I Einleitung 3
II Die Konzepte der Alliierten zur deutschen Wiederbewaffnung 4
II I Die USA: Die Aufrüstung Deutschlands im Zeichen des Kalten Kriegs 4
II II Frankreich: Sicherheitsdenken und Beginn der europäischen Integration 5
II III Groβbritanien: Sicherheitsbedürfnisse und Zurückhaltung 7
III Adenauer und das Konzept der bedingungslosen Westbindung 8
IV Der Aufbau der Bundeswehr unter der Strategie der massive retaliation 9
IV I Massive retaliation : Profilierung und Verhärtung der Blockgegensätze 9
IV II Das Schwert-und Schild -Konzept der NATO 10
IV III Der Aufbau der Bundeswehr 1950-1957 11
V Schlussbetrachtung 13
VI Literaturverzeichnis 15
2 NA
I. Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau der Bundeswehr vor dem Hintergrund der Strategie der „massive retaliation“. Durch den großen Umfang des Themas, der vorhandenen Literatur und der vorgegebenen Länge dieser Arbeit ist eine knappe und vereinfachte Darstellung gewisser Ereignisse notwendig. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die Betrachtung des Konzepts der „massiven Vergeltung“ aus verschiedenen Perspektiven und ihr Einfluss auf die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland in den fünfziger Jahren.
Zunächst beschreibe ich in zusammengefasster Form die verschiedenen Standpunkte der Westmächte im Hinblick auf eine potentielle Wiederbewaffnung Deutschlands. Anschließend gehe ich kurz auf die Westintegrationspolitik Adenauers ein.
Im Mittelpunkt meiner Betrachtungen stehen die militärischen und politischen Strategien der NATO in der Phase von 1950 bis 1955 und ihre Auswirkungen auf die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Abschließend beschreibe ich den Verlauf des Aufbaus der Bundeswehr, von der Ernennung Theodor Blanks bis zu deren Ablösung durch Franz Josef Strauβ.
Die Veränderungen des Zweiten Weltkrieges stellten einen tiefen Einschnitt in die internationalen Beziehungen dar. Das traditionelle europäische Mächtesystem in der Weltpolitik wurde zerstört. Die bisherigen „Randmächte“ USA und UdSSR waren zu weltpolischen „Supermächten“ aufgestiegen und lösten somit die klassischen europäischen Großmächte als bestimmende Faktoren ab, was eine Neuordnung des Staatensystems zur Folge hatte. Die ideologischen Gegensätze zwischen den USA und der UdSSR, die im Prinzip bereits seit der Oktoberrevolution 1917 bestanden hatten, wurden nun beim unmittelbaren Aufeinandertreffen in Mitteleuropa als weltanschaulicher Konflikt offen sichtbar.
Die neuen Supermächte waren nicht mehr –wie in der Zwischenkriegszeit- durch Ozeane und Kontinente voneinander getrennt, ihre Einflusszonen prallten politisch und territorial im Herzen Europas direkt aufeinander. Die Rolle Deutschland wurde zu einem entscheidenden Faktor. Aus strategischen, militärischen, politischen und wirtschaftlichen Überlegungen waren die USA sehr daran interessiert, Deutschland als künftige Streitkraft mitten in Europa möglichst schnell in den Westen zu integrieren. Zudem war auch so die Bundesrepublik unter die Kontrolle der Westmächte zu bringen. Dem Aufbau der Bundeswehr stand somit –theoretisch- ab 1950 nichts mehr im Wege.
3
II. Die Konzepte der Alliierten zur deutschen Wiederbewaffnung
II.I Die USA: Die Aufrüstung Deutschlands im Zeichen des Kalten Kriegs
Mit zunehmender Verschärfung des Ost-West-Konfliktes setzte sich im Zuge des Konzeptes der Eindämmung unter amerikanischen Militärs im Herbst 1948 die Ansicht durch, dass eine Verteidigung Westeuropas gegenüber einem sowjetischen Angriff ohne einen deutschen militärischen Beitrag nur schwerlich zu realisieren sei. Aus Rücksicht auf die anderen westeuropäischen Mächte und inneramerikanische Stimmungen wurden Planungen bezüglich einer deutschen Wiederbewaffnung nur sehr vorsichtig vorgenommen. 1 Noch am 3. Juni 1950 wurde eine öffentliche Befürwortung der deutschen Wiederbewaffnung als unangebracht angesehen. 2 Auch in der amerikanischen Regierung war man sich der Gefahr bewusst, dass ein wieder erstarktes Westdeutschland schnell eigene Interessen verfolgen könnte. Der Ausbruch des Koreakrieges nährte jedoch verstärkt die Befürchtungen eines baldigen sowjetischen Angriffs und führte dazu, dass sich die Kräfteverhältnisse zwischen Befürwortern und Gegnern der Wiederbewaffnung umkehrten 3 . Hans-Peter Schwarz beschreibt dies folgendermaßen: „ Die Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages verband sich unter dem Eindruck drohender Kriegsgefahr in Europa untrennbar mit der umfassenden Vorbereitung für die Verteidigung des Kontinents.“ 4 Auf der New Yorker Konferenz am 12. September 1950 schlug Außenminister Dean Acheson ein westdeutsches Kontingent in der NATO vor, was auf den Widerstand Frankreichs und Zurückhaltung bei den Briten stieß. 5
1
Vgl. Gerhard Wettig: Entmilitarisierung und Wiederbewaffnung in Deutschland 1943-1955, München 1967, S.235- 305.
