KURZFASSUNG
Kommunikation und Informationsaustausch in Netzwerkorganisationen am Beispiel des strategischen Netzwerkes DELTA Solutions
Schlüsselwörter: Netzwerk, Kommunikation, Informationsaustausch, Medien, Informations- und Kommunikationstechnologie Diese Arbeit beschäftigt sich mit der zwischenbetrieblichen Kommunikation in einem mittelständischen Dienstleistungs-Netzwerkes zur Entstehung von Immobilien und der Umsetzung theoretischer Grundlagen in die Praxis.
Im theoretischen Teil werden die Begriffe Unternehmensnetzwerk und Kommunikation erklärt und deren Eigenschaften beschrieben. Aufbauend auf diese Grundlagen wird auf die zwischenbetriebliche Kommunikation in Netzwerken eingegangen, welche besondere Anforderungen an die Informations- und Kommunikationsstruktur der Organisationen stellt. Den praktischen Teil kennzeichnet die Vorstellung eines neugegründeten strategischen Netzwerkes, das im Bereich der Tourismus- und Freizeitwirtschaft Bauprojekte ganzheitlich konzipiert, plant und realisiert. Die vorzufindende Kommunikations- und Informationsstruktur wird durchleuchtet und mit Strukturen anderer bestehender Netzwerke verglichen. Weiters werden die Meinungen und kritischen Äußerungen der Netzwerkakteure bezüglich der Kommunikation im Netzwerk
zusammengefasst und diskutiert. Aus dem Scheitern eines aufgelösten Netzwerkes wird hinsichtlich des Kommunikationsdefizits ein Resümee gezogen.
Als Erkenntnis können Vorschläge im Bereich der Einführung und Entwicklung effizienter Informations- und Kommunikationsstrukturen in Unternehmensnetzwerken dienen.
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ABSTRACT
Communication and information exchange in network organizations by the example of the strategic network DELTA Solutions Keywords: network, communication, information exchange, media, information and communication technology This thesis is about inter-company communication in a medium-size service network for the emergence of real estates and the conversion of theoretical bases to the practice.
In the theoretical part the terms enterprise network and communication are explained and their characteristics are described. Constructing on these bases this thesis deals with inter-company communication, which represents special requirements at the information and communication structure.
The practical part is characterised by an introduction of a new founded network that conceives, plans and realises buildings. The integrated communication and information structure is analyzed and compared with structures of other existing networks.
Further the opinions and critical expressions of the network participants concerning communication in the network are summarized and discussed. A conclusion is made out of the failure of a dissolved network regarding the communication deficit.
Cognitions could be suggestions, concerning the introduction and development of an efficient information and communication structure in enterprise networks.
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INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort 1
Einleitung 2
THEORETISCHER TEIL
1 Netzwerke 5
1.1 Herausforderung für Unternehmen 5
1.1.1 Organisatorischer Wandel 5
1.1.2 Virtuelle Unternehmen 5
1.2 Unternehmensnetzwerke 6
1.2.1 Definition und Eigenschaften 6
1.2.2 Managementaufgaben 9
1.2.3 Erfolgsfaktor Kommunikation 10
2 Begriff und Wesen der Kommunikation 12
2.1 Kommunikation und Information 12
2.1.1 Der Wandel des Kommunikationsbegriffes 12
2.1.2 Information 13
2.2 Das Funktionieren von Kommunikation 13
2.2.1 Informationstheoretische Erklärungsansätze 14
2.2.2 Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze 16
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3 Grundlagen der betrieblichen Kommunikation 20
3.1 Klassifizierung der Kommunikation 20
3.1.1 Synchrone vs. asynchrone Kommunikation 21 3.1.2 Einweg- vs. Zweiwegkommunikation 22 3.1.3 Bilaterale vs. multilaterale Kommunikationsformen 23 3.1.4 Direkte vs. technisch vermittelte Kommunikation 24 3.1.5 Zusammenfassung der Kommunikationsarten 25
