Als Gymnasiallehrer an einer Privatschule unterrichte ich das Fach Englisch und suche ständig nach neuen Formen der methodisch-didaktischen Umsetzung meiner Aufgabe als Lehrer. Eine gewisse Affinität zu den neuen Medien und die Überzeugung, dass gerade das Medium des Computers in Verbindung mit dem Internet zunehmend wichtiger werden wird für die Vermittlung von Wissen, brachte mich zu einer Projektidee, die zum einen diese Nutzung des Internet im und auch außerhalb des Englischunterrichts erforderlich machte, zum anderen aber auch den Schülerinnen und Schülern der Lerngruppe Fähigkeiten im Bereich von Teamarbeit und gegenseitiger Unterstützung abverlangte. Gerade im letztgenannten Bereichfinden sich häufig die Gegenargumente von Kritikern des Computereinsatzes in Unterrichtsabläufen.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Vorüberlegungen
1.2 Wiki – eine Definition
1.3 Medienpädagogische Grundlagen
1.3.1 Mediendidaktische Begründung
1.4 Curriculare Integration des Lernarrangements
1.5 Zielsetzung
2.0 Das Projekt
2.1 Die Lerngruppe
2.1.1 Die technischen Voraussetzungen bei den Mitgliedern der Lerngruppe
2.2 Die technischen Voraussetzungen der Schule
2.3 Projektvorbereitung
2.3.1 Vorbereitung des Lernarrangements des Wiki
2.3.2 Vorbereitung der Lerngruppe
2.4 Zeitplan
2.5 Aufgabenstellung
2.5.1 Erste Projektwoche – 4. Oktober 2004
2.5.2 Zweite Projektwoche – 11. Oktober 2004
2.5.3 Dritte Projektwoche – 2. November 2004
2.6 Aufgabenverteilung
2.7 Arbeitsablauf
2.8 Unterstützung durch die Lehrkraft
2.9 Asynchrone und synchrone Kommunikation
2.10 Projektergebnis
3.0 Schlussteil
3.1 Evaluation
3.1.1 Evaluation des Produkts der Gruppe 5: The Short Story „Test of Courage“
3.1.2 Evaluation der technischen Umsetzung
3.2 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz eines Wikis als projektorientiertes Lernarrangement zur gemeinsamen Erstellung von Kurzgeschichten im Englischunterricht einer 9. Klasse, wobei insbesondere die Förderung von Kooperation, Teamfähigkeit und Medienkompetenz im Fokus stehen.
- Pädagogischer Nutzen von Wikis für handlungsorientiertes Lernen
- Integration digitaler Medien in den Englischunterricht
- Förderung kooperativer Lernformen durch offene Autorensysteme
- Herausforderungen der technischen Umsetzung und Gruppendynamik
- Evaluation von Schreibprozessen in einem virtuellen Lernraum
Auszug aus dem Buch
1.2 Wiki – Möglichkeiten und Grenzen
Das Wort Wiki stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet übersetzt „schnell, schnell“. Genau das beschreibt auch den wesentlichen Vorteil, den diese Internetplattform darstellt. Vergleichbar ist ein Wiki mit einer sehr simplen Textverarbeitung, die online die Möglichkeit der unmittelbaren Eingabe bietet. Dadurch kann der User direkt im Netz Texte erstellen und vorhandene Texte auch editieren. Der Zugriff ist offen für alle.
Das Wiki als offenes Autorensystem steht im Kontrast zu den streng hierarchisch gegliederten Strukturen herkömmlicher Systeme. Diese „liberale“ Art der Inhaltsverwaltung funktioniert, wie das wohl bekannteste Projekt Wikipedia beweist. Die Gründer dieses gigantischen Lexikons sahen in erster Linie die unendlichen Möglichkeiten, das Wissen von Millionen von Usern zu bündeln und als Internetlexikon zu betreiben. Die Kritiker, die die Gefahr des Netzvandalismus als wichtiges Gegenargument betonen und der Idee kaum Überlebenschancen zubilligten, wurden schnell überzeugt. Trotz mutwilliger Löschaktionen einzelner User hat sich dieses Lexikon als äußerst sicher herausgestellt und erreicht – nicht zuletzt auch durch systemimmanente Schutzmaßnahmen – einen hohen Status an Verlässlichkeit. Dieses Lexikon kann daher zur Informationsbeschaffung empfohlen werden, wobei weitere Quellen zur Absicherung genutzt werden sollten.