2 Vgl. Klaus A. Maier: Die EVG in der Aussen- und Sicherheitspolitik der Truman-Administration, in: Militärisches Forschungsamt (Hrsg.): Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Stand und Probleme der Forschung, Boppard am Rhein 1985, S.31-49, S.33.
3 vgl. Wilfried Loth: Die Teilung der Welt 1941-1955. Geschichte des Kalten Krieges, München 1989, S.271. 4 Hans-Peter-Schwarz: Die Ära Adenauer 1949-1957 (Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Band 2), Stuttgart 1981, S.107 5 Wettig, Entmilitarisierung und Wiederbewaffnung in Deutschland, S.341.
4
Den von Frankreich am 24. Oktober 1950 vorgeschlagenen Pleven-Plan hingegen lehnten die Amerikaner als Sabotageversuch ab. Da die Zustimmung zu einer supranationalen europäischen Armee aber als das äußerste französische Entgegenkommen erschien, wurde der Plan einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft als Organisation mit enger Verbindung zur NATO schließlich auch von den USA gebilligt 6 . Während in Frankreich die Zustimmung zur EVG in der Folge rasch schwand, versteifte man sich in den USA immer beharrlicher auf diese Lösung. Man sah in der EVG die beste Möglichkeit, Europa zu verteidigen, in ferner Zukunft möglicherweise die amerikanischen Truppen vollständig aus Europa abziehen können und hatte außerdem ein Mittel in der Hand, Westeuropa stärker an sich zu binden. 7
Für die Eisenhower-Administration war das endgültige Aus der EVG ein Schock. Dem amerikanischen Präsidenten Dwight Eisenhower war jedoch klar, dass man es sich eher leisten konnte, auf die Franzosen zu verzichten als auf einen deutschen Beitrag und so verständigte man sich schnell mit den Briten auf die NATO-Lösung als Alternative 8 Mit den auf den beiden Konferenzen von London und Paris beschlossenen „Pariser Verträgen“ wurde die Bundesrepublik am 9. Mai 1955 NATO-Mitglied.
II.II. Frankreich: Sicherheitsdenken und Beginn der europäischen Integration
Von den westlichen Alliierten hatte Frankreich die größten Bedenken gegen eine deutsche Wiederbewaffnung. Schon bei der Gründung der NATO wies es eine deutsche Beteiligung weit von sich 9 . Langfristig wurde der Druck von den USA - und zunehmend von Großbritannien und den Beneluxstaaten - jedoch zu stark, um sich dauerhaft einem deutschen Verteidigungsbeitrag zu widersetzen. Die französische Regierung entwickelte daraufhin das Konzept einer europäischen Armee, das am 24. Oktober als Pleven-Plan veröffentlicht wurde. Dieser stieß jedoch zunächst auf Ablehnung der meisten Beteiligten, da er eher darauf ausgerichtet war, eine Wiederbewaffnung zu verzögern und die Gleichberechtigung der Bundesrepublik zu verhindern. Unter amerikanischem Druck war die französische Regierung zu Konzessionen bereit, so dass das Konzept einer EVG entstand, das sowohl für die angelsächsischen Mächte als auch für
6
Maier, Die EVG in der Aussen- und Sicherheitspolitik in der Truman-Administration, S.48.
7
Loth, Die Teilung der Welt, S.312.
8 vgl. Rolf Steininger: Das Scheitern der EVG und der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 17/1985, S.3-18, S.5 9 Loth, Die Teilung der Welt, S.269.
5
Arbeit zitieren:
Rocio Torregrosa, 2005, Der Aufbau der Bundeswehr, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Rocio Torregrosa hat den Text Der Aufbau der Bundeswehr veröffentlicht
Rocio Torregrosa hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rolle der Bundeswehr in der deutschen Außen- und Sicherheitspoltik
146. Bergedorfer Protokoll
From Confrontation to Cooperation: The Takeover of the National People...
Frederick Zilian, Werner Von Scheven
Auslandseinsätze der Bundeswehr
Sozialwissenschaftliche Analys...
Sabine Jaberg, Heiko Biehl, Günter Mohrmann, Maren Tomforde
Carnap's Construction of the World: The Aufbau and the Emergence of Lo...
Alan W. Richardson
Carnap's Construction of the World: The Aufbau and the Emergence of Lo...
Alan W. Richardson
NATOisierung polnischer und tschechischer Sicherheitspolitik
Normübernahme aus Sicht des ra...
Cornelia Frank
0 Kommentare