten nicht außer Acht gelassen werden. Eine entscheidende Position in der weiteren Entwicklung nimmt dabei die Provinzhauptstadt ein, die innerhalb des Western Cape eindeutig die größte Anziehungskraft auf Besucher aus Übersee ausübt. Aufgrund der geographischen Voraussetzungen weist das Western Cape eine erhebliche Anzahl von vielfältigen Tourismusarten auf, die jene Provinz - trotz aufgezeigter Schwächen und Risiken - schon heute zu einem attraktiven Reiseziel mit unterschiedlichsten Angeboten für Überseebesucher macht. Bei einem positiven Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010 kann das Western Cape seine Position als eine der führenden Tourismusdestination im südlichen Afrika festigen und ausbauen. Allerdings wird die große Abhängigkeit des Western Cape von Übersee-Incoming-Touristen, insbesondere vom europäischen Quellenmarkt, auch in Zukunft bestehen bleiben.
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The tourism branch has become an important economic aspect in many southern African countries like Zambia, Mauritius or Mozambique. It was also influenced by many wealthy visitors from overseas. South Africa plays a significant role and is the main destination for tourists in the south of the African continent. 6.2 million incoming-tourists travelled to South Africa in 2002. Since the end of the 1950s the republic has become one of the first African destinations of the developing European overseas tourism. The number of visitors from overseas was rising even during the area of the Apartheid system. But this increase became even more significant after the end of the ethnic segregation in 1994. In 1995 1.1 million overseasincoming-tourists travelled to South Africa, but there were more than two million visitors who travelled through the country in 2004. Europe represents the biggest group with two thirds of all visitors. Great Britain and Germany represent the main proportion. The roots of Great Britain in South Africa can be traced back to the beginning of the 19 th century when the republic of South Africa was colonised by the British.
Western Cape is one of nine provinces and owns five of the twelve main tourist attractions of South Africa including Robben Island, Kirstenbosch Botanical Garden, Victoria & Alfred Waterfront, Table Mountain and Cape Point. That means that only the province of Gauteng in the north east of the country has more overseas-incoming-tourists due to the huge capacity of airport of Johannesburg. Many of the European airlines have doubled their direct flights during the last years. At the moment, fifteen airlines from overseas are flying directly to the International Airport Cape Town 44 times a week. The tendency is increasing which means that the importance of Western Cape will increase instead of decrease compared with Gauteng in the future.
The tourism industry is the main growth factor with a proportion of 14% of the gross domestic income of the province. Great Britain represents the main group of overseas-visitors. In the national comparison 301.203 tourists came from Great Britain in 2004. Germany is second with 169.362 visitors followed by the USA (112.406), the Netherlands (71.294) and France (66.658). All in all 1.2 million overseas-tourists travelled to the province in 2004. The following chart presents the numbers of visitors at the five main sights for tourists from overseas.
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Chart: the number of overseas-incoming-tourists who visited the five most important sights in Western Cape in 2004
* Estimated percentage of 2004
** Only the tourists who take the cable car to the mountain are registered. The actual number of visitors is a little bit higher due to wanderers.
All main attractions of Western Cape apart from Cape Point are located in the province’s capital. Thus the demand for city-tourism is strong. More than 90% of all overseas-tourists visit Cape Town during their stay. Especially Table Mountain and Victoria & Alfred Waterfront are the highlights within the main sights. They represent an enormous visitor attraction. Accommodations that are close to the sights are dependent on overseas-incoming-tourism and would not exist without their income from overseas-tourists. One must consider the reason for overseas-visitor’s popularity of such kind of tourism is not only the number but also the variety of sights in Cape Town. Another classic category of tourism which strongly depends on the visitors from overseas is wine-tourism. But the rather new tourism categories gay-, golf- and township-tourism will be mentioned in the following elaboration as well. There is an overlap between the different tourism sectors. City-tourism for example is usually linked with a combination of wine- and golf-tourism in the area of exclusive tourism. This kind of tourism is favoured by middle aged or older overseas-visitors. City- and adventure-tourism which can be characterised by different activities like bungee jumping or mountain biking is an example for a link between younger visitors from overseas. The south west province of South Africa is the most developed province in national comparisons. There is the highest education rate for adults. Only 5.7% of adults who are older than 20 years don’t have a degree. The official unemployment rate is with 20.6% below the South African average of 28.2%. The agricultural variety, the density of sights, the variety of species in fauna and flora as well as pleasant the climate are the strengths of Western Cape. It is easy for tourists from overseas to feel home in a cosmopolitan ambiance because the province does not only have a very good transport connection with the global transport system
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and all in all a very well build transport system but there is also a heterogeneous formation of the population and the fact that there is more or less no change of time zones for Europeans. The already mentioned variety of tourism possibilities in Western Cape is also represented in the various kinds of accommodations. Overseas-tourists can choose between rather expensive holiday apartments (1.769), Bed & Breakfasts (1.066), guest houses (776), hotels of all categories (209), lodges (72) and youth hostels (70). Due to the huge variety and abundance of accommodations, Western Cape attracts visitors of all age and class. The cheap price performance ratio for western ratios, the hospitality and friendly mentality of the inhabitant black population and the fact that there is no language difficulty can be added as even more advantages of Western Cape.
But there are not only strengths but also fundamental weaknesses in the province which can cause negative effects on the tourism branch if they are not improved. The main problems are criminality which is still very high, the huge contrast between the poor and the rich and the spread of townships which is caused by internal migration. 2.680 murders, 2.490 attempted murders, 6.834 robberies and 55.927 burglaries have been registered only between April 2004 and March 2005. Even though the main criminal offences took place in the black and coloured townships in the suburbs of Cape Town it is possible that the vicious circle of violence spreads to the tourist areas. The attempts to fight sustainable against criminality are even more difficult due to the increasing differences within the society. Even the rather small amount of HIV carriers of Western Cape (8.7%) within the national comparison has a negative effect on the tourism sector. Already today the number of unemployed inhabitants rises and an increase of the virus’ spread is expected. Furthermore there is not enough integration of former disadvantaged ethnic groups in many areas of tourism. Some model projects like the township-tourism from which black guest house licensees profit directly are an exception. The integration of these groups is of great importance for a positive development of Western Cape. The government’s allegation, the so called Black Economic Empowerment, causes several conflicts because one has to employ more black than white employees in relation to the population structure. More and more young, qualified, white senior managers move abroad because they feel disadvantaged and see no professional perspective. Some black employees don’t have an adequate education due to South Africa’s young history and its former apartheid system. Because of this development there does not only exist the danger of quality loss within the tourism industry but also social riots could happen in the worst case scenario. The missing local public transport system, the corruption on different political levels
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and the sometimes destructive competition between administration and private economies in the area of tourism marketing should be mentioned as further weaknesses. South Africa will host the World Cup in 2010. On the one hand this is a great opportunity for a further positive development of Western Cape. But on the other hand problems in the organization or a negative reputation caused by the high criminality could cause a decrease in numbers of overseas-incoming-tourists after this mega event. Furthermore, this image can contribute to an increase of the poverty rate due to the spread of townships which could lead to national riots or an increase of Aids epidemics. This will damage Western Cape’s image as a tourist destination in the long run. Other risks are the continuing stabile development of South Africa’s fringe areas which influences the cheap price performance ratio for visitors from overseas and the lack of foreign investment in the neighbour countries due to the political development, social riots or conflicts. But especially foreign investors are regarded as a chance because they could achieve a better image of the province. Other chances for Western Cape lie in the increase of export and as a result of this a better image the use of synergetic effects between private and public institutions of the tourism branch and the spread of tourism trends which prove the increase of travel distance. Many things will also depend on the province’s success in attracting new potential visitors from countries like China, Japan or India.
It seems to be almost impossible that four million overseas-incoming-tourists will come to Western Cape for the year of the World Cup in 2010 which is aspired by the ministry of tourism - even though the number of overseas-incoming-tourists has increased during the last years. It is important to win new markets like India or China and to establish new and for the province relevant tourism branches like congress- or medicine-tourism. But one cannot disregard the previous tourism sectors. The province’s capital which has the biggest attraction on visitors from overseas has an important position within the further development. Due to its geographical preconditions, Western Cape has a variety of tourism branches. This makes the province an attractive destination with different offers for visitors from overseas even though there are the above mentioned weaknesses and risks. Western Cape could establish and develop its position as one of the leading tourism destinations if the World Cup in 2010 has a positive course. The huge dependence of Western Cape on overseas-incoming-tourists, especially from the European tourists will exist in the future.
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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Fragestellung und Ziel der Examensarbeit 13
2. Beschreibung des Tourismus im südlichen Afrika 14
3. Die Entwicklung des Tourismus in Südafrika 16
3.1 Entwicklung vor 1994 16
3.2 Entwicklung nach 1994 17
4. Die verschiedenen Tourismusregionen in Südafrika 19
5. Geographische Bedingungen und fremdenverkehrsgeographische
Entwicklungen des Western Cape dargestellt in Anlehnung an
eine SWOT-Analyse 21
