INHALTSVERZEICHNIS
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
TABELLENVERZEICHNIS III
1 EINLEITUNG 1
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK UND ZIELSETZUNG
DER ARBEIT 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 3
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER
TESTIMONIAL -TECHNIK 5
2.1 EINORDNUNG DER TESTIMONIAL-TECHNIK IN DIE
KOMMUNIKATIONSPOLITIK 5
2.2 DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DES
TESTIMONIALBEGRIFFES 9
2.3 TESTIMONIALARTEN IN DER WERBUNG 10
3 PROMINENTE TESTIMONIALS UND IHR
EINSATZ IN DER WERBUNG 13
3.1 PROMINENZ - WODURCH SIE SICH
CHARAKTERISIERT UND WIE SIE ENTSTEHT 13
3.2 PROMINENTE UND WERBUNG -
EIN DOUBLE-BIND-PHÄNOMEN 15
3.3 PROMINENTE TESTIMONIALS UND IHRE
ERSCHEINUNGSWEISEN IN DER WERBUNG 16
3.3.1 Sport-Prominenz 16
3.3.2 Medien-Prominenz und mediengemachte Prominenz 19
3.3.3 Polit-Prominenz 22
3.3.4 Wirtschafts-Prominenz 26
3.4 PROMINENTE POLYWERBER 29
4 DIE WIRKUNG UND VORAUSSETZUNGEN FÜR
DIE WIRKUNG PROMINENTER TESTIMONIALS 32
4.1 WERBUNG MIT PROMINENTEN SPALTET
DIE (WERBE-)NATION 32
4.2 ZIELE, STÄRKEN UND CHANCEN DER WERBUNG
MIT PROMINENTEN 35
4.2.1 Generierung von Aufmerksamkeit 35
4.2.2 Steigerung der Markenbekanntheit 37
4.2.3 Verbesserung und Stärkung des Markenimages 42
4.2.4 Differenzierung vom Wettbewerb 45
4.2.5 Steigerung des Abverkaufs 47
4.3 SCHWÄCHEN UND RISIKEN DER WERBUNG
MIT PROMINENTEN 51
4.3.1 Vampir-Effekt 51
4.3.2 Mangelnde Glaubwürdigkeit 54
4.3.3 Wear-out-Effekt 57
4.3.4 Abhängigkeit vom Prominenten 58
4.3.5 Kosten 61
4.4 VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE WIRKUNG PROMINENTER
TESTIMONIALS IN DER WERBLICHEN KOMMUNIKATION 64
4.4.1 Prominentenspezifische Faktoren 65
4.4.2 Fit zwischen prominentem Testimonial und der Marke 68
4.4.3 Einbindung des Prominenten in das Werbekonzept 70
5 PROMINENTE IN DER WERBUNG -
EIN ABSCHLIEßENDES FAZIT 74
LITERATURVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
AOL America Online
CEO Chief Executive Officer
Co. Consorten
TNS Emnid Gesellschaft für Medien- und Sozialforschung
TNS Sport Gesellschaft für Sportkommunikationsforschung
et al. und andere
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung
FH Fachhochschule
GfK Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung
GWA Gesamtverband Kommunikationsagenturen
H&M Hennes & Mauritz
Ifep Forschungsgruppe für Marketing und Kommunikation
IMAS Gesellschaft für Internationale Marktanalysen
n Stichprobenumfang
POS Point of Sale
PR Public Relations
RTL Radio-Télé-Luxembourg
RWE Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerke
SKL Süddeutsche Klassenlotterie
USP Unique Selling Proposition
VW Volkswagen
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Werbung mit Prominenten im Zeitverlauf _______________ 2
Abbildung 2: Einordnung der Testimonial-Technik in die
Kommunikationspolitik _____________________________ 8
Abbildung 3: Sportler als prominente Testimonials in der Werbung _____ 18
Abbildung 4: »Mediengemachte« Prominenz als Testimonials
in der Werbung __________________________________ 21
Abbildung 5: Die Popularität von Politikern im Vergleich zu Sportlern ___ 22
Abbildung 6: Angela Merkel als unfreiwilliges Testimonial für den
Autovermieter Sixt ________________________________ 25
Abbildung 7: Oskar Lafontaine als unfreiwilliges Testimonial für die
