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Inhaltsverzeichnis
1 VORWORT. 3
2 EINLEITUNG. 4
3 ELTERNKURSE ALS UNTERSTÜTZUNG BEI DER ERZIEHUNG. 5
3.1 ERZIEHUNG ALS HERAUSFORDERUNG 5
3.2 GEWALT IN DER ERZIEHUNG 6
4 „STARKE ELTERN - STARKE KINDER“ - DAS ELTERNKURSKONZEPT DES
DEUTSCHEN KINDERSCHUTZBUNDES 7
4.1 GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG. 8
4.2 ZIELE UND ERZIEHUNGSSTIL. 9
4.3 DAS 5-STUFE-NMODELL. 10
4.4 DAS ZUGRUNDE GELEGTE MENSCHENBILD. 11
4.4.1 Bild des Kindes. 11
4.4.2 Erzieherrolle 11
4.5 THEORIEHINTERGRUND UND METHODEN. 11
4.6 ABLAUF UND INHALTE DER 12 KURSEINHEITEN. 12
4.6.1 Erste Kurseinheit 12
4.6.2 Zweite Kurseinheit 12
4.6.3 Dritte Kurseinheit 13
4.6.4 Vierte Kurseinheit 14
4.6.5 Fünfte Kurseinheit 15
4.6.6 Sechste Kurseinheit 15
4.6.7 Siebte Kurseinheit 16
4.6.8 Achte Kurseinheit 17
4.6.9 Neunte Kurseinheit 17
4.6.10 Zehnte Kurseinheit. 18
4.6.11 Elfte Kurseinheit 18
4.6.12 Zwölfte Kurseinheit. 19
4.7 KURSGEBÜHREN 19
5 „TRIPLE P“ - DAS POSITIVE ERZIEHUNGSPROGRAMM 20
5.1 GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG. 20
5.2 DAS MEHREBENEN-MODELL DER FLEXIBLEN UNTERSTÜTZUNG. 21
5.2.1 Ebene 1 21
5.2.2 Ebene 2 21
5.2.3 Ebene 3 21
5.2.4 Ebene 4 22
5.2.5 Ebene 5 22
5.3 ZIELE UND ERZIEHUNGSSTIL. 22
5.3.1 Fragen - Sagen - Tun 23
5.3.2 Punktekarte und sanktionierende Maßnahmen 23
5.3.2.1 Stille Zeit. 24
5.3.2.2 Auszeit 24
5.4 DAS ZUGRUNDE GELEGTE MENSCHENBILD. 25
5.5 THEORIEHINTERGRUND UND METHODEN. 25
5.6 ABLAUF UND INHALTE DER KURSEINHEITEN. 25
5.6.1 Erste Woche 26
5.6.2 Zweite Woche 27
2
5.6.3 Dritte Woche. 27
5.6.4 Vierte Woche 28
5.6.5 Fünfte Woche 28
5.6.6 Sechste Woche 28
5.6.7 Siebte Woche 28
5.6.8 Achte Woche 29
5.6.9 Neunte Wochen 29
5.6.10 Zehnte Woche 29
5.7 KURSGEBÜHREN 29
6. KRITISCHE STELLUNGNAHME 30
6.1 KRITISCHE STELLUNGNAHME ZU „STARKE ELTERN - STARKE KINDER“ 30
6.2 KRITISCHE STELLUNGNAHME ZU TRIPLE P 31
7. ÜBERTRAGBARKEIT AUF DAS LEHRER-SCHÜLER-VERHÄLTNIS 33
8. FAZIT 34
LITERATURVERZEICHNIS 35
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1 Vorwort
„Ein Klaps hat noch keinem geschadet“, so hieß es noch vor einiger Zeit. So denken wahrscheinlich heute noch viele Eltern, auch wenn sie sich nicht trauen, es so offen auszusprechen. Doch das ist und war eine Lüge. Jeder Schlag fügt dem Kind Schmerzen zu, schadet ihm, nimmt Würde und lässt es etwas einsamer werden. Was Kinder brauchen sind nicht Schläge, sondern Liebe, Anerkennung und Vertrauen.