3.2 Medienvielfalt 26
3.2.1 Face-to-Face-Kommunikation 27 3.2.2 Telekommunikation 28
3.3 Medienwahl 32
3.3.1 Media-Richness-Modell 32 3.3.2 Das aufgabenorientierte Kommunikationsmodell 34
4 Kommunikation in Netzwerken 36
4.1 Kommunikation 37
4.1.1 Kommunikationsnetze 38 4.1.2 Einsatz von Kommunikationsmedien 40 4.1.3 Formale vs. informelle Kommunikation 41
4.2 Gemeinsame Datenbasis 43
4.2.1 Möglichkeiten der Anwendung 44 4.2.2 Datenmanagementsysteme 45 4.2.3 Zugriffsmechanismen 47 4.2.4 Vorteile von Datenmanagementsystemen 48 4.2.5 Zusammenfassung der Verteilungsstrategien 50
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4.3 Gemeinsame Applikationen 50
4.3.1 Groupware-Systeme 51 4.3.2 Vorraussetzungen für einen effizienten Groupware-Einsatz 55
4.4 Konflikt- und Risikopotentiale 56
4.4.1 Kostenverteilung 56 4.4.2 Autonomie versus Abhängigkeit 57 4.4.3 Netzwerksicherheit 57
PRAKTISCHER TEIL
5 Delta Solutions 58
5.1 Wegweiser der Zukunft 58
5.2 Das Full-Service Netzwerk DELTA Solutions 59
5.2.1 Ganzheitliche, integrierte Lösungen 61 5.2.2 Partner im Netzwerk DELTA Solutions 61
5.3 Informations- und Kommunikationsstruktur von DS 64
5.3.1 Kommunikation im Netzwerk 64 5.3.2 Gemeinsame Datenbasis 68 5.3.3 Gemeinsame Applikationen 71
5.4 Bestehende Unternehmensnetzwerke 71
5.4.1 Rosenbluth International Alliance 71 5.4.2 Clusterland Oberösterreich 72 5.4.3 Netzwerkkooperationen im Bauwesen 75
5.5 Resümee eines gescheiterten Netzwerkes 77
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6 Interviewführung mit den Netzwerkakteuren 79
6.1 Gestaltung des Fragebogens 79
6.2 Zwischenmenschliche Kommunikation im Netzwerk 81
6.2.1 Bedarf an Kommunikation 81 6.2.2 Ergebnisse der Auswertung 82
6.3 Der Netzwerktag 83
6.3.1 Vorbereitungen für den Netzwerktag 83 6.3.2 Besprechungskultur 84 6.3.3 Effiziente Gestaltung des Netzwerktages 85 6.3.4 Ergebnisse der Auswertung 87
6.4 Abwicklungen im Netzwerk 88
6.4.1 Einsatz von Kommunikationsmedien 88 6.4.2 Informationsverteilung 89 6.4.3 Informations- und Kommunikationssystem 90 6.4.4 Ergebnisse der Auswertung 92
7 Schlussfolgerungen 94
7.1 Erkenntnisse 94 7.1.1 Kommunikation als Brücke zwischen den Personen einer Organisation 96
7.1.2 Der Weg zur lernenden Organisation 96
7.2 Ergebnisse 98
Literaturverzeichnis 100
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Partnerschaft für den unternehmerischen Erfolg
Abb. 2: Netzwerktypologien zwischen Markt und Hierarchie
Abb. 3: Nachrichtentechnisches Kommunikationsmodell von Shannon / Weaver
Abb. 4: Analyseebenen der Informationsübertragung
Abb. 5: Axiome der Kommunikation
Abb. 6: Die vier Seiten einer Nachricht
Abb. 7: Allgemeine Darstellung des Kommunikationsmodells
Abb. 8: Synchrone und asynchrone Kommunikation
Abb. 9: Einweg- und Zweiwegkommunikation
Abb. 10: Vergleich der Kontrolllevel
Abb. 11: Überblick Kommunikationsarten
Abb. 12: Das Media-Richness-Modell
Abb. 13: Das aufgabenorientierte Kommunikationsmodell
Abb. 14: Stufen der Informationsverarbeitungs-Kopplung
Abb. 15: Die vier Grundtypen kommunikativer Netze
Abb. 16: Gegenüberstellung der dokumentengebundenen und der
datenbankgest ützten Informationsweitergabe
Abb. 17: Klassifikationsschema nach Unterstützungsfunktionen
Abb. 18: Netzwerkpyramide von DELTA Solutions
Abb. 19: Ganzheitlich, integrierte Dienstleistung
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Vorwort
Der Grundstein dieser Diplomarbeit wurde durch den Geschäftsführer des Unternehmensnetzwerkes DELTA Solutions Herrn DI Drugowitsch gelegt, der den Themenvorschlag „Kommunikation in Netzwerken“ zur Bearbeitung an die Fachhochschule Technikum Kärnten leitete. Obwohl ich mich mit den Begriffen Kommunikation und
Netzwerkorganisationen im Vorfeld noch nie auseinander gesetzt habe, entschloss ich mich kurzerhand dieses Thema zu bearbeiten. Ich sah darin die Möglichkeit, meinen Wissenshorizont über die Grenzen meines Studiums „Bauingenieurwesen - Projektmanagement“ hinweg zu erweitern.