Direkt Anlage Bank _______________________________ 25
Abbildung 8: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als prominentes
Testimonial für unternehmensfremde Produkte __________ 28
Abbildung 9: Veronas lukrative Werbewelt ________________________ 31
Abbildung 10: Ambivalente Haltung Werbetreibender gegenüber dem
Einsatz prominenter Testimonials in ihrer werblichen
Kommunikation __________________________________ 33
Abbildung 11: Ziele werbetreibender Unternehmen beim Einsatz
prominenter Testimonials in ihrer werblichen
Kommunikation __________________________________ 35
Abbildung 12: PR-Effekt prominent besetzter Werbekampagnen am
Beispiel Christoph und Thomas Gottschalk/Deutsche Post _ 41
Abbildung 13: Schematische Darstellung eines Imagetransfers mit dem Ziel,
eine bestehende Imagekomponente zu stärken am Beispiel
Rexona/Steffi Graf ________________________________ 43
Abbildung 14: Schematische Darstellung eines Imagetransfers mit dem Ziel,
eine neue Imagekomponente hinzuzufügen am Beispiel
Nutella/Boris Becker ______________________________ 44
Abbildung 15: Schwächen und Risiken der Werbung mit
prominenten Testimonials __________________________ 51
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 3: Beispiele für prominente Testimonials aus dem
Medien-Bereich __________________________________ 20
Tabelle 7: Beispiele für unglaubwürdige werbliche Verbindungen
zwischen Prominenten und Marken ___________________ 56
Tabelle 8: Exemplarische Vergütungsskala eines nationalen C-Promis _ 62
1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK UND
ZIELSETZUNG DER ARBEIT
Werbung mit Prominenten ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit, sondern fast so alt wie die Produkt- und Markenwerbung selbst. 1 Bereits im 19. Jahrhundert erkannten Hersteller, dass sich durch berühmte Persönlichkeiten ein Hauch von Prestige und Luxus auf ihre Produkte übertragen und dadurch der Absatz ihrer Waren steigern ließ. 2 Lediglich das Aufkommen und die Akteure haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Warben früher größtenteils Monarchen und bedeutende Schriftsteller für prestigeträchtige Produkte, so sind es heute in erster Linie die »Helden des 21. Jahrhunderts«, sprich Prominente aus den Bereichen Sport und Medien, die sich für sämtliche Produktbereiche zur Verfügung stellen. Die Werbung hat aber auch die Polit- und Wirtschaftsprominenz für sich entdeckt und diese sind - wenn auch nicht in dem Ausmaß wie ihre Kollegen aus Sport und Unterhaltung - vermehrt im Einsatz für Produkte und Dienstleistungen. 3
Ob Franz Beckenbauer für O 2 , Günther Jauch für Quelle, Thomas Gottschalk für Haribo, Guido Westerwelle für Toshiba oder Wendelin Wiedeking für Brockhaus - mitunter tummeln sich in den Werbepausen mehr prominente Persönlichkeiten als in den unterbrochenen Sendungen. 4 Aber nicht nur, dass sich in der Summe immer mehr Prominente werblich zur Verfügung stellen, es existieren dabei auch immer mehr Promis, die nicht nur ein Produkt oder wenige, ausgewählte Produkte bewerben, sondern gleich eine ganze Bandbreite an Produkten. 5
1 vgl. Turner zitiert nach Strobel [Interview mit Sebastian Turner]
2 vgl. Awada 2003, S. 23
3 vgl. Braunberger 2005, S. 45
vgl. auch o.V. [Flop-Gefahr Prominentenwerbung]
4 vgl. Rosenbach 2001, S. 76
5 vgl. Rosenbach 2001, S. 77
Abbildung 1: Werbung mit Prominenten im Zeitverlauf 1
.
