Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Fachrichtung Biologie/ Biologiedidaktik
Seminar: „Biologie in der gymnasialen Oberstufe“
6. Semester
Ökologie - Planung eines Leistungskurses
von: Katrin Warnke
Inhalt
1.1 Allgemeine Ziele und Funktionen des Unterrichts an der gymnasialen Oberstufe 3
1.2 Kursspezifische Unterrichtsziele 3
2. Exemplarische Beschreibung ausgewählter methodischer Gestaltungsvarianten 5
3. Ausgewählte Beobachtungen, Untersuchungen und Experimente sowie Vorschläge für Exkursionen, Besichtigungen, und biologische Freilandarbeit 5
4. Beispiel für einen fächerübergreifend gestalteten Kursabschnitt 9
5. Klausurbeispiel für eine zweistündige Lernerfolgskontrolle 13
6. Stoffverteilungsplan 18
7. Quelle/Literaturempfehlungen 27
1.1 Allgemeine Ziele und Funktionen des Unterrichts an der gymnasialen Oberstufe
In der gymnasialen Oberstufe hat der Biologieunterricht das Ziel, eine erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln, die zur allgemeinen Studierfähigkeit führt. Die Schüler sollen mit Hilfe von grundlegenden und weiterführenden Kenntnissen und Einsichten, ein vertieftes Verständnis für Denkweisen und Forschungsmethoden der Biologie entwickeln. Bei der Stoffvermittlung sollen die Schüler befähigt werden, Konzepte der Erkenntnisgewinnung nachzuvollziehen, zu erlernen und anwenden zu können. Sich selbst und ihrer Umwelt gegenüber sollen die Schüler eine ethische Handlungskompetenz, eine komplexe Sichtweise auf biologische Erscheinungen und Prozesse sowie die Befähigung zum fächerübergreifenden Problemlösen erlangen. Im Kursabschnitt „Ökologie“ sehe ich ein hohes Potential, dies Ziele zu verwirklichen.
Darüber hinaus soll die große praktische Bedeutung der Biologie für die Zukunftsgestaltung durch Anwendungsbezug deutlich gemacht werden. Der Einsatz von fremdsprachigen Lehrmaterial ist für die Förderung der Fremdsprachenkompetenz sehr gut geeignet und kann eventuelle Auslandsaufenthalte der Schüler erleichtern. Der Biologieunterricht an der gymnasialen Oberstufe soll den Schülern ein Fundament an biologischen Wissen und Können vermitteln, welches ihnen zu einer ausreichenden Sach- und Entscheidungskompetenz für ihr weiteres Leben verhilft.
1.2 Kursspezifische Unterrichtsziele
Kognitive Ziele:
• Ökologische Betrachtungsebene kennen lernen
• Ökologische Vielfalt kennen lernen
• Naturerscheinungen sollen beschrieben und analysiert werden
• Vielfalt von Ökosystemen erkennen
• Andere Ökosysteme der Erde beschreiben können
• Abiotische Faktoren des ausgewählten Ökosystems untersuchen, analysieren und darstellen können
• Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer abiotischen Umwelt untersuchen und darstellen können
• Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer biotischen Umwelt untersuchen und darstellen können
• Stoffkreisläufe, Energiefluss und Regulationsfähigkeit als charakteristische Merkmale von Ökosystemen darstellen können
• Erntwicklung von regionalen ausgewählten Ökosystemen im Wandel der Zeit beschreiben
• Umweltbelastungen erfassen, durch Beispiele belegen und Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Natur kennen und erläutern können
Die Sachkompetenz im Bezug auf Ökologie, aber auch komplexe Fragestellungen im Bezug auf ökologienahe Fragestellungen wie Biodiversität, Ökologie versus Ökonomie, Energiesparen, etc. sollte am Ende des Kursabschnittes einen hohen Stand erreicht haben. Die Kompetenz zur sprachlichen, graphischen und formalisierten Darstellung biologischer Erkenntnisse und Theorien sowie deren Darstellung in schriftlicher und mündlicher Form als konziser Gedankengang sollte gefestigt werden.
