Inhalt
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS............................................................................ II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
1 Einleitung. 1
1.1 Ausgangssituation und Zielsetzung. 1
1.2 Aufbau der Arbeit. 2
2 Theoretische Grundlagen 3
2.1 Gesundheitswirtschaft 3
2.1.1 Definition 3
2.1.2 Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens. 6
2.1.3 Leistungserbringer 7
2.1.4 Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen 8
2.2 Theorie der Mehrebenenanalyse 11
2.3 Einflussfaktoren auf die Gesundheitswirtschaft 13
2.3.1 Demographische Lage. 13
2.3.2 Gesundheitsbewusstsein / Sozio-ökonomische Betrachtung. 14
2.3.3 Medizinisch-technischer Fortschritt. 15
3 Bestandsaufnahme und Entwicklung in der
Gesundheitswirtschaft 18
3.1 Makro Ebene Deutschland 20
3.1.1 Bestandsaufnahme angebotener Gesundheitsleistungen. 20
3.1.1.1 Gesundheitsleistungen der Industrie. 20
3.1.1.2 Gesundheitsleistungen der Dienstleistungsbranche 25
3.1.1.3 Gesundheitsleistungen durch Handel und Handwerk 31
3.1.2 Entwicklung und Konsequenzen für die Gesundheitswirtschaft. 34
3.1.2.1 Demographische Entwicklung 34
3.1.2.2 Medizinisch-technische Innovationen. 39
II
Inhalt
3.1.2.3 Individuelles Gesundheitsbewusstsein 39
3.1.3 Fazit 40
3.2 Meso Ebene Rhein-Main. 42
3.2.1 Regionale Abgrenzung Rhein-Main Gebiet. 42
3.2.2 Zahlen und Daten im Rhein-Main 43
3.2.3 Trend Clusterbildung. 45
3.2.3.1 Theorie Clusterdefinition 46
3.2.3.2 Gesundheitscluster 48
3.2.4 Gesundheitswirtschaft - Chancen für Rhein-Main 49
3.2.4.1 Die regionale Stellung der Gesundheitswirtschaft im Rhein-Main -
Eine Abschätzung 49
3.2.4.2 Bestehende Cluster. 53
3.2.4.3 Entwicklungen und Aussichten. 55
3.2.5 Fazit 59
3.3 Mikro-Ebene 61
4 Zusammenfassung und Schluss 63
LITERATURVERZEICHNIS VI
ANHANG XIV
III
Inhalt
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 2.1 Zwiebelmodell der Gesundheitswirtschaft
Abbildung 2.2 Gesundheitsausgaben nach Ausgabenträgern 2003,
Angaben in Mill.
Abbildung 2.3 Anteil der Beschäftigten nach Einrichtung
Abbildung 2.4 Entwicklung der Ausgaben im Gesundheitswesen, in Euro und
Prozent des Bruttoinlandprodukts.
Abbildung 2.5 Ausgaben für Gesundheit nach Leistungsarten im Jahr 2003.
Abbildung 2.6 Theorie der Konzeption der Mehrebenenanalyse.
Abbildung 2.7 Fünf-Jahres-Überlebenschance bei Krebs 1977-1995 in
Abbildung 3.1 Konzeption der Mehrebenenanalyse
Abbildung 3.2 Inlands- und Auslandsumsatz der Arzneimittelhersteller
in Mrd. Euro
Abbildung 3.3 Inlands- und Auslandsumsatz in der Medizintechnik von
2000-2005 in Mrd. Euro
Abbildung 3.4 Vergleich Gesamtzahl der Gründungen und zur Zahl der Gründungen in
wissensintensiven Wirtschaftszweigen in Deutschland 1995-2002
Abbildung 3.5 Arztdichte in ausgewählten europäischen Ländern 2002
Abbildung 3.6 Prognose der Zahl für niedergelassene Ärzte und Ärzte insgesamt
Abbildung 3.7 Gliederungskriterien der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
Abbildung 3.8 Umsatz je Apotheke 1993-2005 in Tsd. Euro (ohne MwSt.)
Abbildung 3.9 Umsatz und Beschäftigung im pharmazeutischen Großhandel
2000-2005............................................................................................
Abbildung 3.10 Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland
Abbildung 3.11 Erwartungen für den Gesundheitsmarkt in Deutschland bis 2020.
Abbildung 3.13 Arbeitslosenquote in in Deutschland und Rhein-Main.
