Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 1
1.Der Sozialisationsprozess bei George Herbert Mead 1
1.1 Die Begriffe „Play“ , „Game“ und der „verallgemeinerte Andere“ 1
1.1.1 „Play“ 2
1.1.2 „Game“ 2
1.1.3 Der „verallgemeinerte Andere“ 3
1.2 „I“ und „Me“ 3
2. Der Sozialisationsprozess bei Berger / Luckmann 4
2.1 „Primäre Sozialisation“ 4
2.2 „Generalisierte Andere“ 5
2.3 „Sekundäre Sozialisation“ 6
3. Schnittstellen und Differenzen der Theorien 7
4. Schlussfolgerung 9
Bibliografie 11
II
0. Einleitung
Der Begriff der Sozialisation wurde erstmals Anfang des 20.Jahrhunderts von dem französischen Soziologen Emile Durkheim (1858- 1917) in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht. Vereinfacht ausgedrückt, bezeichnet der Prozess der Sozialisation die Verinnerlichung der Gesellschaft im Individuum und dient so ihrer Reproduktion. George Herbert Mead (1863-1931) benutzte zwar nie ausdrücklich den Terminus der Sozialisation, beschrieb aber genau dieses Phänomen. Als Sozialpsychologe und Pragmatiker wies er nach, dass „Geist“ [„mind“] und „Identität“ [„Self“] nur in einem gesellschaftlichen Prozess entstehen können.
Peter L. Berger (*1929) und Thomas Luckmann (*1927) definieren Sozialisation in Anlehnung an Mead als “[…] grundlegende und allseitige Einführung des Individuums in die objektive Welt einer Gesellschaft […]“ (B/L,1980;S. 140ff) und führen zusätzlich die Unterscheidung zwischen Primärer und Sekundärer Sozialisation ein. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich zuerst die Mead’sche Theorie der Sozialisation darstellen und darauf hin die Konzeption Berger/Luckmanns. Des Weiteren werde ich die Schnittstellen und Abweichungen der beiden Theorien verdeutlichen und aufzeigen, in wieweit B/L das Mead’sche Modell übernommen oder abgeändert haben.
1. Der Sozialisationsprozess bei George Herbert Mead
1.1 Die Begriffe „Play“ , „Game“ 1 und der „verallgemeinerte Andere“ Mead unterscheidet zwei Phasen, die ein Kind in der Entwicklung der eigenen Identität durchlebt. Er bezeichnet diese Stadien mit „Play“ und „Game“, welche notwendigerweise von Kindern durchlaufen werden, um ein Teil der Gemeinschaft zu werden. In Verbindung mit dem „Game“ tritt zusätzlich der Begriff des „verallgemeinerten Anderen“ auf.
1 In der deutschen Übersetzung „Spiel“ und „Wettkampf“ Ich verwende aber der Deutlichkeit wegen die Begriffe
des Originals
1
1.1.1 „Play“
Im „Play“ versetzt sich das Kind in die Rolle eines Anderen und handelt als ob es diese bestimmte andere Person sei, z.B. spielt das Kind „Mama“ oder „Polizist“. Das Kind wechselt die Rollen nach Belieben und „spielt einfach vor sich hin, ohne dass dabei eine grundlegende Organisation erreicht würde“(Mead, 1968; S.193). Indem das Kind eine bestimmte Rolle übernimmt, z.B. “Mama“, macht sich das Kind selbst zum Objekt, da es sich aus der Sicht der Mutter sieht und so handelt wie es selbst die eigene Mutter kennen gelernt hat. Auch wenn das Kind „Polizist“ spielt und eine imaginäre Person verhaftet, verinnerlicht es die Haltung und Handlungsweisen des Polizisten. Generell spielen Kinder natürlich Rollen oder vage Personen in ihrer Umwelt, von denen sie abhängig sind und/oder einem mehr oder weniger engen Verhältnis stehen („signifikante Andere“).
1.1.2 „Game“
Ab einem gewissen Alter überschreitet das Kind die Grenze des unorganisierten Spiels („Play“) und nimmt an einem organisiertem Spiel („Game“) teil. Im „Game“ muss das Kind sich mit einem Gruppenziel identifizieren und die Haltung aller anderen Beteiligten innehaben. Dies kann man gut an einem organisiertem Spiel wie dem Fußball verdeutlichen: Wenn ein Spieler im Mittelfeld den Ball bekommt, wird er ihn höchstwahrscheinlich an die Stürmer weiterspielen, da er weiß, dass die anderen Spieler das von ihm erwarten und nur so seine Mannschaft zu einem Sieg kommen kann. Genauso ist er in der Lage zu antizipieren, dass sein Gegenspieler wohl das Selbe vorhat. Der Spieler muss also die Rollen aller Beteiligten in sich tragen um zu wissen, was von ihm erwartet wird. Genauso stellt er fest, dass sein eigenes Handeln das der Anderen beeinflusst und gleichzeitig das eigene Handeln von dem der Anderen abhängt. Er verinnerlicht jedoch nicht nur die Erwartungen, sondern auch eine spezifische Haltung, die ihn zum Teil jener Gruppe macht. Es entwickelt sich also eine organisierte Persönlichkeit, die zu einem „organischen Glied der Gesellschaft“(Ebd.;S.202) wird.
2
Arbeit zitieren:
Valentin Marquardt, 2006, Der Sozialisationsprozess bei Peter L. Berger / Thomas Luckmann und George Herbert Mead, München, GRIN Verlag GmbH
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