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Das althochdeutsche Georgslied

Title: Das althochdeutsche Georgslied

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: gut

Autor:in: Marika Ziron (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die Wissenschaft beschäftigte und beschäftigt sich noch heute sehr intensiv mit diesem Lied der Heiligenverehrung. Schon die Rekonstruktion der Textform ist äußerst schwierig und teilweise nicht mehr realisierbar, da Teile des Textes so schwer geschädigt sind, dass eine sichere Entzifferung nicht mehr möglich ist. Haubrichs spricht in seinen Ausführungen „über einen der schwierigsten, am schlechtesten überlieferten, durch äußere Einwirkungen ebenso wie durch Unverständnis des Kopisten nachhaltig zerstörten und zudem Fragment gebliebenen Text(e) der althochdeutschen Zeit, ja des gesamten Mittelalters […]“ Bei vielen anderen Texten würden wir uns eine weniger zahlreiche Überlieferung wünschen, um Einheitlichkeit herstellen zu können. Anders beim Georgslied. Hier wäre der Variantenreichtum für die Wissenschaft sehr hilfreich. Leider ist dies aber nicht der Fall und so muss die Untersuchung ausgehend von der einzigen Textgrundlage erfolgen, was zahlreiche Schwierigkeiten mit sich bringt. Einige dieser möchte ich auf den folgenden Seiten näher erläutern. Dabei beginne ich mit der Analyse des Sachgegenstandes, indem ich einige Informationen zur Person des heiligen Georgs und der Geschichte seiner Verehrung anführe. Im Folgenden möchte ich mich dem Thema der Überlieferung zuwenden und in diesem Zusammenhang auch die, für die Erforschung des Textes, überaus wertvolle Fassung Rostgards kurz ansprechen. Im Anschluss daran wende ich mich dem Lied an sich zu. Zu Beginn werde ich einige kurze Aussagen zu Gestalt und Aufbau des Textes geben und versuchen darzustellen, welche Hinweise uns diese z.B. in Bezug auf die Adressaten geben. Nachdem ich am Beginn meiner Arbeit auf die Georgsverehrung an sich eingegangen bin, versuche ich an späterer Stelle, den Inhalt des Heiligenliedes kurz und überblickhaft zusammenzufassen und eine Gliederung des Textes aufzuzeigen. Eines der größten Probleme, über das in der Wissenschaft auch heute noch keine einheitliche Position erreicht wurde, besteht in der Bestimmung der Entstehungszeit und des Entstehungsortes des Georgsliedes. Auch diesen Punkt möchte ich ausführlich erläutern und einige der verschiedenen Positionen und deren Begründung gegenüberstellen. Zentral bei der Beantwortung dieser Frage ist die Sprache des Georgsliedes und die Vielzahl der verwendeten sprachlichen Mittel. In einem längeren Schlussteil möchte ich mich folglich auch der Betrachtung dieser zuwenden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Allgemeines

2.1.1. Der heilige Georg und seine Verehrung

2.2. Das Georgslied

2.2.1. Überlieferung

2.2.1.1. Allgemeines

2.2.1.2. Rostgaards Fassung

2.2.2. Aufbau und Form

2.2.3. Inhalt

2.2.4. Gliederung

2.2.5. Entstehungsort und Zeit

2.2.6. Sprache

2.2.6.1. Vokalismus

2.2.6.2. Konsonantismus

2.2.6.3. Wörter und Wortverbindungen

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das althochdeutsche Georgslied, um die komplexen Fragen nach seiner Überlieferungsgeschichte, dem Aufbau und insbesondere seiner sprachlichen Herkunftsbestimmung zu erörtern. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern sprachwissenschaftliche Analysen zur Lokalisierung des Textdenkmals beitragen können, obwohl das Georgslied aufgrund seines fragmentarischen Zustands und der laienhaften Niederschrift zentrale Schwierigkeiten für die Forschung darstellt.