6. Tourismus im Western Cape 56
6.1 Städtetourismus am Beispiel Kapstadt 57
6.1.1 Tafelberg 61
6.1.2 Victoria Alfred Waterfront 64
6.2 Weintourismus am Beispiel der Stellenbosch Wine Route 71
6.3 Golf-Tourismus 73
6.4 Township-Tourismus 75
6.5 Gay-Tourismus 78
6.6 Kasino-Tourismus 80
6.7 Abenteuertourismus 81
6.7.1 Bungee jumping/Abseiling 82
6.7.2 Cage diving 82
6.7.3 Radfahren 83
6.7.4 Mountainbiking 84
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Inhaltsverzeichnis
Seite
7. Voraussichtliche Entwicklung des Western Cape 84
8. Fazit 94
9. Anlagen 95
9.1 Literatur- und Quellenverzeichnis 95
9.1.1 Bibliographien 95
9.1.2 E-mails 99
9.1.3 Internetquellen 99
9.1.4 Persönliche Gesprächspartner 100
9.2 Abbildungsverzeichnis 102
9.3 Tabellenverzeichnis 103
9.4 Landkarte Western Cape 104
9.5 Landkarte Großraum Kapstadt 105
9.6 Übersichtsplan Robben Island 106
9.7 Stadtplan Kapstadt 107
9.8 Fragebogen 108
9.9 Übersichtsplan Victoria Alfred Waterfront 110
9.10 Übersichtsplan Stellenbosch Wine Route 111
9.11 Auflistung der Golfplätze im Western Cape 112
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1. Fragestellung und Ziel der Examensarbeit
Die Provinz Western Cape in Südafrika hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer beliebten Urlaubsdestination für Besucher aus Übersee entwickelt. In der vorliegenden Arbeit möchte ich untersuchen, warum das Western Cape gerade für Touristen aus Übersee so attraktiv ist. Die Abhängigkeit der Tourismusbranche von den Übersee-Incoming-Touristen zieht sich dabei in vielerlei Hinsicht wie ein roter Faden durch meine gesamte Arbeit. In einem ersten Schritt gehe ich auf die Entwicklung des Tourismus im südlichen Afrika im Allgemeinen ein. Zu einem früheren Zeitpunkt habe ich in einer Hausarbeit „Die Entwicklung des Tourismus im südlichen Afrika“ analysiert, so dass ich mich nur im Ansatz mit dieser Thematik befasse. Die Zunahme des Tourismus innerhalb Südafrikas steht im folgenden Kapitel im Vordergrund, bevor ich auf die verschiedenen Tourismusregionen des Landes eingehe. Im Anschluss führe ich in Anlehnung an eine SWOT-Analyse das Potenzial des Western Cape hinsichtlich des Übersee-Incoming-Tourismus auf. SWOT ist die englische Abkürzung für Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats).
Der Tourismus im Western Cape zeichnet sich unter anderem durch eine große Anzahl verschiedener Tourismusarten aus, die ich im weiteren Verlauf meiner Ausarbeitung vorstelle. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem für diese Provinz sehr bedeutenden Städtetourismus. Innerhalb dieser Tourismusart habe ich eine Auswahl zentraler Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte hinsichtlich des Einflusses von Übersee-Incoming-Touristen untersucht. Neben dem Weintourismus stehen des Weiteren die für Besucher aus Übersee relevanten neueren Arten des Tourismus im Western Cape wie etwa der Golf- oder Township-Tourismus im Mittelpunkt.
In einem weiteren Kapitel widme ich mich den Perspektiven dieser Provinz hinsichtlich des Tourismus aus Übersee. Insgesamt hängt die Zukunft des Tourismus von einer Vielzahl von Faktoren ab, die die Entwicklung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Dies verdeutlichen verschiedene Krisen- und Entwicklungsszenarien, die unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der Entwicklung von Besucherzahlen aus Übersee aufzeigen. Ein Fazit mit einer abschließenden Bewertung bildet den Schlusspunkt dieser Examensarbeit, in der ich die verschiedenen Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel des Western Cape aufzeige.
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2. Beschreibung des Tourismus im südlichen Afrika
Für viele Länder des südlichen Afrikas wie etwa Sambia, Mauritius oder Mosambik hat sich der Tourismus während der vergangenen Jahre als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor erwiesen. In diesem Zusammenhang spielt besonders der Übersee-Incoming-Tourismus eine große Rolle.
Der internationale Tourismus unterteilt sich in den Auslandstourismus (outgoing tourism) und den Ausländertourismus (incoming tourism), der dadurch gekennzeichnet ist, dass Personen aus anderen Ländern in ein Land reisen (vgl. MUNDT, J. W.: 2001). Die wissenschaftliche Begrifflichkeit von Incoming-Touristen, die ausschließlich aus Übersee stammen, ist in der Fachliteratur nicht genau festgelegt. Die geläufigere Definition der Incoming-Touristen kommt für meine Arbeit nicht in Frage, da sich der Incoming-Tourismus in meinem Fall auch auf Touristen aus afrikanischen Staaten bezieht. Ich begrenze mich jedoch nur auf Touristen aus Übersee und habe mich diesbezüglich mit mehreren Reiseveranstaltern in Verbindung gesetzt, um die Problematik der Begriffsfindung zu erörtern. Der Begriff des Übersee-Incoming-Tourismus ist identisch mit dem interkontinentalen Incoming-Tourismus, dem transkontinentalen Incoming-Tourismus, dem transatlantischen Incoming-Tourismus und dem transozeanischen Incoming-Tourismus. Aufgrund der einfacheren Darstellung habe ich mich schließlich für den Begriff des Übersee-Incoming-Tourismus bzw. der Übersee-Incoming-Touristen entschieden. Aus Gründen der stilistischen Variation findet man im fortlaufenden Text auch häufig die Bezeichnung der Besucher oder Touristen aus Übersee, die mit dem Begriff Übersee-Incoming-Touristen gleichzusetzen ist.
