I
1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis. I
2. Abbildungsverzeichnis. II
3. Problemstellung 1
4. Arbeitslosigkeit und offenen Stellen 2
5. Das Stromgrössenmodell 4
6. Die Beveridge-Kurve 6
7. Schwächen des Modells 11
7.1. Die Vakanzen 11
7.2. Die Arbeitslosendaten 12
7.3. Die Schleifenbewegung der Beveridge-Kurve 13
7.4. Verschiebung oder Bewegung auf der Beveridge-Kurve. 13
8. Die Beveridge-Kurve für Deutschland 15
9. Die Beveridge-Kurve des Euro-Währungsgebiets 18
10. Ausblick 19
11. Anhang 1 20
12. Anhang 2 22
13. Literaturverzeichnis 23
II
2. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Struktur des Stromgrössenmodells Abbildung 2: Die Vermittlungsfunktion
Abbildung 3: Verschiebung der Beveridge-Kurve nach rechts außen ⇒ Mismatch-Arbeitslosigkeit zugenommen
Abbildung 4: Eine Verschiebung der Beveridge-Kurve ist von einer
Abbildung 5: Die deutsche Beveridge-Kurve - Arbeitslose und gemeldete offene Stellen
Abbildung 6: Beveridge-Kurve für das Euro-Währungsgebiet
1
3. Problemstellung
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist seit Mitte der siebziger Jahre zu einem zentralen gesellschaftlichen Problem geworden. Man kann hierbei grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Ursachen für Arbeitslosigkeit unterscheiden. Eine mögliche Ursache ist eine Diskrepanz zwischen dem Arbeitskräftepotential und der Menge der insgesamt verfügbaren Arbeitsplätze. Die zweite mögliche Ursache sind Friktionen in der Vermittlung von Angebot und Nachfrage durch den Markt 1 . Ein theoretisches Modell, das es erlaubt zwischen diesen Ursachen für Arbeitslosigkeit zu unterscheiden, basiert auf der Beveridge-Relation. Nachfolgend werden einige Gründe für die simultane Existenz von Arbeitslosigkeit und offenen Stellen aufgezeigt. Danach folgt mit dem Stromgrössenmodell ein einfaches Modell, das als Grundlage des anschließenden Beveridge-Kurven-Modells gesehen werden kann. Nach einer theoretischen Interpretation der Beveridge-Relation anhand der Beveridge-Kurve, werden einige Schwächen aufgezeigt, die sich sowohl bei der Diagnose dieser Funktion, sowie auch bei der empirischen Ermittlung der benötigten Daten ergeben. Schließlich folgt eine empirische Anwendung dieser the-oretischen Grundlagen anhand der Werte, welche sich für die Beveridge-Kurve für Deutschland , sowie für das Euro-Währungsgebiet ergeben. Von besonderem Interesse ist hierbei, welche Ursache für die angestiegene Arbeitslosigkeit besteht. Hier wird also die Frage diskutiert ob dieser Anstieg auf einer verschlechterten Vermittlungseffizienz beruht, oder ob gesamtwirtschaftlich-klassische Probleme hierfür verantwortlich sind. Zum Schluß dieser Arbeit erfolgt ein Ausblick über zukünftige Erwartungen und Möglichkeiten, die sich aus den Vorschlägen der "Hartz-Kommission" und der zu Beginn der Jahres 2003 gestarteten Vermittlungsoffensive ergeben.
1 Vgl. Landmann, O./ Jerger, J. (1999), S. 49.
2
4. Arbeitslosigkeit und offenen Stellen
Die friktionell-strukturelle Komponente der Arbeitslosigkeit reflektiert den Tatbestand, dass sich Arbeitslose nicht beliebig schnell und leicht auf offene Stellen vermitteln lassen, und das sich die Anforderungen, welche die Arbeitsplätze und die Stellensuchenden aneinander stellen, nicht vollkommen entsprechen. 2 Dies ist darauf zurückzuführen, dass Arbeit ein hochgradig differenziertes, heterogenes Gut ist. Falls unvollständige Information die Vermittlung von Arbeitsplätzen und Arbeitskräften verzögert, spricht man von friktioneller Arbeitslosigkeit. Sie ist auch in Zeiten der Vollbeschäftigung unvermeidbar, da die Suche nach einem Arbeitsplatz in jedem Einzelfall einige Zeit in Anspruch nimmt. Ist die Arbeitslosigkeit durch die Inkongruenz der qualitativen Profile von Arbeitsangebot und -nachfrage begründet, spricht man von struktureller Arbeitslosigkeit. Die Heterogenität besteht häufig in der Qualifikation, dem Geschlecht oder Alter und im Standort. Diskutiert wird die strukturelle Arbeitslosigkeit daher auch unter dem Begriff der Mismatch-Arbeitslosigkeit. Gesamtwirtschaftlich bedeutet dies, dass zu jedem Zeitpunkt ein gewisser Prozentsatz der Erwerbspersonen arbeitslos ist. 3 Es können somit drei wesentliche Ursachen für Mismatch-Arbeitslosigkeit herausgefiltert werden: 4
• Es bestehen Informationsdefizite. Die Sucher kennen die für sie geeigneten und auch vorhandenen Vakanzen nicht, und Firmen gelingt es nicht, die ebenfalls existenten und passenden Kandidaten für ihre freien Arbeitsplätze ausfindig zu machen.
