Inhaltverzeichnis
1.0 Einleitung 1
1.1 Vorüberlegungen 1
1.2 Wiki - eine Definition 2
1.3 Medienpädagogische Grundlagen 2
1.3.1 Mediendidaktische Begründung 3
1.4 Curriculare Integration des Lernarrangements 4
1.5 Zielsetzung 4
2.0 Das Projekt 6
2.1 Die Lerngruppe 6
2.1.1 Die technischen Voraussetzungen bei den Mitgliedern der Lerngruppe 6
2.2 Die technischen Voraussetzungen der Schule 6
2.3 Projektvorbereitung7
2.3.1 Vorbereitung des Lernarragements des Wiki 7
2.3.2 Vorbereitung der Lerngruppe 8
2.4 Zeitplan 8
2.5 Aufgabenstellung 9
2.5.1 Erste Projektwoche - 4. Oktober 2004 9
2.5.2 Zweite Projektwoche - 11. Oktober 2004 10
2.5.3 Dritte Projektwoche - 2. November 2004 10
2.6 Aufgabenverteilung 11
2.7 Arbeitsablauf 11
2.8 Unterstützung durch die Lehrkraft 11
2
2.9. Asynchrone und synchrone Kommunikation 12
2.10 Projektergebnis 12
3.0 Schlussteil 17
3.1. Evaluation 17
3.1.1 Evaluation des Produkts der Gruppe 5: The Short Story „Test of Courage“ 17
3.1.2 Evaluation der technischen Umsetzung 18
3.2 Reflexion 18
Literaturverzeichnis
Anhang
3
1.1 Vorüberlegungen
Als Gymnasiallehrer an einer Privatschule unterrichte ich das Fach Englisch und suche ständig nach neuen Formen der methodisch-didaktischen Umsetzung meiner Aufgabe als Lehrer. Eine gewisse Affinität zu den neuen Medien und die Überzeugung, dass gerade das Medium des Computers in Verbindung mit dem Internet zunehmend wichtiger werden wird für die Vermittlung von Wissen, brachte mich zu einer Projektidee, die zum einen die Nutzung des Internet im und auch außerhalb des Englischunterrichts erforderlich machte, zum
anderen aber auch den Schülern 1 der Lerngruppe Fähigkeiten im Bereich von Teamarbeit und gegenseitiger Unterstützung abverlangte. Gerade im letztgenannten Bereich finden sich häufig die Gegenargumente von Kritikern des Computereinsatzes in Unterrichtsabläufen.
Eine mögliche Alternative ist das Weblog. Anders als ein Wiki ist es chronologisch
aufgebaut. 2 Diese Form eines Webportals eignet sich besonders für Zwecke einer Online-Dokumentation von Ereignissen bzw. Inhalten, die in einem zeitlichen Zusammenhang stehen. Für die methodisch-didaktische Umsetzung zur Erstellung eines Lerntagebuches bei der Lektürearbeit würde sich daher ein Weblog eher anbieten als die Verwendung eines Wiki.
1.2 Wiki - Möglichkeiten und Grenzen
Das Wort Wiki stammt aus dem
Hawaiianischen und bedeutet übersetzt „schnell, schnell“. Genau das beschreibt auch den wesentlichen Vorteil, den diese Internetplattform darstellt. Vergleichbar ist ein Wiki mit einer sehr simplen Textverarbeitung, die online die Möglichkeit der unmittelbaren Eingabe bietet. Dadurch kann der User direkt im Netz Texte erstellen und vorhandene Texte auch editieren. Der Zugriff ist offen für alle.
Das Wiki als offenes Autorensystem steht im Kontrast zu den streng hierarchisch gegliederten Strukturen herkömmlicher Systeme. Diese „liberale“ Art der Inhaltsverwaltung funktioniert, wie das wohl bekannteste Projekt Wikipedia beweist. Die Gründer dieses gigantischen Lexikons sahen in erster Linie die unendlichen Möglichkeiten, das Wissen von Millionen von
1 Aus Gründen der Vereinfachung wird der Begriff Schüler für beide Geschlechter verwendet.
2 Vgl. Koch, Haarland, Generation Blogger, S. 25
4
Usern zu bündeln und als Internetlexikon zu betreiben. Die Kritiker, die die Gefahr des Netzvandalismus als wichtiges Gegenargument betonen und der Idee kaum Überlebenschancen zubilligten, wurden schnell überzeugt. Trotz mutwilliger Löschaktionen einzelner User hat sich dieses Lexikon als äußerst sicher herausgestellt und erreicht - nicht zuletzt auch durch systemimmanente Schutzmaßnahmen - einen hohen Status an Verlässlichkeit. Dieses Lexikon kann daher zur Informationsbeschaffung empfohlen werden, wobei weitere Quellen zur Absicherung genutzt werden sollten.
