Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 1
1. Einleitung 2
2. Arbeitsteilung 3
2.1 Definitionen. 3
2.2 Historische Entwicklung 4
3. Individualität/Individuum. 7
3.1 Definitionen. 7
3.2 Historische Entwicklung 8
4. Durkheims Theorie über Arbeitsteilung und Individualität 11
4.1 Arbeitsteilung 11
4.2 Individuum 11
4.2.1 „Être individuel“ 11
4.2.2 „Être social“ 12
4.2.3 Bindeglied zwischen „être social“ und Gesellschaft. 12
4.3 Die Gesellschaft 12
4.3.1 Segmentäre Gesellschaften 13
4.3.2 Arbeitsteilige Gesellschaften. 13
4.4 Zusammenfassung. 13
5. Kritische Auseinandersetzung mit Durkheims Theorie 14
6. Schlussfolgerung 17
7. Literaturverzeichnis. 18
1
1. Einleitung
Inhalt dieser Arbeit soll die Theorie von Durkheim sein, die besagt, dass die Individualität
eine Folge der Arbeitsteilung ist.
Es soll zu klären versucht werden, was die Begriffe Individualität und Arbeitsteilung
bedeuten , indem Definitionen gefunden und ihrer historischen Entwicklung - was die
Bedeutung , aber auch die Anwendung bzw. Ausführung angeht - auf den Grund gegangen
wird. Des Weiteren soll geklärt werden, wie Durkheim zu seiner Theorie kommt. Um den
Zusammenhang , den er zwischen Individualität und Arbeitsteilung sieht, darzustellen, soll
ebenfalls auf Durkheims Gesellschaftsbegriff eingegangen werden.
Danach soll die Frage aufgeworfen werden, ob bzw. inwiefern Durkheims Theorie vertretbar
ist. Die kritische Auseinandersetzung mit seiner Theorie, soll anhand der zuvor aufgezeigten
Definitionen von Individualität und Arbeitsteilung und an ihrer historischen Entwicklung
erfolgen.
Am Ende wird aus der kritischen Auseinandersetzung eine Schlussfolgerung gezogen. An
dieser Stelle soll eventuell versucht werden, eine Abänderung von Durkheims Theorie
einflie ßen zu lassen.
2
2. Arbeitsteilung
2.1 Definitionen
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Arbeitsteilung als zentrales Prinzip in den Sozialtheorien thematisiert. Man wollte damit die Ursachen für „den Übergang von traditionellen Agrargesellschaften zu modernen, industriell geprägten Gesellschaften“ 1 erklären. In der Untersuchung „über die Natur und das Wesen des Wohlstandes der Nationen“ 2 von Adam Smith, geht dieser „von einer natürlichen Tauschneigung des Menschen aus und erkennt darin das Prinzip, welches zur Arbeitsteilung führt.“ 3 Arbeitsteilung ist für Smith aus dem wirtschaftlichen Interesse der Optimierung der Produktivität entstanden, welche somit einen „produktionspolitischen Vorgang“ darstellt. 4 Sein „Gesetz“ der Arbeitsteilung besagt, „dass in jedem Gewerbe die Produktivität der Arbeit proportional der Ausdehnung der Arbeitsteilung wächst.“ 5
Der Begriff der Arbeitsteilung von Bücher, welcher von Adam Smith’ abgeleitet ist, besagt, dass:
„Entwicklungsvorgänge, die durch menschliche Willensakte herbeigeführt werden und bei welchen eine wirtschaftliche Leistung von einer Person, der sie bis dahin oblag, auf mehrere Personen übertragen wird, dergestalt, dass jede der letzteren fürderhin nur einen differenten Teil der seitherigen Gesamtarbeit verrichtet.“ 6
Er besagt weiter, dass die Wirtschaftsaufgaben vereinfacht werden und diese „der Beschränktheit der menschlichen Fähigkeiten besser angepasst“ 7 und individualisiert werden. „Arbeitsteilung ist darum auch immer Arbeitsgliederung, Organisation der Arbeit nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit; ihr Ergebnis ist immer das Zusammenwirken verschiedenartiger Kräfte zu einem gemeinsamen Ziel.“ 8
1 Graßl, Hans: Strukturwandel der Arbeitsteilung. Globalisierung, Tertiarisierung und Feminisierung der Wohlfahrtsproduktion, Konstanz, 2000, S. 19.