  • Überlieferungsgeschichte und textkritische Analyse der Heidelberger Otfriedhandschrift.
  • Strukturelle Untersuchung von Form und Inhalt des Heiligenliedes.
  • Diskussion der Entstehungszeit und des möglichen Entstehungsortes (Reichenau).
  • Sprachwissenschaftliche Untersuchung von Vokalismus und Konsonantismus.
  • Analyse spezifischer Wortverbindungen im althochdeutschen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1. Allgemeines

Beim althochdeutschen Georgslied handelt es sich um das älteste deutschsprachige Beispiel eines erzählenden Heiligenliedes. Problematisch und traurig ist allerdings der Zustand seiner Überlieferung zu nennen. Es handelt sich um einen codex unicus. In diesem Falle wäre es, anders als bei zahlreichen anderen Fällen kein Fluch, wenn man verschiedene Varianten zur Verfügung hätte.

Erhalten ist das Lied nur durch den Eintrag auf den Seiten 200v, 201r und 201v der Heidelberger Otfriedhandschrift (Cod. Pal. lat. 52). Aber auch hier kann man nur schwerlich von einer vollständig und gut erhaltenen Fassung sprechen. „Vor allem das Blatt 201 ist durch die Anwendung von Reagenzien – wohl durch einen der ersten Herausgeber des Liedes im frühen 19. Jahrhundert – so schwer geschädigt, daß erhebliche Teile des Textes kaum mehr entzifferbar sind. Zusätzlich erschwert wird eine zuverlässige Konstituierung der Textform durch eine in der Überlieferungsgeschichte der althochdeutschen Literatur singuläre maniriert-verschnörkerlte Arcan-Orthographie, die eine Bestimmung von Herkunft und Schreibort problematisch macht.“

Begründet durch diesen Sachverhalt stießen die Bemühungen diverser Herausgeber zur Entzifferung, Rekonstruktion und Aufbereitung des Textes auch sehr schnell an Grenzen. Der Versuch einer zuverlässigen Herstellung bzw. Wiederherstellung des Textes war zumeist zum Scheitern verurteilt. Auch nach neueren Beiträgen, die unter anderem von Rudolf Schutzeichel veröffentlicht wurden, bleiben zahlreiche Lesungen unsicher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Überlieferung des althochdeutschen Georgsliedes ein und stellt die wissenschaftlichen Schwierigkeiten bei dessen Rekonstruktion dar.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theologische Einordnung des heiligen Georgs, eine Analyse der Handschrift sowie eine detaillierte sprachliche Untersuchung auf vokalistischer und konsonantischer Ebene.

2.1. Allgemeines: Dieser Abschnitt bietet grundlegende Informationen zur Person des heiligen Georgs, seiner Verehrung im Mittelalter und der Entwicklung der verschiedenen Legenden.

2.1.1. Der heilige Georg und seine Verehrung: Hier wird der historische Kontext von Georg als Märtyrer und später als Drachentöter sowie die Verbreitung seines Kultes erläutert.

2.2. Das Georgslied: Dieser Abschnitt widmet sich spezifisch dem althochdeutschen Text als ältestem erzählenden Heiligenlied.

2.2.1. Überlieferung: Hier wird der kritische Zustand der einzigen Handschrift im Codex Pal. lat. 52 behandelt.

2.2.1.1. Allgemeines: Zusammenfassung der Problematik der Textüberlieferung und der Herausforderungen für Herausgeber.

2.2.1.2. Rostgaards Fassung: Analyse der drei von Rostgaard überlieferten Versionen des Liedes und deren Bedeutung für die Forschung.

2.2.2. Aufbau und Form: Untersuchung der Strophenstruktur, der Metrik und der stilistischen Gestaltung des Liedes.

2.2.3. Inhalt: Eine kurze Zusammenfassung des im Lied überlieferten Geschehens von Georgs Glaubensbeweisen bis hin zu seinem Martyrium.

2.2.4. Gliederung: Aufteilung des Liedes in vier inhaltliche Abschnitte basierend auf der wissenschaftlichen Einteilung durch Schutzeichel.

