Trauerbegleitung im Kasualgespräch
von Frank-Christian Raatz
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung 4
2 Trauer 4
3 Theologische Begründung 4
3.1 Tod und Trauer in der Bibel 5
3.2 Tod und Trauer in der heutigen Zeit 5
4 Die Kirche und die Trauernden 6
4.1 Seelsorge an Trauernden - eine Domäne der Kirche? 6
4.2 Die Situation des Trauergespräches 7
4.3 Die Verdrängung der Kirche 7
4.4 Der Umgang der Trauernden mit der Kirche 8
4.5 Die psychische Situation der Trauernden 8
5 Aufgaben des Seelsorgers 9
5.1 Erwartungen der Trauernden 11
5.2 Die Rolle des Seelsorgers 12
5.3 Die Betroffenheit des Seelsorgers 12
5.4 Die Fragen der Trauernden 13
5.5 Mut zu eigenen Erfahrungen 13
6 Literaturliste 14
1 Zielsetzung
Das Gespräch im Trauerhaus steht in mehrfacher Hinsicht in einem spannenden Kräftefeld: Kommt der Vertreter der Kirche als Seelsorger, als Organisator der Trauerfeier, als tröstender Freund, als strenger Kirchenvertreter, der sich die zu Besuchenden zu oft ferngehalten haben, wie ihnen bei der Gelegenheit unangenehm klar wird, oder in noch anderer Weise?
Auch der Seelsorger sieht sich von einem Wust an eigenen Erwartungen oder vielleicht sogar Befürchtungen gebeutelt: Was erwartet mich im Trauerhaus? Was wollen die Menschen von mir?
Das Gespräch im Trauerhaus ist eine der wichtigen pastoralen Aufgaben, mit der sich Kirche im Bewußtsein der Menschen verankern kann. Es steht unter besonderen theologischen und vor allem psychologischen Bedingungen. Als Gespräch entspricht es der Grundform jeder seelsorgerischen Situation.
2 Trauer
Trauer ist nach Sigmund Freud regelmäßig die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer an ihre Stelle gerückte Abstraktion wie Vaterland, Freiheit, ein Ideal usw. "Überall dort, wo eine Verlusterfahrung gegeben ist, kann Trauer auftreten" .
3 Theologische Begründung
Warum eigentlich soll sich gerade die Theologie mit dem Thema Trauer beschäftigen? Die Psychatrie und Psychotherapie bieten doch eigentlich gute Vorraussetzungen die Trauer erfolgreich zu behandeln und haben bisher hierzu auch wichtige Beiträge geliefert. Die hier nun genannten Gründe sind natürlich abhängig von der Frage, was denn überhaupt die Aufgabe der Theologie ist.
3.1 Tod und Trauer in der Bibel
Im Mittelpunkt der Erzählungen im Alten Testament steht das Leben, nicht der Tod. Das Sterben ist etwas Natürliches, über das nicht viele Worte gemacht werden, es gehört zum Leben. Allerdings bietet das Alte Testament auch eindrückliche Beispiele der Totenklage. So beispielsweise die Totenklage Davids um Abner .
Das Neue Testament setzt zunächst die Grundlinien des Alten Testaments im Nachdenken über Sterben und Tod voraus. Auch in den Schriften des Neuen Testaments wird die allgemeine Sterblichkeit des Menschen als Zeichen seiner Schöpfung selbstverständlich konstatiert: Der Tod ist ein Schicksal, dem alle Menschen unterworfen sind . Dennoch wird er nicht einfach als Naturvorgang angesehen, sondern als Feind des Lebens. Darum bleibt mit dem Tod der Schrecken über ihn verbunden. Weil ihnen ihre Trauer Erfahrungen erlebbar macht, die sie das Reich Gottes erhoffen und verstehen lassen, werden die Trauernden in den Seligpreisungen der Bergpredigt besonders ausgezeichnet . Der Apostel Paulus etwa, fordert dazu auf, mit den Weinenden zu weinen .
Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird immer wieder nachdrücklich die Forderung gestellt, sich der Witwen und Waisen anzunehmen, für ihren Unterhalt zu sorgen und ihnen in ihrer damals meist rechtlich ungesicherten Lage zu ihrem Recht zu verhelfen. Nach dem Lukas-Evangelium entbrannte die erste Meinungsverschiedenheit in der Jerusalemer Gemeinde an der Vernachlässigung der verwitweten Frauen, die hellenistischer Herkunft waren .
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Frank-Christian Raatz, 2001, Trauerbegleitung im Kasualgespräch, Munich, GRIN Publishing GmbH
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