Die Diplomarbeit „Managementfaktoren für ein Strategisches Netzwerk am Beispiel DELTA Solutions“ von Herrn DI (FH) Koschuttnigg, Absolvent an der FH Technikum Kärnten, stellte für mich die Einführung in das Themengebiet der Netzwerkorganisationen dar. Aber auch durch die Teilnahme an gemeinsamen Treffen aller am Netzwerk beteiligten Unternehmen wurde mir das Thema der Netzwerkzusammenarbeit näher gebracht und ich erhielt Einblicke in den flexiblen und synergieträchtigen Zusammenschluss von Unternehmen, die ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.
Für die Einführung in das komplexe Thema der Kommunikation stand mir Herr Mairhofer, Doktor der Publizistik und Kommunikationswissenschaft, tatkräftig zur Seite.
Meinen Dank spreche ich an dieser Stelle Herrn DI Knut Drugowitsch und Herrn Dr. Otto Greiner aus, die mich bei der Erstellung dieser Arbeit betreut haben.
Großen Dank auch den einzelnen Repräsentanten der Firmen des Netzwerkes DELTA Solutions für die freundliche Aufnahme und den interessanten Gesprächen im Zuge der geführten Interviews.
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Einleitung
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Kommunikation und dem Informationsaustausch in Netzwerkorganisationen. Ziel dieser Arbeit ist, die Möglichkeiten in Netzwerken zu kommunizieren aufzuzeigen, auf die Gestaltung der Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen näher einzugehen und die speziellen Anforderungen an die Kommunikation auszuarbeiten, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Partnerunternehmen in Netzwerken zu ermöglichen. Der theoretische Teil beschäftigt sich mit den Begriffen Netzwerk und Kommunikation, und mit den Möglichkeiten in Netzwerken zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Nach der Darstellung der Eigenschaften, Typologien und Erfolgsfaktoren von Unternehmensnetzwerken im ersten Kapitel, wird im zweiten Kapitel auf das Wesen der Kommunikation eingegangen. Das Kapitel behandelt speziell das Funktionieren der Kommunikation, welches anhand informationstheoretischen und verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen erklärt wird.
Das dritte Kapitel beinhaltet die Grundlagen der betrieblichen Kommunikation. Inhalte sind die Klassifizierung der Kommunikation, die Vorstellung der Medien über die kommuniziert werden kann und die aufgabenorientierte Medienwahl.
Im vierten Kapitel wird die Kommunikation in Netzwerken unter die Lupe genommen und die drei Stufen der Integration von Informations- und Kommunikationssystemen in netzwerkartigen Kooperationsformen vorgestellt.
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Der praktische Teil dieser Arbeit beschäftigt sich vorwiegend mit dem bestehenden Projektentwicklungsnetzwerk DELTA Solutions (DS) und mit der Interviewführung mit den Netzwerkakteuren von DS. Das fünfte Kapitel beinhaltet die Vorstellung des jungen strategischen Netzwerkes DELTA Solutions, das Bauprojekte in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft ganzheitlich konzipiert, plant und realisiert und die Darstellung der Informations- und Kommunikationsstruktur dieser Netzwerkorganisation. Zusätzlich werden vier weitere bestehende Netzwerke bezüglich deren Kommunikationsstruktur behandelt. Die im Zuge der Interviewführung mit den Netzwerkakteuren geäußerten Meinungen über die Kommunikation im Netzwerk DELTA Solutions werden im sechsten Kapitel dargestellt und daraus allgemeine Erkenntnisse gezogen.
Das siebte Kapitel „Schlussfolgerungen“ beinhaltet die Ergebnisse und Erkenntnisse der Diplomarbeit.
Diese Arbeit behandelt ausschließlich die zwischenbetriebliche Kommunikation in Netzwerken, die aus autonomen Akteuren und/oder unabhängigen Unternehmen bestehen.