Dieser Übersee-Incoming-Tourismus nimmt in verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents die unterschiedlichsten Formen an. Während in Sambia ein ausgewogenes Verhältnis von Luxus- und Camping-Touristen aus Übersee Devisen ins Land bringen soll (vgl. STRIGL, E.: 2005), gilt Mauritius als exklusives Urlaubsparadies. Von etwa 100 Hotels auf der Insel zählt knapp die Hälfte zur Luxusklasse (vgl. GERHARD, O.: 2005). Regionale Disparitäten hinsichtlich des Übersee-Incoming-Tourismus und der damit verbundenen wirtschaftlichen Entwicklung sind die Folge.
Insgesamt wird für das südliche Afrika der Tourismus - und dem Übersee-Incoming-Tourismus ist hierbei die größte Bedeutung beizumessen - als eine Lösung im Kampf um bessere Lebensbedingungen gesehen. Damit die durch den Tourismus verbesserten Lebensbedingungen gehalten und langfristig gesichert werden können, sind Länder übergreifende Synergieeffekte und Kooperationen zwischen verschiedenen Staaten notwendig. Als Beispiel
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dient der Great Limpopo Frontier Park. Es handelt sich dabei um den Zusammenschluss des mosambikanischen Gaza-Wildparks mit dem zimbabwischen Gonarezhou-Nationalpark und dem südafrikanischen Krüger-Park. Mit einer Fläche von mehr als 35.000 Quadratkilometern gilt der Great Limpopo als größter Wildpark der Welt. Aus der südafrikanischen Touristenattraktion Krüger-Park sollen die Safari-Urlauber ohne zusätzliches Visum die Grenzen zu den beiden Nachbarländern überschreiten können (vgl. GEORGE, R.: 2004 und VOGT, S.: 17.11.2005). Diese zwischenstaatliche Zusammenarbeit im Tourismussektor ist nicht nur wünschenswert, sondern auch Grundlage für eine erfolgreiche Tourismuspolitik vieler afrikanischer Staaten. Allerdings stellt das Finden einer Balance zwischen der Verbesserung der Infrastruktur und der Erhöhung der Bettenzahlen einerseits und den damit verbundenen Umweltbelastungen sowie steigendem Elektrizitäts- und Wasserverbrauch pro Gast andererseits in den kommenden Jahren ein Problem für den Tourismus in diesen Ländern dar. Auch wenn Tabelle 1 sich nicht ausschließlich auf Besucher aus Übersee, sondern auf sämtliche Incoming-Touristen bezieht, wird die Bedeutung Südafrikas für den Tourismus im südlichen Afrika untermauert.
Schon im Jahr 1999 sind 1.491.401 Touristen aus Übersee nach Südafrika gereist (vgl. UNIVERSITY OF STELLENBOSCH, BUREAU FOR ECONOMIC RESEARCH: 2000).
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Dies bestätigt, dass Südafrika die Tourismus-Region im südlichen Afrika für Übersee-Incoming-Touristen ist.
3. Die Entwicklung des Tourismus in Südafrika
Das mit 46,6 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land des südlichen Afrikas ist durch seine jüngste Vergangenheit sehr geprägt. Die Bevölkerung teilt sich in vier größere ethnische Gruppen (79% schwarz, 9,6% weiß, 8,9% farbig, 2,5% als indisch, asiatisch), deren friedliches Zusammenleben die Basis für ein wirtschaftlich stabiles Südafrika ist. Der Dienst-leistungssektor ist mit 64% am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2002 beteiligt. Doch neben einer Vielzahl an Naturschönheiten, der artenreichen Fauna und Flora und den angenehmen klimatischen Bedingungen weist Südafrika auch eine hohe Kriminalitäts- und Arbeitslosenquote auf und kämpft gegen die sich ausbreitende Aids-Epidemie (vgl. JANSEN, J.: 2005 und SOUTH AFRICA AT A GLANCE: 2005).
3.1 Entwicklung vor 1994
Seit dem Ende der 1950er Jahre wurde die Republik Südafrika als eine der ersten afrikanischen Destinationen vom entstehenden europäischen Fernreisetourismus erschlossen. Nach einem kurzfristigen touristischen Einbruch aufgrund des Soweto-Aufstandes im Jahr 1976 stiegen die Zahlen ausländischer Besucher in den kommenden Jahren etwas an. Im Jahr 1977 reisten erstmals mehr Touristen aus Übersee (294.000) als Touristen aus anderen afrikanischen Staaten (287.000) ins Land. Heute kommen dagegen auf einen Besucher aus Übersee etwa fünf Touristen vom afrikanischen Kontinent. In den 1980er Jahren stagnierten die Gästezahlen. Als Gründe hierfür sind die wirtschaftliche Rezession in den wichtigsten überseeischen Quellenmärkten, die hohen Preissteigerungsraten innerhalb Südafrikas sowie die Auswirkungen der Boykott-Maßnahmen gegen das Apartheidsregime zu nennen. Nach weiteren Einbrüchen im Tourismussektor in den Jahren 1985 und 1986 kam es im Laufe der nächsten vier Jahre zu einem deutlichen Anstieg der ausländischen Besucherzahlen. Ab dem Jahr 1991, als man den demokratischen Wandel absehen konnte, setzte geradezu ein „logarithmischer Boom“ (DEMHARDT, I. J.: 2003, S. 674) ein. Schon vor dem Ende der Apartheid stammten die meisten der Übersee-Incoming-Touristen aus Großbritannien. Dies ist durch die britische Kolonialherrschaft seit Anfang des 19. Jahrhunderts begründet, die eine tiefe Ver-
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wurzelung der Briten mit der Republik Südafrika erklärt (vgl. DEMHARDT, I. J.: 2003 und ROGERSON, CHR. M./VISSER, G.: 2004).
