Eckpunkte der Verwaltungstheorie nach Fayol in kritischer Diskussion
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. H enri Fayol 4
2. Fayols’ Allgemeine und industrielle Verwaltung 4
2.1 Zentrale Merkmale des Werkes 4
2.2 Die Einheit der Leitung und der Auftragserteilung sowie die Rangordnung 8
2.3 Die soziale Organisation und die Funktion des Stabs 9
3. Kritik und Einordnung der Allgemeinen und industriellen Verwaltung 10
3.1 Die Einheit der Leitung und das Stabliniensystem in der Kritik 10
3.2 Die Weiterentwicklung des Ansatzes von Fayol 13
3.3 Weitere Kritik und die Verdienste Fayols 14
Literaturverzeichnis 16
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Einleitung
Der französische Autor Henri Fayol ist, verglichen mit zeitgenössischen Autoren wie Max Weber oder Frederick Winslow Taylor, nicht sehr präsent in der gegenwärtigen verwaltungswissenschaftlichen Literatur. Dennoch hat er einen wesentlichen, wenn nicht grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der Organisationstheorie geleistet, besonders in Bezug auf die Struktur von Großunternehmen.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen die wesentlichen Merkmale des Werkes Allgemeine und industrielle Verwaltung dargestellt und unter Betrachtung zeitgenössischer und aktueller Literatur diskutiert werden. Im Fokus steht dabei die durch die Einheit der Auftragserteilung und das komplementäre System der Stäbe dargestellte Verwaltungsstruktur, ein Thema, das noch heute in der Organisationsliteratur umstritten ist, wie im weiteren Verlauf der Arbeit deutlich wird. Dazu werden, nach einer kurzen Vorstellung des Autors und seiner Intention, die wesentlichen Grundzüge seiner Arbeit dargestellt, um im Anschluss die zentralen Charakteristika der Organisation (die Einheit der Leitung und das System der Stäbe) unter Einbeziehung weiterer Literatur zu diskutieren. Darauf folgt ein kurzer Exkurs, indem die Auswirkungen Fayols auf nachfolgende Autoren, konkret die Amerikaner Luther Gulick und Lyndall F. Urwick, beleuchtet werden.
Abschließend sollen weitere Kritikpunkte am Werk kurz benannt werden und eine kurze Einschätzung über die Bedeutung des Werkes abgegeben werden.
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1. Henri Fayol
Henri Fayol wurde 1841, also zur Zeit der zunehmenden Ausbreitung der Industrie auch in Frankreich, geboren. Nach dem Besuch einer Werkschule in St. Etienne, die er erfolgreich als Ingenieur abschloss, fand er eine Anstellung bei der Société de Commentry-Fourchambault, wo er seine ganze berufliche Laufbahn zugebracht hat. Er bekleidete dort immer höhere Positionen und wurde schließlich 1888 zum Generaldirektor berufen. Diesen Posten behielt er inne, bis er 1918 vom Tagesgeschäft Abschied nahm und fortan seine Erfahrungen als Verwaltungsrat in die Firma einbrachte. Dieses Wissen über die Führung, Strukturierung und Leitung von Unternehmen, das aus seiner langjährigen praktischen Tätigkeit resultierte, wollte er jedoch einem breiteren Publikum zugänglich machen, weshalb er es in seinem Buch Administration l’industrielle et Générale 1916 veröffentlichte. Die Grundannahme dieser Arbeit war, dass mit dem zunehmendem technischen Fortschritt und dem damit verbunden Wachstum der Betriebe ganz neue Anforderungen an die Unternehmensleiter entstehen. Um diesen gerecht werden zu können, war es seiner Ansicht nach erforderlich, eine Verwaltungslehre zu installieren, welche die rein technische Ausbildung der Ingenieure gemäß den neuen Anforderungen ergänzen konnte.
Fayol war bis kurz vor seinem Tod 1925, als Redner und auch als Berater in Organisationstheoretischen Angelegenheit aktiv und gefragt. (Vgl. Fayol, 1929, S.3-4)
2. Fayols’ Allgemeine und industrielle Verwaltung
2.1 Zentrale Merkmale des Werkes
Fayols Anliegen war es, mit seiner Arbeit einen Grundstein für die von ihm angestrebte Verwaltungslehre zu legen. Sein Ansatz wird, ebenso wie Taylors Scientific Management aus dem Jahr 1911, häufig als Managementtheorie bezeichnet. Dieser war ebenso wie Fayol Ingenieur und Praktiker und die Arbeiten gehen bei beiden auf Ihre Erfahrungen in
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der Praxis von Industrieunternehmen zurück. Gleichzeitig wird in Lehrbüchern jedoch auch häufig der Begriff des „administrativen Ansatzes“ verwendet und damit eine Verbindung zur Bürokratietheorie Max Webers hergestellt. Beiden ist gemeinsam, dass sie die Verwaltung von „oben nach unten“ erklären, mittels einer strikten hierarchischen Ordnung und eindeutiger Zuordnung von Kompetenzen. (Müller-Jentsch, 2003, S.84) Als ersten Schritt versucht Fayol darzustellen, was der Begriff Verwaltung beschreiben soll. Dazu legt er dar, dass in einem Unternehmen ausnahmslos alle auftretenden Vorgänge einem der nachfolgenden sechs Bereiche zugeordnet werden können: dem technischen Bereich, dem kommerziellen (d.h. Einkauf und Verkauf) Bereich, dem finanzwirtschaftlichen Bereich, den Sicherheitsmaßnahmen (umfasst den Schutz von Vermögen und Personen), der Rechnungslegung oder der Administration. Verwaltung beschreibt nach Fayol schließlich die Gesamtheit der Vorgänge administrativer Art. (Vgl. Fayol, 1929, S.6)
Je nach Größe und Art des zu führenden Unternehmens ist der Umfang der administrativen Tätigkeiten unterschiedlich groß, und je höher eine Position in der Unternehmenshierarchie steht, desto höher sind auch die Anforderungen bezüglich administrativer Fähigkeiten an den Stelleninhaber. Tafel Nr. 1. verdeutlicht dies:
Arbeit zitieren:
Ferdinand Kosak, 2006, Eckpunkte der Verwaltungstheorie nach Fayol in kritischer Diskussion, München, GRIN Verlag GmbH
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