IV
Inhalt
Abbildung 3.15 Veränderung der Einwohnerzahl im Rhein-Main Gebiet
Hessens (in 1.000) 58
Abbildung 3.16 Bevölkerung in Hessen im Alter von 60 Jahren und älter. 59
Abbildung 3.17 Beschäftigte Sanofi-Aventis in Deutschland 2005 61
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 3.1 Untersuchungstiefe in der Mehrebenenanalyse 19
Tabelle 3.2 Krankenhäuser in Deutschland 1990-2004. 29
Tabelle 3.3 Definition des Rhein-Main Gebietes nach IHK. 50
Tabelle 3.4 Abschätzung der Beschäftigungszahlen in der Gesundheitswirtschaft
im Rhein-Main. 51
Tabelle 3.5 Abschätzung des Umsatzes in der Gesundheitswirtschaft
im Rhein-Main. 53
V
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Zielsetzung
Auf Grund von Veränderungen in der Gesundheitswirtschaft, die vor allem durch die demografische Entwicklung, den medizinisch-technischen Fortschritt und die wachsenden Ansprüche der Bevölkerung an die Gesundheitsversorgung ausgelöst wurden, wird die Gesundheitswirtschaft von vielen als Zukunftsbranche gesehen, als Wachstumslokomotive des 21. Jahrhunderts, den sechsten Kondratieff-Zyklus. Aber auch die Tatsache, dass die Tageszeitung „Financial Times Deutschland“ seit Oktober 2004 eine eigene Seite „Gesundheitswirtschaft“ druckt, verdeutlicht den neuen Stellenwert dieses Sektors gerade aus der ökonomischen Perspektive.
Ausgaben für Gesundheit werden in der wirtschaftspolitischen Debatte vor allem als Kostenfaktor angesehen. Jedoch gilt es nicht nur den Kostenaspekt der Gesundheitsleistungen, sondern auch die wachstumsfördernden Aspekte der Gesundheitswirtschaft zu berücksichtigen, die durch den steigenden Bedarf an medizinischen Leistungen und der medizinisch-technischen Entwicklungen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können. In der Förderung dieser positiven Faktoren ist die Bildung von Clustern auf städtischer, regionaler und überregionaler Ebene eine Antwort auf die heutigen wirtschaftlichen Herausforderungen. Auch die Gesundheitswirtschaft bedient sich des Instrumentes der Clusterbildung. Erst ein wirkungsvolles Zusammenspiel von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Finanzierungsinstitutionen, Zulieferern, Qualifizierungseinrichtungen, anderen Dienstleistungsunternehmen und Herstellern ermöglicht dauerhaft die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen und damit eine starke Wettbewerbsposition.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die gegenwärtige Diskussion um die Leistungs- und Förderungsfähigkeit der Gesundheitswirtschaft und letztendlich die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des gesamten Gesundheitssystems in Deutschland. Ziel der vorliegenden Arbeit wird daher sein, auf Basis einer Status Quo Analyse angebotener Ge-sundheitsleistungen, das Potenzial der Gesundheitswirtschaft als Wirtschaftssektor in Deutschland und seine Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
1
Es wird untersucht, inwiefern mögliche Einflussfaktoren der Gesundheitswirtschaft Folgen für die zukünftige Entwicklung der Branche haben. Ferner wird die regionalwirtschaftliche Bedeutung im Rhein-Main Gebiet näher beleuchtet, um eine Aussage über die Entwicklungen und Aussichten in dieser Region machen zu können.
1.2 Aufbau der Arbeit
Zur Untersuchung der nationalen und regionalen Gesundheitswirtschaft sind in einem ersten Schritt die theoretischen Grundlagen darzustellen. In Kapitel 2 wird zunächst eine Definition der Begriffe vorgenommen, bevor der Bereich Gesundheitswirtschaft genauer skizziert wird und sich eine volkswirtschaftliche Einordnung anschließt. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie der Mehrebenenanalyse, folgt die Darstellung einer Auswahl möglicher Einflussfaktoren auf die Gesundheitswirtschaft.
Kapitel 3, Schwerpunkt der Arbeit, wird entsprechend der Mehrebenenanalyse in drei Bereiche gegliedert. Im ersten Abschnitt wird das Angebot an Gesundheitsleistungen in Deutschland aus den Bereichen Industrie, Dienstleistung und Handel und Handwerk in Form einer retrospektiven Darstellung der Zahlen näher beleuchtet. Darauf aufbauend werden mögliche Entwicklungen und Konsequenzen für die Branche auf Grundlage der in Kapitel 2 genannten Einflussfaktoren untersucht.
