Inhalt:
A) Einleitung
S 3
B) Hauptteil
S 3
1. Aufbau des Dramas
S 3
1.1 Erster Aufzug S 4
1.2 Zweiter Aufzug S 5
1.3 Dritter Aufzug S 5
1.4 Vierter Aufzug S 6
1.5 Fünfter Aufzug S 6
1.6 Zum Aufbau S 7
2. Personengestaltung
S 8
2.1 Die Hauptpersonen S 8
2.1.1 Fiesco von Lavagna S 8
2.1.2 Verrina S 11
2.1.3 Gianettino Doria S 14
2.2 Nebenfiguren S 16
2.2.1 Andreas Doria S 16
2.2.2 Leonore S 17
2.2.3 Julia Gräfin Witwe Imperali S 19
2.2.4 Der Mohr S 20
2.2.5 Calcagno und Sacco S 21
2.2.6 Berta S 22
2.2.7 Bourgognino S 22
)C Fazit
S 23
Literaturverzeichnis
S 24
2
A) Einleitung
Mit dieser Hausarbeit möchte ich mich anlässlich des Hauptseminars "Schillers frühe Dramen" mit Friedrich Schillers Drama "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" beschäftigen. Besonderes Interesse soll hierbei dem Aufbau des Dramas und speziell der Personengestaltung beigemessen werden.
Zu diesem Zweck soll zuerst die Handlung der Tragödie kurz skizziert werden, anhand derer die kompositorische Zusammensetzung wie der Verlauf des Spannungsbogens erörtert werden soll.
Das Hauptaugenmerk der Hausarbeit soll jedoch auf der Gestaltung der Figuren des Stückes durch Schiller liegen:
Bezüglich der Personengestaltung sollen die Hauptcharaktere des Trauerspiels einzeln hinsichtlich ihrer wesentlichen Charaktereigenschaften und der Funktion innerhalb des Dramas beschrieben, analysiert und untereinander in Bezug gesetzt werden. Um den Rahmen der Hausarbeit nicht zu sprengen, werden in aller Kürze nur die fundamentalen Eigenschaften und dramenimmanente Aufgaben der Nebenfiguren angeführt.
Bei der Analyse des Stückes soll vor allem auf die Buchfassung von 1783 eingegangen werden, die von Schiller später entworfenen Schlussteile der Mannheimer und Leipzig-Dresdener Bühnenfassung sollen jedoch ebenfalls berücksichtigt werden, da sie unter Umständen ein anderes Licht auf die von Schiller konstruierten Figuren werfen können.
B) Hauptteil
1. Aufbau des Dramas
Schillers Drama "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel" handelt - wie der Titel bereits impliziert - von der Verschwörung der Republikaner Genuas unter der Führung des Grafen Fiesco von Lavagna. Gemeinsam soll die Tyrannenherrschaft der Doria beenden werden. Der Konflikt "zwischen Republik und Monarchie, zwischen
3
Gesetz und absolutistischer Willkür" 1 sowie "Macht und Moral" 2 einerseits, Fiescos Selbststilisierung, sein Schwanken zwischen Herrschsucht und Machtverzicht andererseits bilden das Hauptproblem des Trauerspiels. Schiller ließ sich von der historisch überlieferten Geschichte des Grafen von Lavagna inspirieren, der durch eine geschickt verborgene Verschwörung den Tyrannen besiegen konnte und daraufhin selbst die Herrscherwürde erhielt, kurz darauf jedoch tödlich verunglückte. Beruhend auf den geschichtlichen Begebenheiten spielt das Stück im Italien des 16. Jahrhunderts.
Das geschlossene Drama gliedert sich in fünf Aufzüge, die erzählte Zeit umfasst in etwa vier Tage. Linder weist darauf hin, dass Schiller zur Zeit der Entstehung des “Fiesco“ besonders nach kompositorischer Perfektion strebte, 3 was sich im Aufbau des Dramas niederschlägt:
Während er in den "Räubern" unübliche Zeit- und Ortsprünge verwendete, findet die Handlung des "Fiesco" in kurzer Zeit und an wenigen Orten statt.
