,QKDOWVYHU HLFKQLV
1. Einleitung 4
2. Verbvalenz 4
3. Ausgangspunkt 5
4. Valenz und Satzmodelle 6
5. Das 3-Stufen-Modell 7
5.1 Stufe I 8
5.2 Stufe II 9
5.3 Stufe III 10
5.4 Zusammenfassung 11
6. Die Entwicklung zum 6-Stufen-Modell 11
7. Das 6-Stufen-Modell 12
7.1 Stufe I 13
7.2 Stufe II 13
7.3 Stufe III 14
7.4 Stufe IV 14
7.5 Stufe V 15
7.6 Stufe VI 15
8. Die wesentlichen Unterschiede der Modelle 15
9. Nutzen der Modelle für den Anwender 16
10. Schlusswort 19
11. Literaturverzeichnis 20
3
(LQOHLWXQJ
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Verbvalenz und ihrer Darstellung in den zwei Valenzmodellen Gerhard Helbigs. Ich gehe der Frage nachgehen, wie diese Modelle aufgebaut sind und zeige, welche Valenztypen darin berücksichtigt werden. Im weiteren möchte ich klären, was Helbigs Motivation ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Zu Beginn der Arbeit werde ich zunächst den Begriff Verbvalenz vorstellen und im weiteren Verlauf auch auf andere Begriffe (z.B. fakultativ, obligatorisch etc.) erklärend eingehen. Ich werde von den zwei Modellen Helbigs zunächst den Entwurf vorstellen, der erstmalig im 1969 erschienenen :|UWHUEXFK]XU9DOHQ]XQG'LVWULEXWLRQGHXWVFKHU 9HUEHQ Anwendung findet und in dem Helbig die syntaktische und semantische
Umgebung von Verben auf drei Stufen beschreibt. Dabei dient mir als Textgrundlage die siebte unveränderte Auflage von 1983. Das 3-Stufen-Modell von Helbig weist einige Schwachpunkte auf, die hauptsächlich darin bestehen, dass die Valenz der Verben vorrangig in ihrer syntaktischen Umgebung beschrieben werden. Der semantische Aspekt wird zwar berücksichtigt, doch bedarf es einer weitergehenden lexikographischen Beschreibung der Verben. Um eine Anleitung für die korrekte Benutzung von Verben zu sein, enthält dieses Modell zu wenig Informationen. Aus diesem Grund wurde das 3-Stufen-Modell später von Helbig überarbeitet und die Valenz der Verben in einem erweiterten 6-Stufen-Modell dargestellt. Auch dieses Modell werde ich vergleichend präsentieren. Ziel der Arbeit ist es, den inhaltlichen und strukturellen Aufbau des Valenzwörterbuchs von 1969 und des 3- bzw. 6-Stufen-Modells aufzuzeigen, die Unterschiede beider Modelle darzustellen und ihren Nutzen für die Anwender in der Praxis zu klären.
9HUEYDOHQ]
"Das Verb, das ist so, wie wenn man im dunklen Raum das Licht anknipst. Mit einem Schlag ist die Szene da." 1
Dieses Zitat weist auf eine zentrale Funktion des Verbs hin. Ihm kommt innerhalb eines Satzes eine wichtige Rolle, wenn nicht die Hauptrolle zu.
¢ ¡ ¤ £ ¦ ¥ ¨ § © £ © ¨ ¦ ¡ ¢ ¡ ¤ £ ¦ § © § © £ ¦ 1 Heringer, H.-J. (1984): Neues von der Verbszene. In: Stickel, G.: Als:
Sprache der Gegenwart 60. Düsseldorf
4
Einfache Sätze werden im Deutschen im allgemeinen nach dem Schema SPO, d.h. Subjekt, Prädikat, Objekt, gebildet und können beliebig erweitert werden. Ein einfacher Satz lautet z. B. "Peter isst den Apfel". In Sätzen bildet ein Verb das strukturelle Zentrum, um welches herum der Satz gebildet wird. Der Duden definiert den einfachen Satz folgendermaßen: "Einfache Sätze sind Sätze, denen grundsätzlich ein Verb (Prädikat) zugrunde liegt; von diesem Verb aus sind Stellen für weitere Elemente aufgerufen, und diese Stellen sind im Satz besetzt." 2 Die zentrale Rolle des Verbs im Satz beruht auf seiner Valenz, d.h. darauf, daß es die Anzahl und den Typ der Komplemente (Subjekt und Objekte) bestimmt. 3 Bußmann definiert in seinem /H[LNRQ GHU 6SUDFKZLVVHQVFKDIW den Valenzbegriff so: "Valenz
ist die Fähigkeit eines Lexems seine syntaktische Umgebung vorzustrukturieren, indem es anderen Konstituenten Bedingungen bezüglich ihrer grammatischen Eigenschaften auferlegt." 4 Ferner heißt es schon bei Petrus Helia, der zwischen 1135 und 1166 in Paris und Poitiers tätig war: "Das Verb ist strukturelles Zentrum des Satzes, es regiert, wird aber selbst aber nicht regiert. Ihm wohnt eine 'Kraft' inne, die die Realisierung nominaler Satzglieder in einer bestimmten morphosyntaktischen Form fordert." 5 Inhaltlich ähnlich formuliert der Duden: "Die Valenz eines Verbes ist dessen Fähigkeit um sich herum bestimmte Stellen zu öffnen, die in einem Satz durch Satzglieder zu besetzen sind." 6 Die Frage, wie diese Stellen zu besetzen sind, versuchen Helbigs Valenzmodelle zu beantworten und schematisch darzustellen.