Im zweiten Teil des Kapitels wechselt die Perspektive der Untersuchung von der überregionalen Deutschland Ebene nun auf die Region Rhein-Main. Nach einer geographischen Abgrenzung und der dahinter stehenden wirtschaftlichen Bedeutung, folgt eine kurze Einführung in die Clustertheorie und der möglichen Umsetzung als Fördermaßnahme im Rhein-Main. Anschließend werden mögliche Entwicklungen und Aussichten der regionalen Gesundheitswirtschaft beleuchtet. Da auf diesem Gebiet noch kein Zahlenmaterial vorliegt und wissenschaftliche Untersuchungen noch ausstehen, werden eigene Abschätzungen und Hochrechnungen angestellt.
Im dritten und letzten Abschnitt des 3. Kapitels wird am Beispiel des Unternehmens Sanofi-Aventis ein in der Gesundheitswirtschaft agierendes Unternehmen kurz porträtiert und in diesem Zusammenhang dessen Standort, der Branchenballungsraum Frankfurt-Höchst, beschrieben.
Abschließend erfolgt in Kapitel 4 die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Arbeit.
2
2 Theoretische Grundlagen
Im zweiten Abschnitt dieser Arbeit soll zunächst eine theoretische Basis geschaffen werden, auf die der Beitrag aufbauen kann. Einleitend wird der Bereich Gesundheitswirtschaft genauer skizziert, worauf sich eine kurze volkswirtschaftliche Einordnung anschließt. Dem folgt eine Einführung in die Theorie der Mehrebenenanalyse, deren Konzept im Hauptteil wieder aufgegriffen wird. Schließlich sollen im letzten Kapitel der Grundlagen Ansatzpunkte über mögliche Einflussfaktoren auf die Gesundheitswirtschaft dargelegt werden.
2.1 Gesundheitswirtschaft
Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist sehr vielschichtig und facettenreich, weshalb im Rahmen dieser Arbeit auf eine vollständige Darstellung verzichtet werden soll. Nach einem ersten Abschnitt der Definitionsklärung erfolgt daher eine kurze volkswirtschaftliche Einordnung, ein Blick auf die agierenden Akteure und ihre quantitative Relevanz respektive Charakteristika.
2.1.1 Definition
Um zunächst Klarheit über die Bedeutung der einzelnen Begriffe und ihre Zugehörigkeit zu den jeweiligen Fachdisziplinen zu erlangen, soll im Folgenden eine Abgrenzung zwischen Schlagworten wie Gesundheitswesen, Gesundheitsökonomik, Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft vorgenommen werden.
Das Gesundheitswesen oder Gesundheitssystem eines Landes umfasst alle Personen, Organisationen, Einrichtungen, Regelungen und Prozesse, deren Aufgabe die Förderung und Erhaltung der Gesundheit bzw. die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen ist. 1
1 vgl. T-Systems Enterprise Services 2006
3
Unter der Gesundheitsökonomik versteht SCHULENBURG die spezielle Adaption der allgemeinen ökonomischen Theorie auf die Bereiche des Gesundheitswesens. Gleichwohl muss hier keine neue Theorie geschaffen werden, sondern vielmehr die besonderen Bedingungen zur Analyse miteinbezogen werden müssen. 2 Die Gesundheitsökonomik beschreibt demnach das wirtschaftswissenschaftliche Fachgebiet der Lehre über alle Gesundheitsgüter.
Unter Gesundheitspolitik versteht man alle politischen Aktivitäten zur Gesundheitsver-sorgung der Bevölkerung, die sich auf die Gesundheitsvorsorge, die Krankheitsbe-handlung und die Krankheitsfolgen beziehen. 3 Sie beschreibt also den Politikbereich, der sich mit der Steuerung und Organisation des Gesundheitssystems beschäftigt und für dessen Funktionalität verantwortlich ist.
Für den Begriff der Gesundheitswirtschaft gibt es bisher keine einheitliche Definition. Zunehmend setzt sich jedoch das so genannte "Zwiebelmodell" vom Institut für Arbeit und Technik (IAT) des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalens durch. 4 Danach setzt sich die Gesundheitswirtschaft aus den folgenden drei Bereichen zusammen: 5
Der Kernbereich beinhaltet die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung wie die Krankenhäuser, Vorsorge-und Rehabilitationseinrichtungen, Apotheken oder Pflegeeinrichtungen.