1.1 Erster Aufzug
Als verdichtete Vorausschau hinsichtlich Fiescos Intrigenspiel beginnt das Drama mit der Exposition bei einem rauschenden Kostümfest in dessen Palais: Der Protagonist wird als leichtlebiger Hedonist eingeführt, der seine Vaterlandsliebe und seinen Tyrannenhass vergessen zu haben scheint und Julia - die Schwester seines Erzfeines Gianettino – anbetet (I, 4/6). Die verschworenen Republikaner und Fiescos Gemahlin Leonore sind angesichts dieses Wandels verzweifelt (I, 1/7). Tatsächlich jedoch bereitet Fiesco im Stillen die Verschwörung vor, durch die Genua befreit werden soll, und will seine Feinde mit der Rolle des Epikuräers in Sicherheit wiegen; dies erfährt der Leser allerdings erst nach und nach durch Andeutungen. Der gewalttätige Gianettino Doria, der nach dem Tod seines Onkels die Staatsgeschäfte übernehmen soll, plant einen Mordanschlag auf Fiesco mit Hilfe des Mohren (I, 2). Doch Fiesco kann den Mord abwenden und nutzt dies aus, um sich die
1 Rolf-Peter Janz: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. In: Interpretationen. Schillers Dramen. Hrsg. Von Walter Hinderer, Stuttgart 1992, S. 68
2 Ebd. S. 78
3 Linder, Jutta: Schillers Dramen. Bauprinzip und Wirkungsstrategie. Bonn 1989, S. 128
4
außerordentlichen Fähigkeiten des Mohres zu sichern (I, 9). Verrina, der größte Verfechter der republikanischen Idee, findet seine Tochter Berta nach dem Kostümfest durch Gianettino entehrt. Durch die Verbannung seiner Tochter, die andauern soll, bis der Tyrann getötet wird und Genua die Freiheit erlangt, treibt er die Verschworenen hinsichtlich des Staatsstreichs zur Eile (I,
10 – 13).
1.2 Zweiter Aufzug
Julia ist sich Fiescos Liebe sicher und triumphiert über Leonore (II, 2). Diese weist ihren Verehrer Calcagno zurück, der in Leonores Eifersucht eine geeignete Möglichkeit sah, ihre Liebe zu gewinnen (II, 3). Als erregendes Moment löst Gianettino mit der öffentlichen Sabotage der Wahl des Prokurators einen Aufstand aus, welcher Fiesco durch den Mohren verkündet wird (II, 4). Fiesco sondiert die Stimmung von Bürgern und Adeligen und beschließt, Gianettinos Pläne für seinen Mord öffentlich zu verkünden, um Sympathien zu erwerben (II, 5 – 10). Die Handlung steigert sich erheblich durch die Darlegung von Gianettinos Plänen, durch Unterstützung Kaiser Karls die Herrschaft über Genua an sich zu reißen (II, 14). Schließlich offenbart Fiesco den Verschworenen triumphierend sein Intrigenspiel und eröffnet, dass er durch Verbindungen mit Rom, Frankreich und Parma Verbündete für den Staatsstreich gefunden habe. Zuletzt wird die Spannung mit einem Aufschub der Unterredung auf den nächsten Tag gesteigert (II, 17 – 18).
1.3 Dritter Aufzug
Der dritte Aufzug bildet die Peripetie, den Höhe- und Wendepunkt des Geschehens:
Verrina beschließt, dass Fiesco nach der Befreiung Genuas sterben müsse, da er fürchtet, dieser könne selbst zum Tyrannen werden (III, 1). Indes
5
entscheidet sich Fiesco tatsächlich dafür, die Herrscherwürde anzustreben und begeht damit das Delikt der Hybris (III, 2).
