Gliederung
1. Struktur und Begründungszusammenhang des Themas 3
1.1 Fachliche und überfachliche Erschließung des Inhalts 3
1.2 Begründungszusammenhang 6
1.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung 6
1.2.2 Exemplarische Bedeutung 6
1.2.3 Zugänglichkeit des Themas 7
1.2.4 Übereinstimmung mit dem Rahmenplan 7
1.2.5 Unterrichtliche Kontinuität 8
1.3 Folgerungen für die didaktische Reduktion und Strukturierung 9
1.4 Erweisbarkeit 9
2. Unterrichtsbedingungen 10
2.1 Allgemeine Situation in der Klasse 10
2.2 Voraussetzungen für diese Stunde 10
3. Methodische Überlegungen 12
4. Lernziele 15
5. Verlaufsplan 16
6. Literatur 19
7. Anhang 19
2
1.1 Fachliche und überfachliche Erschließung des Inhalts
Definition Gedicht 1
Das Wort „Gedicht“ bezeichnete ursprünglich alles schriftlich Abgefasste. Seit dem
18. Jahrhundert wird es jedoch ausschließlich im poetischen Bereich verwendet und bezeichnet eine „lyrische Form, die mit bildhafter Sprache (Metaphern) in formell ge-bundener Sprache in mündlicher oder schriftlicher Form arbeitet.“ Typisch sind die „in sich geschlossene Form“ und „die bildhafte, oft lyrische Sprache“. Gedichte bestehen meist aus Versen und Strophen (siehe unten) und können nach einem Reimschema aufgebaut sein (siehe unten). Moderne Gedichtformen (z.B. Elfchen) sind jedoch häufig ohne Reim.
Gedichte behandeln die unterschiedlichsten Themen, welche verschiedenste Gefühle (Freude, Trauer, Nachdenklichkeit…) auslösen.
Die in dieser Stunde eingesetzten Gedichte sind in weitem Sinne dem Thema Sommer zuzuordnen.
Fachbegriffe zu Gedichten
Reim 2
Unter „Reim“ versteht man im weiteren Sinn eine „Verbindung von Wörtern mit ähnlichem Klang (z.B. gießt - grüßt), im engeren Sinn wird damit der „Gleichklang eines betonten Vokals und der ihm folgenden Laute bei verschiedenem Anlaut (z.B. Sand -Strand) bezeichnet.
Reimschemata 3
Reimschemata beschreiben die Anordnung von Reimen innerhalb einer Strophe bzw. eines Gedichts. Zueinander passende Reime werden dabei jeweils mit gleichen Buchstaben bezeichnet.
In dieser Stunde bzw. Unterrichtseinheit sind folgende Reimschemata von Bedeutung:
1 Vgl. Wikipedia
2 vgl. Wikipedia
3 vgl. Wikipedia
3
• Paarreim: aabb
Beispiel:
a koffer koffer kindertragen a flaschen taschen puppenwagen b papa mama koffer kinder b autokarte notlichtblinker
• Kreuzreim: abab Beispiel: a Ein Regenbogen b komm und schau! a rot und orange, b gelb, grün und blau!
• Umfassender Reim: abba Beispiel:
a Er geht mit mir und sagt kein Wort, b macht jeden Unfug willig mit, b stolziert wie ich mit langem Schritt a und tollt dann mit mir fort.
Vers 4
Mit Vers wird „in der Poesie eine Reihe metrisch gegliederter Rhythmen“ bezeichnet. Es ist üblich, in Gedichten je einen Vers in eine Zeile zu schreiben. Beispiel für einen Vers: Er geht mit mir und sagt kein Wort (siehe oben).
Strophe 5
Eine Strophe in einem Gedicht ist eine metrische Einheit von Versen. Ein Gedicht besteht häufig aus mehreren Strophen. Die Unterteilung der Verse in Strophen erfolgt häufig nach dem Reimschema: Ist zum Beispiel ein Kreuzreim (abab) abgeschlossen, wird der nächste (cdcd) in die folgende Strophe gesetzt.
4 vgl. Wikipedia
5 vgl. Wikipedia
4
Ein Beispiel für ein Gedicht mit drei Strophen ist „der Regenbogen“ von Josef Guggenmos.
