Universität Kassel
Fachbereich Sozialwesen
Seminar: Psychopathologie
Delinquenz bei Jugendlichen
Studienarbeit
vorgelegt von: Stephanie Weingart
vorgelegt am: 14.03.2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Begriffsbestimmung ... 4
3. Soziologische Aspekte delinquenten Verhaltens ... 6
3.1 Statistische Daten ... 6
3.2 Labeling Approach ... 8
3.3 Anomietheorie ... 10
3.4 Theorie der differentiellen Kontakte ... 11
4. Psychologische Theorien delinquenten Verhaltens ... 12
4.1 Entwicklungspsychologische Ansätze ... 12
4.2 Psychoanalytische Ansätze ... 13
4.2.1 Neurotisch bedingte Delinquenz ... 15
4.2.2 Durch Verwahrlosung bedingte Delinquenz ... 16
4.3 Individualpsychologische Ansätze ... 17
4.4 Lerntheoretische Ansätze ... 18
4.5 Konzept der Selbstkontrolle ... 19
5. Handlungsrelevanz für die Sozialarbeit ... 21
6. Prävention delinquenten Verhaltens ... 23
7. Literaturliste ... 26
Internetquellen ... 29
1. Einleitung
Aggressivität, Gewalt und Kriminalität von Kindern und Jugendlichen sind wie nie zuvor Gegenstand der öffentlichen Diskussion und scheinen die Probleme unserer Gesellschaft wieder zu spiegeln.
Das Jugendalter wird von Entwicklungspsychologen wie auch Sozialwissenschaftlern als Übergangsphase oder auch als Entwicklungsabschnitt der Konflikte und Krisen bezeichnet. Der Jugendliche befindet sich an der Schwelle zur autonomen Partizipation am gesellschaftlichen Leben. Veränderungen auf biologischer Ebene gehen mit interpersonellen Beziehungs- und sozialen Statusveränderungen einher. In diesem fortschreitendem Übergang in das Erwachsenenalter ergeben sich neuartige Handlungsanforderungen und Handlungsmöglichkeiten, damit aber auch neue Gefahren scheiternder Entwicklung. Jugend ist eine Phase mit anspruchsvoller Anforderungsstruktur, die die Ausbildung situationsadäquater Bewältigungsstrategien abverlangt.
Die Kluft zwischen den Erwachsenen und den Heranwachsenden scheint zu diesem Zeitpunkt oft so groß zu sein, so dass ein gegenseitiges Verstehen nicht mehr möglich erscheint. Jugendliche bilden sich eigene Werte und Normen, wollen sich absetzen von den Eltern, der Gesellschaft und ihr „eigenes Ding durchziehen“. Auferlegte Normen und Werte werden als unerträgliche Zwänge empfunden, aus denen es auszubrechen gilt. Nicht selten werden hierbei gesellschaftliche Normen verletzt und es kommt zu delinquentem Verhalten.
Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Delinquenz nicht nur in ihrem Auffälligkeitsgrad unterschiedlich ist, sondern auch in ihrer Art und Häufigkeit mit dem Alter variiert. Bei den 16- bis 20-jährigen erreicht die Kriminalitätsbelastung ihren Höhepunkt und fällt danach kontinuierlich ab. Zudem sind Mädchen kriminell weniger auffällig als Jungen.1
Der Wunsch, die Ursachen von delinquentem Verhalten zu bestimmen ist groß, die Entstehung lässt sich aber nur schwer feststellen und sich keinesfalls auf nur eine Bedingung zurückführen.
Die frühere Auffassung, Verhaltensstörungen und somit auch Delinquenz als eine krankhafte und individuelle Eigenschaft zu sehen, musste der Annahme weichen, dass Verhaltensstörungen als ein Ergebnis negativer Einflüsse gesehen wird. Verhalten ist niemals an sich abweichend, sondern steht immer in Zusammenhang der Bezugsvariablen des Verhaltens, des Beobachters und des sozialen Kontexts, somit der Gesellschaft.
[...]
1 vgl. Oerter/Montada, Entwicklungspsychologie, S. 862 f
Arbeit zitieren:
Stephanie Scheck, 2006, Delinquenz bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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