3.2 Entwicklung nach 1994
Nach vier Jahrzehnten wurde 1994 mit dem Ende der ethnischen Segregation der demokratische Wandel in Südafrika eingeläutet. „Dieser tiefgreifende und noch fortdauernde sozioökonomische Prozess ermöglichte bereits seit Beginn des Jahrzehnts eine schrittweise Wiedereingliederung der zuvor mehr oder minder boykottierten südafrikanischen Volkswirtschaft in das Weltwirtschaftssystem“ (DEMHARDT, I. J.: 2003, S. 666). Damit verbunden war ein kurzer Wirtschaftsboom, der nicht zuletzt aus dem Aufblühen des internationalen Tourismus nach Südafrika und dessen überaus rascher Entwicklung zu einer beliebten Tourismusdestination resultierte (vgl. DEMHARDT, I. J.: 2003).
Von 1993 bis 1998 stieg in Südafrika die Zahl der Ankünfte ausländischer Besucher von 3,36 Millionen auf 5,9 Millionen also nahezu auf das Doppelte. Bei diesen knapp sechs Millionen Ankünften handelte es sich jedoch nicht ausschließlich um Werte von Incoming-Touristen, sondern ebenfalls um schätzungsweise 250.000 bis 300.000 legale und illegale Arbeitsmigranten, vor allem aus den übrigen Staaten des afrikanischen Kontinents (SMIT, M./Leisure Marketing Coordinator bei Cape Town Routes Unlimited/Informationsgespräch). Damit sei auf das große und bis heute aktuelle Problem der Zuwanderung hingewiesen, auf das ich im weiteren Verlauf meiner Arbeit noch näher eingehen werde. Die Zahl der Überseebesucher ist von 1995 bis 1999 um 389.502 Touristen gestiegen. Ungefähr zwei Drittel der Übersee-Incoming-Touristen kamen aus Europa, dem mit Abstand größten Quellenmarkt in Übersee (siehe Tab. 2). Großbritannien und Deutschland entsandten gemeinsam mehr als die Hälfte aller Besucher aus Europa. Im Jahr 1995 waren es 624.939 und im Jahr 1999 754.986. Beide Staaten waren zahlenmäßig von größerer Bedeutung als die Kontinente Amerika, Asien und Australien zusammen. Insgesamt sind neben Großbritannien und Deutschland auch Frankreich und die Niederlande weitere wichtige europäische Quellenländer gewesen. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre stammten knapp drei Viertel aller Touristen aus Europa aus den genannten Ländern. Nach Untersuchungen der World Tourism Organisation nahm Südafrika im Jahr 1998 - aufgrund des durch Terrorismus bedingten großen Einbruchs der Tourismuszahlen in Ägypten - erstmals die Führungsposition als meistbesuchte afrikanische Tourismusdestination ein (vgl. UNIVERSITY OF STELLEN-BOSCH, BUREAU FOR ECONOMIC RESEARCH: 2000).
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Tab. 2: Entwicklung der Ankünfte von Übersee-Incoming-Touristen
Auch in der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer erzielten die Deutschen und Briten überdurchschnittliche Werte. Während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Touristen aus Übersee bei 16,7 Tagen im (Süd-)Winter und 17,0 Tagen im (Süd-)Sommer lag, wurden bei den Deutschen 20,0 Tage im Winter und 21,9 Tage im Sommer festgestellt. Die Briten kamen sogar auf 21,9 bzw. 21,5 Tage (vgl. DEMHARDT, I. J.: 2003).
