Gliederung Seite
1. Einleitung 2
2. Grundformen pädagogischer Gewaltprävention 3
3. Das Olweus - Konzept zur Gewaltprävention in Schulen 7
4. Schussbemerkungen 9
5. Literatur 10
6. Anhang 11
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1. Einleitung
Das Referat „Aggressionen gegen Lehrkräfte“ wurde von fünf Studentinnen des Aufbaustudiengangs Sonderpädagogik vorbereitet und gliederte sich in fünf Schwerpunkte. Den Anfang bildete eine Definition über den Begriff „Aggression gegen Lehrkräfte“, welche den Studierenden einen ersten Überblick über die Thematik geben sollte. Anschließend war eine Gruppenarbeitsphase geplant, in welcher die Studierenden mit Hilfe von verschiedenen Bilder und Fallbeispielen, unterschiedliche Arten von Gewalt erarbeiten sollten. Auf dem Handout, welches jeder Studierende erhalten hat, befanden sich einige wichtige Informationen zu diesen Gewaltformen und den Konsequenzen für den Lehrer. Des Weiteren beinhaltete die Handreichung Informationen über aktuelle Untersuchungsergebnisse und über Gewaltprävention.
Gewaltprävention ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema im Zusammenhang mit Gewalt und Aggressionen in der Schule und sollte daher nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund werde ich mich in der folgenden Ausarbeitung vertiefend mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ich werde versuchen pädagogische Handlungsweisen zur Gewaltprävention zu erläutern und ein Programm von Olweus näher vorstellen.
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2. Grundformen pädagogischer Gewaltprävention
Lothar R. Martin beschreibt in seinem Buch „Gewalt in Schule und Erziehung - Grundformen
der Prävention und Intervention“ drei Ebenen der Prävention nach Caplan (1964), welche
auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) akzeptiert werden. Diese möchte ich im
Folgenden wiedergeben:
1) primäre Prävention als Vorbeugung in den normalen Interaktionsfeldern und Institutionen der
Familie, Schule, Arbeit, Freizeit usw.,
2) sekundäre Prävention als Einwirkung gegen die Verfestigung von Störungen, aggressiven
Verhaltenstendenzen usw. bei von Abweichung bedrohten Personen und Gruppen sowie in den sie umgebenden Bedingungsfeldern und Strukturen,
3) tertiäre Prävention als gezielte Intervention bei massiven Problemen, z.B. in persönlich und / oder gesellschaftlich inakzeptablen Fällen abweichenden Verhaltens und Erlebens sowie Maßnahmen der Resozialisierung und Verhütung von Rückfällen. (Caplan 1964, zitiert in Martin 1999, S. 95)
Interessant finde ich bei dieser Dreiteilung den Begriff der „Abweichung“. Es ist davon
auszugehen, dass Caplan 1964 durchaus etwas anderes verstanden hat, als wir es heute tun.
Was genau er allerdings mit diesem Begriff meint geht aus der mir vorliegenden Quelle nicht
hervor. Grundsätzlich lässt sich vermuten, dass damit die Abweichung von der bestehenden
gesellschaftlichen Norm gemeint ist. In unserem Falle handelt sich um alle Arten von Gewalt
gegen Lehrer, welche von Schülern durchgeführt werden, sei es innerhalb oder außerhalb der
Schule.
Im oben genannten Buch von Lothar R. Martin bin ich auf 12 Grundformen pädagogischer
Gewaltprävention gestoßen, welche ich im Folgenden auszugsweise kurz vorstellen möchte,
da ich sie für sehr interessant und wissenswert halte.
Der Autor selbst leitet die Grundformen wie folgt ein:
Ihr pädagogischer Charakter ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich weithin um ganzheitliche pädagogische Situationen (vgl. P. Petersen) handelt. In ihnen sollen verantwortliche Erzieher - und Lehrer / innen usw. Bedingungen schaffen, Interaktionen und Aktionen anregen, die Kinder und Jugendliche als einzelne und Gruppe emotional, sozial, geistig herausfordern, ihr Denken, ihre Einstellungen, ihre Wertorientierungen, ihre Gewohnheiten und ihre Persönlichkeitskräfte auf prosoziale Ziele und Verhaltensweisen auszurichten, Konflikte friedlich zu lösen und den Gewalttätigkeiten in ihrem Lebensraum friedlich und effektiv entgegenzuwirken. (Martin 1999, S. 97)
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Grundform 1: Raum geben - Schulleben ermöglichen
Kinder und Jugendliche brauchen Raum. Und solche Räume müssen kind - und jugendgerecht gestaltet sein. Die Spielräume sollen ihnen auch vermitteln, dass sie (…) gemocht werden - um ihrer selbst willen, nicht nur als solche akzeptiert werden, (…). Sie brauchen Freiräume, in denen sie nicht ständig Reglementierungen und Sanktionen durch Erwachsene ausgesetzt sind, in denen sie durch Aktionen und Interaktionen Kräfte bilden und erproben, Ich - Stärke gewinnen können. (…) Wir müssen unseren Kindern und Jugendlichen den Raum geben, quantitativ und qualitativ, den sie für ihre gesunde körperlich - seelische, geistige und soziale Entwicklung benötigen. (Martin 1999, S. 98)
Grundform 2: Frustration abbauen - Regeln achten - Fairness üben in Sport und Spiel
Sport fördert zwischenmenschliche Kontakte und kann auch Mittel zur Überwindung persönlicher Isolation sein. Regelbewusstsein wird durch den Vollzug im Spiel eingeübt. Gleichzeitig wird dem Sport auch eine mögliche körperliche und seelisch befreiende, aggressionsableitende Funktion zugeschrieben. (Martin 1999, S. 107)
Grundform 3: Miteinander reden - Einander verstehen
Formen von verbaler Gewalt gehören zu den besonders häufigen Gewaltformen, welche sich
in der Schule finden lassen.
Empirische Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten Jugendlicher und gestörter Kommunikation bzw. schlechten Beziehungen unter den Schüler / innen und mit den Lehrer / innen. (Meier 1997, 225ff, zitiert in Martin 1999, S.113)
Grundform 4: Interagieren - Identität fördern
Menschliche Interaktion, stellt das Medium dar, „(…) in dem Jugendliche ihre Identität, Ich -Stärke oder Identitätsdiffusion, ausbilden. Und dies wiederum erweist sich als Vorbedingung
für eher sozial verantwortliches oder aber gewalttätiges Handeln. (…) Für die Entwicklung von
Ich - Identität sind nicht nur Gespräche, Verstandenwerden u.ä. … wichtig, sondern vor allem
auch Handlungsmöglichkeiten.“
(Martin 1999, S. 123)
Gewaltprävention durch Unterrichtsgestaltung müsste jedenfalls alle jene Prozesse verhindern, durch die unannehmbare Benachteiligungen, Frustrationen, Verunsicherungen, Etikettierungen erzeugt und Einzelschüler / innen und Gruppen in Außenseiterpositionen gedrängt werden, in
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Silvana Lehmann, 2006, Aggressionen gegen Lehrkräfte - Gewaltprävention, Munich, GRIN Publishing GmbH
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