1. Die Lerngruppe 1.1 Spezielle Lernvoraussetzungen
Da die Kleingruppenarbeit in den vorangegangen Stunden eingesetzt wurde, sind die Schülerinnen und Schüler mit dieser Methode vertraut und arbeiten effektiv zusammen. In der letzten Stunde vor den Osterferien haben wir gemeinsam Regeln zum Stationsbetrieb erarbeitet. Vor dem Stationsbeginn werden sie durch das Wiederholen in das Gedächtnis der Kinder gerufen. Die meisten Schülerinnen und Schüler arbeiten konzentriert und benötigen wenig Unterstützung. Einige Kinder x haben beim Zielwerfen noch Probleme, daher gebe ich ihnen verbale Bewegungskorrekturen um einen Lernerfolg zu erreichen. Die Schülerinnen und Schüler haben in der vergangenen Stunde Zielwurfstationen kennen gelernt, bei denen die Grobform des Schockwurfes (Überhandwurf) gefördert wurde. Am Ende der Stunde haben wir gemeinsam die wesentlichen Bewegungsmerkmale und Vorteile des Wurfes auf einem Plakat festgehalten. Somit sind die Kinder mit der Beschreibung von Bewegungsmerkmalen vertraut. Zu Beginn der Unterrichtseinheit haben die Schülerinnen und Schüler Wurferfahrungen mit verschiedenen Bällen und Materialien gesammelt. Ich konnte beobachten, dass viele Schülerinnen und Schüler Probleme hatten große Bälle mit einer Hand zu werfen, so dass ich mich beim Zielwerfen für den Einsatz von Tennisbällen entschieden habe. Die Bälle passen in die Handflächen der Kinder und sind vom Gewicht her ideal, um Gegenstände zu treffen und die Wurfkraft dosiert einzusetzen.
2. Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
3. Begründungszusammenhang
3.1 Einordnung des Themas in den Rahmenplan Grundschule
„Laufen, Springen und Werfen sind Grundformen der Alltagsmotorik, die alle Kinder bereits im Kleinkind- und Vorschulalter in vielfältiger Form anwenden. Im Sportunterricht der Grundschule sollen die Kinder in offenen Spiel- und Übungsformen ihre bereits vorhandenen Anlagen und Erfahrungen in diesen Bewegungsarten erweitern und ausdifferenzieren.“ 1 Dazu zählt beispielsweise, das Weit-, Ziel- und Hochwerfen mit schweren sowie leichten Bällen und Gegenständen. In diesem Handlungsbereich erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Bewegungskönnen im Werfen und verbessern somit auch ihre motorischen Grundeigenschaften, wie Kraft und Bewegungskoordination sowie ihre koordinativen Fähigkeiten (Reaktion, Raumorientierung, Rhythmus und Gleichgewicht). Die Mädchen und Jungen erkennen die Bedeutung bestimmter Wurftechniken, wie zum Beispiel die Grobform des Schlagwurfes und wenden diese zur Erreichung des Aufgabenziels an. Im Rahmenplan Grundschule wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass standardisierte Techniken der Leichtathletik als sportartspezifische Verengung beim Werfen in der Grundschule noch keine Rolle spielen. Die Möglichkeiten zum vielfältigen Erwerb grundlegender Bewegungserfahrungen sind in der heutigen Zeit durch eine veränderte Umwelt erheblich eingeschränkt. Daher muss sich der Sportunterricht am Kind orientieren und das Erleben und ganzheitliche Erfahren in den Vordergrund stellen 2 .
1 Rahmenplan Grundschule (1995), S.232
2 Vgl. Rahmenplan Grundschule (1995), S.232
3
3.2 Bedeutsamkeit des Themas für die Schüler
Kleinkinder entdecken und entwickeln die Fähigkeit des Werfens hauptsächlich zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr, wobei unterschiedliche Wurfformen zutage treten. Häufig wird jedoch diese natürliche Bewegungshandlung auf Grund ihrer ungerichteten und unkontrollierten Ausführung als gefährlich eingestuft und unterdrückt. Zudem sorgen eine bewegungsunfreundliche Umwelt und soziokulturelle Einflüsse für eine weitere Einschränkung des Werfens. Vor allem Großstadtkinder und vorwiegend Mädchen weisen Wurfschwächen auf 3 . Daher müssen diese Defizite in der Grundschule aufgearbeitet werden. Die Wurferfahrungen sollen in der Grundschule von vielfältiger Natur sein. Das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Wurfgeräte und Wurfformen sollte im Vordergrund des Unterrichts stehen. Als Ziele werden der Erwerb der Wurfkraft, die Schulung der Wurfgewandtheit, die Ausprägung der Wurffertigkeiten und die Förderung von Kreativität und Kooperationsfähigkeit angesprochen 4 . Im Verlauf der ersten Schuljahre sollten die Schülerinnen und Schüler möglichst viele Ballarten und Wurfgegenstände kennen lernen sowie die spezifischen Eigenschaften der Geräte und Merkmale erfassen und erfühlen. Im Sportunterricht kann Werfen einmal als leichathletische Disziplinen ausgeführt werden (Schlagballweitwurf) und andererseits ist Werfen auch in Ballspielen relevant. Das Werfen soll für Kinder wieder attraktiv gemacht werden. In dieser Stunde können die Kinder an Stationen werfen, an denen der Schlagwurf von Bedeutung ist (siehe Anhang). Ich habe mich für diese Wurftechnik in Grobform entschieden, da sie bei vielen Ballspielen und Ballsportarten von großer Bedeutung ist. Die Wurfstationen bestehen zum Teil aus Alltagsmaterialien (Zeitungen und Bällen). Durch die Integration von Alltagsmaterial in den Sportunterricht sollen die Schülerinnen und Schüler zum außerschulischen Sporttreiben angeregt werden. Sie sollen erkennen, dass sie Unterrichtselemente, wie Werfen, in ihre Lebensumwelt übertragen können.
4. Sachanalyse
Beim Werfen und Stoßen kommt es nicht, wie beim Laufen und Springen, darauf an sich selbst zu bewegen, sondern einen Gegenstand zu beschleunigen und auf eine Flugbahn zu bringen 5 . Daher sind auch die Erfahrungen und Empfindungen beim Werfen andere, dazu zählen hier die materialen Erfahrungen. Ein Ball zeigt, nicht nur seinem Werfer, die
3 Vgl. Schippert (1984), S. 13 ff
4 Vgl. Frey/Kurz/Hildenbrandt (1984), S.117ff
5 Vgl. Frey/Kurz/Hildenbrandt (1984), S.113
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Arbeit zitieren:
Katarina Paul, 2005, Unterrichtsstunde: Werfen auf feste Ziele im Stationsbetrieb (2. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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