Inhalt
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung 2
3. Der Begriff aus historischer Perspektive 3
4. Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien 4
5. Bestimmungsdimensionen von Bildung und Bildungstheorien 6
6. Umdeutungen des klassischen Bildungsbegriffs 7
7. Modernisierung des Bildungsbegriffs 9
8. Bildungsformen 11
9. Resümee 12
10. Literaturnachweis 14
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1. Einleitung
In dieser Arbeit steht der Grundbegriff „Bildung“ im Vordergrund. Was ist Bildung? Wie wird Bildung in der heutigen Gesellschaft gesehen? Und nach welchen Kriterien wird „Bildung“ beurteilt? Diese Fragen, die eine Begriffsklärung unvermeidlich machen, sollen ebenso behandelt werden, wie die Bestimmung verschiedener Bildungstheorien und –dimensionen. Dafür erscheint es sinnvoll, die Wandlung des Bildungsbegriffs in der Historie zu beschreiben und ihn an Hand von klassischen und modernen Bildungstheorien verschiedener Vertreter zu erläutern.
2. Begriffsklärung
„Bildung (eruditio, ex rudibus = aus dem Rohzustand und über ihn hinaus) meint die Aneignung von Kenntnissen und Fertigkeiten in Selbstverfügung und aktiver Gestaltung mit dem Ziel der reflexiven Ausformung eines kultivierten Lebensstils (Educand-Perspektive)“ (RAITHEL u. a. 2005, 37).
„Bildung“ als Grundbegriff hat eine lange geisteswissenschaftliche Tradition und nimmt mittlerweile eine zentrale Stellung in der Pädagogik ein. „Bildung“ ist ein exklusiv deutscher Begriff, der eine Grundkategorie in der Pädagogik darstellt. Früher wurde „Bildung“ vor allem „… als die Kultivierung der verschiedenen Facetten von Menschlichkeit verstanden, um an den in einer Gesellschaft üblichen Lebensformen teilhaben zu können“ (a.a.O.). Mit Blick auf die Entwicklung der Pädagogik in Deutschland kann man sehen, dass, innerhalb von Idealismus und Neuhumanismus, dieser Akzent überhöht wurde, sodass Bildung vor allem als Herausformung von inneren Werten und Vervollständigung der eigenen Erlebnistiefe verstanden wurde. Moderne Definitionen des Begriffs sehen die Förderung von Eigenständigkeit und Selbstbestimmung des Menschen im Vordergrund. Diese Bildung entsteht durch die Auseinandersetzung des Menschen mit der ökonomischen, kulturellen und sozialen Lebenswelt (vgl. ADORNO 1971, 44).
"Bildung wird übereinstimmend gesehen als ein Prozess, Weg oder Ablauf in der Zeit. Dabei wird der Mensch von einem Zustand in den anderen geführt. Seine Verfassung ändert sich. Diese Veränderung wird als Verbesserung verstanden." (LASSAHN 1977, 39).
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3. Der Begriff aus historischer Perspektive
Neben einer Einordnung des Begriffs „Bildung“ in unterschiedliche Dimensionen (vgl. LANGEWAND 1994 u. Kapitel 5) bietet es sich an die Entwicklung aus historischer Perspektive zu analysieren. Wenn man den Begriff nun genauer betrachten möchte, ist dies nur unter Verwendung von z.B. Platons „Paideia“ möglich (vgl. Kapitel 4), da dort erstmals eine Theorie der Bildung entworfen wurde.
Im Mittelalter wird Bildung dann auf Gott bezogen und auf ihn ausgerichtet. Das bedeutet, dass der Mensch sich Gott (wieder) annähren soll. Dabei entfremdet sich der Mensch von sich selbst. In der selben Zeit ist auch der humanistische Bildungsbegriff anzusiedeln, bei dem es vor allem darum geht, sich selbst nach freiem Willen zu bilden. Dazu kommt ein gewisser Bedarf an gebildeten Kaufleuten, was dazu führt, dass die Bildung zum Merkmal einer geistigen Elite wird. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts findet der Übergang zu einer naturalistischen Ausdeutung des Bildungsbegriffes statt (vgl. SCHWENK 2004, 211).
