INHALT
Einleitung 3
1. Strukturanpassung aus Frauensicht: Entwicklungskonzepte und Transformationsprozesse 4
Zun ächst möchte ich einen kurzen Überblick über die Gesamtsituation der Frauen auf der
Welt geben. 4
Bisher ist in keinem einzigen Land der Erde die Gleichberechtigung von Frauen und Männern
vollständig verwirklicht. Nach einem Bericht über die menschliche Entwicklung (UNDP 1996
1999) sind: 4
1.1 Von der Frauenförderung über die internationale Frauenpolitik zur
geschlechtsspezifischen Entwicklungspolitik 5
1.2 Transformationsprozesse und Strukturanpassung: Einbettung der Frauenökonomie 6
1.3 Weltbank: Gender und Strukturanpssungsprogramme 8
1.4 Feministische Analyse des Welthandels 9
1.5 Kritik an Globalisierung und Strukturanpassungspolitik 11
1.5.1 Der Versuch der Integration von Frauen in das bestehende ökonomische Modell. 11
1.5.2 Die Forderung nach einem neuen Entwicklungsparadigma. 12
1.5.3 Die mittlere Ebene: Überwindung der gegensätzlichen Positionen 12
1.6 Perspektiven eines transformativen Ansatzes 13
Schlu ßbetrachtung. 15
Literaturverzeichnis. 16
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Einleitung
In dieser Arbeit werde ich den Artikel "Strukturanpassung aus Frauensicht: Entwicklungskonzepte und Transformationsprozesse" von Prof. Dr. Gudrun Lachenmann zusammenfassen und einer kritischen Analyse unterziehen. Dies geschieht im weiteren Rahmen der Diskussion um Geschlechterverhältnisse und Globalisierung im Zusammenhang mit dem Theoriekurs Geschlechterforschung.
Prof. Dr. Gudrun Lachenmann unterrichtet an der Universität in Bielefeld Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen in "Entwicklungsländern". Mit Frauenforschung und
Geschlechteranalyse versucht sie einen Beitrag zur international vergleichenden Entwicklungsforschung zu leisten. Dabei hat sie sich vor allem auf das frankophone Westafrika spezialisiert.
In ihrem Aufsatz gibt Frau Lachenmann einen Überblick über die Probleme der Strukturanpassungspolitik (SAP) der Weltbank und ihrer geschlechtsspezifischen und sozialen Folgen. Auch den aktuellen Stand der Frauen(förder)politik und Fragen der sozialen Sicherung thematisiert sie.
Besonderes Interesse entwickelt sie aber für die geschlechtsspezifische Einbettung von Wirtschaft bzw. die Betrachtung der Makroökonomie unter feministischen Blickwinkel. Diesbezüglich stellt sie mehrere theoretische Lösungsansätze verschiedener Autorinnen vor. Für ein besseres Verständnis werde ich mich in meiner Arbeit nicht an die von Gudrun Lachenmann vorgegebene Reihenfolge der Kapitel halten und eine geringfügige Neustrukturierung der Themenkomplexe vornehmen. Die verwendeten Kapitelüberschriften bleiben aber dabei größtenteils erhalten.
Ich beschränke mich in dieser Arbeit hauptsächlich auf Lachenmanns Text. Nur für die allgemeine Begriffserklärung ziehe ich das Lexikon Dritte Welt zur Hilfe.
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1. Strukturanpassung aus Frauensicht: Entwicklungskonzepte und
Transformationsprozesse
Zunächst möchte ich einen kurzen Überblick über die Gesamtsituation der Frauen auf der Welt geben.
Bisher ist in keinem einzigen Land der Erde die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vollständig verwirklicht. Nach einem Bericht über die menschliche Entwicklung (UNDP 1996 + 1999) sind: • 70 % der 1,3 Milliarden Armen der Welt sind Frauen.
• 80 % der Flüchtlinge vor Kriegen und Katastrophen sind Frauen und Kinder. • 78 % der Mädchen in „Entwicklungsländern“ gehen heute zur Schule. Trotzdem sind 60% aller Analphabeten immer noch Frauen.