Kinder können Eltern, aber auch Pädagogen an ihre Grenzen und manchmal zur Verzweiflung treiben. Erziehung ist anstrengend und einem ständigen Lernprozess unterworfen. Darum werden Elternkurse angeboten und seit neuestem auch entsprechende Kurse für LehrerInnen.
Astrid Lindgren erzählte in ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978:
„Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zur der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses »Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben«. Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: »Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen.« Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben ,»meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein.« Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte »“Niemals Gewalt!«“ 1
1 Lindgren, Astrid; Niemals Gewalt, in: Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Hrsg.), Astrid Lindgren- Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1978, Verlag der Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt, 1978, S.38-39
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2 Einleitung
„Das Geheimnis glücklicher Kinder“ - so lautet der Titel eines Buches des Psychologen und Familientherapeuten Steve Biddulph, und wer würde dieses Geheimnis nicht gerne kennen.
Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer, sie füllen eigene Regale in den Buchhandlungen, im Fernsehen zeigt uns die „Super-Nanny“ wie einfach konsequente Erziehung funktioniert und auch Großeltern, Nachbarn und Freunde sparen nicht mit guten Tipps.
Die Verunsicherung ist groß bei Eltern und Erziehern angesichts der Ratgeber-Flut, so dass es nicht verwunderlich ist, dass auch Elternkurse besonders bei denjenigen Eltern starken Zulauf finden, die sich kritisch mit der Erziehung ihrer Sprösslinge auseinandersetzen.
Zwei dieser Elternkurse werden hier ausgewählt, vorgestellt und miteinander verglichen: „Triple P“ und „Starke Eltern - Starke Kinder“. Nach einer allgemeinen Einführung zu Erziehung und Elternkursen, wird vertiefend auf die Hintergründe und einzelnen Aspekte eingegangen: Wie sind die beiden Elternkurse entstanden? Wer hat sie entwickelt? Welche Methoden werden angewandt? Welches Erziehungsmodell liegt zu Grund? Welches Bild wird vom Kind und vom Erziehenden vermittelt? Es wird auf den Ablauf und die Inhalte des Kurses eingegangen und letztendlich auch welche Kosten durch den Kurs entstehen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob sich die Inhalte auf das Lehrer - Schüler - Verhältnis übertragen lassen. Ein kritisches Fazit wird Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen der beiden Kurse beleuchten.
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3 Elternkurse als Unterstützung bei der Erziehung
Die meisten Eltern werden kaum auf ihre soziale Rolle als Erzieher ihrer Kinder vorbereitet, können nur auf die in der eigenen Kindheit gemachten Erfahrungen zurückgreifen und lernen meist durch Versuch und Irrtum. Wassilios Emmanuel Fthenakis, Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der Freien Universität Bozen sagt dazu: „Das formelle Bildungssystem bereitet auf die wichtigste Rolle im Leben, die des Partners/Vaters bzw. der Partnerin/Mutter wenn überhaupt nur äußert unzureichend vor. Und dies obwohl alle psychologischen Entwicklungstheorien die Bedeutung der (frühen) Kindheit für die weitere Entwicklung anerkennen und die Familie, vor allem die Eltern, als einen der wichtigsten Einflussfaktoren für die physische, psychische und soziale Entwicklung des Kindes betrachten. “2 Er beschreibt, dass eine in Kanada durchgeführte Längsschnittstudie nachweisen konnte, dass die Stärkung der elterlichen Kompetenz positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung nach sich zieht, und dass sowohl mittel- als auch langfristig.
„Die Stärkung elterlicher Kompetenz ist somit einer der wirksamsten Mechanismen zur Vermeidung kindlicher Fehlentwicklung und zur Reduktion sozialer Kosten im System.“ 3
Elternkurse können dabei einen wertvollen Beitrag leisten, Eltern in ihrer Kompetenz als Erziehende zu unterstützen.