Das besondere an einem Wiki ist nämlich, dass es jeder, von jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt editieren kann, um zum Aufbau neuer Informationsstrukturen beizutragen. Sowohl die Inhalte als auch die Struktur eben dieser können also von jedermann mitgestaltet werden (open editing). Konzepte wie dieses könnten zur Demokratisierung des Webs durch informationelle Selbstbestimmung beitragen. 3
Ein sehr wichtiges Element eines Wikis ist der Hyperlink. Bei der Erstellung eines
WikiNamen 4 wird automatisch eine neue Seite generiert, die entsprechend mit Inhalt gefüllt werden kann. So entstehen die Verknüpfungen der einzelnen Seiten. Diese internen
Hyperlinks bilden somit ein inhaltliches Netz. 5
„Das Wikiprinzip lässt sich durch zwei Grundsätze beschreiben:
1. Jede Besucherin kann jede Seite verändern. 2. Das Verändern und Erzeugen von Seiten
wird so weit wie möglich erleichtert.“ 6
Im Hinblick auf die pädagogische Nutzung spielt der letztgenannte Aspekt eine wichtige Rolle. Die Schüler können ohne weitere Vorkenntnisse in der html-Programmierung und Webseitengestaltung Inhalte online stellen. Links zu anderen Seiten werden automatisch erstellt, lediglich ein paar Formatierungsbefehle gestalten sich anders, als sie es aus Textverarbeitungsprogrammen kennen. Die aktive Eingabe von Inhalten ermöglichen somit
das Erstellen „Lernender Texte“ oder die partizipative Content-Generierung. 7
Hier liegt der pädagogische Ansatz des Projekts. Die Schüler sollen die Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens über die Unterrichtszeit hinaus auch online wahrnehmen. Ein Wiki ist
3 http://www.plasticthinking.org/wiki/WasisteinWiki, download 5. Okt. 2004
4 Schreibung ohne Leerzeichen mit Einbindung eines Großbuchstabens
5 Vgl. Schwan, Ben, Wiki: des Weblogs älterer Bruder, in: Netzzeitung, 1. August 2003, http://www.netzeitung.de/internet/249340.html, download 5. Okt. 2004
6 Baumgartner, Häfele, Maier-Hafele, Content Management Systeme in e-Education, Innsbruck 2004, S. 61
7 ebd.
5
für diesen Zweck gut geeignet und einfach in der Handhabung. 8 Der pädagogische Ansatz des kooperativen Lernens kann gemäß der Klassifizierung des ZIMTT-Models 9 mit der Kleingruppenmethode realisiert werden. In der zweiten Projektwoche sollen die Schüler auf Ergebnisse anderer Gruppen zurückgreifen werden soll. Hier kommt die Intergruppenmethode
zum Tragen. 10
1.3 Medienpädagogische Grundlagen
Das Wiki kann ideale Voraussetzungen für eine handlungsorientierte Zusammenarbeit von Mitgliedern der Lerngruppe bieten. Gerade die Nutzung dieses Lernarrangement mit der Funktionalität des gegenseitigen Editierens von Einträgen in das Wiki fördert die Form einer sozial-kognitiven Entwicklung und kommt den Bedürfnissen des Lerners entgegen. Es bietet die notwendige Gestaltungsvielfalt und regt zu Eigenständigkeit und Selbstverantwortung an. Die gewählte Form der Arbeit in Gruppen steigert durch die für den Lerner ungewohnte Kommunikationsstruktur die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Für die Schüler kommt die Einbindung einer interessanten und intrinsisch motivierenden Problemstellung hinzu. Stellen die Lerner ihren Text ins Wiki müssen Mitglieder der Arbeitsgruppe die teilweise komplexen Gedankenstrukturen aufnehmen und ergänzen im Sinne einer sachlogischen und spannungssteigernden Fortführung. Es kann im Zuge einer spontanen Idee auch dazu führen, dass die Lerner die vorhandenen Einträge im Sinne einer besseren Anknüpfung des eigenen Beitrags editieren. Dies erfordert eine selbstständige Interaktion mit der Lernumgebung und fördert die Bereitschaft zum kooperativen Lernen.
1.3.1 Mediendidaktische Begründung
Mit dem Lernarrangement eines Wiki wird das Lernumgebungskonzepts realisiert. Eine hypermediale Arbeitsumgebung konfrontiert den Lerner mit komplexen Aufgaben und regt ihn an, eine eigenständige Lösung zu erarbeiten. Dabei greifen sie aktiv in den
8 eine Einschränkung hinsichtlich der Bedienbarkeit ist nur dann gegeben, wenn zwei oder mehrere Schüler gleichzeitig eine Seite geöffnet haben und editieren wollen. Eine Fehlermeldung „collision“ weist darauf hin. Dieses Problem tritt allerdings in erster Linie während der Unterrichtszeit auf..
