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Gliederung
1. Einleitung
2. Streit - Konflikt - Konfliktlösung
2.1 Definition Konflikt
2.1.1 Wie entstehen Konflikte?
2.1.2 Welche Arten von Konflikten gibt es?
2.2 Konfliktbewältigung
2.2.1 Handlungsstrategien für den Lehrer
2.2.2 Handlungsstrategien für die Schüler
2.3 Streit-Schlichter-Programme
2.3.1 Konzeption
2.3.2 Beispiele
3. Schluss
4. Literaturangabe
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1. Einleitung
Anders als die meisten anderen Schulfächer widmet sich das Fach Sozialkunde in hohem Maße auch dem Sozialverhalten der Schüler. Hier lernen die Kinder neben kognitiven Fähigkeiten auch den sozialen Umgang miteinander. Dabei sind Streit und Konflikt immer wichtige Themen, denn keine Schule, keine Klasse kann völlig ohne Konflikte auskommen. Entscheidend ist nur der Umgang damit. Ziel dieser Arbeit soll es sein zum einen Möglichkeiten darzustellen wie die Schüler gerade im Sozialkundeunterricht dazu angeleitet werden können, ihre Sozialkompetenz in dieser Hinsicht zu steigern, andererseits werden aber auch Streit-Schlichter-Programme vorgestellt, die dafür sorgen, dass die Schüler lernen in Eigenregie ihre Probleme zu lösen.
Zunächst soll der Begriff Konflikt geklärt werden und verschiedene Arten von Konflikten aufgezeigt werden. Daran anschließend geht es um die Bewältigung von Konflikten. Handlungsstrategien für den Lehrer werden ebenso aufgezeigt wie Übungen zur Streitvermeidung und Streitlösung für die Schüler. Diese erfolgen in erster Linie während des Unterrichts. Abschließend sollen noch Streit-Schlichter-Programme vorgestellt werden, deren Ziel es ist durch die Unterstützung durch gleichaltrige Mediatoren Konflikte leichter und für die beteiligten einsichtiger zu lösen, als dies bei der Einmischung durch einen Lehrer der Fall wäre. Auch kann so eine Eskalation des Konflikts oder eine Polarisierung der Klasse vermieden werden. Zunächst geht es ab um die Frage, wie Konflikte entstehen.
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2. Streit - Konflikt - Konfliktlösung
2.1 Definition Konflikt
Wie bereits aus dem Titel der Arbeit herauslesbar, ist der Konflikt zumeist eine Form von Streit. Im Folgenden soll nun analysiert werden wie in der Regel Konflikte entstehen und welche Arten von Konflikten es gibt.
2.1.1 Wie entstehen Konflikte?
Laut Becker lässt sich ein Konflikt als „Widerstreit von Motiven innerhalb einer Person oder zwischen mehreren Personen“ (Becker u.a. 1982: 14) definieren. Dabei ist zu beachten, dass zwar auch die intrapersonalen Konflikte in der Schule zu Problemen führen können, aber nur die interpersonalen Konflikte sich in der Form von Streit auswirken. Dass es in einer Klasse, an einer Schule notwendigerweise vielerlei verschiedene Motive und daher auch vielerlei Anlässe zum streiten gibt, liegt bei so vielen aufeinandertreffenden Individuen in der Natur der Sache. Bedenklich wird diese Tatsache erst angesichts immer steigenderer Gewaltbereitschaft von Jugendlichen und immer wachsenderer Zahl von hilflosen dem gegenüber stehenden Lehrern. Es scheint, dass die soziale Kompetenz bei den Schülern immer schlechter ausgebildet ist und in Folge dessen harmlose zwischenmenschliche Problemsituationen zu schier unlösbaren Konflikten ausarten, bei denen die Beteiligten sich oftmals nur noch mit Gewalt zu helfen wissen.
Aber nicht nur Konflikte zwischen den Schülern beeinträchtigen das Schulklima, auch mangelnde Konfliktfähigkeit zwischen Schülern und Lehrern sowie innerhalb des Lehrerkollegiums erschwert den Schulalltag. (Vgl. Jefferys-Duden/Noack 1999: 9)
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2.1.2 Welche Arten von Konflikten gibt es?
Neben den personellen Unterschieden - also der Frage, wer am Konflikt beteiligt ist - gibt es aber noch weitere Möglichkeiten zur Unterscheidung von Konflikten. Da wäre zum einen der Grad der Schwere eines Konflikts zu nennen. Becker unterscheidet dabei zwischen Schein-, Rand-, Zentral- oder Extremkonflikt. ‚Scheinkonflikte’ sind dabei solche, die von den beteiligten Personen später als völlig belanglos eingestuft werden. Auch ‚Randkonflikte’ werden schnell wieder vergessen, da nur wenige Personen daran beteiligt waren und deren Folgen sich als unerheblich herausstellten. Anders schon bei den ‚Zentralkonflikten’. Hier sind immer mehrere Personen involviert und deren emotionale, geistige und/oder körperliche Beeinträchtigung ist erheblich. Die schwerwiegendsten Probleme bereiten dagegen die ‚Extremkonflikte’, die sich in der Regel von den beteiligten Personen kaum selber bewältigen lassen. „In solchen Konfliktfällen ist der Lehrer auf Mithilfe und Mitarbeit Dritter angewiesen, also Eltern, Sozialarbeiter, Schulpsychologen, Therapeuten u.a. Personen.“ (Becker u.a. 1982: 24). Auch die Frage nach der Intention bildet eine Unterscheidungsmöglichkeit. Glöckel versucht dabei Konflikte danach zu beurteilen, ob sie beabsichtigt entstanden sind, oder nicht. Als unbeabsichtigte Konfliktquellen nennt er ‚alltägliche Bagatellstörungen’, die aus „den nicht beherrschten Impulsen der Vitalsphäre entspringen.“ [kursiv im Original] (Glöckel 2000: 101). Diesen gegenüber stellt er die ‚personalen Konflikte’. Dabei handelt es sich um gewollte Auseinandersetzungen, bei denen der Personenkern betroffen ist. Während Bagatellstörungen zu personalen Konflikten anwachsen können, kann es andererseits auch ratsam sein personale Konflikte wie Bagatellstörungen zu behandeln. (Vgl. Glöckel 2000: 101f). Im Folgenden soll nun das Gewicht besonders auf Konflikte zwischen Schülern gelegt werden, Konflikte innerhalb des Lehrerkollegiums werden völlig außer Acht gelassen.
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2.2 Konfliktbewältigung
Nachdem die Bestimmung des Begriffs Konflikt hinlänglich geklärt wurde, soll es nun darum gehen Wege der Konfliktbewältigung aufzuzeigen. Dazu werden sowohl Möglichkeiten auf Lehrerseite sowie auf Schülerseite dargestellt. Was die Lehrerseite betrifft, so geht es dabei hauptsächlich um Konflikte, die während des Unterrichts zwischen Lehrer und Schüler, aber auch zwischen den Schülern untereinander entstehen. Die Handlungsstrategien für die Schüler dagegen setzen zudem in der Verhaltungsweise der Schüler direkt an und helfen damit Streit und Konflikt auch außerhalb der Unterrichtszeit lösbar zu machen.
2.2.1 Handlungsstrategien für den Lehrer
Wichtigster Aspekt bei der Konfliktbewältigung ist die Bereitschaft - hier die des Lehrers - sich mit diesem Aufgabenbereich zu befassen, d.h. die Erkenntnis, dass neben dem Vermitteln von kognitiven Elementen gerade auch die soziale und emotionale Ebene von großer, wahrscheinlich immer größer werdender Bedeutung ist. Eine mögliche Handlungsstrategie zum Umgang mit Konflikten hat Becker konzipiert. Dazu wurde ein Ablauf von Schritten verfasst, der zur Zielerreichung, der Bewältigung des betreffenden Konflikts führen soll. Im ersten Schritt geht es darum Ereignisse aufzufassen. Der Lehrer muss dazu die Fähigkeiten des aktiven Beobachtens und Zuhörens besitzen. Besonders nichtverbales Verhalten, wie ein trotziger Gesichtsausdruck oder eine aggressive Körperhaltung können für den Lehrer aufschlussreich sein. Aber auch das Aufnehmen und Analysieren und sinngemäße Auffassen von Aussagen der Schüler gehört zu diesem Punkt. Im zweiten Schritt muss der Lehrer diese Ereignisse hinsichtlich ihrer Relevanz einschätzen. Von der adäquaten Beurteilung der jeweiligen Situation hängt dabei die Wirksamkeit der Reaktion des Lehrers ab. Kommt der Lehrer zu der Auffassung es handle sich um einen Randkonflikt, so wird er diesen in einem dritten Schritt ignorieren oder mit Humor behandeln. Wiederholt sich dagegen dieser Randkonflikt, oder handelt es sich sogar um
Arbeit zitieren:
Verena Stockmair, 2003, Streit, Konflikt, Konfliktlösung, München, GRIN Verlag GmbH
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