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1 Netzwerke
1.1 Herausforderung für Unternehmen
1.1.1 Organisatorischer Wandel
Unter dem Einfluss eines sich ändernden Marktes entstehen neue Anforderungen an Unternehmen und ihre Organisationsstrukturen. Erhöhter Wettbewerb und die Notwendigkeit, sehr schnell auf veränderte Marktsituationen reagieren zu müssen, zwingen klassisch von Hierarchie geprägte Unternehmen, neue Organisations- und Kooperationsformen zu entwickeln (Vgl. Riempp, 1998, S. 1).
1.1.2 Virtuelle Unternehmen
Eine Form der unternehmensübergreifenden Kooperation, die sich durch sehr hohe Flexibilität und Kundenorientierung auszeichnet, ist das sogenannte ‚Virtuelle Unternehmen’ (Vgl. Kemmner, 2000, S. 1). Virtuelle Unternehmen werden als die „Kooperationsform der Zukunft“ bezeichnet.
Ein Virtuelles Unternehmen (VU) ist eine Kooperationsform selbständiger Unternehmen, bei der sämtliche Leistungen zur Erbringung einer Dienstleistung von den beteiligten Partnerunternehmen erbracht werden. Die kooperierenden Unternehmen treten bei der Leistungserstellung gegenüber Dritten als einheitliches Unternehmen auf. Das VU erbringt jedoch selbstständig keine Leistungen. Ein VU kann entweder auf Dauer angelegt sein oder es formt sich maßgeschneidert für die Erbringung projektbezogener Dienstleistungen (Vgl. Drugowitsch, 2003, S. 5). Mit der Bildung von Virtuellen Unternehmen verfolgen die Partnerunternehmen grundsätzlich das Ziel, ihre Wettbewerbsfähigkeit
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durch die erhöhte Qualität und Flexibilität bei der individuellen Service-oder Produktgestaltung, Kostenreduzierung, Ausweitung ihres
Leistungsspektrums und Verbreitung ihrer Know-how Basis zu verbessern (Vgl. Kemmner, 2000, S. 14).
Am Anfang eines Virtuellen Unternehmens steht die Schaffung eines Unternehmensnetzwerkes. Dieses Netzwerk, bestehend aus rechtlich und wirtschaftlich voneinander unabhängigen Unternehmen, bildet sozusagen das Fundament für die spätere Zusammenarbeit. Bereits hier entscheidet sich, ob die später aus dem Netzwerk hervorgehenden VU eine Chance haben erfolgreich zu sein oder nicht.
1.2 Unternehmensnetzwerke
1.2.1 Definition und Eigenschaften
„Ein Netzwerk stellt eine auf die Wettbewerbssicherung zielende Organisationsform dar, die sich durch lose gekoppelte Beziehungen der zumeist relativ autonomen Akteure auszeichnet.“ (Liebhart, 1997, S. 9)
1.2.1.1 Wettbewerbsicherung
Durch die Verschmelzung der Kernkompetenzen aller Akteure eines Netzwerkes erhalten die Netzwerkpartner nachhaltig Wettbewerbsvorteile und das wirtschaftliche Überleben jedes Partners wird sichergestellt. Jeder Partner im Netzwerk kann für die anderen Partner als Ergänzung gegensätzlicher Kompetenzen gesehen werden. Dies ermöglicht erhebliche Einsparungspotentiale und erhöht die Konzentration auf die eigenen Kompetenzen.
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Abb. 1: Partnerschaft für den unternehmerischen Erfolg! (Quelle: Dr. Greiner, O., 2002)
1.2.1.2 Lose gekoppelte Beziehungen
Durch die lose gekoppelten Beziehungen der selbständigen Akteure im Netzwerk zueinander und die sich daraus ergebende multilaterale (wechselseitige) Abhängigkeit der Netzwerkpartner, findet eine Verteilung der Macht auf das gesamte Netzwerk statt und verhindert somit die Zentralisierung.
Durch wechselnde Anforderungen und je nach fachlicher Qualifikation, Kompetenz und Erfahrung der einzelnen Partner wechselt die Verteilung der Aufgaben im Netzwerk. Damit wird ein rasches und flexibles Handeln bezüglich der sich ändernden Anforderungen möglich.
