1. Die Lerngruppe
1.1 Spezielle Lernvoraussetzungen
Viele Schülerinnen und Schüler verfügen bereits über Vorerfahrungen im Spielen und Bewegen mit dem Rollbrett. Deshalb kennen die Kinder viele verschiedene Fahrpositionen und können genau erklären und demonstrieren, wie sie in welcher Position am schnellsten fahren, abbremsen oder stoppen können. Ich lege zu Beginn der Unterrichtseinheit großen Wert auf die Erklärung der Rollbrett- Regeln. Diese Regeln habe ich mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen: 1. Stehen verboten 2. Keine Zusammenstöße 3. Achtung Rollen: Hände -lange Haare 4. Parken: Rollen oben
Das Plakat hängt während den Sportstunden an einer Hallenwand, um die Kinder visuell an die aufgestellten Vereinbarungen zu erinnern.
Mit dem Aufbau und Transport von Geräten sind die Schülerinnen und Schüler aus der vergangenen Unterrichtseinheit „Turnen“ vertraut. Die Lerngruppe ist mittlerweile in der Lage eigenständig den Hallenaufbau von der Magnettafel abzulesen und die Geräte entsprechend in der Halle zu platzieren. In dieser Stunde sollen die Kinder einen Parcours bewältigen, indem die Eigenschaften aus der ersten Stunde aufgegriffen und vertieft werden. Das Bremsen, Beschleunigen, Kurven fahren und die Fahrposition verändern ergeben sich beim Durchfahren der verschiedenen Stationen (zum Beispiel Tunnel: flach auf den Bauch oder Rücken legen, Teppichfliesen: im Sitzen oder in der Hocke und mit den Händen bremsen und lenken, Bänke: in der Hocke fahren und mit den Händen auf den Bänken Schwung holen, die Hütchen können in der Bauchlage oder sitzend durchfahren werden, dabei kann am besten mit den Händen oder dem Fuß Schwung geholt werden).
Einige Schülerinnen und Schüler x) fallen durch ihre Rücksichtnahme gegenüber anderen Kindern und ihren sehr guten motorischen Leistung auf.
Obwohl x große motorische Defizite besitzt, gelingen ihm bisher alle Übungen und Bewegungen mit dem Rollbrett. Dies wirkt sich sehr motivierend auf seine Mitarbeit aus. x ist bis zum 16. März krankgeschrieben und konnte bisher an noch keiner Stunde der Einheit teilnehmen.
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3. Sachanalyse
Das Rollbrett ist ein Übungsgerät aus der Psychomotorik. Dabei handelt es sich um ein ca. 35 x 55 cm großes Schichtholzbrett mit einer Stärke von ca. 25 mm. Die Ecken des Brettes sind abgerundet. Diese Holzplatte wird auf vier kugelgelagerten Kunststoffrollen mit einer Drehbarkeit von 360 ○ montiert. 1
Das Rollbrett besitzt einen hohen Motivationscharakter und Eigendynamik. In Einzel- und Partnerarbeit können vielfältige Bewegungsmöglichkeiten gefunden werden. Unterschiedliche Fahrpositionen beanspruchen verschiedene Muskelgruppen. In der Bauchlage werden Rücken-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur gefordert. Die Bauchmuskulatur wird vor allem in der Rückenlage gekräftigt. Im Sitzen und Liegen sowie beim Ziehen und Schieben wird die Schultergürtelmuskulatur beansprucht, da mit den Händen das Rollbrett in Schwung gebracht wird.
Das Ausprobieren von Fahreigenschaften auf unterschiedlichen Untergründen bis hin zum Kombinieren mit anderen Materialien (kleine Kästen, Gymnastikstab, Medizinbälle, etc.) stellen eine Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten dar. Im Gegensatz zu den üblichen Sportgeräten wird das Rollbrett von den Kindern unvoreingenommen genutzt. Sie können in einer von ihnen gewählten Weise mit dem Kleingerät experimentieren. 2 Mit dem Rollbrett können die Kinder ihrem Körper die Reize der Geschwindigkeit und schneller Drehungen um die eigene Achse sowie ein aktives Beeinflussen der Bewegungen bieten. Sie haben die Chance, die Geschwindigkeit und die Bewegungen zu regulieren und bekommen dadurch einen Motivationsschub.
Der Aufforderungscharakter beim Rollbrett ist enorm, ähnlich wie beim Karussell fahren. Hier kann sich ein Kind mit Reizen selbst versorgen, ohne dass es an seine Leistungsgrenzen stößt. Der Gleichgewichtssinn wird im hohen Maß gereizt, was eine große Befriedigung für die Schüler darstellt, da sie die meiste Zeit des Tages ruhig sitzen sollen. Neben der Gleichgewichtsfähigkeit werden noch weitere koordinativen Fähigkeiten beim Rollbrett fahren geschult. Die räumliche Orientierungsfähigkeit wird erforderlich um sich im Raum und bei Bewegungen orientieren zu können. Die visuelle Raumwahrnehmung ist Grundlage der Orientierungsfähigkeit. Sie ermöglicht eine angepasste motorische Reaktion auf die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Um auf verschiedene Situationen adäquat und schnell reagieren zu können, wird beim Fahren mit dem Rollbrett die Reaktionsfähigkeit gefördert.
1 vgl. Keller, R./ Fritz, A. (1995), S. 93.
2 vgl. Zimmer, R. (1993), S. 35.
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Arbeit zitieren:
Katarina Paul, 2006, Unterrichtsstunde: Koordinationsschulung mit dem Rollbrett - Wie lenke ich meinen Partner am sichersten auf dem Rollbrett durch den Parcours? (3. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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