EINLEITUNG 2
HAUPTTEIL 3
1. VERGLEICH VON TASSO UND ANTONIO IN GOETHES „TORQUATO TASSO“ 3
1.1. Die Charaktere. 3
1.2. Ihr Streit 4
2. INTERPRETATION DER DUELLSZENE VOR DIESEM HINTERGRUND 5
SCHLUSS 9
LITERATURLISTE 10
1
Einleitung
Geschrieben von einem „Hofmann für Höfe“, ein „widerlich serviles Produkt durch und durch“ (beide Zitate aus Grawe, S. 194) sei Goethes Torquato Tasso, meint Johannes Scherr im Jahr 1851. Und im ersten Moment mutet das Drama auch als eine durchaus positive Beschreibung des höfischen Lebens an. Doch man muss zwischen den Zeilen lesen. Die wirkliche Handlung versteckt sich hinter Formen und Floskeln, ganz wie auf dem französisch geprägten Hof selbst. Und hier wie dort findet sich Brutales zwischen dem formgewandten Umgang von Adligen untereinander.
Das Theaterstück wurde auch von einem Hofmann geschrieben, aber von einem, der keineswegs mit allen Facetten dieser künstlichen, abgeschotteten Welt einverstanden war. Und als widerlich servil zeigen sich zwar die meisten Figuren, nicht aber das Stück selbst. Und so finden sich durchaus vielschichtige, bisweilen sogar ambivalente Handlungs- und Charakterdarstellungen. Torquato Tasso ist ganz sicher kein Lobgesang auf die adlige Gesellschaft, auch zu Goethes Zeiten dürfte wohl kaum jemand die dort beschriebene Welt als durchgehend positiv empfunden haben. So entpuppt sich das Stück beim genaueren Hinsehen als Kritik am übertrieben höfischen Leben, es ist eine Drama über einen Charakter, der, durchaus mit Schwächen behaftet, nicht in die gefühlssterile Welt des höfischen Theaters passt und dessen Leben durch eine Intrige zerstört wird.
2
Hauptteil
1. Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes
„Torquato Tasso“ 1.1. Die Charaktere
Die aristokratisch-höfische Gesellschaft gilt uns heute als eine Welt voll Schein, Blendung und Intrigen. Nicht so für Tasso: Er sieht den Hof als einen idealen Ort, an dem er zwar als Diener seines Herren, aber dennoch frei und ohne äußere Zwänge leben kann. Später zeigt sich aber, dass sich diese Sicht als sehr naiv herausstellt. Unter anderem wird Tasso das von Antonio deutlich gemacht, dem Staatssekretär und Hofhistoriker von Fürst Alfons. Dieser zeigt sich vom ersten Treffen an und in allen Bereichen als Gegenspieler Tassos.
Er vertritt im Stück am „doktrinärsten den Geist der höfischen Welt“ (Borchmeyer, S. 78), ordnet also alles dem Nutzen, dem politischen Kalkül und vor allem dem Ansehen unter und zeigt somit wenig Verständnis für den Freigeist Tasso, der die Dichtung und den Dichter als eben diesen Zwängen entrückt wähnt. Antonios Auftreten zeugt von Anstand. Gefühle und Spontanität sind für ihn Schwächen, die sich ein Mensch am Hofe nicht leisten kann und darf. Dichtung hält er für ein nicht ernstzunehmendes Spiel, den Dichter als Müßiggänger kann er nicht ernst nehmen. (Vgl. Schulz, S. 181)
Tasso hingegen, und hier ist eine der Szenen, in denen Goethes Wurzeln aus dem Sturm und Drang hervortreten, setzt auf das Gefühl. Er bietet Antonio sofort innigste Freundschaft an und reagiert gekränkt, als dieser sich seinerseits mit Sympathiebekundungen zurückhält. Hier entsteht ein tragendes Element des Dramas, der Konflikt zwischen Tasso und Antonio, „aus der verzweifelten Bemühung des ersteren, diesen ablehnenden Wall der Vornehmheit zu durchbrechen und zu Antonios Herz vorzustoßen“. (Borchmeyer, S. 79)
3
Arbeit zitieren:
Christoph Aschenbrenner, 2006, Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Torquato Tasso und das hermetische Weltbild
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 21 Seiten
Interpretation Ovid Amores 1,5
Klassische Philologie - Latinistik - Literatur
Seminararbeit, 36 Seiten
Die Sinnperspektive "Soziales Miteinander" nach KURZ
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Seminararbeit, 16 Seiten
Thomas Kuhn und die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Kritisch...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 27 Seiten
Erählerisches Verfahren in Wilhelm Raabes „Altershausen“
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Thomas S. Kuhns Theorie von der Struktur wissenschaftlicher Revolution...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 18 Seiten
Begriffs- und Gattungsgeschichte der Motette im 13. Jahrhundert
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit, 19 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Schwaiger, Brigitte - Wie kommt das Salz ins Meer?
Referat / Aufsatz (Schule), 8 Seiten
Der moderne Dichter in vormoderner Gesellschaft - Zur Position des Pr...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Familientragödie aus fürstlichem Hause
Bürgerliches Trauerspiel und H...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 20 Seiten
Arthur Schopenhauer: Über die Freiheit des Willens
Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Hausarbeit, 21 Seiten
Christoph Aschenbrenner hat den Text Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund veröffentlicht
Christoph Aschenbrenner hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare