Kapitel 1. Einleitung
2. Die Bürokratie
3. Masterplan Bürokratieabbau
4. Fazit und Ausblick
Literaturverzeichnis Quellenverzeichnis Anhang: Masterplan Bürokratieabbau
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1. Einleitung 1.1 Übersicht und Problemstellung
Betrachtet man die deutsche Verwaltung, fällt eines schnell auf: Bürokratie ist überall zu finden. Bürokratie beherrscht oftmals den Alltag von Unternehmen, Privatpersonen - aber auch den Alltag der Verwaltung selbst.
Da - wie in dieser Arbeit gezeigt werden soll - in besonderem Maße der Mittelstand von Bürokratie betroffen ist, rückt dieser in den Fokus der Betrachtungen. Dabei soll zunächst genauer definiert werden, was als Bürokratie zu bezeichnen ist, wie und vor allem warum die Bürokratie entsteht und sich ausbreitet und welche Auswirkungen sie haben kann und aktuell hat.
Im dritten Kapitel wird der von der ehemaligen Bundesregierung ausgearbeitete Masterplan Bürokratieabbau vorgestellt und unter ökonomischen Gesichtspunkten analysiert. Daher ergibt sich für die vorliegende Arbeit folgende zentrale Fragestellung:
Welche ökonomischen Auswirkungen hat der Masterplan Bürokratieabbau für den Mittelstand und wie weit wurde das Vorhaben bereits umgesetzt? Dabei werden sowohl die positiven als auch die eventuellen negativen Auswirkungen des Masterplans dargestellt. Im Anschluss wird gezeigt, was der Masterplan aktuell bereits bewirkt hat. Es folgen eine kritische Betrachtung des Masterplans sowie ein Exkurs zum niederländischen Modell. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, welches auch einen kurzen Ausblick für zukünftige Entwicklungen enthält.
1.2 Themenabgrenzung
In der vorliegenden Arbeit wird ausschließlich der von der Bundesregierung im Jahr 2002 im Koalitionsvertrag vereinbarte Masterplan Bürokratieabbau betrachtet. Frühere Vorhaben sowie andere, bereits in der Umsetzung befindliche Projekte, werden nicht bearbeitet.
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Des Weiteren werden im Kern der Arbeit größtenteils die Folgen für den Mittelstand dargestellt, da Kleinst-Unternehmen bereits auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen oftmals von vielen bürokratischen Vorschriften nicht betroffen sind. Privatpersonen sind häufig nur mittelbar von Bürokratiekosten betroffen, da sie die Kosten über den Umweg des gekauften Produktes bezahlen müssen. Somit stehen die Kosten der Unternehmen im Vordergrund.
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2. Die Bürokratie
2.1 Definition
Bürokratie bildet als Organisationsform des Wirtschaftens den Gegenpol zum Markt. In der Bürokratie setzt man auf Anordnungen, Kontrolle und Sanktionen. Der Markt hingegen regelt sich nur über Bedürfnisse, Ressourcen und die Preismechanismen. Das Wort „Bürokratie“ entstand als reines Kunstwort mit gemischter Herkunft. Das Wort besteht aus dem französischen „bureau“ in der Bedeutung „Verwaltung, Schreibtisch“ und dem griechischen „kratia“ für „Herrschaft“ 1 . Man könnte Bürokratie also zunächst einmal grob mit „Herrschaft der Verwaltung“ übersetzen. Wie bei jeder Form von Herrschaft gibt es auch in der Bürokratie einen Herrschenden und einen Beherrschten. Aus der Übersetzung wir der Herrschende ersichtlich: Die Verwaltung. Der Beherrschte ist dagegen nicht eindeutig, wie sich später zeigen wird. So herrscht die Verwaltung über verschiedne Wege und in verschiedenen Ausprägungen über das gesamte Volk und zum Teil auch über sich selbst. Daher ergibt sich für diese Arbeit folgende Definition: „Bürokratie bezeichnet die durch Gesetze und Vorschriften erzeugte Datenerhebung und -verarbeitung des Staates in Verbindung mit Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten, bezogen auf die Gesamtheit der natürlichen und juristischen Personen sowie die staatliche Verwaltung selbst.“ Aus der Definition wird deutlich, dass die Bürokratie auf allen Ebenen des Staates ansetzt, von der Bundesgesetzgebung bis zur Verwaltungsvorschrift einer Kommune. Betroffen sind alle mit dem Staat auf irgendeine Weise verbundenen Personen und Unternehmen, egal ob im Inland oder im Ausland. Des Weiteren übt der Staat seine Kontrolle auch über sich selbst aus. Die Definition zeigt auch deutlich, dass Bürokratie in erster Linie etwas mit Anordnungen zur Regulierung des Marktes und entsprechenden Datenerhebungen zur Kontrolle der Anordnungen zu tun hat.
1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrokratie, o.V., o.O, Stand 17.06.2006
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Die Sanktionierungsmaßnahmen dienen nur der effektiven Umsetzung der Bürokratie. Bürokratie stellt also eine Vorstufe bzw. einen Bestandteil der Exekutive dar und ist damit ein elementarer Grundpfeiler eines jeden Staates.
2.2 Entstehung und Entwicklung der Bürokratie
Die Bürokratie hat bereits eine lange Geschichte. Seit dem 17. und 18. Jahrhundert ist das Wort dokumentiert 2 .
Bürokratie an sich existiert jedoch schon länger als das die heutige Bezeichnung. Schon die Ägypter und Römer hatten eine Verwaltung, und das vor über 5.000 Jahren. Der Sinn und Zweck lag damals wie heute in der Erhebung von Daten, um dem Herrscher bzw. der Regierung die Staatsführung überhaupt erst zu ermöglichen. Erhoben werden i.d.R. statistische Daten, aber auch Meldedaten sowie Aufzeichnungen über die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen. Die erhobene Datenmenge wächst dabei stetig an, auch wenn immer wieder Projekte zum Bürokratieabbau ins Leben gerufen werden.
Diese Ausweitung ist parallel zum Staatswachstum zu betrachten. Der Staat wächst aufgrund der Regeln, nach denen seine Verwaltung arbeitet. Jeder leitende Verwaltungsangestellte wird an seinem Budget und seinem Aufgabenumfang gemessen. Je höher diese Werte sind, umso größer ist die Bedeutung der Position und somit auch die Bezahlung. Daher werden Bürokraten versucht sein, einen möglichst großen Verwaltungsapparat um sich herum aufzubauen 3 .
Ein zweiter Aspekt, der zur Bildung und Ausdehnung der Bürokratie beiträgt, ist das Verlangen eines jeden Politikers bzw. leitenden Beamten, seine eigene Handschrift zu hinterlassen. So möchte jeder, der einmal eine entsprechende Position inne hat, auch etwas schaffen, was evtl. an ihn erinnert. Dazu eignen sich Regelwerke und bürokratische Auflagen offenbar besonders gut, da sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrokratie, o.V., o.O, Stand 17.06.2006
3 vgl. Blankart, Charles: Öffentliche Finanzen in der Demokratie; 4. Auflage Berlin 2001, S. 492
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Arbeit zitieren:
Sebastian Hahn, 2006, Masterplan Bürokratieabbau - eine ökonomische Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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