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Fernsehen im geteilten Deutschland

Title: Fernsehen im geteilten Deutschland

Term Paper , 2004 , 19 Pages

Autor:in: Stephanie Ziplys (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Nach dem Zweiten Weltkrieg standen sich mit der westlichen Besatzungszone bzw. der BRD und der Sowjet-Besatzungszone bzw. der DDR zwei Systeme gegenüber, die auf vollständig verschiedenen politischen und ideologischen Grundsätzen basierten. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich diese Gegensätze auch in den Medien widerspiegelten, ob diese als Vermittler politischer Einstellungen zur Entfremdung beitrugen und den Konflikt verstärkten oder sich hier, im Gegenteil, eine Basis der Annäherung fand. Die folgende Arbeit soll durch einen Vergleich des Fernsehens beider deutschen Staaten eine Antwort darauf geben.
Dabei werden zunächst die politischen Funktionen und der Aufbau des Fernsehens und anschließend Eigen- und Fremdbilder des eigenen und jeweils anderen Staates, wie sie in der Berichterstattung zum Ausdruck kamen, einander gegenübergestellt.
Eigenbilder meint dabei, wie die beiden Staaten im jeweils eigenen Rundfunk sich selbst darstellten bzw. politische Einstellungen und Schwerpunkte durch die Häufigkeit und Art der Berichterstattung zum Ausdruck kamen, Fremdbilder die Sichtweise gegenüber anderen Staaten und insbesondere dem „anderen Deutschland“. Diese Eigen- und Fremdbilder umfassen die gesellschaftspolitischen, innenpolitischen, außenpolitischen und wirtschaftspolitischen Einstellungen.
Grundlage der Arbeit ist vor allem die Untersuchung Anthony John Gloss´, eine vergleichende Analyse politischer Informationssendungen, d.h. der Nachrichten- und politischen Magazinsendungen, in der BRD und der DDR aus dem Jahr 1977. Auch die Gliederung geht auf diese zurück.
Es ist davon auszugehen, dass es im Laufe der Zeit durchaus auch zu Veränderungen in der Berichterstattung kam. Darüber hinaus dürften nicht nur politische Informationssendungen Aufschluss über Eigen- und Fremdbilder geben, sondern auch das Kultur- und Sportprogramm, Unterhaltungssendungen und sogar das Werbefernsehen. Eine genaue Betrachtung der zeitlichen und inhaltlichen Aspekte würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen, so dass diese nur in sehr allgemeiner Art und Weise eine Darstellung liefern kann und sich auf die generellen, aber für die Gegenüberstellung entscheidenden Tendenzen beschränken soll.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Politische Funktionen des Fernsehens

2.1 Aufbau und Funktion des Fernsehens in der BRD

2.2 Aufbau und Funktion des Fernsehens in der DDR

3. Eigenbilder im deutschen Fernsehen

3.1 Eigenbilder im bundesdeutschen Fernsehen

3.2 Eigenbilder im DDR-Fernsehen im Vergleich

4. Fremdbilder im deutschen Fernsehen

4.1 Auslandsberichterstattung im Fernsehen der Bundesrepublik

4.2 Auslandsberichterstattung im DDR-Fernsehen

4.3 Die DDR aus der Sicht des BRD-Fernsehens

4.4 Die BRD aus der Sicht des DDR-Fernsehens

5. Das deutsch-deutsche Verhältnis im Fernsehen

5.1 Das deutsch-deutsche Verhältnis aus der Sicht des BRD-Fernsehens

6. Westmedien in der DDR

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss politischer und ideologischer Gegensätze auf die mediale Darstellung im geteilten Deutschland, indem sie das Fernsehen der BRD und der DDR vergleichend analysiert. Ziel ist es zu ergründen, ob das Fernsehen zur Entfremdung beitrug oder Annäherungsprozesse unterstützte, indem Eigen- und Fremdbilder in der Berichterstattung gegenübergestellt werden.

  • Politische Funktionen und Strukturen des Rundfunks in beiden deutschen Staaten.
  • Konstrukt von Eigenbildern durch Selbstinszenierung in den jeweiligen Fernsehsystemen.
  • Analyse von Fremdbildern und der Auslandsberichterstattung über den jeweils anderen Staat.
  • Die Rolle von Westmedien und deren Rezeption in der DDR.
  • Vergleich der medialen Wirkungsabsichten gegenüber der öffentlichen Meinung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Eigenbilder im bundesdeutschen Fernsehen

Die in der Einleitung erwähnte Untersuchung durch Anthony John Gloss ergab für die BRD, dass die Eigenberichterstattung in Nachrichten und politischen Magazinen überwog, aufgeteilt in die beiden Bereiche „Parteien und Regierungspolitik“ und „Justiz, Innere Sicherheit und Protestverhalten“. Weitere Kategorien, die daneben Beachtung fanden, jedoch im geringeren Maße, waren die Wirtschaftsberichtserstattung und der Bereich „Soziales/ Bildung und Kultur“. Außenpolitik stand eher im Hintergrund.

Es zeigte sich ein Schwerpunkt auf politischen Stellungnahmen und Interviews bekannter Politiker sowie auf Bildnachrichten und eine Orientierung der Nachrichten an außergewöhnlichen Ereignissen und Problem- und Konfliktbereichen. Wichtig war also der Ereignis- und Kritikcharakter der Nachrichtenübermittlung sowie eine Neigung der Personalisierung. In Magazinen kamen neben bekannten Politikern auch Vertreter anderer gesellschaftlicher Gruppen sowie einzelne Bürger stärker zu Gehör.