2.2.5. Entstehungsort und Zeit: Diskussion der kontroversen wissenschaftlichen Debatte zur Datierung und Lokalisierung des Liedes (insb. auf der Reichenau).

2.2.6. Sprache: Methodische Auseinandersetzung mit den sprachlichen Schwierigkeiten aufgrund der laienhaften Niederschrift.

2.2.6.1. Vokalismus: Analyse der Vokalentwicklung und Endsilbenabschwächung im Georgslied.

2.2.6.2. Konsonantismus: Untersuchung der auffälligen k-Schreibungen und weiterer konsonantischer Besonderheiten.

2.2.6.3. Wörter und Wortverbindungen: Analyse spezifischer Begriffe wie bet namon, hellehunt und shanc hinsichtlich ihrer lokalisatorischen Aussagekraft.

3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach keine eindeutigen Beweise für eine spezifische Herkunft existieren und das Georgslied weiterhin ein Rätsel der Forschung bleibt.

Schlüsselwörter

Althochdeutsches Georgslied, Georgslegende, Codex Pal. lat. 52, Überlieferungsgeschichte, Mittelhochdeutsch, Sprachanalyse, Reichenau, Vokalismus, Konsonantismus, Rostgaard, Heiligenverehrung, Textkritik, Paläographie, Schutzeichel, Märtyrer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem althochdeutschen Georgslied, einem zentralen Text der mittelalterlichen Literatur, und beleuchtet die Schwierigkeiten seiner Überlieferung und wissenschaftlichen Auswertung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Legendenbildung um den heiligen Georg, die Analyse der einzigen erhaltenen Handschrift sowie die sprachwissenschaftliche Untersuchung zur Bestimmung von Herkunft und Entstehungszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die verschiedenen wissenschaftlichen Positionen zu Datierung und Lokalisierung des Liedes anhand sprachlicher Indizien kritisch gegenüberzustellen und die Grenzen der heutigen Forschung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine philologische und textkritische Methode, indem sie existierende Fachliteratur und Editionen (wie die von Schutzeichel) analysiert und sprachwissenschaftliche Argumente für die Herkunftsbestimmung diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Person des heiligen Georg und die Überlieferung des Liedes analysiert. Anschließend folgen detaillierte Kapitel zu Aufbau, Inhalt, Gliederung sowie eine linguistische Untersuchung auf Ebene des Vokalismus und Konsonantismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind das Althochdeutsche Georgslied, die Überlieferung im Codex Pal. lat. 52, Sprachanalyse, Paläographie und die wissenschaftliche Kontroverse um die Reichenau als Entstehungsort.

Was hat es mit der am Schluss des Textes befindlichen Äußerung "ihn nequeo Vuisolf" auf sich?

Die Äußerung wurde lange Zeit als ein Bekenntnis des Schreibers interpretiert, der aufgrund von Unfähigkeit die Arbeit abbrechen musste. Die neuere Forschung widerspricht dieser Deutung jedoch teilweise und bezweifelt den direkten Zusammenhang zum eigentlichen Liedtext.

Warum konnte kein eindeutiger Entstehungsort des Georgsliedes bestimmt werden?

Die sprachlichen Merkmale des Textes sind aufgrund der inkonsequenten Schreibweise eines Laien-Kopisten zu uneinheitlich. Zudem widersprechen sich die Indizien, die für oder gegen eine Entstehung im Kloster Reichenau oder in anderen fränkischen Regionen sprechen, teilweise massiv.

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Details

Title
Das althochdeutsche Georgslied
College
University of Basel  (Deutsches Seminar)
Course
S Althochdeutsch
Grade
gut
Author
Marika Ziron (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V61891
ISBN (eBook)
9783638552424
ISBN (Book)
9783638668286
Language
German
Tags
Georgslied Althochdeutsch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marika Ziron (Author), 2006, Das althochdeutsche Georgslied, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61891
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