Affektive Unterrichtsziele:
• Einsicht gewinnen, dass Umweltprobleme in Europa und der Welt nur durch internationales verantwortungsbewusstes Handeln zu lösen sind
• Bereitschaft zur eigenen Mitwirkung entfalten
• sich die Natur mit allen Sinnen erschließen
Ein besonderes Ziel bei der Behandlung dieses Abschnittes ist die Heranführen an die Natur, Erleben, Erfahren, Erkennen und Handeln in der Natur, deshalb ist mindestens eine Exkursion durchzuführen, sodass die Schüler die Natur wortwörtlich „begreifen“ können.
Psychomotorische Unterrichtsziele:
• Sicherer Umgang mit Nachweismitteln, Bestimmungsliteratur und Mikroskop
• ausgewählte Pflanzen und Tiere sammeln, bestimmen und betreuen können
• bewusst die Verordnungen des Natur- und Landschaftsschutzes einhalten
• Sicherer Umgang mit Modellen und Modellvorstellungen, mathematischen Formeln sowie
Englisch als Wissenschaftssprache und den Termini der biologischen Fachsprache Durch das geforderte projektorientierte und selbstständige Arbeiten kommt es zur Herausbildung von sozialer Kompetenz und Selbstkompetenz. Durch den verstärkten Einsatz von ökologischen Untersuchungsmethoden wie dem Bestimmen und Beobachten im Freiland, Experimentieren, Modellieren, aber auch Mikroskopieren werden Methodenkompetenzen in diesem Bereich aufgebaut. Somit werden also nicht nur kognitive, affektive und psychomotorische Ziele, sondern auch die Förderung von Handlungskompetenz angestrebt, die sich aus Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Selbstkompetenz und sozialer Kompetenz zusammensetzt. Die Schüler sollen befähigt werden, alleine oder im Team selbstständig wissenschaftspropädeutisch zu arbeiten, d.h. sich einer bestimmten Fragestellung auf fachlich kompetente Art zu nähern und sie, wenn nötig, auch mit fächerübergreifenden Kenntnissen zu lösen.
2. Ausgewählte Beobachtungen, Untersuchungen und Experimente sowie Vorschläge für Exkursionen, Besichtigungen, und biologische Freilandarbeit
Betrachten und Beobachtungen: Da die meisten Schüler heutzutage nicht mehr in der Lage sind,. einen einheimischen Singvogel oder typische Samenpflanzen zu benennen, können diese Kenntnisse auf einer Vogelstimmenexkursion oder botanischen Exkursion nachgeholt und vertieft werden. Auch das Kennenlernen verschiedener Ökosysteme wie der See, der Wald, ein Kleingewässer, Salzwiesen, Ruderalflächen, Moor, usw. Auch das Aufsuchen von Nahrungsketten und Netzen, Konkurrenzvermeidung oder ökologischen Nischen könne im Freiland durchgeführt werden. Weiterhin könnte man auch mit dem Mikroskop arbeiten lassen, so könnten z.B. ökologische Pflanzentypen bestimmt und gezeichnet werden. Untersuchungen der Biotope im Bezug auf pH-Wert, Bodenschichten, Lichtintensität, Luftfeuchtigkeit, Assimilation, Zahl und Art der Tiere (BERLESE-trichter-versuch) Nährstoffgehalt, Diversität, usw. (siehe KNODEL, 1985) Besichtigungen: Auch Begehungen einer Kläranlage, oder Expertenbefragungen und Interviews mit Mitarbeitern des STAUN, des Umweltamtes, oder Diplom-Biologen oder Landschaftsökologen sind möglich.
Exkursionen: könnten in der Greifswalder Umgebung verschiedene Ziele haben, z.B. die Salzwiesen nahe des Tierparks, den Ryck, das Kiesehofer Moor, Brachland hinter dem Bahnhof, Botanischer Garten und Aboretum, den neuen und alten Friedhof, den Stadtgraben, den Stadtwall, den Elisenhain, entlang der Pappelallee, ... Thematisch könnten Vogelstimmen, Samenpflanzen allgemein, Salzpflanzen als Anpassung an spezielle Standorte und als Zeigerpflanzen, Gehölze der nördlichen Hemisphäre, Frühblüher, Nahrungbeziehungen, aber auch Prozesse wie der Wandel von Ökosystemen oder Stoffkreisläufe behandelt werden.
3. Exemplarische Beschreibung ausgewählter methodischer Gestaltungsvarianten
[...]
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Katrin Warnke, 2004, Ökologie - Planung eines Leistungskurses, Munich, GRIN Publishing GmbH
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