• Nur 30% der Frauenarbeit wird bezahlt. Bei Männerarbeit liegt der Anteil bei 75%. Dabei leisten Frauen weltweit mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden. In Afrika verrichten Frauen 80 bis 90% der landwirtschaftlichen Arbeit.
• Jedes Jahr sterben mehr als eine halbe Millionen Frauen an den Folgen häufiger Schwangerschaften und mangelnder medizinischer Betreuung bei der Geburt. • Frauen und Mädchen sind sexuellen Missbrauch und physischer Misshandlung ausgesetzt. • Jede dritte Frau muss ohne männliche Hilfe für die Ernährung und Erziehung ihrer Kinder aufkommen.
• Frauen stellen schätzungsweise 60 bis 80% der Beschäftigten im informellen Sektor. Deren Arbeit ist rechtlich und sozial nicht gesichert und wird volkswirtschaftlich nicht erfasst.
• Der Anteil von Frauen an Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung liegt bei 14%. Nur etwa 12% aller Parlamentsmitglieder sind Frauen. • Junge Frauen sind die größte weltweit betroffene Gruppe von AIDS.
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1.1 Von der Frauenförderung über die internationale Frauenpolitik
zur geschlechtsspezifischen Entwicklungspolitik
In diesem Kapitel gibt Gudrun Lachenmann einen Überblick über die verschiedenen theoretischen Ansätze zu dem Thema Frauen und SAP. Sie beginnt mit den früheren, teilweise heute noch gültigen Theorien und endet mit der Darstellung der aktuellen Diskussionsschwerpunkte.
In der Entwicklungspolitik wurde der sogenannte WID-Ansatz (Women in Development), der die Integration der Frauen in den Entwicklungsprozess vorsieht, offiziell durch den GAD-Ansatz (Gender and Development) ersetzt. Der GAD-Ansatz ist bis heute gebräuchlich und will die geschlechtsspezifische Sichtweise und das Verhältnis der Geschlechter untereinander in die Analyse und Programme der Weltbank integrieren.
Mit der Annahme, dass eine Zunahme der Produktivität auch gleichzeitig eine positive Auswirkung auf die Geschlechtergleichheit hat, geriet der WID-Ansatz schnell ins Kreuzfeuer der Kritik. Auch dass Frauen als eine Zielgruppe unter anderen gesehen wurde, hat nur wenig bewegt. Dadurch fehlte eine explizit frauenpolitische Ausrichtung auf Bereiche wie: Ressourcenschutz, Agrar-, Strukturanpassungs- und Sozialpolitik. Aus dieser unbefriedigenden Situation heraus proklamierte die UNIFEM (entwicklungspolitischer Frauenfond der UN) 1985 den "mainstreaming"-Ansatz 1 als ihre offizielle Programmatik. Damit möchte sie grundlegende Veränderungen in ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen erreichen.
Als ein Schlüsselereignis erwähnt Lachenmann dann die 4. Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde die "volle ökonomische und politische Partizipation der Frauen" auf der Basis der Gleichstellung anerkannt.
Heute haben alle internationalen Instanzen den "empowerment"-Ansatz 2 (entstanden innerhalb der feministischen Dritte-Welt-Bewegung) übernommen. Hier geht man davon aus, dass eine Frauenförderung, SAP und Transformationsprozesse nur dann Erfolg haben, wenn die Geschlechterverhältnisse als Machtverhältnisse verstanden werden. In der aktuellen Debatte werden hauptsächlich zwei gegensätzliche Ideen diskutiert.
1 „gender mainstreaming“: Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Männer müssen in die Planung und
Durchführung aller Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit mit einbezogen werden, um die
Gleichberechtigung zu verwirklichen (Nohlen 1996).
2 „empowerment“: Durch die gezielte Stärkung der Einflussmöglichkeiten von Frauen sollen die Ursachen für
die Benachteiligung von Frauen (Macht -und Rollenverteilung) nachhaltig verändert werden (Nohlen 1996).
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Arbeit zitieren:
Laura Gerber, 2003, Strukturanpassung aus Frauensicht: Entwicklungsprozesse und Transformationsprozesse, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Gestalttherapie als ein pädagogisches Konzept
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 23 Seiten
Kinderarmut - Ursachen, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen
Seminararbeit, 16 Seiten
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