1. Die Lerngruppe Die dritte Klasse der Mittelpunktschule R. besteht derzeit aus 17 Kindern (11 Mädchen und 6 Jungen). Ich unterrichte die Klasse seit Anfang des Jahres 2005 in den Fächern Mathematik und Sport. Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich sehr gerne und arbeiten motiviert und engagiert im Sportunterricht mit. Dennoch verfügen einzelne Schülerinnen und Schüler nur über geringe Bewegungserfahrungen. Die Klasse kann im Allgemeinen in ihren sportlichen Leistungen als durchschnittlich beschrieben werden. Die Mädchen und Jungen beteiligen sich aktiv am Unterrichtsgeschehen und bilden mittlerweile einen harmonischen Klassenverband. In der Klasse gibt es leistungsstarke Kinder, wie L. K., L. N., Z., M., T., S. und P., die bereits über viele Bewegungserfahrungen verfügen und entsprechend gute motorische Leistungen zeigen.
J. benötigt besondere Aufmerksamkeit und Hilfen. Er weist starke Probleme in der Grob- und Feinmotorik auf. Übungen wie rückwärts laufen oder balancieren bereiten ihm sehr große Schwierigkeiten. Aus diesem Grunde ist er oft auf meine Unterstützung oder die seiner Mitschülerinnen und Mitschüler angewiesen.
A. ist in seinem Verhalten sehr auffällig und verunsichert. Er kann viele Arbeitsaufträge trotz intensiver Besprechung nicht ausführen. Deshalb braucht er meist die Aufforderung der Lehrkraft um mit dem Arbeiten zu beginnen.
S. empfindet zwar Freude am Bewegen, aber kann sich oft nicht an die vereinbarten Regeln halten sowie konzentriert dem Unterrichtsgeschehen folgen. Deshalb muss er immer wieder daran erinnert werden.
I. weist ein problematisches Arbeitsverhalten auf. Sie benötigt intensive Zuwendung und Aufmerksamkeit. Daher muss I. permanent durch aufmunternde Worte zum Weiterarbeiten animiert werden.
1.1 Spezielle Lernvoraussetzungen
In meinem Unterricht hat die Lerngruppe bisher noch keine Unterrichtseinheit zum Thema „Weitsprung“ durchgeführt. Dennoch besitzen viele Schüler Vorerfahrungen im Bezug auf das Springen. In der zweiten Klasse haben wir ausführliche Sprungvariationen mit dem Springseil durchgeführt. Auch in der Pause und nachmittags bietet das ländliche Umfeld den Schülern viele Gelegenheiten zum Springen (Treppen, Seilspringen, Hüpfekästchen und Weitsprunganlage auf dem Schulhof).
In der vorangegangenen Stunde sollten die Schüler verschiedene Sprünge in einem Sprunggarten durchführen und dadurch vielfältige Sprungerfahrungen sammeln. Den
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Schülern sollte bewusst werden, dass der Anlauf und der Absprung synthetisiert werden müssen, um möglichst weit zu springen. Dennoch war es den Kindern frei gestellt, mit welcher „Technik“ sie die Sprünge bewältigen.
Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt den Auf- und Abbau zu organisieren. Das Erwärmungsspiel ist den Kindern ebenfalls bekannt. Das ruhige Abschlussspiel wird in dieser Stunde eingeführt.
2. Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
3. Sachanalyse
Beim Weitspringen benötigen die Schüler grundlegende motorische Fähigkeiten, welche durch gezielte Übungen verbessert werden können. Vor allem Schnelligkeit, Sprungkraft, Gewandtheit, Rhythmusfähigkeit und Beweglichkeit sind Grundvoraussetzungen. Der Weitsprung weist einen zyklischen (Anlauf) und einen azyklischen (Absprung, Flug und Landung) Teil auf. Im Lernen und Üben müssen diese beiden Komponenten verbunden werden.
Der Weitsprung kann in vier Phasen eingeteilt werden: 1. Anlauf, 2. Absprung, 3. Flug und 4. Landung.
In der Grundschule kommt dem Anlauf die wichtigste Bedeutung zu, denn wer schnell läuft, kann auch weit springen. Aber das eigentliche Problem besteht darin, die erreichte
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Geschwindigkeit beim Absprung in Höhe und Weite zu übersetzen. Deshalb reicht es, wenn
die Schüler eine Anlaufweite von 15- 20 Schritten haben. 1 Der vorletzte Schritt sollte zur Erreichung einer günstigen Absprungposition etwas verlängert werden. Wichtig ist ein kräftiger Absprung nach vorn- oben.
Für den Anfänger geht es um den Sprung an sich, deshalb ist es sinnvoll eine Absprungzone von ca. 80 cm zu wählen.
In der Flugphase muss das Gleichgewicht durch ausgleichende Armbewegungen gehalten werden, um eine günstige Landung zu ermöglichen. Die Landung wird bereits früh eingeleitet. In dieser Phase muss mit den Bewegungen, die das Gleichgewicht sichern, eine weiträumige Ausholbewegung für das Vorbringen der Beine bei der Landung koordiniert
werden. 2 In der Endphase der Landung ist durch die typische Klappmesserhaltung (Sitzhaltung unmittelbar vor der Landung) gekennzeichnet. Die Füße setzen möglichst weit vor dem Körper auf, das Becken wird nach vorn geschoben und es wird in den Knien nachgegeben um ein Zurückfallen zu verhindern. Dabei schwingen die Arme wieder etwas nach vorn. In dieser Stunde soll eine Grobform des Schrittweitsprunges angebahnt werden. Da dieser die einfachste Technik des Weitspringens darstellt, werde ich nun die Bewegungsmerkmale beschreiben.
Das Sprungbein bleibt zunächst hinter dem Körper. Das Schwungbein schwingt weitgreifend nach vorn (Schrittstellung). Erst bei der Landung wird das Sprungbein aktiv zum Schwungbein vorgezogen. Dadurch kann die Landung akzentuiert gestaltet werden. Der Oberkörper wird zunächst aufgerichtet, die Arme schwingen von vorn- oben nach hinten unten. Dadurch wird der Schrittweitsprung ein sinnvoller Lerngegenstand für die
Grundschule. 4
1 Vgl. Frey, G./ Hildenbrandt, E./ Kurz, D. (1990), S. 80
2 Vgl. Frey, G./ Hildenbrandt, E./ Kurz, D. (1990), S. 81
3 Vgl. http://www.sportunterricht.de/lksport/schrittweitl.html
4 Vgl. Frey, G./ Hildenbrandt, E./ Kurz, D. (1990), S. 83
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Katarina Paul, 2006, Unterrichtsstunde: Hinführung zur Grobform des Schrittweitsprunges (3. Klasse), Munich, GRIN Publishing GmbH
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