Einen weiteren Bereich bildet die Vorleistungs- und Zuliefererindustrie mit den so genannten Health Care Industries (z.B. Pharmazeutische Industrie, Medizintechnik, Bio-und Gentechnologie). Zudem gehören das Gesundheitshandwerk sowie der Groß- und Facheinzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Produkten dazu.
Die Randbereiche und Nachbarbranchen des Gesundheitswesens (z.B. Sport, Freizeit, Ernährung, Wellness) geben der Gesundheitswirtschaft neue Impulse.
2 eingehender vgl. Schulenburg 2000
3 vgl. Anderson/Woyke, 2000
4 vgl. Sell, 2005
5 vgl. Hilbert u.a, 2003
4
Das „Zwiebelmodell“ der Gesundheitswirtschaft verdeutlicht den mittlerweile auch sinnvollen weiter gefassten Ansatz der Gesundheitswirtschaft im Vergleich zum „klassischen“ Gesundheitswesen. Die früher rein sozialpolitische Betrachtung wird hier um die wirtschafts- und beschäftigungspolitische Sichtweise ergänzt. Das Zuordnungskriterium dieses Ansatzes orientiert sich hier an der Wertschöpfungskette der beteiligten Einrichtungen und Unternehmen. Aus Abbildung 2.1 wird deutlich, dass die Gesundheitswirtschaft neben den Dienstleistungen im Bereich der stationären und ambulanten Versorgung auch die kapital- und technologieintensiven Vorleistungs- und Zulieferindustrien sowie die Nachbarbranchen mit ausgeprägten gesundheitlichen Bezügen umfasst.
Das Gesundheitssystem in Deutschland baut auf staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen und Personen auf. Ein markantes Charakteristikum im deutschen Gesundheitswesen und zugleich ein deutlicher Unterschied zu vielen anderen Ländern ist das System der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Über 70 Millionen deutsche Mitglieder zählen die rund 350 verschiedenen voneinander unabhängigen Krankenversicherungen. 6 Mitglied in einer dieser GKV ist jeder versicherungspflichtige Arbeitnehmer, der weniger als die sog. Versicherungspflichtgrenze verdient. Neben der GKV existiert für Beamte, Selbständige und Verdiener oberhalb der genannten Grenze die
6 vgl. Bräuninger 2006
5
Möglichkeit, sich einer der rund 50 privaten Krankenversicherer (PKV) anzuschließen. Etwa 7,6 Mill. Personen hatten im Jahr 2003 die Option zur Krankheitsvollversicherung, was ca. 9% der Bevölkerung ausmacht. 7
2.1.2 Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens
Die Finanzierung des Gesundheitswesens wird vor allem durch die gesetzlichen Krankenkassen getragen, was bis heute oft zu kontroversen Diskussionen dieser Thematik führt. 8 Einen Überblick über die Kostenträger der mittlerweile auf knapp 240 Mrd. Euro im Jahr 2003 angestiegenen Ausgaben gibt Abbildung 2.2. 9 Zum hier dargestellten Gesundheitsmarkt zählt die Unternehmensberatung Roland Berger noch weitere privat finanzierte Ausgaben hinzu, die nicht in der Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes erfasst werden. Das Gesamtvolumen dieses zusätzlichen Marktes beträgt rund 20 Mrd. Euro. Hierunter fallen sowohl Mitgliedschaften in Sportstudios und Ausgaben für Wellness als auch Kosten für Gesundheitstourismus, Bio-Lebensmittel und die steigenden Ausgaben für "Functional Food". 10
Abbildung 2.2 Gesundheitsausgaben nach Ausgabenträgern 2003, Angaben in Mill. €
7 vgl. Statistisches Taschenbuch Gesundheit, BMG 2005
8 vgl. Bräuninger 2006
9 vgl. Statistisches Bundesamt 2005/1
10 vgl. Kartte 2005
6
Zu erwähnen sind die an zweiter Stelle stehenden Ausgabenträger der Gruppe von privaten Haushalten und Organisationen mit einem Volumen von rund 30 Mrd. Euro, welche einen Anteil von 12% der gesamten Kosten übernehmen. Zu ihren Aufwendungen werden in erster Linie Selbstbeteiligungen, Zuzahlungen und selbst getragene medizinische Leistungen gezählt.