1.2.1.3 Beziehungen im Netzwerk
Die Grundlage eines funktionierenden Netzwerkes sind die Beziehungen zwischen den Netzwerkpartnern. Diese Beziehungen entstehen aus dem gemeinschaftlichen Tausch von Informationen. Aus der intensiven Wechselbeziehung zwischen den Partnern durch eine offene Kommunikation entsteht die Basis für Vertrauen.
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1.2.1.4 Netzwerktypologien
Eine klare Einordnung von Netzwerkorganisationen leidet unter den vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten aus unterschiedlichen Disziplinen. Netzwerke sind grundsätzlich hybride (verschiedenartig
zusammengesetzte) Formen, die entlang dem Kontinuum zwischen Markt und Hierarchie einzureihen sind (Vgl. Liebhart, 1997, S. 11).
Abb. 2: Netzwerktypologien zwischen Markt und Hierarchie
(Quelle: Liebhart, U., 1997, S. 11)
Strategische Netzwerke sind langfristige, zielgerichtete Anordnungen zwischen zumeist relativ autonomen Akteuren, die eine
wettbewerbssichernde Organisationsform darstellen. Die Beziehungen in strategischen Netzwerken sind hierarchisch ähnlich aufgrund der starken Verbindlichkeiten der Akteure. Als praktische Folge unterscheiden sich strategische Netzwerke von anderen Netzwerktypen insbesondere dadurch, dass sie durch einen zentralen Akteur (fokales Unternehmen) koordiniert und strategisch geführt werden. Das fokale Unternehmen gibt die strategische Orientierung vor und koordiniert auf einer Metaebene maßgeblich die Aufgabenverteilung im Netz sowie die Beziehungen der Netzwerkteilnehmer untereinander. Im Gegensatz zu strategischen Netzwerken gibt es
Netzwerkorganisationen, die durch eine geringere Verbindlichkeit der Akteure gekennzeichnet sind. Die Steuerung erfolgt polyzentrisch, d.h. es gibt keine zentrale Steuerbarkeit, was bis hin zur Selbstorganisation der Netzwerkpartner führen kann. Weitere Merkmale dieser Ausprägung ist wenig Routine, ein großer Handlungsspielraum und hohe
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Anpassungsfähigkeit der Akteure und damit auch verbunden ein großer Bedarf an Koordinationsarbeit (Vgl. ebenda).
Eine weitere Möglichkeit Netzwerke zu unterteilen, bezieht sich auf deren Grenzen. Damit ergibt sich eine Abgrenzung zwischen dem intra- und interorganisationalen (internes und externes) Netzwerk. Teilautonome Arbeitsgruppen, Qualitätszirkel, aber auch Profit Center innerhalb einer Organisation werden im allgemeinen als
intraorganisationale Netzwerke gesehen. Netzwerke zwischen relativ autonomen Akteuren oder unabhängigen Unternehmen werden als interorganisationale Netzwerke definiert. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich ausschließlich mit interorganisationalen Netzwerken.
1.2.2 Managementaufgaben
In einem Netzwerk muss grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Managementaufgaben unterschieden werden: dem Netzwerkmanagement und - demProjektmanagement - 1.2.2.1Netzwerkmanagement
Dem Netzwerkmanagement obliegt es die Netzwerkstrukturen aufzubauen und Prozesse im Netzwerk zu lenken. Dafür sind Abstimmungsprozesse, Zielformulierungsprozesse etc. durch die Netzwerkpartner von Nöten. Diese Prozesse werden durch eine intensive Kommunikation und Kooperation zwischen den Partnern abgehandelt. Die Beschleunigung der Prozesse wird durch eine effektive Kommunikationsstruktur im Netzwerk gewährleistet.
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1.2.2.2 Projektmanagement
Im Projektmanagement werden für die Abwicklung von Projekten im Netzwerk Projektteams zusammengestellt. Es wird festgelegt wer von den Partnern an der Leistungserstellung teilnimmt. Eine hohe Anforderung für eine gute Zusammenarbeit, der in der Regel örtlich getrennten Teammitglieder, wird an den Grad der Informationsvernetzung gestellt. Es geht darum, dass sich jedes Teammitglied mit dem anderen möglichst intensiv austauschen kann. Darüber hinaus können durch ein gemeinsames Projektinformationssystem projektrelevante Daten für alle Teammitglieder zugänglich gemacht werden.