2 Ebd., S. 20.
3 Ebd., S. 20.
4 Ebd., S. 20.
5 Bücher, Karl: Arbeitsteilung und soziale Klassenbildung, Frankfurt am Main, 1946, S. 12.
6 Ebd., S. 17.
7 Ebd., S. 17.
8 Ebd., S. 17.
3
Laut Michael Brater versteht man unter Arbeitsteilung:
„gewöhnlich die Tatsache, dass nicht jeder, der in den Arbeitsprozess einbezogen ist, alle anfallenden Arbeiten übernimmt, sondern, dass die Gesamtarbeit so auf verschiedene arbeitende Personen aufgeteilt ist, dass jede ihr spezielles Arbeitsgebiet hat, durch das sie sich von andern unterscheidet.“ 9
Er ist also der Meinung, dass der „Kern der Arbeitsteilung ... die Verteilung verschiedener Arbeiten auf verschieden Personen“ 10 ist. Für Brater stellt die Arbeitsteilung genaugenommen keine Teilung der Arbeit dar, sondern eine Teilung bzw. „Aufteilung der persönlichen Arbeitskräfte nach unterschiedlichen Arbeitsstufen, -arten und -gebieten.“ 11 Bei Arbeitsteilung handelt es sich also um die „Gliederung von Personen bzw. Personengruppen, von denen festzustellen ist, dass sie sich in bezug auf ihren Arbeitsbereich unterscheiden.“ 12
2.2 Historische Entwicklung
Möchte man ergründen, wann Arbeitsteilung entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat, ist es wichtig zu wissen, wie sich Arbeitsteilung definiert. Da die Definition von Arbeitsteilung jedoch nicht ganz so einfach ist, stellt sich auch die Beleuchtung der historischen Entwicklung als nicht so leicht heraus. Betrachtet man Arbeitsteilung z.B. nicht nur als Teilung der Arbeit im Produktionsprozess im Beruf, dann lässt sich unter Arbeitsteilung u.a. auch die Teilung der Arbeit innerhalb der Familie verstehen, was bedeutet, dass die Geschichte der Arbeitsteilung bereits mit den Urgesellschaften, sprich mit dem Anfang der Menschheitsgeschichte beginnt. Hier soll davon ausgegangen werden, dass man unter Arbeitsteilung schon die Teilung der Arbeit innerhalb der Familie versteht.
Für die Forscher ist es schwierig die genaue Aufteilung der Arbeit innerhalb eines Clans bzw. eines Volkes aus der Altsteinzeit, welche ca. 600 000 v. Chr. begann, zu bestimmen. Um hier nähere Erkenntnisse zu gewinnen, schaut man sich Völker an, die heute noch unter ähnlichen Bedingungen leben, wie die Menschen damals. Es lässt sich beobachten, dass während die mit Pfeil und Bogen bewaffneten Männer den ganzen auf die Jagd gehen, die Frauen und Kinder mit Stöcken ausgestattet umher wandern, um alles zu sammeln, fangen und töten, was ihnen über den Weg läuft und der Ernährung dient. Eine weitere Aufgabe, die offenbar den Frauen zuteil wurde, war die Betreuung und Versorgung der Kinder. Es gab also innerhalb eines
9 Brater, Michael: Gesellschaftliche Arbeitsteilung und berufliche Strategien. Eine Theorie der gesellschaftlichen Entstehung der Berufe, München, 1977, S. 24.
10 Ebd., S. 24.
11 Ebd., S. 24-25.
12 Ebd., S. 25.
4
Clans oder Volkes gewisse grobe Aufteilungen der - für das Überleben wichtigen - Arbeiten. Allerdings bildete sich gegen Ende der Altsteinzeit bzw. zu Beginn der Jungsteinzeit schon so etwas wie ein erster Beruf heraus. Der Bergwerksarbeiter war dafür zuständig, harte, schafkantig splitternde Steine abzubauen. Und auch so etwas wie eine Art Schmied gab es schon. Beide waren sozusagen die ersten Spezialisten.