Die Werbung mit Prominenten ist inzwischen eine feste ökonomische Größe und verzeichnete in den letzten Jahrzehnten enorme Zuwachsraten. 2 Neben »alten Hasen« wie dem Fruchtgummihersteller Haribo, für den Thomas Gottschalk seit Jahrzehnten unerlässlicher Bestandteil der werblichen Kommunikation ist oder dem Finanzdienstleister American Express, der nach jahrelanger Promi-Abstinenz wieder zu diesem Stilelement zurückkehrte, wagen sich in jüngster Vergangenheit immer mehr Unternehmen erstmals auf das prominente Parkett und setzen bekannte Persönlichkeiten in ihrer werblichen Kommunikation ein. Dabei ist Werbung mit Prominenten längst keine Domäne großer Markenartikler mehr, denn auch kleinere Unternehmen mit entsprechend geringen Werbebudgets engagieren immer häufiger prominente Gesichter, um den geringen Mitteleinsatz durch aufmerksamkeitsstarke Persönlichkeiten zu kompensieren. 3
Doch das Werbestilmittel ist trotz steigender Beliebtheit auf Prominentenseite und zunehmendem Einsatz auf Unternehmensseite keineswegs unumstritten. Die Meinungen über prominente Testimonials in der Werbung klaffen in Fachkreisen weit auseinander:
1 Quellen:
Wischermann 2001, S. 43
Rosenbach 2001, S. 77
2 vgl. Rützel [Rammt keine Popstars]
3 vgl. o.V. [WerbePraxis aktuell]
Für den ehemaligen Grey-Chef Bernd M. Michael offerieren prominente Persönlichkeiten in der Kommunikation enorme Wirkungschancen und stellen daher „Turbos für die Marke“ 1 dar. Unterdessen hält Gert Gutjahr, Hauptgesellschafter des Institutes für Marktpsychologie Mannheim, diese für „zum Fenster hinausgeworfenes Geld“ 2 und Dr. Klaus Brandmeyer, Geschäftsführer der gleichnamigen Markenberatung, unterstellt Werbetreibenden beim Einsatz von Prominenten sogar Eitelkeit und die Befriedigung rein egoistischer Motive. 3 Auch bei den Verbrauchern, die letztendlich Zielgruppe jeglicher Werbeanstrengung sind, stößt Promiwerbung nicht immer auf uneingeschränkte Akzeptanz. Während für manche eine unglaubliche Faszination von Beckenbauer, Bohlen & Co. ausgeht, sind andere eher genervt von den omnipräsenten »Helden unseres Jahrhunderts« und deren »zu offensichtlichen Beeinflussungsversuchen« in der Werbung. 4
Prominentenwerbung - kaum ein anderes Stilmittel wirkt auf Fachleute und Konsumenten so polarisierend und wird dementsprechend häufig und kontrovers diskutiert. 5 Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Arbeit mit dem Einsatz von Prominenten in der Werbung im Allgemeinen und deren Wirkung, d.h. den Chancen und Risiken, die ihr Einsatz für Unternehmen und Marken mit sich bringt, im Speziellen.
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
Kapitel 2 der vorliegenden Arbeit hat in erster Linie zum Ziel, das Stilmittel »Testimonialwerbung« in die Kommunikationspolitik einzuordnen und die entsprechenden werblichen Zusammenhänge zu umreißen. Im Anschluss wird der Begriff des Testimonials erläutert sowie die einzelnen Testimonialarten, die in der Werbung genutzt werden, näher beschrieben.
1 Michael zitiert nach Kolbrück 2004, S. 1
2 Gutjahr zitiert nach Löw 2005, S. 12
3 vgl. Brandmeyer zitiert nach Michael/Brandmeyer 2004, S. 39
4 vgl. Lembke 2004, S. 24
vgl. auch Eck 2005, S. 46
5 vgl. Kirschhofer 1997, S. 34
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der für diese Arbeit relevanten Untergruppe der Testimonials - den Prominenten - und deren Einsatz in der Werbung. Nachdem auf die Definition und Entstehung von Prominenz sowie deren Antrieb, sich werblich zur Verfügung zu stellen, eingegangen wird, werden im Anschluss deren Erscheinungsweisen in der Werbung sowie deren Eignung für werbliche Zwecke näher beleuchtet. Abschließend wird in diesem Zusammenhang noch das relativ junge Phänomen der Polywerber thematisiert.
Kapitel 4 widmet sich ausführlich der Kernthematik dieser Arbeit: »Sind Prominente Turbos für die Marke oder Geldverschwendung für eitle Agenturen und ihre Kunden?« und der sich in diesem Zusammenhang aufdrängenden Frage: Was können prominente Testimonials für Unternehmen und ihre Marken wirklich leisten und wo liegen ihre Grenzen bzw. welche Gefahren und Risiken können mit ihrem Einsatz verbunden sein? Nachgelagert werden Kriterien aufgezeigt, die zu einer Chancennutzung und/oder einer Risikominimierung beitragen können und denen Werbetreibende bei der Auswahl eines Prominenten bzw. bei der Umsetzung prominent besetzter Kampagnen daher unbedingt Beachtung schenken sollten.
Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit, das die im Laufe der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassend auf den Punkt bringt und darüber hinaus eine in die Zukunft gerichtete Empfehlung für die Werbung mit Prominenten abgibt.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER
TESTIMONIAL-TECHNIK
2.1 EINORDNUNG DER TESTIMONIAL-TECHNIK
IN DIE KOMMUNIKATIONSPOLITIK
Im Rahmen des Marketing-Mix hat die Kommunikationspolitik in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, ein gutes Produkt zu entwickeln, einen angemessenen Preis dafür festzulegen und dieses Produkt schließlich an die richtigen Bezugsquellen zu verteilen. Ein Unternehmen muss vielmehr Werbebotschaften entwickeln und diese an die gewünschte Zielgruppe herantragen, die über die Existenz des Produktes, seine Merkmale, seinen Preis sowie die mit dem Erwerb und Konsum verbundenen Vorteile informieren. 1
Die Werbung, die neben Sales Promotion (Verkaufsförderung) und Public Relation (Öffentlichkeitsarbeit) das zentrale kommunikationspolitische Instrument darstellt, 2 übernimmt genau diese Informationsfunktion und hat darüber hinaus zum Ziel, das Wissen, die Meinungen und Konsumgewohnheiten der Zielgruppen im Sinne (außer-)ökonomischer Kommunikations- und Marketingziele nachhaltig zu beeinflussen. 3
Die dazu notwendige Kontaktaufnahme mit den Verbrauchern erfolgt unter den vorherrschenden Markt- und Kommunikationsbedingungen weiterhin überwiegend auf indirekte, unpersönliche Art und Weise, indem Unternehmen ihre Werbemaßnahmen und darin enthaltenen Werbebotschaften publikumswirksam über die Massenmedien verbreiten. 4 Dabei dient die Werbekonzeption gewissermaßen als Richtlinie für die Planung und Umsetzung und setzt sich aus den folgenden drei Teilstrategien zusammen: 5
1 vgl. Koschnik 1997, S. 801
vgl. auch Kotler/Armstrong/Saunders/Wong 2003, S. 896
2 vgl. Pflaum 2002/2003, S. 3 f.
vgl. auch Seebohn 2005, S. 244 f.
3 vgl. Kloss 2000, S. 5
vgl. auch Seebohn 2005, S. 245
4 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 24
5 vgl. Pflaum/Bäuerle/Laubach 2002, S. 569
Werbemittelstrategie
Die Werbemittelstrategie legt fest, welche Werbemittel (Anzeigen, Banner, Plakate, TV-Spots, Funk-Spots etc.) in welcher Gewichtung in einer Kampagne eingesetzt werden. 1 Bei der Auswahl spielen neben Verfügbarkeits- und Kostenaspekten auch Darbietungs- und Gestaltungsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. 2
Werbeträgerstrategie
Die Wahl der einzusetzenden Werbemittel bestimmt indirekt auch die Medien, über die die Werbebotschaft an die Zielgruppe transportiert werden soll (TV-Spots im Fernsehen, Funk-Spots im Radio, Anzeigen in Zeitungen/ Zeitschriften, Banner im Internet etc.). Mittels der Werbeträgerstrategie werden die festgelegten Mediengattungen im Anschluss näher spezifiziert und mit Hilfe eines Streuplans die Schaltfrequenzen sowie die terminliche Streuung der Werbemaßnahmen fixiert. 3
Copy-Strategie
Die Copy-Strategie, auch Argumentations- oder Gestaltungsstrategie genannt, bildet Ausgangspunkt und Bezugsrahmen für die gestalterische Umsetzung -Visualisierung und Verbalisierung - der Werbebotschaft in die entsprechenden Werbemittel. 4 Die tragenden Säulen einer Copy-Strategie bilden im Wesentlichen: 5
1. Das Nutzenversprechen (Consumer Benefit/USP) Verbraucher kaufen und nutzen Produkte in erster Linie, wenn sie ihnen einen Nutzen stiften. Aufgabe des Consumer Benefits ist es, eben diesen - mit dem Erwerb des Produktes verbundenen - zentralen Nutzen herauszustellen und dem Verbraucher damit einen Kaufanreiz zu bieten. Da die Produkte immer homogener und somit austauschbarer werden, ist dieser Consumer Benefit heutzutage weniger im Grundnutzen des Produktes, als vielmehr in Zusatznutzen, wie bspw. dem Design oder Prestige, zu suchen. 6
1 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 278
2 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 279
3 vgl. Pflaum/Bäuerle/Laubach 2002, S. 575
4 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 276
vgl. auch Schweiger/Schrattenecker 1995, S. 202