Die Einführung einer effektiven Informations- und Kommunikationsstruktur hilft Projekte erfolgreich abzuwickeln und hebt dadurch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtnetzwerkes und der Netzwerkpartner. Der Unterschied zwischen den beiden Managementaufgaben ist, dass im Projektmanagement klar festgelegte Aufgaben durch das Projektteam zu erledigen sind. Es werden konkrete Ziele vereinbart die zu erreichen sind und Prozessabläufe vorgegeben.
Im Netzwerkmanagement besteht zwischen den Akteuren das Prinzip der Freiwilligkeit. Wer was und wie viel leistet, ist von Anfang an nicht festgelegt bzw. genau abgeklärt. Es hängt sehr viel davon ab, wie viel sich der einzelne Akteur freiwillig einbringt.
1.2.3 Erfolgsfaktor Kommunikation
Aufgrund der obigen Ausführungen wird unternehmensübergreifend die Kommunikation zwischen den Netzwerkakteuren und die
Informationstechnologie neben Vertrauen zunehmend als der kritische Erfolgsfaktor von Netzwerken angesehen.
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Von großer Bedeutung für die Etablierung und den Erfolg eines Netzwerkes ist die Implementierung einer geeigneten Informations- und Kommunikationsstruktur.
Letztlich entscheidet aber die Qualität und Quantität der Kommunikation, ob die Zusammenarbeit der Partnerunternehmen erfolgreich ist oder nicht. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Unternehmensnetzwerke durch wirtschaftlich voneinander unabhängigen Unternehmen gebildet werden. Die Leistungen eines Netzwerkes setzen sich aus dem Pool von Kernkompetenzen zusammen, die durch die Netzwerkunternehmen eingebracht werden. Um den Wettbewerbsvorteil eines Netzwerkes gegenüber anderer Mitbewerber am Markt zu sichern, müssen die Prozesse des Netzwerkmanagements und Projektmanagements durch eine effektive Informations- und Kommunikationsstruktur unterstützt werden.
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2 Begriff und Wesen der Kommunikation
Wenn von Kommunikation gesprochen wird, ist auch immer von Information die Rede. Kommunikation wird häufig als ein Austausch von Information angesehen (Vgl. Watzlawick et al, 1996, S. 30). Zwischenmenschliche Kommunikation ist hingegen ein überaus komplexer Prozess, bei dem es um mehr geht, als um eine reine Informationsübermittlung von einem Sender zu einem oder mehreren Empfängern (Reichwald et al, 1998, S. 47).
2.1 Kommunikation und Information
2.1.1 Der Wandel des Kommunikationsbegriffes
Die letzten Jahrzehnte wiesen einen deutlichen Wandel des Begriffes Kommunikation auf. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten relativ technische Begriffsdefinitionen wie: Mitteilung, Verbindung, Verkehr. Verwendung fanden diese Begriffe hauptsächlich im öffentlichen, technischen sowie im militärischen Bereich. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kommunikation um die technischen Begriffe der Telekommunikation, Nachrichtentechnik, Fernverbindung, Fernverkehr ergänzt. Erst ab den 70er Jahren wurde diesem Begriff auch die zwischenmenschliche Kommunikation zugeschrieben. Von nun an überwog der menschliche Aspekt dem rein technischen Gebrauchs des Kommunikationsbegriffes. Ende der 80er wurde der Begriff Metakommunikation eingeführt, da es ab diesem Zeitpunkt auch notwendig wurde, wissenschaftlich über die Kommunikation sprechen zu können (Vgl. LeMar, 1997, S. 9ff).
Heute ist der Kommunikationsbegriff unterschiedlich weit gefasst. Der Vorgang des Transportes von Information, das Codieren, die physikalische Übertragung und das Decodieren einer Information wird in der Nachrichtentechnik mit dem Begriff Kommunikation verbunden (Vgl.
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Reichwald et al, 1998, S. 46). Der Vorgang der Kommunikation wird auch mit Bezeichnungen wie „Informationsfluss“, „Nachrichtenaustausch“ umschrieben. Abläufe wie Anpassungen vornehmen, Absprachen treffen, Know-how austauschen, Koordination erreichen, Besprechungen einberufen, Preisverhandlungen führen und Meetings abhalten werden damit vollzogen (Vgl. LeMar, 1997, S. 13f).