2.1.3 Leistungserbringer
Abgesehen von staatlichen Krankenhäusern wird das Versorgungsangebot weitgehend privat erbracht. Es dominieren freie Berufe wie Ärzte und Apotheker sowie private Großunternehmen in der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie. Krankenhäuser werden häufig in gemeinnütziger Trägerschaft geführt, jedoch zunehmend privatisiert. Der Staat beteiligt sich als Leistungserbringer nur nachrangig in Form von Gesundheitsämtern, kommunalen Krankenhäusern oder Hochschulkliniken. 11 Direkt oder indirekt beschäftigt das Gesundheitswesen in Deutschland rund 4,2 Millionen Arbeitnehmer. 12 Dies entspricht etwa 10,6 % aller Erwerbstätigen, weshalb die Gesundheitswirtschaft aus arbeitsmarkttechnischer Sicht zu den wichtigsten Branchen wie dem Handel (4,2 Mill.) oder der Automobilindustrie (5,3 Mill.) hinzugerechnet werden kann. 13 Abbildung 2.3 zeigt die aufgeschlüsselte Beschäftigtenzahl nach der jeweiligen Einrichtung.
11 vgl. Heiny 2006
12 zu beachten ist in diesem Zusammenhang der Umfang der Einbeziehung der Beschäftigten in den Rand- und Nebenbereichen; vgl. Statistisches Bundesamt 2005/2
13 vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2006
7
Während zu den ambulanten Einrichtungen wie Arztpraxen, Apotheken und Pflegedienste gehören, zählen zur zweitgrößten Gruppe der stationären Einrichtungen Krankenhäuser und Pflegeheime. Ebenfalls von Gewicht ist die pharmazeutische und medizintechnische Industrie, die unter die Kategorie Vorleistungsindustrien fallen. Unter Sonstige werden z.B. Ausbildungsstätte und Forschungseinrichtungen zusammengefasst.
2.1.4 Ausgaben im deutschen Gesundheitswesen
Für die Beurteilung der Gesundheitswirtschaft ist mitunter die Höhe der Ausgaben für Leistungen und Produkte von großer Bedeutung. In Deutschland wurden im Jahr 2003 insgesamt 239,7 Mrd. Euro für Gesundheitsleistungen ausgegeben. Im Zeitraum von 1992 bis 2003 sind die Gesundheitsausgaben nominal von 163,1 Mrd. Euro um insgesamt 76,6 Mrd. Euro angestiegen, das entspricht einer Steigerung von 47,0 %. 14 Vergleicht man diesen Zuwachs mit der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), relativiert sich diese Zahl allerdings. Die absoluten Gesundheitskosten haben sich nämlich nahezu im Gleichschritt mit dem Zuwachs des BIP bewegt, so dass innerhalb von 10 Jahren die Gesundheitsausgaben als Anteil des BIP weitgehend konstant geblieben sind. Dennoch kann festgehalten werden, dass die Ausgaben pro Einwohner im Jahr 2003 sich auf 2.900 Euro beliefen, was angepasst an die Kaufkraft 2.996 US $ entspricht. Im Vergleich dazu liegt der OECD Durchschnitt bei 2.307 US $, wobei am meisten in den Vereinigten Staaten mit Pro Kopf Ausgaben von 5.635 US $ ausgegeben wird. 15
14 vgl. Statistisches Taschenbuch Gesundheit, BMG 2005
15 vgl. OECD Gesundheitsdaten 2005
8
Abbildung 2.4 Entwicklung der Ausgaben im Gesundheitswesen, in Euro und Prozent
Abschließend soll noch eine kurze Übersicht gegeben werden, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden.
Abbildung 2.5 Ausgaben für Gesundheit nach Leistungsarten im Jahr 2003
Der größte Teil wird für medizinische Waren wie Arzneimittel, Hilfsmittel und Zahnersatz ausgegeben. Nahezu gleich kommen Ausgaben für ärztliche Leistungen, insbesondere Grundleistungen und Sonderleistungen. Ein weiterer großes Block bilden pflegerische und therapeutische Leistungen. 16
16 vgl. Statistisches Taschenbuch Gesundheit, BMG 2005
10
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Oliver Groh, 2006, Mehrebenenanalyse der deutschen Gesundheitswirtschaft am Beispiel Rhein-Main, München, GRIN Verlag GmbH
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