Die kritische Berichterstattung und die Hervorhebung negativer Schlagzeilen über die Tätigkeit von Parteien und Regierung folgten der Funktion der Massenmedien in pluralistischen Gesellschaften als vierte Gewalt, mit der Aufgabe der Kontrolle durch Information. Besonders häufig wurde hier die Problematik der Schwäche durch parteiinterne Konflikte und Ineffizienz im Justizwesen und in der Terrorismusbekämpfung und von sozialer Ungerechtigkeit in der Sozialpolitik dargestellt. Es zeigte sich aber auch die Tendenz zur Dramatisierung, insbesondere im Bereich „Innere Sicherheit“. Durch die Personalisierung wurden Verantwortlichkeit und Kompetenzen durchschaubar. Auch Opposition, gesellschaftlichen Gruppen und einzelnen Bürgern wurde ein gewisser Stellenwert eingeräumt und damit dem Pluralismus Rechnung getragen. Der Föderalismus spiegelte sich im Auftreten von Landespolitikern wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Rolle des Fernsehens in der Wahrnehmung der Systemgegensätze zwischen BRD und DDR auf Basis einer Analyse der politischen Berichterstattung von 1977 vor.

2. Politische Funktionen des Fernsehens: Hier werden die organisatorischen Unterschiede beschrieben: Das föderale, öffentlich-rechtliche System der BRD gegenüber dem zentralistisch gesteuerten DDR-Fernsehen als Propagandainstrument der SED.

3. Eigenbilder im deutschen Fernsehen: Während im BRD-Fernsehen eine kritische Kontrolle durch Informationen und Meinungsvielfalt dominierte, diente das DDR-Fernsehen der Stärkung des sozialistischen Selbstbildes und der Erfolgsdarstellung.

4. Fremdbilder im deutschen Fernsehen: Die Analyse verdeutlicht, wie das BRD-Fernsehen den Osten eher ignorierte, während das DDR-Fernsehen ein Feindbild konstruierte, um den Westen abzuwerten und den eigenen Klassenstandpunkt zu festigen.

5. Das deutsch-deutsche Verhältnis im Fernsehen: Das Verhältnis wurde in der BRD vorwiegend über Menschenrechtsfragen problematisiert, während es im DDR-Fernsehen kaum eine Rolle spielte und bei Thematisierung den Westen als aggressiven Akteur darstellte.

6. Westmedien in der DDR: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen der offiziellen DDR-Medienpolitik zur Abwehr des Westfernsehens und der Tatsache, dass die Bevölkerung dennoch Westmedien nutzte, um sich ein alternatives Bild der Wirklichkeit zu verschaffen.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Fernsehen zwar den systemischen Konflikt zwischen den politischen Eliten vertiefte, die öffentliche Meinung in beiden Staaten jedoch nicht vollständig mit den medialen Propagandabildern korrespondierte.

Schlüsselwörter

Fernsehen, BRD, DDR, Systemvergleich, politische Funktionen, Eigenbild, Fremdbild, Klassenfeind, Sozialismus, Massenmedien, Propaganda, Rundfunk, Berichterstattung, Deutschlandbilder, Medienanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Rückblick auf die Rolle des Fernsehens im geteilten Deutschland und analysiert, wie politische Interessen die Berichterstattung in beiden deutschen Staaten prägten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die unterschiedlichen organisatorischen Strukturen des Rundfunks, die Konstruktion von Identität durch Eigenbilder und die gezielte Erzeugung von Fremdbildern zur Abgrenzung gegenüber dem jeweils anderen deutschen Staat.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die Frage zu beantworten, inwiefern das Fernsehen als Instrument zur Entfremdung zwischen Ost und West fungierte oder ob sich Ansätze einer medialen Annäherung finden ließen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Untersuchung basiert auf einer vergleichenden Analyse politischer Informationssendungen, wobei maßgeblich auf die Analysen von Anthony John Gloss aus dem Jahr 1977 zurückgegriffen wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der politischen Funktionen, der Eigen- und Fremdbilder sowie der Darstellung der deutsch-deutschen Beziehungen und der spezifischen Rolle der Westmedien in der DDR.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Fernsehen, BRD, DDR, Systemvergleich, politische Funktionen, Eigenbild, Fremdbild, Propaganda und Medienanalyse.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung über den jeweils anderen Staat?

Während das BRD-Fernsehen den Osten tendenziell ignorierte oder nur bei spezifischen Krisen thematisierte, betrieb das DDR-Fernsehen eine aktive Feindbildpflege, um die Überlegenheit des eigenen Systems hervorzuheben.

Welche Auswirkung hatte das Westfernsehen auf die DDR-Bürger?

Trotz offizieller Verbote und Abschirmungsversuche genoss das Westfernsehen in der DDR hohe Glaubwürdigkeit und führte dazu, dass die staatliche Propaganda ihre intendierte Wirkung auf die Bevölkerung teilweise verfehlte.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdbildern eine so große Rolle?

Die Unterscheidung macht deutlich, dass Medien in totalitären und pluralistischen Systemen unterschiedliche Aufgaben bei der Identitätsstiftung und der Abgrenzung gegenüber dem politischen Kontrahenten erfüllen.

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Details

Title
Fernsehen im geteilten Deutschland
College
University of Lüneburg  (Sprache und Kommunikation)
Author
Stephanie Ziplys (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V62127
ISBN (eBook)
9783638554329
ISBN (Book)
9783638922289
Language
German
Tags
Fernsehen Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Ziplys (Author), 2004, Fernsehen im geteilten Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62127
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