Im Vergleich zum Jahr 2000 haben ein Jahr später die Besuche aus Übersee um weitere 2,7% (44.368) auf insgesamt 1.687.619 zugenommen. Dieses Wachstum ist zum großen Teil das Resultat von Werbekampagnen in den wichtigsten vier europäischen Quellenmärkten sowie den Vereinigten Staaten von Amerika gewesen. Besonders mit dem Slogan „The world in one country“ hat man versucht, die Aufmerksamkeit auf dem internationalen Tourismusmarkt auf sich zu ziehen. Allein von Januar bis April 2002 ist die Zahl der Touristen aus Übersee um 13,4% (69.428) im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres auf 589.168 angestiegen (vgl. BOTSCHAFT DER REPUBLIK SÜDAFRIKA: 07.11.2005). Nicht nur der „Mandela-Boom“ liefert jetzt wie Mitte und Ende der 1990er Jahre eine Begründung für die Beliebtheit Südafrikas als Reiseziel, sondern gerade nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten von Amerika und wegen der wachsenden globalen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus gilt Südafrika als ein neutrales und relativ sicheres Reiseziel für Übersee-Incoming-Touristen (vgl. ROGERSON, CHR. M./VISSER, G.: 2004). Außerdem präsentierte der Umwelt- und Tourismusminister Valli Moosa im Jahr 2002 Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Bei diesen bis heute gültigen Richt-
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linien steht nicht nur die Förderung der Tourismusbranche im Vordergrund, sondern vor allem soll die lokale Bevölkerung in die Planung und Entwicklung integriert werden. Man erhofft sich davon eine größere direkte Beteiligung der ärmeren Bevölkerungsgruppen am Tourismus (HAYES, M./Managing Director von African Heartbeat/Informationsgespräch). Ist Südafrika nach Angaben der World Tourism Organization (WTO) im Jahr 1996 noch auf Rang 50 der beliebtesten Touristen-Destinationen weltweit gewesen, so befindet sich das Land im Jahr 2003 schon unter den ersten 30 Plätzen (vgl. GEORGE, R.: 2004). Im Jahr 2004 kommen erstmals mehr als zwei Millionen Besucher aus Übersee nach Südafrika. Somit hat sich die Zahl der Übersee-Incoming-Touristen im Verlauf der letzten zehn Jahre verdoppelt. Ebenfalls positiv verläuft die Entwicklung des Quellenmarktes Europa, der mit 1.287.057 Besuchern immer noch ungefähr zwei Drittel dieser Besucher ausmacht (vgl. SOUTH AFRICAN TOURISM: 2005).
Südafrika bietet hinsichtlich der Tourismusbranche auch in Zukunft Wachstumspotenzial. Zurzeit arbeiten ungefähr 800.000 Südafrikaner direkt oder indirekt im Tourismusgewerbe. Bis zum Jahr 2010 werden es nach Schätzungen über 1,2 Millionen Menschen sein, die ihr Einkommen durch den Tourismus beziehen (vgl. GOVERNMENT COMMUNICATIONS: 2004 und WORLD TRAVEL AND TOURISM COUNCIL: 2002). Inzwischen ist der Tourismus der am schnellsten wachsende Industriezweig Südafrikas und macht mit 7 Billionen Euro etwa 8% des BIP aus. Im Vergleich dazu liegt der Gold-Export als ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig des Landes mit 4,6 Billionen Euro auf dem zweiten Rang (vgl. SOUTH AFRICA AT A GLANCE: 2005).
Insgesamt wird die enorme Bedeutungszunahme des Übersee-Incoming-Tourismus für Südafrika nach dem Ende der Apartheid deutlich.
4. Die verschiedenen Tourismusregionen in Südafrika
Südafrika ist seit dem Ende der Apartheid in die neun föderalistischen Provinzen Eastern Cape, Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Mpumalanga, Limpopo, North West, Northern Cape und das Western Cape aufgeteilt.
Eine Befragung der nationalen südafrikanischen Tourismusorganisation SATOUR, die im Jahr 1998 durchgeführt wurde, ergab, dass die Provinzen Western Cape und Gauteng mit deutlichem Abstand über die höchste Anzahl von Übersee-Incoming-Touristen verfügen. Diese Entwicklung hat sich bereits während der gesamten 1990er Jahre beobachten lassen. Die Begründung für den großen Anteil der Besucher aus Übersee im Western Cape in Höhe
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von 24% im Jahr 2004 im Vergleich zu den übrigen Provinzen liefern die zahlreichen und hochkarätigen Attraktionen der Provinz im Südwesten des Landes (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Hauptattraktionen für Übersee-Incoming-Touristen innerhalb Südafrikas
Allein fünf der zwölf bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südafrikas liegen im Western Cape (genaue Lage siehe Seite 93 und 95). Diese fünf Hauptattraktionen sind Robben Island, der Botanische Garten Kirstenbosch, die Victoria & Alfred Waterfront, der Tafelberg und Cape Point. Noch allerdings verfügt Gauteng über einen höheren Anteil von Übersee-Incoming-Touristen. Die Lage des Flughafendrehkreuzes Johannesburg, die Hauptstadt Südafrikas Pretoria, Gold Reef City und Soweto sind nur einige Anziehungspunkte, die dabei eine Rolle spielen (vgl. DEMHARDT, I. J.: 2003).
Der International Airport Cape Town hat im Laufe der letzten Jahre immer weiter an Bedeutung gewonnen. Kapstadt profitiert dabei von mehreren Flugverbindungen von Europa nach Südafrika, die keinen Zwischenstopp mehr in Johannesburg einlegen. Musste bis zum Jahr 2003 aus Gründen der Auslastung auf dem Weg nach Kapstadt noch in Johannesburg zwischengelandet werden, so bietet zum Beispiel Lufthansa seitdem Direktflüge von Europa nach Kapstadt an. Inzwischen fliegen fünfzehn Fluggesellschaften - davon allein sieben europäische - aus Übersee 44 Mal die Woche Kapstadt direkt an. Die gleiche Anzahl von Flügen verlässt wöchentlich den International Airport Cape Town wieder Richtung Übersee
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(WILSON, G./Greta Wilson Publicity & Events/e-mail). Viele der europäischen Fluglinien haben ihre Direktflüge nach Kapstadt in den letzten Jahren verdoppelt (vgl. YUTAR, D.: 2005).