In dieser Stunde verwendete Gedichtformen
Elfchen 6
Der Name Elfchen leitet sich aus der Anzahl der Wörter (elf) im Gedicht ab. Die An-ordnung der Wörter erfolgt dabei nach einem vorgegebenen Muster:
1. Zeile: Eine Farbe oder Eigenschaft (Adjektiv) 1 Wort
2. Zeile: Ein Namenwort mit dieser Farbe oder Eigenschaft 2 Wörter
3. Zeile: Mehr über dieses Namenwort. Was / wo es ist oder was es tut. 3 Wörter
4. Zeile: Etwas über dich selbst, beginnend mit „Ich“ 4 Wörter
5. Zeile: Abschlusswort 1 Wort
Elfchen beinhalten kein Reimschema.
Beispiel:
Ich lege mich hinein.
Gegengedicht 7
Ein Gegengedicht zu einem Gedicht beschreibt das Gegenteil von dem, was im ursprünglichen Gedicht beschrieben wurde. Dabei werden die Satzmuster und einzelne Worte teilweise übernommen.
Beispiel:
Gedicht: Gegengedicht Winter Sommer Die Tage tragen warme Mützen Die Tage tragen Badehosen und die Minuten rutschen aus. und die Minuten spielen Ball. Schneeflocken legen sich zart Libellen üben Sturzflug aufeinander auf zwei Wasserrosen
6 vgl. Weber S. 22
7 vgl. Bauer S. 17
5
und irgendwo im Weiß und irgendwo im Blau steht ein verschneites Haus. fliegt einer Überschall.
Freies Gedicht
Das freie Gedicht ist keine Gedichtform im eigentlichen Sinne. Vielmehr wird dem Dichter komplett überlassen, in welcher Form er sein Gedicht gestaltet. Ich habe die Bezeichnung gewählt, um eben diese Freiheit auszudrücken. Die von den Schülern geschriebenen freien Gedichte könnten also auch eine bekannte Gedichtform beinhalten. Es ist freigestellt, ob ein Reimschema verwendet wird.
1.2 Begründungszusammenhang
1.2.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
Durch die Arbeit an und mit Gedichten und Reimen setzen sich die Kinder aktiv mit Sprache auseinander. Sie erweitern so ihren Sprachschatz, ihr Textverständnis und ihre Fähigkeit zur Sprachgestaltung. Dadurch lernen sie einerseits, ihre Gedanken, Wünsche, Empfindungen und Anschauungen in der Schule wie außerhalb passend und klar auszudrücken. Andererseits erfahren sie durch das Lesen von Gedichten Gedanken, Meinungen etc. von anderen Menschen und lernen, sich in diese hineinzuversetzen. Diese Fähigkeit zur Empathie ist von zentraler Bedeutung für das soziale Leben.
Das Dichten eigener Reime verschafft den Kindern einen Zugang zur eigenen Kreativität und gibt ihnen eine Möglichkeit, diese auch auszuleben und weiter auszugestalten.
Nicht zuletzt erhalten sie Einblick in einen großen Bereich der Weltliteratur, der sie zur späteren vertiefenden Auseinandersetzung mit den Werken großer Dichter und damit eines wichtigen Kulturguts unserer Gesellschaft anregen kann.
1.2.2 Exemplarische Bedeutung
Die Kenntnis der Reimschemata Paarreim, Kreuzreim und umfassender Reim ermöglicht es den Kindern, Gedichte aller Art auf ihre Reimfolgen hin zu untersuchen und auch ihnen unbekannte Schemata anhand der Reimfolge zu beschreiben. Trotzdem reicht die Kenntnis einiger Reimschemata nicht aus um die ganze Welt der Ge-
6
dichte verstehen zu können, denn die Kreativität der Dichter lässt sich nicht exemplarisch und allgemeingültig beschreiben. Durch die Bereitstellung verschiedener Gedichte zum Thema Sommer erfahren die Kinder, dass es vielfältige Möglichkeiten der lyrischen Umsetzung - formal wie auch inhaltlich - eines Themas gibt. Durch die Gestaltung eigener Reime und Gedichte erfahren die Kinder einmal mehr das Werkzeug Sprache als Ausdrucksmittel.