• Das qualitative Profil zwischen Sucher und Vakanz stimmt nicht überein, möglicherweise wird diese Inkongruenz durch höhere Ansprüche der Firmen an die Qualifikation oder durch zu hohe Einkommensvorstellung der Bewerber verschärft.
• Sucher und Firmen sind in unterschiedlichen Regionen beheimatet und immobil.
2 Vgl. Landmann, O./ Jerger, J. (1999), S. 50.
3 Vgl. Stellmach, P. (2002), S. 8.f.
4 Franz, W. (2003), S.227.
3
Formal läßt sich diese Unterscheidung zwischen den zwei Ursachen für Arbeitslosigkeit durch folgende Definitionsgleichung darstellen: 5 ( N s - N d ) ≡ (1) U V + Arbeitslosenzahl friktionell-strukturelle Angebotsüberhang Komponente
N s = Arbeitsangebot U = Arbeitslosenzahl N d = Arbeitsnachfrage der Unternehmer V = Vakanzen(offene Stellen)
Die Differenzen von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zur tatsächlich herrschenden Beschäftigung (N) definieren hierbei die Zahl der Arbeitslosen und die Zahl der offenen Stellen. U ≡ N s - N (2) V ≡ N d - N (3)
5 Vgl. Landmann, O./ Jerger, J. (1999), S. 50.
4
5. Das Stromgrössenmodell
Ein einfaches Modell 6 , das auf dieser Idee aufbaut, betrachtet zwei Gruppen auf dem Arbeitsmarkt, die Beschäftigten N und die Arbeitslosen U. Zwischen diesen beiden Beständen fließen permanent Ströme, d.h. Arbeitslose treten mit der Wahrscheinlichkeit η innerhalb einer Periode (wieder) in die Beschäftigung ein, während ein Anteil s der Beschäftigten den Arbeitsplatz verliert. Für die Änderung der Beschäftigung innerhalb einer Periode, d.h. zwischen den Zeitpunkten t-1 und t gilt somit: ∆N t ≡ N t - N t-1 = η · U t-1 - s · N t-1 = η · U t-1 - s · (Ň s -U t-1 ) (4) (5)
Hierbei wird ein exogenes und zeitunabhängiges Arbeitsangebot Ň s angenommen. Diese Konstanz des Arbeitsangebots bedeutet überdies, dass die Änderung der Beschäftigung betragsmäßig genauso groß wie die Änderung der Arbeitslosigkeit ist. Dies folgt aus der Annahme, dass aus keinem der beiden Pole etwas in Dritte abfließen, bzw. von Dritten Polen kommen kann. Formal läßt sich dies durch folgende Gleichung ausdrücken: ∆N t = - ∆U t (5)
Eine einfache Grafik die dieses Modell veranschaulicht ist Abbildung 1.
Beschäftigung N Arbeitslose U
Abbildung 1: Die Struktur des Stromgrössenmodells
Setzt man (5) in (4) ein und löst nach ∆U t auf, so erhält man:
∆U t = s · (Ň s - U t-1 ) - η · U t-1 = s ·Ň s - (s + η) · U t-1 (6)
6 Vgl. Hall, R.-E. (1979), S. 153-169. ; Barro, R.-J. (1988), S. 32-37. ; Landmann, O./ Jerger, J. (1999), S.
51.ff.
Arbeit zitieren:
Diplom Volkswirt Patrick Roth, 2003, Theoretische Interpretation und empirische Anwendung der Beveridge-Relation, München, GRIN Verlag GmbH
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Individualisierung und Differenzierung in urbanen Räumen
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