3.1 Erziehung als Herausforderung
Die Anforderungen, denen sich Eltern gegenüber sehen, sind vielfältig. Allein die Bewältigung des alltäglichen Familienlebens stellt hohe organisatorische Anforderungen, denn es gilt, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu befriedigen und sowohl individuelle, als auch sozial vorgegebene Ziele zu verfolgen. Um Familie und Beruf (oder Studium) vereinbaren zu können, bedarf es Ressourcen, wie ausreichendes Einkommen und Möglichkeiten der Kinderbetreuung.
Darüber hinaus messen besonders Eltern mit einem gewissen Bildungsstand, die sich intensiv mit dem Thema Erziehung auseinandersetzen, und sich durch populäre Literatur in diesem Bereich und Elternzeitschriften Wissen angeeignet
2 http://www.fthenakis.de//cmain/Projekte/Familienhandbuch.html
3 Fthenakis, W. E., ebd.
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haben, ihr Kind und das Zusammenleben mit ihm, an dort verbreiteten Ideallösungen, Förderungsnotwendigkeiten und Zeitvorgaben für die kindliche Entwicklung.
Damit nimmt der Druck auf Familien, besonders auch auf die Eltern, von allen Seiten zu und erzeugt Minderwertigkeitsgefühle („Warum ist gerade mein Kind so schwierig?“), Versagensgefühle („Warum funktioniert meine Erziehung nicht?“) oder Schuldgefühle („Was mache ich bloß falsch?“). Auch wenn die meisten Eltern ihre Kinder lieben und bemüht sind, ihnen ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen, haben viele Eltern damit Probleme, weil z.B. sie selbst in ihren Herkunftsfamilien wenig hilfreiches Erziehungsverhalten erfahren haben und dieses nun selbst weitergeben, weil es an Wissen über die Entwicklung von Kindern und geeigneten Methoden oder ihnen als Erziehende an Selbstbewusstsein mangelt, oder weil ihr Selbstverständnis als Erziehende von der Öffentlichkeit immer wieder in Frage gestellt wird. 4
Zusätzlich bringt ein größeres Maß an Freiheit und notwendige eigene Entscheidungen auch ein größeres Maß an Risiko mit sich, sowie eine Verunsicherung in der eigenen Lebensgestaltung, was die Übernahme von Verantwortung für sich selbst und die Kinder erschwert. Allerdings bezeugen viele Eltern auf der anderen Seite auch ein zunehmendes Problembewusstsein, zeigen eine stärkere Sensibilität im Umgang mit ihren Kindern und suchen nach Unterstützung.
Diese Unterstützung können sie auch in Elternkursen finden, insbesondere wenn sie in ihrem Prozess der Selbstreflexion begleitet und zu Veränderungen ihres Verhaltens angeregt werden.
3.2 Gewalt in der Erziehung
Im November 2000 wurde mit §1631 BGB das Gesetz zur „Ächtung der Gewalt in der Erziehung“ verabschiedet und so zumindest Gesetzeswirklichkeit. Darin heißt es „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ 5
Bis aber auch die erlebte Wirklichkeit aller Kinder diesem Gesetz entspricht, ist es noch ein weiter Weg.
4 Vgl. Tschöpe-Scheffler, S., Elternkurse auf dem Prüfstand, Wie Erziehung wieder Freude macht, Leske + Buderich, Opladen, 2003, S. 21
5 Honkanen - Schoberth, P.; Starke Kinder brauchen starke Eltern, Der Elternkurs des Deutschen Kinderschutzbundes, Urania Verlag, Stuttgart, 2005, S. 20
Arbeit zitieren:
Beate Brinkmöller, 2005, Triple P und "Starke Eltern - starke Kinder" - Zwei Elternkurse im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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