1.2.3 Zugänglichkeit des Themas
Von Reimen und Gedichten geht ein großer Reiz für Kinder aus - man denke zum Beispiel an Abzählverse und Sprachspiele, die schon in frühester Kindheit das Interesse der Kinder wecken. Das Interesse der Kinder ist daher groß, auch selbst einmal Dichter zu werden.
Um Schülern einen Zugang zu Gedichten zu verschaffen, sind Gedichte nötig, die der Lebenswelt, dem Erfahrungshorizont und auch dem Sprachniveau der Kinder entsprechen. Verbunden mit einem handelnden Umgang mit den Gedichten
- bildnerisch, ordnend und musikalisch - setzen die Kinder sich intensiv mit Form und Inhalt dieser lyrischen Gattung auseinander.
1.2.4 Übereinstimmung mit dem Rahmenplan
Die vorliegende Stunde stimmt mit verschiedenen Bereichen des Rahmenplans überein.
Im Vordergrund steht die Sprachgestaltung 8 : Im eigenen kreativen Schreiben 9 von Kurzgedichten wird neben der Kreativität auch das Ausdrücken von Ideen, Empfindungen und Anschauungen 10 und somit die Produktionskompetenz gefördert. Dabei können die Schüler mit Sprache experimentell und spielerisch umgehen 11 und Freude am sprachlichen Gestalten entwickeln 12
Im Rahmen der Präsentations- und Reflexionsphase üben die Kinder das aktive und aufmerksame Zuhören, das Einhalten von Gesprächsregeln sowie die Präsentation von Lernergebnissen 13 .
8 Vgl. Rahmenplan S. 11
9 vgl. Rahmenplan S. 12
10 vgl. Rahmenplan S.12, 19
11 vgl. Rahmenplan S. 28
12 vgl. Rahmenplan S. 30
13 vgl. Rahmenplan S. 23
7
Die Kenntnis einiger Fachausdrücke - hier besonders die der Reimschemata aber auch allgemein lyrischer Begriffe wie Vers und Strophe - wird ebenfalls vom Rahmenplan gefordert 14 .
Die Arbeit am Wochenplan ermöglicht weitere, dem Rahmenplan entsprechende Lernerfahrungen. Dazu gehört die Entwicklung der Lesekompetenz, die sich im Wochenplan im flüssigen und sinnverstehenden Lesen von Arbeitsanweisungen und Gedichten sowie der Fähigkeit zum Lesen verschiedener Schrifttypen äußert. 15 Weiterhin wird in einigen Aufgaben der handelnde Umgang mit Texten gefördert 16 und die Schüler erwerben beim Auswendiglernen eines Gedichtes „Möglichkeiten des Erinnerns und Einprägens“ (Rezeptionskompetenz) 17 . In der gesamten Unterrichtseinheit können sie literarische Erfahrungen sammeln 18 .
1.2.5 Unterrichtliche Kontinuität
14 vgl. Rahmenplan S. 23
15 vgl. Rahmenplan S. 24
16 vgl. Rahmenplan S. 25
17 vgl. Rahmenplan S. 12
18 vgl. Rahmenplan S. 11
8
Quote paper:
Andrea Lenz, 2006, Sommergedichte - kreativer und handelnder Umgang mit Gedichten 4. Klasse - Einführung des Reimschemas "umfassender Reim", Munich, GRIN Publishing GmbH
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German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies: Sommergedichte - kreativer und handelnder Umgang mit Gedichten 4. Klasse - Einführung des Reimschemas "umfassender Reim" is now available as a printed book
Konstantin Seitz Wie kann ein Vorwort, das nur auf Wikipedia basiert, und die fehlerhafte Beschriftung des Beispiels eines Kreuzreims (orange reimt sich nicht auf Regenbogen!) noch eine so gute Benotung erlauben?!? Nach welchen Kriterien wird denn hier ausgebildet?
on Sunday, February 20, 2011
Andrea Schneider has published the text Sommergedichte - kreativer und handelnder Umgang mit Gedichten 4. Klasse - Einführung des Reimschemas "umfassender Reim"
Andrea Schneider has uploaded a new text
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