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Heideggers Freiheitsbegriff

Title: Heideggers Freiheitsbegriff

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Student Johannes Klose (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Das Thema dieser Arbeit ist Freiheit. Was allerdings Freiheit sei, lässt sich bei Heidegger nicht aus sich heraus, nicht gesondert beantworten. Sondern es folgt geradewegs aus dem Thema, das spätestens seit der Habilitationsschrift (GA 1, 403) im Mittelpunkt seines Denken steht: der Auseinandersetzung mit Gegenständlichkeits-Philosophie. So präsent dieses Thema ist, die Gegenständlichkeit, so schwer bekommt man es zu fassen. Schwierigkeiten bereitet schon das Wort selbst. Eigentlich ist „Gegenstand“ für das, was in Frage steht, eine schlechte Wortwahl: Der Gegenstand - lat. ob-jectum, gr. anti-keimenon hat immer ein Gegenüber, dem er entgegensteht; dieses Gegenüber unter-steht ihm als Subjekt (gr. hypo-keimenon). Solch eine Gegenüberstellung sei nun aber, so Heidegger, erst eine Folge der Vergegenständlichung. Wie nennt man die Gegenständlichkeit also selbst? Zudem: Nicht nur mit dem „gegen“ legt man sich auf, ja, eine ganze Philosophie fest, sondern auch der „Stand“ hat eine sehr spezifische und vom „iacere“ oder „keimenon“, also vom „Werfen“ grundverschiedene Bedeutung. Nicht umsonst hat Heidegger das „Werfen“ als philosophischen Begriff in verschiedenen Wendungen rehabilitiert.
Solche Bedeutungsunterschiede jedenfalls veranlassen Heidegger, „Gegenstand“ wo möglich zu meiden und lieber eigene Begriffe zu verwenden. Im Umkreis von „Gegenstand“ wären das zum Beispiel „Seiendes“, „Vorhandenheit“ oder „Ding“. Auch ihre Bedeutung ist jedoch zu spezifisch und wandelt sich zu oft, um das mit „Gegenständlichkeit“ Gemeinte genau zu erfassen.
Hier wird daher von „Gegenständlichkeit“ (ähnlich GP, 398, BHum, 327) oder - durch den vom Verb her gefassten Prädikatsbegriff(wobei dieser anders als etwa „Berufung“ mit dem „rufen“ kein eigenes Verb hat, sondern, bezeichnenderweise, bloß eines, das seinerseits mithilfe des Substantivs gebildet werden muss) - es wird hier von „Vergegenständlichung“ die Rede sein. Das Abstraktum seines pars pro toto steht, mangels besserer Möglichkeiten, für das eigentlich gesuchte Ganze. Vorsicht bleibt dabei geboten: „Gegenständlichkeit“ ist in der Neuzeit in spezifischen, engeren Bedeutungen gebraucht worden; eigentlich müssten daher Locke, Kant, Hegel u.a. besprochen werden. Und wie erwähnt, gibt die Gegenständlichkeit im weiteren Sinn erst Grund für jenen Dualismus von Subjekt und Objekt, dessen eine Hälfte eben der „Gegenstand“ im engeren Sinne ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Freiheit in „Sein und Zeit“

I. Vorgeschichte

II. »Ort der Freiheit«

III. Ontologische Struktur der Freiheit

IV. »Eigentliche« Freiheit

C Abwendung von der Gegenstandsphilosophie

I. Was ist »Gegenständlichkeit«?

1. »Gegenstand«, »Seiendes«, »Objekt«, »Vorhandenheit«

2. »Gegenstand«/»Seiendes« und »Sein«

II. Sichtbarwerden in Abgrenzung zur Tradition

III. Sichtbarwerden an qualifizierter Erschlossenheit

IV. Wendungen der Entgegenständlichung

D Freiheit und Gegenständlichkeit nach der Kehre

E Kritik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Freiheitsbegriff im Denken Martin Heideggers, insbesondere in seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“, und analysiert dessen notwendige Verknüpfung mit der Auseinandersetzung gegen die traditionelle Gegenstandsphilosophie. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Freiheit ontologisch verstanden werden kann, wenn sie nicht als Eigenschaft eines Seienden oder als bloße Relation zwischen Subjekt und Objekt begriffen wird, sondern als im Sein selbst grundgelegt.

  • Die historische Herleitung und ontologische Bedeutung von Freiheit in „Sein und Zeit“.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen „Gegenstandsphilosophie“.
  • Die methodische Verlagerung der Begründung von Freiheit weg vom Subjekt hin zum „Dasein“ und „Sein“.
  • Die Analyse der ontologischen Struktur von Freiheit durch Begriffe wie „Angst“, „Eigentlichkeit“ und „Zeitlichkeit“.
  • Die Untersuchung der Entwicklung des Freiheitsverständnisses nach der „Kehre“.

Auszug aus dem Buch

II. »Ort der Freiheit«

Wir stellen an den Freiheitsbegriff folgende Fragen: (1) Wo liegt der Ort der Freiheit? Im Sein oder in einem Seienden? Wie (2) sieht insgesamt die ontologische Struktur der Freiheit aus? Wie lässt sich (3) ihr Ort im Sein ausweisen? Und wenn (4) der Ort der Freiheit nicht in einem Seienden liegt, was ersetzt dann dessen Modi wie „Wahl“, „Von-selbst-Anfangen“ oder „Abwesenheit von Zwang“? Schließlich: Sofern nun (5) diese Modi nicht der Gegenständlichkeit zugehören, welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, sie zu bestimmen, zu konkretisieren?

