Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Allgemeines
3
1.1 Der Begriff „Aphasie“ 3
1.2 Die aphasischen Syndrome 4
1.2.1 Globale Aphasie 4
1.2.2 Broca-Aphasie („Motorische Aphasie“) 4
1.2.3 Wernicke-Aphasie („Sensorische Aphasie“) 4
1.2.4 Amnestische Aphasie 5
2. Verbale Kommunikation
5
2.1 Sachinformation 6
2.2 Selbstoffenbarung 7
2.3 Beziehung zum Hörer 7
2.4 Appell 8
3. Sprache und Denken
8
4. Das Leben mit Aphasie
9
4.1 Im Kerker der Sprachlosigkeit 9
4.2 Soziale Probleme im Alltag 11
4.3 Bedeutung für die Angehörigen 12
4.4 Der Umgang mit Aphasikern 13
Zusammenfassende Schlussbemerkungen 14
Literaturverzeichnis 15
Abbildungsverzeichnis 15
Glossar 16
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Anmerk. d. Verf.: Im Folgendem wird aus Einfachheitsgründen von der Gruppe der Aphasiker gesprochen; selbstverständlich sind die weiblichen Betroffenen immer mitgedacht. Die Definitionen zu den im Text kursiv gedruckten Begriffen, finden sich im Glossar.
Einleitung
„Wörter sind für uns Menschen etwas sehr Kostbares - nicht umsonst spricht man vom Wort-und Sprachschatz eines Menschen.“ (www.aphasie.org, 19.04.06). Und genau das fehlt den Menschen, die an Aphasie leiden. Die Wörter und Sätze, die sie sich erdenken, können sie nicht äußern. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, meist ist es aber ein Schlaganfall, durch den die Sprachbereiche im Gehirn verletzt werden. Kommunikation, in Form von Gesprächen, ist dann kaum noch möglich, was sehr belastend für die Betroffenen sein kann, die sich dann immer mehr isolieren.
Mit meiner Hausarbeit möchte ich etwas Aufklärungsarbeit leisten, indem ich kurz die vier häufigsten Formen einer Aphasie vorstelle, auf die verbale Kommunikation bzw. die vier Seiten einer Nachricht eingehe, die Beziehung zwischen Sprache und Denken versuche darzulegen und schließlich das Leben mit Aphasie beschreiben werde. Ich möchte nicht über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten berichten. In meiner Arbeit richtet sich das Augenmerk insbesondere auf die Aphasiker selbst und ihre Probleme, die sich aus der Erkrankung ergeben.
1. Allgemeines
1.1 Der Begriff „Aphasie“
Das Wort Aphasie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Sprachlosigkeit“ oder „ohne Sprache“. Jedoch kann diese Übersetzung der Aphasie nicht 100%ig Rechnung tragen, denn meist verlieren die Betroffenen ihre Sprechfunktion nicht ganz. „Oft sind sprachliche Fähigkeiten lediglich eingeschränkt, z. B. das Finden der richtigen Wörter.“ (www.medizinfo.de, 19.04.06). Somit ist Aphasie „eine zentrale Sprachstörung, d.h. eine durch Läsionen des Sprachzentrums im Gehirn bedingte Störung der Kommunikation“ (www.1-aphasie.de, 19.04.06) infolge neurologischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Gehirnblutung nach Venenthrombose, Tumore, entzündliche Erkrankungen, nach abgeschlossenem Spracherwerb (vgl. http://de.wikipedia.org, 19.04.06).
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1.2 Die aphasischen Syndrome
1.2.1 Globale Aphasie
Die Globale Aphasie ist die schwerste Form der Sprachstörungen. Hier sind alle sprachlichen Modalitäten (spontanes Sprechen, Nachsprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben) stark beeinträchtigt. Das Sprachverständnis, sowie die Sprachproduktion sind schwer gestört. Des Weiteren ist die Spontansprache nicht flüssig, die Sprechanstrengung ist erhöht und es treten dysarthrische Symptome auf. Die Kommunikation mit Global-Aphasikern ist so gut wie unmöglich. Betroffene benutzen oft sinnlose Sprachfloskeln und wiederholen immer wieder dasselbe, wie zum Beispiel: „So, so, so, …“, „tatata“, „dodo“. Beeindruckend ist jedoch, dass sich die Patienten trotz gestörter Spontansprache an Songtexte erinnern können und zum Beispiel plötzlich anfangen „Yellow Submarine“ von den Beatles zu singen (vgl. www.medizinfo.de, 19.04.06 und vgl. http://de.wikipedia.org, 19.04.06).