Durch den Mohren erfährt Fiesco von Gianettinos Umsturzplänen sowie einem von Julia geplanten Mordanschlag gegen seine Gemahlin (III, 4). Er berät mit den Verschworenen die Durchführung des Staatsstreiches und verlangt als Souverän des Komplotts die Subordination der Mitstreiter (III, 5). In der Folge entlässt er den Mohren aus seinen Diensten, welcher daraufhin auf Vergeltung für diese verächtliche Behandlung sinnt (III, 6 – 7). Durch geschickte Täuschung führt Fiesco Gianettino weiterhin in die Irre, so dass dieser die Vorzeichen der Verschwörung übersieht (III, 10 - 11). Mit Schmeicheleien lockt er Julia in sein Palais (III, 11).
1.4 Vierter Aufzug
Fiesco überzeugt die ins Palais bestellten Adligen durch eine schlagkräftige Rede von dem sofortigen Beginn des Umsturzes (IV, 6). Als retardierendes Moment wird der Verrat der Verschwörung des Mohren an Andreas ersichtlich, indem der Mohr in einer Geste der Großmut an Fiesco zurückgesandt wird. Um sich mit Andreas’ Größe messen zu können, will der Protagonist das Komplott abbrechen und lässt den Mohren fliehen. Die Empörung der Verschworenen spornt ihn allerdings wieder zur Tat an (IV, 7 – 9). Um seiner Gemahlin zu zeigen, dass er sie noch immer liebt, um Julias geplanten Mord zu rächen und seine Maskerade schließlich gänzlich zu beenden, stellt Fiesco Julia in dem Moment bloß, als sie ihm ihre Liebe beichtet (IV, 12). Es folgt eine weitere Retardation, als Leonore ihren Gemahl durch Bekunden ihrer Sorge vergeblich von seinem Streben nach der Herrschaft zurückhalten will (IV, 14).
1.5 Fünfter Aufzug
Fiesco lässt Andreas aus dessen Palast fliehen (V, 1); währenddessen wird Gianettino durch einen Verschworenen in der Schlacht getötet (V, 3). Leonore
6
Quote paper:
M A. Florian Fix, 2005, Personengestaltung und Aufbau von Friedrich Schillers "Fiesco zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel", Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Sprachliche Diskriminierung von Ausländern in kommunikativen Akten
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Schillers 'Kabale und Liebe' als bürgerliches Trauerspiel
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Binjamin Wilkomirskis Fälschung
Bruchstücke im Kontext der aut...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Political Correctness - ein streitbares Thema
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Piagets und Chomskys Spracherwerbstheorie
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Die Figurenhandlung in Gerstenbergs "Ugolino" unter den Aspe...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
'Classisch' und 'romantisch': die Gegensätzlichkeit de...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Der Bruderzwist im Drama des Sturm und Drang - Johann Anton Leisewitz&...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Das Bildungsideal in Novalis' "Heinrich von Ofterdingen"...
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 37 Pages
Die Jahre 1893-1941
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
Vom Umgang mit nationalsozialistischer Vergangenheit in der deutschen ...
German Studies - Modern German Literature
Thesis (M.A.), 102 Pages
Die Edelweißpiraten - aufmüpfige Halbstarke oder doch Widerstandskämpf...
Die "wilde Jugendgruppe&q...
Termpaper, 12 Pages
Horaz "Satire 1,4" - Eine literarische Verteidigung
Analyse des satirischen Umgang...
Classic Philology - Latin philology - Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Florian Fix's text Personengestaltung und Aufbau von Friedrich Schillers "Fiesco zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel" is now available as a printed book
Florian Fix has published the text Personengestaltung und Aufbau von Friedrich Schillers "Fiesco zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel"
Florian Fix has uploaded a new text
Wallenstein and Mary Stuart: Friedrich Schiller
Walter Hinderer, Friedrich Schiller, J. Friedrich Von Schiller
0 comments