Das besondere an einem Wiki ist nämlich, dass es jeder, von jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt editieren kann, um zum Aufbau neuer Informationsstrukturen beizutragen. Sowohl die Inhalte als auch die Struktur eben dieser können also von jedermann mitgestaltet werden (open editing). Konzepte wie dieses könnten zur Demokratisierung des Webs durch informationelle Selbstbestimmung beitragen.
Ein sehr wichtiges Element eines Wikis ist der Hyperlink. Bei der Erstellung eines WikiNamen wird automatisch eine neue Seite generiert, die entsprechend mit Inhalt gefüllt werden kann. So entstehen die Verknüpfungen der einzelnen Seiten. Diese internen Hyperlinks bilden somit ein inhaltliches Netz.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, Wikis als neue Form der mediengestützten Zusammenarbeit in den Englischunterricht zu integrieren.
2.0 Das Projekt: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe, die technischen Rahmenbedingungen sowie den konkreten Ablauf und die Aufgabenstellung des dreiwöchigen Wiki-Projekts.
3.0 Schlussteil: Hier erfolgt eine kritische Evaluation der Ergebnisse, die sowohl die Qualität der erstellten Kurzgeschichten als auch die technischen Herausforderungen und Reflexionen des Autors umfasst.
Schlüsselwörter
Wiki, Englischunterricht, Kurzgeschichten, projektorientiertes Lernen, Medienpädagogik, kooperatives Lernen, Online-Autorensystem, Schreibkompetenz, mediengestützte Zusammenarbeit, handlungsorientierter Unterricht, offenes Autorensystem, digitale Medien, Gruppenarbeit, Web-Technologien, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit dokumentiert ein schulisches Projekt, bei dem Schüler der 9. Klasse gemeinsam mittels eines Wikis Kurzgeschichten in englischer Sprache erstellten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem mediendidaktischen Einsatz von Wikis, der Förderung kooperativer Schreibprozesse und der Integration neuer Medien in den Englischunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erprobung und Evaluation eines Wikis als Lernarrangement, um handlungsorientiertes Lernen und Teamfähigkeit über den regulären Unterricht hinaus zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine praxisorientierte Projektbeschreibung, die durch eine begleitende Evaluation mittels Fragebögen und subjektive Lehrerbeobachtungen ergänzt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil detailliert die Projektvorbereitung, die technische Infrastruktur, den zeitlichen Ablauf in drei Wochen sowie die konkrete Aufgabenstellung und -verteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wiki, projektorientiertes Lernen, kooperatives Lernen, Englischunterricht, Medienkompetenz und digitale Lernumgebungen.
Wie bewerten die Schüler den technischen Aspekt des Wikis?
Die Schüler empfanden die technische Handhabung und die Menüstruktur als eher durchschnittlich, was auf Schwierigkeiten bei der Einarbeitung und dem strukturellen Verständnis hindeutet.
Was ist das Hauptergebnis der Kurzgeschichten-Erstellung?
Am Ende des Projekts standen sechs kollaborativ erstellte Kurzgeschichten, wobei das Beispiel "Test of Courage" zeigt, wie gruppendynamische Konflikte und kreatives Schreiben in einem Wiki-Umfeld verschmelzen.
Welche Nachteile wurden bei der Nutzung des Wikis identifiziert?
Zu den genannten Nachteilen zählen technische Hürden, die Hemmschwelle bei der gegenseitigen Textkorrektur und der teilweise notwendige zusätzliche Zeitaufwand außerhalb der Schule.
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- Harald Lohmann (Author), 2005, Der Einsatz von Wikis als Lernarrangement. Projektorientierte Nutzung zur Erstellung von Kurzgeschichten im Englischunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61897