Geographisches Institut Mannheim, Sommersemester 2001
Proseminar : Entwicklungsprobleme europäischer Regionen
Thema : Südtirol - hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?
Referent : Viola Fritz
Inhalt :
0. Einführung 3
1 Geschichtliche Grundlagen 4
1.1 Geschichtlicher Überblick im Bezug auf die Landeszugehörigkeit 4
1.2 Der Begriff Südtirol 6
1.3 Die Bevölkerungsentwicklung Südtirols von 1880 bis 1991 7
2. Sprachliche Situation in Südtirol 8
2.1 Eingriffe in die Sprachgemeinschaft 1920 8
2.2 Die kommunikative Situation 9
2.3 Bedingungen des Sprachfriedens 10
3. Die Förderprogramme der EU 12
3.1. Die Strukturfonds im Allgemeinen 12
3.2. Südtirol und Europa 13
3.3. Die Strukturfonds in Italien im Zeitraum 2000-2006 14
4. Überlegungen zur Zweisprachigkeit in Südtirol 16
4.1 Vor- und Nachteile durch die Zweisprachigkeit 16
4.2 Entwicklungsfördernde und -hemmende Faktoren der Zweisprachigkeit 18
4.2.1 Entwicklungsfördernde Faktoren der Zweisprachigkeit 18
4.2.2.Entwicklungshemmende Faktoren der Zweisprachigkeit 19
4.3. Die armen(?) Brüder 19
5. Literaturverzeichnis 22
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Proseminar: Entwicklungsprobleme europäischer Regionen
Thema: Südtirol - hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?
Referent: Viola Fritz
0. Einführung
“Als ich ins Gasthaus zurück kam, dämmerte es , die Leute saßen in der Stube. Es waren dreierlei Leute: die Ansässigen, die nach Feierabend an ihrem Holztisch neben dem Ofen saßen, , den hellen roten Wein in den Gläsern. Sie redeten in der Mundart, die fast in jedem Tal Abweichungen hat, ich hatte Mühe, sie zu verstehen. Eine zweite Gruppe waren die in den Ort zu ihrem Dienst abgeteilten Italiener: Carabinieri und Leute von der Post und der Eisenbahn. Sie standen an der Bar und tranken dort ihren Wein. Eine dritte Gruppe waren die Arbeiter vom Güterweg. Sie wohnten im Gasthaus und hatten hier auch ihre Abendmahlzeit an einem besonderen Tisch. Auch sie waren Italiener und bekamen ihr Essen nach der Art ihrer südlichen Heimat, der Vorarbeiter teilte es aus. Dann kam eine vierte Gruppe: Leute von der Baufirma, die den Güterweg errichtete, sie kamen aus Innsbruck.
Die Kellnerin hinterm Schanktisch sagte: Eine Kommission, sie hat den Bau im Auftrag, und manchmal sehen sie nach. Die Kellnerin kannte alle Besucher. Mit diesen sprach sie deutsch, mit den Arbeitern italienisch, mit den Bauern in der Mundart. Ich beobachtete die Gruppen und machte mir Gedanken. Das war beinahe wie Zusammenleben, aber es war doch auch Getrenntsein und Unterschied dabei... ...An diesem Abend, ehe ich über den Flur mit der Harfe in mein Zimmer ging, dachte ich noch an die Eindrücke unten: an dieses Nebeneinander, Verschiedenheit, Unterschied, Gegenwart und Vergangenheit.“ (Franz Tumler, 1984, S.10/11)
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Thema: Südtirol - hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?
Referent: Viola Fritz
1 Geschichtliche Grundlagen
1.1 Geschichtlicher Überblick im Bezug auf die Landeszugehörigkeit
um 750-450: Beiderseits des Brenners existiert eine einheitliche keltische Hallstatt-Kultur 15 v. Chr.: Auf Befehl von Kaiser Augustus dringen seine Stiefsöhne Drusus und
41-54 n. Chr.: Kaiser Claudius unterstellt das spätere Südtirol der Zivilverwaltung.
476 n.Chr. Mit dem Sturz des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus
493 n.Chr. Theoderich der Grosse besiegt Odoaker und gründet das Ostgotenreich in Italien, zu dem auch das Etschtal gehört 568 n.Chr. Die in Italien eingefallenen Langobarden kontrollieren mit ihrem Herzogtum Trient das Oberetschtal bis Meran 774 n.Chr. Karl der Große besiegt die Langobarden und setzt 788 Bayernherzog
798 n. Chr. Das Bistum Säben wird der bayrischen Metropolitankirche (Sitz Salz-
1363 Das „Fürstentum der Grafschaft Tirol“ wird an Rudolf IV. von Habs-
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Proseminar: Entwicklungsprobleme europäischer Regionen
Thema: Südtirol - hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?
Referent: Viola Fritz
1665 Die Tiroler Linie der Habsburger stirbt aus. Das Land wird von einem „Gubernator“ verwaltet, behält aber weitgehende Autonomie 1805 Tirol kommt nach dem Frieden von Pressburg an Bayern 1815 Nach der Niederlage Napeoleons gegen die europäischen Mächte geht Tirol beim Wiener Kongress wieder an Österreich. 1919 Im Frieden von Saint-Germain wird Italien das Trentino sowie das fast
1922 Die zunächst noch halbwegs vorhandene Autonomie der Südtiroler
1939 Mussolini und Hitler treffen ein Umsiedlungsabkommen, das den Süd-
1946 Südtirol steht nach dem Abzug amerikanischer und englischer Truppen
1948 Südtirol bildet mit dem Trentino die Autonome Region Trentino-
1960 Österreich bringt die Südtirol-Frage vor die Vereinten Nationen 1969 Mit knapper Mehrheit der Südtiroler Volkspartei (SVP) wird das sog.
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Thema: Südtirol - hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?
Referent: Viola Fritz
1992 Österreich erkennt formell an, dass die Verpflichtungen des „Südtirol-
1.2Der Begriff Südtirol
Bis zum Untergang der Habsburger Monarchie 1 umfasste Südtirol Deutsch-Südtirol (zwischen Brenner und Salurner Klause) und Welschtirol 2 (südlich der Salurner Klause). Seit dem Friedensvertrag von Saint Germain bezeichnet der Begriff Südtirol nur noch das Gebiet nördlich der Salurner Klause, ein fast rein deutschsprachiges Gebiet. Von den Italienern wird das Gebiet Alto Adige, auf deutsch Tiroler Etschland, genannt. Die Provinz Bozen beschreibt ebenfalls das oben genannte Gebiet. Für das Welschtirol hat sich bei den Italienern der Name Trentino eingebürgert. (Maximilian Degenhard, Der Österreichisch-Italienische Streit über Südtirol vor den Vereinten Nationen). Südtirol ist eine autonome Region, was eine Selbständigkeit in einigen Zweigen der Verwaltung bedeutet.
1 siehe geschichtlicher Überblick: 1665
2 heute: Trentino Seite 6 von 22
Arbeit zitieren:
Viola Fritz, 2001, Südtirol - Hemmt die Zweisprachigkeit die Entwicklung dieser Region?, München, GRIN Verlag GmbH
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