5 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 276
6 vgl. Schneider/Pflaum 1997, S. 247
Das wohl eindringlichste Nutzenversprechen bietet ein einzigartiger Produktnutzen - ein so genannter USP - den die Konkurrenzprodukte nicht für sich in Anspruch nehmen können und der somit zu einer werblichen Alleinstellung gegenüber dem Wettbewerb führt. 1
2. Die Nutzenbegründung (Reason Why)
Da Werbung nicht überreden, sondern überzeugen will, reichen Nutzenversprechen im Sinne von bloßen Behauptungen nicht aus, um Werbemaßnahmen wirkungsvoll zu machen. Die Behauptung muss vielmehr durch einen stichhaltigen Reason Why begründet und dadurch der Zielgruppe glaubhaft gemacht werden. 2
3. Die Tonalität
Während Nutzenversprechen und -begründung Auskunft darüber geben, was über ein Produkt gesagt wird, legt die Tonalität fest, wie dieses in der Werbung präsentiert wird. Sie gibt somit den Grundton einer Werbebotschaft an und kann je nach Produkt und anzusprechender Zielgruppe ganz unterschiedlich ausfallen. 3
Werbestilmittel und -techniken zur kommunikativen
Umsetzung der Copy-Strategie
Sind Nutzenversprechen, Nutzenbegründung und die entsprechende Tonalität festgelegt, gilt es, diese in eine Botschaft zu verpacken. Dazu ist es notwendig, eine zentrale Werbeidee zu finden, die in der Kampagne sowohl im Zeitablauf als auch in sämtlichen Medien und Werbemitteln umgesetzt werden kann. 4 Diese Idee ist zwar nicht standardisierbar, es gibt jedoch einige Stilmittel bzw. Techniken, auf die von Werbetreibenden zur kommunikativen Umsetzung werblicher Tatbestände häufig und bevorzugt zurückgegriffen wird. 5
1 vgl. Pflaum/Bäuerle/Laubach 2002, S. 51
2 vgl. Poth/Rippel/Pflaum et al. 1998, S. 146
3 vgl. Huth/Pflaum 2005, S. 278
4 vgl. Schweiger/Schrattenecker 1995, S. 204
5 vgl. Pepels 2001, S. 378
Beispiele hierfür sind neben der Lifestyle-, Slice-of-Life-, Tell-a-Story- oder der Produktdemonstrations-Technik die Testimonial-Technik, mit der sich die vorliegende Arbeit im Folgenden näher befassen wird. 1
Abbildung 2: Einordnung der Testimonial-Technik in die
1 vgl. Pepels 2001, S. 380
vgl. auch Weuthen 1998, S. 44
2 Quelle:
eigene Darstellung nach Pepels 2001, S. 378
2.2 DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DES
TESTIMONIALBEGRIFFES
Der Begriff des Testimonials leitet sich vom lateinischen Wort »testari« ab, was übersetzt so viel wie »bezeugen«, »Zeugnis ablegen« oder »empfehlen« bedeutet. 1 Demnach versteht man unter der Testimonial-Technik eine persuasive Werbeform, bei der eine Person mit der Funktion auftritt, dem Zielpublikum ein Produkt, eine Marke oder Dienstleistung zur Übernahme zu empfehlen. 2 In Abgrenzung zu dekorativen Modellen stehen Testimonials dabei in direktem Bezug zum beworbenen Meinungsgegenstand, für den sie gewissermaßen Zeugnis hinsichtlich bestimmter Eigenschaften - wie bspw. dessen Nützlichkeit, Preiswürdigkeit oder Qualität - ablegen. 3 Dieses Zeugnis kann sowohl in produktanpreisender (Presenter) als auch in konsumierender (Konsumenter) Form erfolgen, wobei das Testat eines Konsumenters aufgrund der Tatsache, dass er sich nicht nur verbal, sondern auch durch den demonstrativen Gebrauch zum beworbenen Produkt bekennt, beim Publikum in der Regel überzeugender wirkt. 4
In der Werbung lassen sich hauptsächlich vier Arten von Testimonials identifizieren, so dass Agenturen und Unternehmen die Wahl zwischen Experten, typischen Konsumenten, Unternehmensrepräsentanten oder Prominenten als Befürworter ihrer Marken und Produkte haben. 5
Im folgenden Kapitel werden die einzelnen Testimonialarten hinsichtlich ihrer Wirkung und Funktion näher beschrieben, wobei sich in der Praxis eine eindeutige Zuordnung wegen mangelnder Trennschärfe häufig schwierig gestaltet. So ist Michael Schumacher für Shell bspw. Experte und Prominenter zugleich. Eine Mutter, die für Babynahrung wirbt, nimmt neben der Rolle der typischen Konsumentin auch die einer Expertin ein. Und Herr Dittmeyer ist nicht nur Unternehmensrepräsentant und Experte für biologischen Anbau, sondern durch die Werbung inzwischen in gewisser Weise auch prominent.