Zunächst zu Punkt (3): Schon kennen gelernt haben wir die phänomenologische Ausweisung. Diese allerdings findet sich in „Sein und Zeit“ nur für Wahrheit, nicht für Freiheit. Nicht nur sind die Bemerkungen zum Phänomen und zur Phänomenologie in „Sein und Zeit“ in §7 vorangestellt; sondern zudem folgt die Methode hier zwangsläufig aus dem „Inhalt“, beide freilich nicht als Pole eines Form-Inhalt-Dualismus gemeint. Denn wenn Heidegger einen nichtgegenständlichen Freiheitsbegriff fordert, einen Freiheitsbegriff, dessen Ort im Sein liegt, dann muss sich dieser auch im Sein aufweisen lassen, und zwar ursprünglich und nicht lediglich als Worüber der Rede. Man kann „Seiendes als Seiendes nicht durch Rückführung auf ein anderes Seiendes“ (SZ, 6) bestimmen – und erst recht nicht die Freiheit des Seins.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Thematik der Freiheit bei Heidegger ein, die untrennbar mit der Überwindung der Gegenstandsphilosophie verbunden ist.

B Freiheit in „Sein und Zeit“: Dieses Kapitel expliziert die ontologische Verortung von Freiheit im Sein des Daseins, das über traditionelle Begriffe der Subjektivität hinausweist.

C Abwendung von der Gegenstandsphilosophie: Hier werden die Kriterien für eine „Gegenständlichkeit“ untersucht, um Heideggers Bestreben zu verdeutlichen, Freiheit aus der Dominanz der Vorhandenheits-Logik zu lösen.

D Freiheit und Gegenständlichkeit nach der Kehre: Dieses Kapitel betrachtet, wie sich die Sicht auf Freiheit und Sein nach der „Kehre“ verändert und welche neuen Akzente Heidegger setzt.

E Kritik: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Heidegger-Rezeption, insbesondere unter Einbeziehung von Tugendhat, und hinterfragt die Möglichkeiten einer gegenstandsfreien Freiheitskonzeption.

Schlüsselwörter

Heidegger, Freiheit, Gegenständlichkeit, Sein und Zeit, Dasein, Sein, Ontologie, Eigentlichkeit, Angst, Vergegenständlichung, Spielraum, Zeitlichkeit, Phänomenologie, Subjekt-Objekt-Dualität, Kehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Freiheitsverständnis bei Martin Heidegger und dessen enge Verknüpfung mit der Kritik an der westlichen Metaphysik, welche er als Gegenstandsphilosophie bezeichnet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Freiheit und Sein, die Ontologie des Daseins, die Überwindung des Subjekt-Objekt-Dualismus und die Analyse der „eigentlichen“ Existenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Heidegger Freiheit nicht mehr als Eigenschaft eines Seienden, sondern als einen im Sein verankerten, nicht-gegenständlichen Vorgang bestimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine phänomenologische und interpretative Methode angewandt, die sich eng an Heideggers Texten orientiert, um dessen Begriffsbildung kritisch nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ontologische Struktur der Freiheit, die Rolle der Angst und die „Kehre“ im Denken Heideggers sowie die Abgrenzung zu traditionellen Freiheitsbegriffen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Dasein, Gegenständlichkeit, Sein, Freiheit, Eigentlichkeit und die ontologische Differenz.

Inwiefern unterscheidet sich Heideggers Freiheitsbegriff vom herkömmlichen „common sense“?

Während der common sense Freiheit oft als „Wahl“ oder „Abwesenheit von Zwang“ versteht, sieht Heidegger Freiheit in der „Eigentlichkeit“ und dem Rückgang auf die Möglichkeitsbedingungen des Seins selbst.

Warum spielt die „Gegenständlichkeit“ eine so zentrale Rolle in der Argumentation?

Sie ist der grundlegende Dualismus, der Freiheit bisher auf die Beziehung zweier Seiender eingeengt hat; Heideggers Kritik daran ist die Bedingung, Freiheit in ihrer ursprünglichen Ganzheit zu denken.

Wie ist das Verhältnis von Freiheit und der „Kehre“ bei Heidegger?

Die „Kehre“ markiert eine veränderte Akzentuierung, in der das Dasein als Begründungsinstanz in den Hintergrund tritt und Freiheit noch stärker als ein Ereignis innerhalb der „Lichtung“ des Seins verstanden wird.

Wie bewertet der Autor die Kritik an Heideggers Freiheitsbegriff?

Der Autor erkennt die Schwierigkeiten an, die sich aus der Abkehr von traditioneller Logik ergeben, betont jedoch, dass jede ernsthafte Kritik die Vorhandenheits-Logik selbst in ihren Fundamenten hinterfragen muss.

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Details

Title
Heideggers Freiheitsbegriff
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
HS 'Sein und Zeit'
Grade
1,0
Author
Student Johannes Klose (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V62523
ISBN (eBook)
9783638557467
ISBN (Book)
9783656771807
Language
German
Tags
Heideggers Freiheitsbegriff Zeit“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Student Johannes Klose (Author), 2006, Heideggers Freiheitsbegriff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62523
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