Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Begriffserkl ärungen. II
1. Einleitung. 1
2. Grundlagen zur Wohnungs- und Stadtstruktur 2
2.1 Konsequenzen der Metropolisierung für den Immobilienmarkt 2
2.2 Folgen der veränderten Stadtgenese für den Wohnungsmarkt 3
2.3 Entwicklungen verschiedener Wohnviertel in der Großstadt. 4
2.4 Favorisierte Wohnviertel der Immigranten 5
3. Stadt- und Wohnungsökonomie. 7
3.1 Die Auswirkungen der Globalisierung auf die Wohnungsmarktentwicklung7
3.2 Beeinflussung des Wohnungsmarktes durch staatliche Intervention. 8
3.3 Urban Governance in lateinamerikanischen Städten am Beispiel von São
Paulo. 9
3.4 Versuche der Dekonzentration. 10
3.5 Problemlösungsansatz: Wirtschafts- und sozialräumlicher Strukturwandel11
4. Wohnraum-Versorgung der unteren Bevölkerungsschichten 12
4.1 Wohnraumversorgung unterer Sozialschichten vom Staat 12
4.2 Der staatliche Wohnungsbau am Beispiel Argentinien 13
4.3 Wohnraumversorgung unterer Sozialschichten durch Wohnungsselbst-
konstruktion. 14
4.3.1Die Nutzung des städtischen Raumes am Beispiel von „Villas populares“
von La Paz in Bolivien. 16
4.3.2 Gated Communities am Beispiel Barra da Tijuca (Brasilien) 17
5. Fazit 19
Literaturverzeichnis. 20
- I -
Begriffserklärungen Conventillos:
Auch conventico, dt.: „Klösterchen“: fast immer innerstädtische Massenunterkünfte mit zimmerweiser Vermietung und Gemeinschaftsnutzung des Bads. Häufig ein schmaler Gang mit Zimmern auf einer oder beiden Seiten, am Ende die Sanitäranlagen. Zu innerstädtischen Slums abgesunkenen, ehemals gehobene Wohnviertel.
Cuadra:
Straßenblock, quadratisch, Seitenlänge etwa 100 m im kolonialen Grundrissplan der argentinischen Städte.
Departamentos:
Luxuriöse Appartements
Favelas:
Vor allem in Brasilien üblicher Begriff für Marginalviertel
Fondo Nacional de Vivienda:
Nationaler Wohnungsfond
Inquilinato:
Mietsverhältnis
Polarization-reversal-Prozess:
Der Prozess, der die Bedeutung des Hinterlandes gegenüber großen Metropolen eines Landes durch veränderte Politik stärkt.
Plaza:
Platz
- II -
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der allgemeinen Struktur des Immobilienmarktes in Lateinamerika. Anhand verschiedener Länderbeispiele von Studien aus den letzten Jahren in Brasilien, Peru und Argentinien soll exemplarisch die Entwicklung im Immobilienmarkt, die eng mit der städtischen Entwicklung zusammen hängt, aufgezeigt werden.
Da diese Arbeit teilweise auf theoretischen Erkenntnissen der Arbeiten zum städtischen, aber auch zum gewerblichen Immobilienmarkt basiert, wird auf eine neue the-oretische Fundierung verzichtet. Stattdessen sollen neue Erkenntnisse aus praktischen Beispielstudien der verschiedenen Länder dargestellt werden. Die Arbeit stützt sich dabei auf die These, dass der Immobilien- und Wohnungsmarkt in Lateinamerika sich in vielen Aspekten von den im Seminar kennen gelernten Immobilienmarkt in Deutschland bzw. Europa unterscheidet.
In einem ersten Schritt wird die allgemeine Stadtstruktur in Lateinamerika erklärt, da diese zum Verständnis des sich herausgebildeten Immobilienmarktes gerade in Lateinamerika von Bedeutung ist. Im Folgenden sollen die einzelnen Beispiele zu politischen Einflussgrößen wie Urban Governance, Dezentralisierungsversuchen und dem Problem des sozialen Wohnungsbaus, sowie zu unkonventionellen Methoden zur Lösung des Wohnungsproblems betrachtet werden. Anschließend wird auf den Aspekt der Gated Communities im lateinamerikanischen Kontext eingegangen. Literatur zum Thema „Immobilienmarkt in Lateinamerika“ ist fast nicht vorhanden. Einige Studien zum städtischen Problem der Metropolen, meist auf Spanisch, behandeln zwar sporadisch und marginal auch den Aspekt des Immobilienmarktes, doch leider fehlen Schwerpunktstudien zu diesem Bereich. Mehr Literatur bietet das Thema der Stadtstruktur und die Wohnraumversorgung der sozial benachteiligen Sozialschichten, was aus erläuterten Gründen deshalb auch quantitativ in der vorliegenden Hausarbeit berücksichtigt wurde.
- 1 -
2. Grundlagen zur Wohnungs- und Stadtstruktur 2.1 Konsequenzen der M etropolisierung für den Immobilienmarkt
Nach Mertins (1987) gilt Lateinamerika als meist verstädterte Großregion der Dritten Welt. Vor allem im Südamerika außerhalb der Tropen werden mit 82 Prozent Verstädterungswerte erreicht, die denen in Europa gleichen. Die Herausbildung einer „primate city“ oder „primate region“ (Mertins 1987: 156) passiert aufgrund eines hohen natürlichen Bevölkerungswachstums, spezifischen Wanderverhaltens und unterschiedlicher Wirtschaftstruktur und -konzentration. In den nächsten Jahren sinkt voraussichtlich der Anteil der Zuwanderer.
Die Randbezirke lateinamerikanischer Metropolen haben wegen ihrer Funktion als „Auffanglager“ für die Neuzuwanderer und durch die Kern-Rand-Wanderung, die seit spätestens Anfang der 70er Jahre beobachtbar ist, zugenommen.
2.2 Folgen der veränderten Stadtgenese für den Wohnungsmarkt
Wie schon im Modell der lateinamerikanischen Großstadt von Bähr/ Mertins (1995) beschrieben, wurde die kreisförmige Stadtstruktur aus vorindustrieller Zeit, die von einer City ausgeht und sich vom zentralen Plaza aus bildet, überformt. In den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts bildete sich eine andere Form entlang schon früher angelegter Prachtstraßen in Richtung der Oberschichtviertel. Dabei verändert sich die Bausubstanz wegen der asymmetrischen Stadtentwicklung im Stadtkern, wie auch entlang der Expansionsstränge stark, in anderen Teilen aber fast gar nicht. In der City bilden sich somit meist mehrere Kerne: Der qualitativ führende Einzelhandel verlässt den kolonialen Kern in Richtung der Oberschichtviertel. Die öffentlichen Verwaltungen bleiben in der Nähe des Plaza, die privaten Dienstleistungen bilden oft einzelne Viertel in der Nähe von Standorten mit guter Erreichbarkeit (vgl. Gans 1990: 79).
- 3 -
Arbeit zitieren:
Sarah Lindner, 2005, Strukturen der Immobilienwirtschaft in Lateinamerika, München, GRIN Verlag GmbH
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