„Jeder musste seine ganze Arbeitszeit seinem Beruf widmen, statt wie bisher ein Alleskönner zu sein, wie der paläolithische Jäger und der neolithische Ackerbauer und Züchter. Die Arbeitsteilung war eine technologische Zwangsläufigkeit und deren soziale Konsequenz der Austausch von Erzeugnissen der unterschiedlichen Arbeit.“ 13
Zu den Bergwerksarbeitern und Schmieden kamen später nicht nur Ackerbauer und Züchter hinzu. „Es gab Fachleute, die sich nur mit der Erzeugung von Tongefäßen befassten. Andere Handwerker webten Stoffe.“ 14 Die Menschen begannen also, sich immer mehr auf einzelne handwerkliche Tätigkeiten zu spezialisieren.
Zwischen 1000 und 500 v. Chr. schien es dann sogar „ein lebhaftes Austauschen bzw. Wandern von Spezialarbeitern gegeben“ 15 zu haben. Es wurde beispielsweise für besondere Arbeiten, welche ein einheimischer Handwerker nicht bewerkstelligen konnte, ein auswärtiger herangezogen.
Betrachtet man die hochentwickelte Kultur im alten Ägypten um 3000 v. Chr. findet man zum ersten Mal innerhalb der historischen Gesamtentwicklung in großem Umfang Arbeitskooperation, was bedeutet, dass „damit aufs engste verknüpft Arbeitsteilung praktiziert wurde. Denn in der Tat waren es nicht nur vier, sechs oder zehn Menschen, die hier zusammenarbeiteten, sondern Tausende, Zehntausende und sogar Hunderttausende.“ 16 Mit dem Untergang des Ägyptischen Reiches verschwand zunächst auch die Arbeitsteilung in dem Umfang, wie sie dort stattfand.
Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert hatte sich die Arbeitsteilung innerhalb der Gewerbe wieder stärker ausgeprägt. Es fand vor allem in den Handwerksgewerben der Städte eine Spezialisierung statt. Dabei wurde nicht innerhalb einzelner Arbeitsprozesse spezialisiert, sondern Arbeitsprozesse, die zu unterschiedlichen Produkten führten, ausgegliedert.
13 Toynbee, Arnold: Menschheit und Mutter Erde. Die Geschichte der großen Zivilisation, Düsseldorf, 1. Auflage, 1979, S. 48.
14 Kirchhoff, Hans Georg; Lampe, Klaus: Geschichte und Gegenwart. Arbeitsbuch Geschichte, Teil 1: Von der Urgeschichte bis zum frühen Mittelalter, Paderborn, 1990, S. 25.
15 Laum, Bernhard: Allgemeine Geschichte der Wirtschaft. Gestaltwandel der Wirtschaft in der Geschichte der Menschheit, Berlin, 1932., S. 51.
16 Eggebrecht, Arne; Flemming, Jens; u.a.: Geschichte der Arbeit. Vom alten Ägypten bis zur Gegenwart, Köln, 1980, S. 25.
5
Arbeit zitieren:
Josefine Loos, 2006, Arbeitsteilung und Individualität, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Begriff 'Kultur' bei Norbert Elias - Die Soziogenese der B...
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit (Hauptseminar), 12 Seiten
Dokumente der amerikanischen Verfassungsgeschichte und ihre Bedeutung ...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit (Hauptseminar), 59 Seiten
Ursachen und Verlauf der Weltwirtschaftskrise 1929 - 1933 unter besond...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 13 Seiten
Recht und Staat bei Hobbes und Locke
Ein Vergleich
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit, 16 Seiten
Ernest Hemingways "Old Man and the Sea" aus Perspektive des ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Föderalismus versus Federalism - ein zentrales Thema der Verfassungsdi...
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Emotionen zwischen Selbst- und Fremdzwängen - die Zivilisationstheorie...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 19 Seiten
Sind Tiere moralisch zu berücksichtigen?
Das Verhältnis von Mensch und ...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Thomas Hobbes und John Locke: Naturzustand - Menschenbild und Staatsth...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 25 Seiten
Meads Interaktionstheorie: Konstitution des Selbst in sozialer Interak...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 19 Seiten
Beseitigung von Diskriminierung in der Sprache: Political Correctness ...
Hausarbeit, 21 Seiten
Arbeitsteilung - Formen, Vor- und Nachteile, Beispiele
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Studienarbeit, 13 Seiten
Die Elias-Duerr-Kontroverse - Kann es einen Konsens geben?
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 21 Seiten
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 16 Seiten
Josefine Loos's Text Arbeitsteilung und Individualität ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Josefine Loos hat den Text Arbeitsteilung und Individualität veröffentlicht
Josefine Loos hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare