Universität Bremen, Diplom - Sozialpädagogik
VAK: Forschende Praxis subjektiver
Wintersemester 2003/2004
Angsterkrankungen
von: Silke Wilkens
Inhalt
1. Einleitung
2. Was ist Angst?
2.1. Warum haben wir Angst?
2.2. Wie äußert sich Angst?
3. Was sind Angsterkrankungen?
3.1. Phobien
3.2. Soziale Phobie
4. Der Teufelskreis der Angst
4.1. Erwartungshaltung
4.2. Die Angst vor der Angst
4.3. Angst, dass andere die Angst erkennen
5. Ursachen von Angststörungen
5.1. Angeborene Reaktionsweisen
5.2. Reaktionsweisen, die durch Lernen entstanden sind
5.3. Die „ängstliche Persönlichkeit“
5.4. Sonstige Erklärungen
6. Wege aus der Angst
6.1. Selbsthilfe
6.2. Verhaltenstherapie und psychotherapeutische Verfahren
6.3. Behandlung mit Medikamenten
6.4. Andere Verfahren
7. Erythrophobie
7.1. Was ist eine Erythrophobie?
7.2. Der Angstkreislauf der Erythrophobie
7.3. Ursachen einer Erythrophobie
7.4. Was will ein Mensch mit dem Erröten erreichen?
7.5. Behandlung der Erythrophobie
8. Schlussbemerkungen
9. Literatur
1. Einleitung:
In meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema Angsterkrankungen beschäftigen mit dem Schwerpunkt der sozialen Phobie und Erythrophobie (=Errötungsfurcht). Da dass Selbstwertgefühl bei diesen Phobien eine wichtige Rolle spielt, habe ich mich mit diesem Thema befasst, werde es aber in meiner Hausarbeit nicht mit aufgreifen, da es sonst den Rahmen sprengen würde. „Angsterkrankungen sind weitverbreitete Störungen. Beinahe 20 Prozent haben schon einmal im Verlauf ihres Lebens während längerer Zeit unter Angst gelitten.“ (Wittchen, 1997, S. 6) „Über 10 Prozent aller Menschen leiden im Laufe ihres Lebens so stark, häufig und lang andauernd unter Ängsten, dass es zu Vermeidungsverhalten, ausgeprägtem Leiden und deutlichen Einschränkungen im alltäglichen Leben kommt. (Wittchen, 1997, S. 26 – 27) Wenn man Angsterkrankungen frühzeitig erkennt, können diese gut behandelt werden. Allerdings sprechen viele Betroffene meist aus Scham, Unwissenheit oder Unsicherheit nicht oder nur versteckt über ihre Ängste. Meist kommen diese Menschen erst dann zur Behandlung, wenn schon vielfältige Komplikationen aufgetreten sind. (vgl. Wittchen, 1997, S. 6) Auf folgende Fragen möchte ich versuchen, eine Antwort zu finden:
- Was ist der Unterschied zwischen Angst und einer Angsterkrankung?
- Was sind Angsterkrankungen?
- Was ist das Schlimmste für jemanden mit einer Angsterkrankung?
- Welche Ursachen können Angsterkrankungen haben?
- Wie kann man eine Angsterkrankung behandeln?
- Welche Stellung nimmt das Selbstwertgefühl bei Angsterkrankungen ein?
- Erythrophobie – was ist das, welche Ursachen hat diese Angsterkrankung und wie behandelt man diese?
2. Was ist Angst?
Angst ist ein grundlegendes und normales Gefühl wie Freude oder Wut. Sie tritt in Situationen auf, die man als bedrohlich oder ungewiss empfindet. Angst wird als unangenehm erlebt aber nicht als gefährlich. Die meisten Ängste werden im Laufe des Lebens erlernt. (vgl. Wittchen, 1997, S. 10 – 11)
2.1. Warum haben wir Angst?
Früher, als die Menschen noch in freier Natur lebten, war die Angst als Vorbereitung auf Flucht oder Kampf notwendig. Ein gewisses Maß an Angst ist auch heute noch sinnvoll, z. B. als Alarmsignal oder Alarmreaktion. (vgl. Wittchen, 1997, S. 13 - 14)
2.2. Wie äußert sich Angst?
Angst besteht aus drei Komponenten: aus dem körperlichen Anteil wie Schwitzen, Herzrasen etc., aus dem gedanklichen und gefühlsmäßigen Anteil, wie z.B. die Kontrolle zu verlieren und aus dem Verhalten, das man in einer solchen Situation zeigt: Man wendet sich ab, flüchtet oder geht kritischen Situationen von vornherein aus dem Weg. Diese drei Anteile der Angst treten jedoch nicht immer gleichzeitig und gleich intensiv auf – manche Menschen nehmen eher die körperlichen Anteile wahr, manche eher die gedanklichen und wieder andere nehmen eher die Verhaltensanteile wahr. Alle drei Anteile spielen aber sowohl bei der Entstehung als auch bei der Aufrechterhaltung einer Angst eine Rolle. (vgl. Wittchen, 1997, S. 19 - 20)
3. Was sind Angsterkrankungen?
Bisher wurde erläutert, dass Angst etwas „Normales“ ist. Angsterkrankungen jedoch sind nicht „normal“. Die Angstreaktionen sind dann zu stark, zu häufig, zu lang und unangemessen. Unangemessen bedeutet, dass in Situationen, in denen keine Gefahr droht, diese Angst unangemessen ist. Wenn es häufig vorkommt, dass ein Mensch Angst hat, obwohl diese unbegründet ist, dann wird sich der Betroffene hilflos fühlen und darunter leiden. Er wird versuchen, der Angst zu entkommen und ihr auszuweichen. Meist ist die Folge, dass der Betroffene Situationen, in denen er eine solche Angstattacke hatte, und ähnliche Situationen fortan meidet. (vgl. Wittchen, 1997, S. 22)
3.1. Phobien
Alle Phobien haben folgende gemeinsame Merkmale:
- körperliche Aspekte wie Zittern, Herzklopfen und Schwitzen in Erwartung oder beim tatsächlichen Eintreten von bedrohlichen Situationen beim Anblick eines befürchteten Objekts
- zunehmende Vermeidung dieser oder ähnlicher Situationen und
- eine Beeinträchtigung des Alltagslebens durch die akute Angst und das Andauern der Störung über längere Zeit, so dass irgendwann eine normale Lebensführung nicht mehr möglich ist.
Phobische Störungen werden oft übersehen und von Ärzten, Angehörigen aber auch vom Betroffenen selbst bagatellisiert. Das liegt daran, dass alle Menschen sich vor etwas ekeln, etwas nicht mögen oder vorübergehend Angst vor etwas empfinden. Bei Phobien ist die Angst aber extrem, es ist eine überstarke Angstreaktion. Anfangs ist die Phobie schleichend, aber mit der Zeit sind immer mehr Lebensbereiche von der Phobie betroffen. (vgl. Wittchen, 1997, S. 34 – 35)
3.2. Soziale Phobie
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Arbeit zitieren:
Silke Wilkens, 2004, Angsterkrankungen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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