Insgesamt kann man aus den in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnissen feststellen, dass das Western Cape eine der führenden Tourismus-Regionen innerhalb Südafrikas für Übersee-Incoming-Touristen ist.
5. Geographische Bedingungen und fremdenverkehrsgeographische Entwicklungen des Western Cape dargestellt in Anlehnung an eine SWOT-Analyse
Ungefähr 4,6 Millionen Menschen leben im Western Cape, das eine Fläche von 129.386 km² aufweist (siehe Kapitel 9.4). Diese Provinz unterteilt sich wiederum in die sechs Regionen Cape Town, Cape Winelands, Cape Overberg, Cape Garden Route & Klein Karoo, Cape Central Karoo und Cape West Coast & Cederberg. Die Mehrheit der Einwohner ist Afrikaans sprechend (55,3%), während die anderen dominierenden Sprachen Xhosa (23,7%) und Englisch (19,3%) sind. Das Western Cape hat im nationalen Vergleich die höchste Bildungsrate unter Erwachsenen. Nur 5,7% der Menschen, die älter als 20 Jahre sind, besitzen keinen Schulabschluss. Überhaupt gibt es im Western Cape eine hohe Dichte an Bildungseinrichtungen. Auch die offizielle Arbeitslosenquote der Provinz liegt bei 20,6% und somit deutlich unter dem südafrikanischen Durchschnitt von 28,2% (vgl. SOUTH AFRICA AT A GLANCE: 2005). Das Western Cape, das „mit deutlichem Abstand“ (DEMHARDT, I. J.: 2000, S. 176) die am meisten entwickelte Provinz Südafrikas ist, liegt am südwestlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents und weist mit der Kap-Halbinsel ein 75 km langes Vorgebirge auf, das sich vom Kap der Guten Hoffnung und Cape Point nach Norden bis zur Tafelbucht und Kapstadt erstreckt. Diese Provinz Südafrikas, deren Gesamtaufkommen sämtlicher Pflanzenarten die Zahl der vorhandenen Arten allein in Europa um ein Vielfaches übersteigt (vgl. GOVERNMENT COMMUNICATIONS: 2004), ist einerseits ein bergiges Gebiet mit eindrucksvollen Tälern, andererseits zeichnet sie sich durch weite Sandstrände aus. Einerseits finden Besucher saftiges Grün in den Weinregionen, andererseits sind es nur wenige Autostunden bis zur Halbwüste Klein Karoo oder zu Südafrikas einzigem Regenwaldgebiet an der Garden Route. Diese landschaftliche Vielfalt wird besonders in der Provinzhauptstadt Kapstadt deutlich, wo mit der Verbindung von Atlantik und Tafelberg eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen wird. Nur noch in Rio de Janeiro findet man eine solche imposante Kombination aus Meer und Gebirge in direkter Nachbarschaft. Diese
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Abwechslung in der Landschaft wissen besonders Übersee-Incoming-Touristen zu schätzen, da sie auf relativ kleinem Raum eine Vielzahl von verschiedenen Landschaftsformen vorfinden. Diese geographischen Voraussetzungen haben ebenfalls erheblichen Einfluss auf die unterschiedlichen Arten des Tourismus, die im Western Cape angeboten werden. Auf diese Thematik gehe ich in Kapitel 6 ausführlich ein.
Neben der natürlichen Lage erweisen sich auch die klimatischen Bedingungen als Positivum für die Besucher aus Übersee. Das Western Cape liegt in der Zone der gemäßigten Subtropen und verfügt über ein mediterranes Klima. Die Temperaturen in dieser Provinz fallen auch in den Wintermonaten von Juli bis August selten unter 6 °C. Frost ist aufgrund der Nähe des Meeres praktisch nicht vorhanden, und sogar im Winter erreicht das Thermometer tagsüber Temperaturen über 20 °C. Gleichzeitig dringen im Südwinter mit den jahreszeitlichen Westwinden Tiefdruckgebiete bis ins Kapland vor, die sich am Tafelberg abregnen. Damit ist das westliche Kapland die einzige Region Südafrikas mit einer Winterregenzeit. Sehr warm wird es in den Monaten von Dezember bis März, in denen Kapstadt einen Durchschnittswert von 25 °C aufweist. Regionen im Landesinneren wie etwa die Central Karoo erreichen in diesem Zeitraum Werte von bis zu 40 °C. Im Sommer erstreckt sich meistens eine ausgedehnte Hochdruckzone vom Atlantischen zum Indischen Ozean, die der Kap-Provinz heißes, trockenes Wetter bringt. In diesen Monaten kommt es auch regelmäßig zum sogenannten Southeaster (Südost-Wind). Dieser warme, kräftige Wind bläst mit einer Geschwindigkeit von teilweise über 120 km/h. Am Tafelberg kondensiert dann die warmfeuchte Luft, so dass über ihm eine Wolkendecke hängt, die als Tischdecke bezeichnet wird. Der Wind sorgt dafür, dass Kapstadt von Abgasen und dem Dunst der Großstadt bereinigt wird. Dieser Eigenschaft verdankt er seinem Beinamen Cape Doctor. Im Inland verliert der Southeaster an Kraft, in den Winelands und in der Klein Karoo ist es wesentlich windstiller. Dem Touristen aus Übersee bietet sich somit die meiste Zeit des Jahres ein sehr mildes Klima. Weiterhin trägt die Beständigkeit der angenehmen klimatischen Bedingungen, vor allem im südafrikanischen Sommer, zur Beliebtheit der Reisen in dieser Jahreszeit bei. Die überwiegende Anzahl von Reisen der Übersee-Incoming-Touristen in den Monaten Dezember bis Februar ist mit einem Besuch der zahlreichen Strände verbunden (SMIT, M./Leisure Marketing Coordinator bei Cape Town Routes Unlimited/Informationsgespräch). Für alle weiteren Tourismusarten eignen sich die übrigen Monate, abgesehen von den Regenmonaten Juli und August. In diesen beiden Monaten kann das Thermometer aber auch auf - für die meisten Besucher aus Übersee - angenehme 16°C steigen. Für die Übersee-Incoming-
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Touristen verfügt das Westen Cape also aufgrund seines angenehmen und beständigen Klimas über einen wichtigen Vorteil gegenüber anderen Regionen.