1.2.2 Broca-Aphasie („Motorische Aphasie“)
Das Sprachverständnis ist bei dieser Form der Aphasie noch recht gut erhalten und auch das Bewusstsein für die eigene Störung ist vorhanden. Betroffene sprechen meist sehr langsam und stockend. Die Sprache weist einen deutlichen Agrammatismus auf. Die Patienten sprechen in kurzen, syntaktisch reduzierten Sätzen, was dem Telegrammstil ähnelt. Es kann zu Lautverwechslungen kommen, auch wenn der Broca-Aphasiker genau weiß, was er sagen will. Er verwendet phonematische bzw. semantische Paraphasien und so wird zum Beispiel aus „Messer“ plötzlich „Meksel“, „Sasse“ statt „Tasse“ bzw. „Erde“ anstatt „Katze“. Dies beeinträchtigt den Sprachfluss enorm. Laute und Silben werden auch manchmal einfach weggelassen. Ihre Morphologie ist vereinfacht. Sie sagen beispielsweise „er laufte“ anstatt richtigerweise „er lief“. Selbst das Zuhören bereitet Schwierigkeiten, da die Sprachverarbeitung nur langsam funktioniert, d.h. dass das Gesagte nicht schnell genug aufgenommen und verarbeitet werden kann. Eine Broca-Aphasie ist oft mit einer Sprechapraxie oder einer Dysarthrie gekoppelt (vgl. www.medizinfo.de, 19.04.06 und vgl. http://de.wikipedia.org, 19.04.06).
1.2.3 Wernicke-Aphasie („Sensorische Aphasie“)
Wernicke-Aphasiker merken meist nicht, dass sie eine Sprachstörung haben. Dadurch werden sie in Gesprächen oft ungeduldig, wenn man den Sinn ihrer Worte nicht gleich versteht. Sie sprechen flüssig und ohne große Mühe. Sprachmelodie und Artikulation sind gut erhalten. Doch
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ihre Sprache enthält viele Wortverdrehungen und -verwechslungen. Sie „erfinden“ auch einfach neue Wörter, da sie Probleme bei der Wortfindung haben. Hierdurch wird die Sprache bis hin zur Sinnlosigkeit verändert und eine Verständigung nur noch schwer möglich. Betroffene springen im Gespräch ohne Überleitung von Thema zu Thema, was die Kommunikation zusätzlich stört. In schweren Fällen sprechen die Patienten ausschließlich im „Wernicke-Jargon“. Die Sprache ist dann durch so viele semantische und phonematische Paraphasien gekennzeichnet, dass nur noch in Neologismen geredet wird (vgl. www.medizinfo.de, 19.04.06 und vgl. http://de.wikipedia.org, 19.04.06).
1.2.4 Amnestische Aphasie
Diese Aphasieform ist eher eine Wortfindungsstörung. Das Sprachverständnis ist kaum gestört, allerdings ist die Rede oft geprägt durch eine geringe Vermittlung von Inhalten. Gesuchte Wörter werden durch so genannte Füllwörter, wie zum Beispiel „Ding“ oder „das da“ ersetzt. Meist werden auch nur grobe Oberbegriffe verwendet („Buch“ anstatt „Telefonbuch“, „Wald“ statt „Baum“) oder anstelle des gesuchten Wortes dessen Sinn beschrieben („zum Hose halten“ statt „Gürtel“). Weiterhin kommt es zu Satzabbrüchen. Die Sprache ist trotzdem flüssig und der Satzbau komplex. Nur bei schweren Formen kann es zu einer zögernden Sprechweise kommen bzw. führen Betroffene Gespräche oft nicht eigenständig und aktiv weiter (vgl. www.medizinfo.de, 19.04.06 und vgl. http://de.wikipedia.org, 19.04.06).
Verbale Kommunikation 2.
Sprache ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen Sprecher und Hörer oder anders ausgedrückt: Kommunikation ist abhängig von Sender und Empfänger. Für Gespräche gelten bestimmte Regeln, die jeder beherrschen muss. Um das Gespräch zu steuern, den Interaktionspartner richtig zu verstehen und um auch selbst richtig verstanden zu werden, gibt es Kooperationsprinzipien, die wir alle unbewusst anwenden. Natürlich wissen auch Aphasiker wie Gespräche geführt werden, sie können es nur leider nicht mehr fehlerfrei sprachlich ausdrücken.
Anhand des 4-Seiten-Modells einer Nachricht von Schulz von Thun möchte ich kurz aufzeigen was Nachrichten charakterisiert und dabei auch die Probleme der Aphasiker berücksichtigen.
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Arbeit zitieren:
Sarah Henkel, 2006, Aphasie - Kommunikation ohne Sprache?!, München, GRIN Verlag GmbH
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