In der Mitte des 18. Jahrhunderts wird der Begriff „Bildung“ aus dem theologischen Bezug gelöst und innerhalb der Aufklärung neu definiert. In dieser Zeit ist das Ziel der Bildung, dass der Mensch bzw. der Heranwachsende zum einen individuelles Glück findet und zum anderen, dass er dem Gemeinwohl dient. Die Bildung in der Zeit der Aufklärung war vernunft- und berufsständisch orientiert. Der Bildungsbegriff wurde als schulpädagogischer Bildungsbegriff verstanden, da durch die allgemeine Schulpflicht die Heranwachsenden zu vernunftbestimmten, glücklichen und tüchtigen Menschen gemacht werden sollten. Der klassische Bildungsbegriff grenzt sich dann zum Bildungsbegriff der Aufklärung dadurch ab, dass der Prozess des „Sichselber-Bildens“ viel stärker zum Ausdruck kommt. Bildung wird als ständige Auseinandersetzung zwischen dem „Ich“ und der „Welt“ verstanden. Eine Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien soll im folgenden Abschnitt behandelt werden. Ab dem 19. Jahrhundert kommt es verstärkt zu Umdeutungen des Begriffs, die in Kapitel 6 näher erläutert werden sollen, da sich darauf auch die Kritik der Moderne stützt (vgl. a.a.O. 211ff).
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4. Zusammenfassung der klassischen Bildungstheorien
Dass der Prozess der Formung des Menschen „Bildung“ genannt wird, war Thema in Kapitel 2. Daraus folgt, dass eine Herausbildung einer Gesamtverfassung des Menschen abhängig ist von dessen Ziel- und Sinnvorstellungen. Dass die Sinnvorstellungen dabei eine ganz entscheidende Rolle spielen, kann man daran erkennen, dass die klassischen Bildungstheoretiker, trotz ähnlichem historischen Hintergrund, verschiedene Theorien aufstellten. So wurden im Laufe der Geschichte ganz unterschiedliche Bildungsvorstellungen entwickelt, die im Folgenden aufgezeigt werden sollen. Hier möchte ich noch die Begriffsdeutung von Platon (428 – 348 v. Chr.) mit einfließen lassen, da die Nachwirkungen von Platons Bildungslehre zwar vor allem im abendländischen Erziehungsdenken zu spüren waren, aber auch Eingang fanden in die christliche Bildungslehre des Mittelalters. In der Neuzeit knüpften Vertreter des deutschen Idealismus wie Kant, Hegel, Fichte, Schleiermacher und die Bildungslehren der geisteswissenschaftlichen Pädagogik an Platons Gedankengut an (vgl. LASSAHN 1977, 18).
„Eine individuelle und soziale Anthropologie bildet bei Platon die Grundlage seiner Bildungs-theorie, die er im „Höhlengleichnis“ (PLATON, Politeia, 514 ff) entwickelt“ (a.a.O., 16). Darin wird beschrieben, dass der Mensch im noch nicht gebildeten Zustand, nicht die Fähigkeiten besitzt, seine Wahrnehmungen zu überprüfen. Platon sagt, dass „der Prozess der Bildung nicht allein aus eigener Kraft durchgeführt werden“ (a.a.O.) kann und dass jedem, der vom Dunkeln der Höhle in das helle Licht der Wahrheit schauen muss, die Augen schmerzen werden. Er muss sich langsam an dieses „Licht“ gewöhnen. Weiter sagt er, dass der Gefesselte in der Höhle gar nicht aus der Höhle heraus möchte. Dieser Aufstieg aus der Höhle ist genauso ein Prozess wie die eigene Wahrheit und Erkenntnis zu finden, da Platon Bildung nicht mit Wissen gleichsetzt. Trotzdem sollte der Mensch von subjektivem Empfinden zu sachlichem Handeln geführt werden (vgl. a.a.O).
Die klassischen Bildungsideale begründen sich hauptsächlich auf die Idee von Individualität, Universalität und Totalität. Ihre Vertreter sind vor allem Herder, Goethe, Schiller, Humboldt, Schlegel, Schleiermacher Fichte, Pestalozzi und Hegel. In Anlehnung an LASSAHN sollen die klassischen Theorien nun zusammenfassend dargestellt werden (LASSAHN 1977, 38ff):
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Katharina Kurzmann, 2006, Grundbegriff Bildung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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