1 vgl. Haase 2000, S. 56
vgl. auch Fanderl 2005, S. 90
2 vgl. Haase 2000, S. 56
3 ebenda
4 vgl. Mayer/Illmann 2000, S. 595
vgl. auch Diller 2001, S. 1261
5 vgl. Gierl 1997, S. 50
2.3 TESTIMONIALARTEN IN DER WERBUNG
EXPERTEN
Experten sind Personen, die sich aufgrund ihrer Tätigkeit durch außergewöhnliche Sach- und Fachkenntnis in dem jeweils zu bewerbenden Produktbereich auszeichnen. 1 So bspw. ein Rennfahrer, der für einen bestimmten Reifenhersteller wirbt oder ein Dentist, der eine bestimmte Zahnpasta empfiehlt. In der Theorie unterscheidet man künstliche von authentischen Experten, wobei Letztere in der Praxis aufgrund geringerer Auswahl häufig die Minderheit darstellen. 2 Bekannteste Ausnahme ist wohl Dr. James E. Best, der in Wirklichkeit nicht nur Erfinder der elastischen Zahnbürste, sondern auch Zahnarzt war. 3
Experten entfalten ihre Wirkung am besten in Verbindung mit erklärungsbedürftigen Produkten oder Produkten mit hohen finanziellen und/oder physischen Risiken. 4 Dabei können sie die Glaubwürdigkeit der Botschaft sowie die Preis- und Wertvorstellungen des Produktes erhöhen, solange der Rezipient die Objektivität und Unabhängigkeit der Empfehlung nicht bezweifelt und das geäußerte Fach- und Sachwissen in engem Bezug zum beworbenen Meinungs-gegenstand steht. 5
T YPISCHE KONSUMENTEN
Typische Konsumenten werden als »Menschen wie Du und ich« in der Werbung eingesetzt und stehen dabei meist symbolisch für bestimmte Verbrauchergruppen, wie bspw. Hausfrauen, Familienväter oder Rentner. Sie konsumieren das Produkt oder demonstrieren seinen Gebrauch mit dem Ziel, den Verbraucher zur Imitation durch Identifikation anzuregen. 6 Dabei gilt, je größer die wahrgenommene Ähnlichkeit zwischen dem typischen Konsumenten und dem Rezipienten, desto wahrscheinlicher ist die Identifikation und nachgelagerte Imitation des Verhaltens durch den Rezipienten. 7
1 vgl. Mayer/Illmann 2000, S. 598
2 vgl. Pepels 2001, S. 379
3 vgl. Brandmeyer 1992, S. 25
4 vgl. Mayer/Illmann 2000, S. 599
vgl. auch Moser 2002, S. 232
5 vgl. Trommsdorff 1998, S. 229
vgl. auch Schulz 1998_1, S. 72
6 vgl. Mayer/Illmann 2000, S. 600 f.