2.1.2 Information
Produktionsfaktoren wie Boden, Arbeit, Kapital und deren Bedeutung für ökonomische Handlungen sind bereits sehr früh beschrieben worden. Die Bedeutung des Produktionsfaktors Information wurde erst relativ spät erkannt (Vgl. Picot/Reichwald/Wigand, 1998, S. 65). Information ist ein Bestandteil der Kommunikation und kann als Ware im
Kommunikationsprozess interpretiert werden. Mohr (1997:148) versteht in Anlehnung an Staehle unter Information zweckbezogenes Wissen über Zustände und Ereignisse.
2.2 Das Funktionieren von Kommunikation
Trotz der Vielfalt an Begriffen, mit denen die Wissenschaft Kommunikation umschreibt, ist es bisher noch nicht gelungen, Kommunikation eindeutig zu definieren (Vgl. Mohr, 1997, S. 143). Auf diese Problematik weist auch Merten hin, der 160 Definitionen von Kommunikation analysierte (Vgl. Merten, 1977, S. 12ff, (zit. nach: Mohr, 1997, S. 144)). Deshalb umgehen viele Autoren das Aufstellen einer eindeutigen Definition und verweisen stattdessen auf die unterschiedlichen Modelle des Kommunikationsprozesses. In neuerer Zeit haben sich eine Vielzahl von Erklärungsansätzen herausgebildet, die den Kommunikationsprozess aus unterschiedlichen Sichtweisen beleuchten.
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2.2.1 Informationstheoretische Erklärungsansätze
2.2.1.1 Nachrichtentechnisches Kommunikationsmodell
Das bekannteste Grundmodell der Kommunikation stammt von Shannon und Weaver. Seinen Ursprung hat es in der Fernmeldetechnik und beschränkt sich im wesentlichen aus den syntaktischen Aspekt der Kommunikation. In diesem Modell wird der Weg einer Nachricht von einem Sender über einen Übertragungskanal hin zum Empfänger nachgezeichnet (Vgl. Krallmann/Ziemann, 2001, S. 24f).
Abb. 3: Nachrichtentechnisches Kommunikationsmodell von Shannon / Weaver (Quelle: Picot, A., 1998, S. 70)
Die Informationsquelle (Information Source) wählt bestimmte
Zeichenkombinationen (Message) aus. Der Sender (Transmitter) kodiert diese Botschaft in ein Signal (Signal), welches über einen Kommunikationskanal vom Sender zum Empfänger (Receiver) gelangt. Der Empfänger dekodiert das Signal wiederum in Botschaften und leitet diese zu ihrem Bestimmungsort weiter. All die Störfaktoren, die beim Austausch von Botschaften auftreten können, nennen Shannon und Weaver Geräusche (noise). Wenngleich diese nachrichtentechnische
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Modellierung eines Kommunikationsvorganges wichtige
Problemstellungen thematisiert, dient es für die Analyse von Verständigungszusammenhängen lediglich als Ausgangspunkt. Um die Verständigung umfassend beschreiben zu können, müssen Modelle der Semantik und der Pragmatik herangezogen werden (Vgl.
Picot/Reichwald/Wigand, 1998, S. 70).
2.2.1.2 Kommunikation im Kontext der Sprachtheorie
Im Kontext der Sprachtheorie (Semiotik) kann Kommunikation auf drei Ebenen betrachtet werden. Das Kommunikationsmodell besteht aus den Elementen: Sender, Übertragungskanal und Empfänger.
Abb. 4: Analyseebenen der Informationsübertragung
(Quelle: Reichwald, R., 1990, S. 416)
Die Syntaktik befasst sich mit der Nachrichtenübermittlung, also mit der entsprechenden Kodierung, Gestaltung der Übertragungskanäle und Netzverbindungen. Die Semantik behandelt die Fragen, die sicherstellen, dass Sender und Empfänger der gesendeten Nachricht die gleiche Bedeutung zuordnen. Bei übereinstimmender Bedeutung zwischen Sender und Empfänger spricht man von einer Nachricht. Die Pragmatik bezieht sich auf den Aspekt, dass durch Information bestimmte
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Arbeit zitieren:
DI (FH) Daniel Huemer, 2003, Kommunikation und Informationsaustausch in Netzwerkorganisationen am Beispiel des strategischen Netzwerkes Delta Solutions, München, GRIN Verlag GmbH
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