Eine Einschränkung muss der Tourist jedoch in seinem Badeverhalten hinnehmen, da er nicht überall im Western Cape schwimmen kann. Durch die aus der Antarktis kommende Benguela-Meeresströmung, die eine Geschwindigkeit von 16 bis 40 km pro Tag erreicht und eine Temperatur von 5 °C aufweist, ist der Südatlantik vor Kapstadt recht kühl. An den Stränden der Westküste von Kapstadt hat das Wasser eine Temperatur von 13 bis 15 °C. Das kalte Wasser verdunstet aus dem Meer nur sehr langsam, daher ist die südafrikanische Westküste so regenarm. Diese kalten Wassertemperaturen sind der Grund dafür, dass an dieser Küste des Western Cape nur geringer Badetourismus vorhanden ist. Der Indische Ozean östlich von Kap Agulhas ist wesentlich wärmer als der Südatlantik. Der Mosambik-Agulhas-Strom besitzt eine Geschwindigkeit von 90 bis 230 km pro Tag und ist 20 °C warm. Deswegen ermöglicht er den Touristen aus Übersee ganzjähriges Baden an einem der vielen Strände an der Garden Route (vgl. ONLINE REISEFÜHRER FÜR KAPSTADT UND UMGEBUNG: 03.04.2006).
Positiven Einfluss auf das Reiseverhalten der Touristen hat weiterhin die Tatsache, dass die Provinz geographisch nicht in einer Gegend liegt, in der vermehrt geologisch oder klimatisch bedingte Naturgefahren auftreten. Weder Erdbeben noch schwere Unwetter sorgen für Schlagzeilen (vgl. ALLEN, G./BRENNAN, F.: 2004). Von der teilweise auftretenden Wasserknappheit im Landesinneren und den Bränden am Tafelberg in den südafrikanischen Sommermonaten sind Besucher aus Übersee nur eingeschränkt betroffen. Es kann höchstens geschehen, dass Reisende, die in einer Unterkunft nahe der Klein Karoo untergebracht sind, für einige Stunden auf fließendes Wasser in dieser Jahreszeit verzichten müssen. Außerdem kann es vorkommen, dass aufgrund der Brände am Tafelberg die dortige Seilbahn für einige Tage ihren Betrieb einstellt oder dass durch Tankerhavarien vor der Küste Südafrikas die Strände an der Garden Route für Badegäste gesperrt werden. Die beschriebenen möglichen Gefahren sind im Verlauf der letzten Jahre selten zu verzeichnen gewesen, und im Vergleich zu anderen global auftretenden Wetterphänomenen und Naturgefahren können sich die Besucher im Western Cape in dieser Hinsicht relativ sicher fühlen (vgl. YELD, J.: 2003). Die für südafrikanische Verhältnisse sehr gut ausgebaute Infrastruktur innerhalb des Western Cape kann als ein weiterer Standortvorteil betrachtet werden. Übersee-Incoming-Touristen kommen fast ausschließlich am Cape Town International Airport an. Eine Alternative ist der George Airport, der aber nicht an internationale Fluglinien angeschlossen ist. Seine Bedeutung für den Übersee-Incoming-Tourismus ist somit zu vernachlässigen. Des Weiteren
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Jens Finger, 2006, Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel der Provinz Western Cape/Südafrika, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Probleme der Metropolen in Entwicklungsländern am Beispiel von Bangalo...
Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
Examination Thesis, 106 Pages
Geography / Earth Science - Tourism Geography: Angebote für den Übersee-Incoming-Tourismus am Beispiel der Provinz Western Cape/Südafrika is now available as a printed book
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