7 vgl. Trommsdorff 1998, S. 229
Typische Konsumenten zeichnen sich im Gegensatz zu Experten in erster Linie durch ihre Erfahrung und weniger durch ihr Wissen oder ihre Expertise auf dem beworbenen Gebiet aus. 1 Daher wird ihnen von Seiten der Verbraucher am ehesten für Produkte des täglichen Bedarfs, die keine oder kalkulierbare finanzielle, physische, psychologische und/oder soziale Risiken enthalten, Beurteilungskompetenz zugesprochen. 2
UNTERNEHMENSREPRÄSENTANTEN
Größtenteils sind es die Unternehmensgründer oder -inhaber, die in der Werbung als Repräsentanten für unternehmenseigene Produkte und Dienstleistungen mit ihrem Namen und Konterfei stehen. Eddie Darboven für seinen magenfreundlichen Idee-Kaffee, Rolf H. Dittmeyer für seine sonnengereiften Säfte oder Claus Hipp für seine biologisch angebaute Babynahrung. 3 Aber auch die Mannschaft, sprich die Mitarbeiter, die nicht der Chefetage angehören, stellen sich für ihr Unternehmen werblich zur Verfügung. 4 So ließen es sich die Autokonzerne Daimler und Chrysler bspw. nicht nehmen, ihre Elefantenhochzeit durch einige ihrer 428.000 zwangsvermählten Mitarbeiter kommunizieren zu lassen. 5 Doch neben authentischen, existieren auch künstliche, für die Werbung eigens geschaffene Mitarbeiter. 6 Herr Kaiser bspw. arbeitete nie als Versicherungsvertreter für die Hamburg-Mannheimer und auch Herr Neumann war lediglich in der Werbung für die Telekom tätig. 7 Werbung mit Unternehmensrepräsentanten verleiht dem Unternehmen zwar eine menschliche Note, wird von Verbrauchern jedoch häufig als unglaubwürdig empfunden. 8 In ihren Augen verfügen sie zwar über Expertise, Wissen und Erfahrung mit dem Produkt, im Vergleich zu relativ unabhängig wirkenden Experten oder typischen Konsumenten mangelt es ihnen jedoch häufig an Objektivität in Bezug auf die Beurteilung und/oder Empfehlung des Produktes. 9
1 vgl. Friedman/Friedman 1979, S. 63
2 vgl. Atkin/Block 1983, S. 58
3 vgl. Brandmeyer 1992, S. 23
4 vgl. Faure 1999, S. 88
5 vgl. Faure 1999, S. 89
6 vgl. Pepels 2001, S. 379
7 vgl. Hars 2001, S. 157
vgl. auch o.V. [Werbefiguren]
Herr Kaiser heißt mit bürgerlichem Namen Günter Geiermann, Herr Neumann
Markus Majowski und beide sind in Wirklichkeit von Beruf Schauspieler.
8 vgl. Kolbrück 2002, S. 38
9 vgl. Rubin/Mager/Friedman 1982, S. 31
PROMINENTE
Auch Prominente oder Celebrities - wie sie die englischsprachige Fachliteratur betitelt - werden in der Praxis häufig als Produktbefürworter eingesetzt. Ihrem Einsatz sowie ihren Erscheinungsweisen in der Werbung widmet sich Kapitel 3.3 dieser Arbeit ausführlich.
Die folgende Tabelle führt Beispiele für Experten, typische Konsumenten sowie Unternehmensrepräsentanten in der werblichen Kommunikation auf. Beispiele für prominente Persönlichkeiten in der Werbung werden in den Kapiteln 3.3 und 3.4 dieser Arbeit in den entsprechenden Tabellen gegeben.