9 vgl. Busch, Mayer, Der Online-Coach, Weinheim 2002, S. 75f
10 .a.a.O., S. 101
6
Gestaltungsprozeß (hier: Erstellung einer Kurzgeschichte) mit ein und greifen zur Problemlösung interaktiv auf die bisherigen Ergebnisse ihrer Lernumgebung zu oder nutzen Internetangebote bzw. Printmedien.
Grundlegende Forderungen zur Gestaltung der Lernumgebung Wiki aus der Sicht situierten Lernens werden im großen Umgang erfüllt. So ist die Arbeit für die Schülerinnen und Schüler zunächst eine willkommene Abwechslung zum herkömmlichen Lehrbuchunterricht. Weiterhin wird den Lernern deutlich gemacht, dass eine Bewertung der einzelnen Beiträge im Sinne einer Notengebung nicht zweckmäßig sein kann. Gerade durch die asynchrone Eingabe vom häuslichen PC lässt sich Urheberschaft des Eintrags nicht zweifelsfrei zuordnen. Die Gestaltungsmöglichkeiten und die Flexibilität der Arbeit innerhalb der Lernumgebung sind für den Schüler interessante Aspekte. Man kann daher von einer verstärkten intrinsisch-motivierten Mitarbeit ausgehen. 11
1.4 Curriculare Integration des Lernarrangements
Die Lerngruppe arbeitet mit dem Lehrwerk English G 2000, herausgegeben vom Verlag Cornelsen. Die curricularen Vorgaben für die Jahrgangsstufen 9 und 10 unterscheiden zwischen den Bereichen Interkulturelles Lernen, Hörverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben und Wortschatz. Für die Nutzung eines Wiki stehen das Leseverstehen und das Schreiben im Vordergrund. Im ersteren wird für die Obligatorik die Fähigkeit entwickelt, die es ermöglicht, auf nicht-fiktionale und fiktionale Texte bestimmte Verarbeitungsformen anzuwenden. Der Bereich des Schreibens steht allerdings zweifelsfrei im Vordergrund. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, auch komplexe Schreibaufgaben adressatenbezogen und textsortenspezifisch zu bewältigen.
Sie entwickeln verstärkt ihre Sensibilität für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Sprache. Entsprechend erproben sie weitere Mittel für die ästhetisch-kreative Gestaltung schriftlicher Texte. Sie erweitern ihr Repertoire an Ausdrucksmitteln zur Beschreibung und Deutung von Sprache und Texte und setzen weitere Formen ein, um ihren Lernprozess zu unterstützen. 12
11 vgl. auch Kurs 6.1.2 - Lerntheoretische Grundlagen
12 Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Richtlinien und Lehrpläne, Englisch, Gymnasium, Sekundarstufe I, Frechen 1993, S. 104f.
7
Zu den Sozialformen geben die Richtlinien zahlreiche Hinweise auf die zunehmenden Möglichkeiten der Partner- oder Gruppenarbeit in der Zielsprache. Die sprachliche Interaktion
gewinnt dabei einen hohen Grad an Authentizität. 13
1.5 Zielsetzung
Die Verwendung von Wikis kann nur als zusätzliches Lernarrangement den herkömmlichen Unterricht ergänzen, nicht ersetzen. Dennoch gibt es hierfür klare Grenzen. Gerade die technischen und finanziellen Rahmenbedingungen von Schule und Elternhaus der Lerner ermöglichen eher den projektorientierten Einsatz. Der zeitliche Rahmen von drei Wochen lässt sich hierbei rechtfertigen.
Die Schülerinnen und Schüler werden u.a. Kenntnisse im Bereich der Medienkunde und des Medieneinsatzes erweitern, ebenso ihre Kenntnisse in der Nutzung des Internet. Auf der Ebene der Syntax und Semantik werden die Lernenden ihren Wortschatz ergänzen, Merkmale und Strukturen der textsortenspezifischen Textproduktion umsetzen und in Charakterisierungen und Kurzgeschichten ausbauen. Darüber hinaus werden affektive Momente zu gruppendynamischen Prozessen und die Entwicklung von Teamfähigkeit berührt. Eine besondere Komponente ist sicherlich die gegenseitige Fehlerkorrektur, die den Schülerinnen und Schülern selbstständiges und interaktives Handeln abverlangt.
Am Ende des Projekts stehen die Kurzgeschichten in englischer Sprache als evaluierbares Produkt zur Verfügung. Die individuell geprägte Erfahrung mit diesem neuen Lernarrangement wird mit Hilfe eines Fragebogens erkennbar.
13 A.a.O., S. 120
8
Arbeit zitieren:
Harald Lohmann, 2005, Der Einsatz von Wikis als Lernarrangement. Projektorientierte Nutzung zur Erstellung von Kurzgeschichten im Englischunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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