Tabelle 1: Beispiele für Experten, typische Konsumenten sowie
o.V. [Werbefiguren]
eigene Recherche
3 PROMINENTE TESTIMONIALS UND
IHR EINSATZ IN DER WERBUNG
3.1 PROMINENZ - WODURCH SIE SICH
CHARAKTERISIERT UND WIE SIE ENTSTEHT
„Prominente sind Exponate, die erst unter den Augen des Publikums entstehen.“ 1
Etymologisch ist der Prominenz-Begriff auf das lateinische Verb »prominere« (herausragen, hervorragen) und den davon abstammenden englischen Terminus »prominent« (bedeutend, weithin bekannt) zurückzuführen. Prominente sind per Übersetzung also Personen, die sich von anderen aufgrund ihrer hohen Bekanntheit abheben und unterscheiden. 2 Im Gegensatz zum Otto-Normalverbraucher, der lediglich seinem üblichen privaten Umfeld (Freunde, Familie, Kollegen etc.) ein Begriff ist, zeichnen sie sich durch einen asymmetrischen Bekanntheitsgrad aus. Das bedeutet, dass sie in der Regel von mehr Personen gekannt werden, als sie selbst persönlich kennen. 3 Diese Art von Bekanntheit hat die Prominenz letztendlich den Medien zu verdanken. Denn nur durch die massenmediale Vermittlung über Nachrichten, Berichterstattungen, Reportagen oder sonstige Formate kann es einer Person gelingen, aus dem eigenen, kleinen Kreis herauszutreten und in der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu generieren. 4 Häufige massenmediale Vermittlung ist für die Erlangung des Prominentenstatus zwar notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung. Letztendlich entscheidet das Publikum, wer zur Prominenz zu zählen ist und bildet somit den erforderlichen Resonanzboden für deren Entstehung 5 So können die Medien eine Person zwar »hochjubeln«, solange sie von der Öffentlichkeit jedoch nicht akzeptiert wird, kann kaum von Prominenz gesprochen werden. 6
1 Rosenfelder 2002, S. 50
2 vgl. Fanderl 2005, S. 92
vgl. auch Olsson 2002, S. 318
3 vgl. Fanderl 2005, S. 93
4 vgl. Peters 1996, S. 115
5 vgl. Peters 1996, S. 99
6 vgl. Koeppler 2000, S. 217
Doch über wen berichten die Medien bzw. welche Personen werden durch sie vermittelt?
In der Vergangenheit waren dies ausschließlich Individuen, die sich auf ihrem speziellen Gebiet durch herausragende Leistungen, Erfolge oder Fähigkeiten auszeichneten. In klassischen Berichterstattungen thematisierten die Medien ihre Errungenschaften und Erfolge. 1
Doch die Entwicklung von einer Informations- zu einer Erlebnisgesellschaft führte dazu, dass das Publikum heutzutage weniger informiert als vielmehr unterhalten werden will. 2 „Klatsch ist salonfähig geworden“ 3 und die Medien haben sich darauf eingestellt, indem sie zunehmend auch über Personen berichten, die weder überragende Erfolge verbuchen, noch durch besondere Fähigkeiten bestechen. Was alleine zählt, ist ihr Unterhaltungswert, der sich positiv auf Auflagenhöhe bzw. Einschaltquoten des Mediums auswirkt. 4 „Prominent ist [folglich] nicht mehr nur, wer unterwegs ist zur Spitze des Ruhmes und der Macht - es bedarf nicht mehr der hohen Geburt, der genialen Leistung oder der großen Tat. Prominent wird man heute [auch] durch standardisierte Karrieren. Am Anfang steht nicht mehr und nicht weniger, als irgendwie in die Medien zu finden.“ 5
Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Medien zwischenzeitlich damit begonnen haben, den Begriff Prominenz mit ihren eigenen Inhalten zu füllen: Wer häufig in den Medien erscheint, wird bekannt, erscheint daraufhin noch häufiger und ist bald schon - aufgrund der bloßen Anwesenheitprominent. 6 Aus Sicht der Prominenten kann man diese Entwicklung wie folgt beschreiben: „Wir leben in Zeiten, in denen jeder in den Kosmos der öffentlichen Aufmerksamkeit katapultiert werden kann. Jeder kann, über Nacht, zum Star werden […], wie es Zlatko aus dem RTL-Container bewiesen hat.“ 7
1 vgl. Koeppler 2000, S. 217
2 vgl. Reiche 2001, S. 24
3 Jung zitiert nach Michaelis 2001, S. 23
4 vgl. Wippermann 2001, S. 147
5 Franck 1998, S. 151
6 vgl. Müller [Münchhausens Kinder]
7 Matussek 2002, S. 17
Arbeit zitieren:
Julia Vetter, 2006, Prominente - Turbos für die Marke oder Geldverschwendung für eitle Agenturen und ihre Kunden, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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Celebrity Marketing - Chancen und Risiken beim Einsatz von Prominenten...
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Seminararbeit, 24 Seiten
Analyse prämierter deutscher Werbekampagnen
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 44 Seiten
Prominente in der Werbung - Wäscht Hollywood weißer?
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 24 Seiten
Testimonialwerbung - Prominente erobern die Werbewelt
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
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