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Als Ausgangspunkt für das Verfassen seines Buches :|UWHUEXFK ]XU 9DOHQ] XQG 'LVWULEXWLRQ GHXWVFKHU 9HUEHQ nennt Helbig die Tatsache, "dass selbst
fortgeschrittenen Ausländer beim Gebrauch der deutschen Sprache zahlreiche Fehler in der Valenz und Distribution deutscher Verben unterlaufen, die mit den herkömmlichen Begriffen der Transität und Intransität nicht hinreichend beschrieben
¡ ¤ £ ¦ § © § © £ ¨ " ! " ¡ ¨ # ¨ $ ¨ % ' & ) ( ¦ 0 " ¥ 1 ¨ " 3 2 4 £ " ¡ ¤ % ' % 6 5 # ¡ ¤ £ " & ) ( 2 Duden (1998): . Mannheim 6. Aufl., Seite 617 7 $ ¡ 8 ¦ ¡% ' % ¦ ¡ ¨ 9 " " % $ 8 & ) ( ¨ " @ 1 ¡£ " § A § B £ ) C ¨ ¨ D E £ " ¨ G F 6 H ¦ I P £ ¦ % @ Q S R " ¡ ¤ 3 vgl. Eisenberg, Peter (1998): Stuttgart, S.200 V U 8 R ¨ ¦ B " ¡ " X W 9 ¡£ 5 ¨ & V ( # 2 E % ' % ' " " % 8 & ) ( ¨ £ ¨ Y 4 vgl. Bußmann, Hadumond (1990): Stuttgart, 2. Aufl., S.824
T £ ¦ a ¦ b " 8 ( " R " ¡ 5 Ágel, Vilmos (2000): Tübingen, S.17
`
6 Duden (1998), S.676
5
und ausgemerzt werden können." 7 Diese Fehler führen bei Nicht-Muttersprachlern dazu, dass Sätze gebildet werden wie *,FK HUEOLFNH LKQNRPPHQstatt ,FKVHKHLKQ NRPPHQ, was auf das fehlende Sprachgefühl für die deutschen Sprache
zurückzuführen ist.
Für Lehrer der Sprache ist ein Problem bei ihrer Vermittlung, dass sie bisher den Lernenden nur auf Grund ihrer linguistischen Intuition erklären konnten, wie beispielsweise transitive Verben richtig gebraucht werden. Lehrenden und Lernenden fehlte ein fester Regelmechanismus, der es zum einem den Lehrenden ermöglicht, die Benutzung der Verben fundiert zu erklären und zum anderen die Lernenden befähigt, dies zweifelsfrei umzusetzen. In Valenzwörterbüchern wird versucht, eine linguistische Grundlage zu schaffen, mit der die Lernende in der Lage ist, die Zahl und Art der notwendigen Ergänzungen des Verbs zu ermitteln und in seinen Sätzen zu berücksichtigen. Dies soll dadurch erreicht werden, dass die Valenz von Verben auf mehreren Ebenen dargestellt wird, um die speziellen Unterschiede im Gebrauch der einzelnen Wörter bezüglich ihrer syntaktischen und semantischen Verwendung und ihrer Einbettung zu erklären. Um auch solche Verben richtig anwenden zu können, die nicht im Wörterbuch aufgenommen wurden, stellt Helbig seinem Wörterbuchteil eine (LQIKUXQJ LQ GLH 9DOHQ]WKHRULH
voran, die es dem Leser ermöglichen soll, Regelmechanismen zu erkennen und diese auch auf unberücksichtigte Verben zu übertragen.
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Laut Klaus M. Welke ist es
gerade die Verbindung von Valenz und Satzmodellen, die den Valenzbegriff auch für Helbig interessant gemacht hat. [...] Bereits in seiner ersten Veröffentlichung zur Valenz (1965) thematisiert Helbig diesen Zusammenhang und legt die Konzeption 8 für das spätere Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Verben dar.
Dies erklärt sich daraus, dass sich Helbig sehr stark mit den Fragen und Problemen des Fremdsprachenunterrichts auseinandersetzt. Ebenso wie mit Satzmodellen versucht wird "alle möglichen Sätze einer Sprache auf eine begrenzte Zahl von Modellen zurückzuführen" 9 , versucht Helbig, mit seinem 3-
Q @ c ¦ ¡ ¦ 7 ¡d " $ & ) ( e b 8 $ 8 ¡ £ ¦ a ¦ b " ! $ ¦ A I 1 % ¦ ¡d 3 $ " R " ¨ $ ¨ % ' & ) ( ¦ ¡ " ¡d ¨ 7 Helbig (1983): . Leipzig 7. unveränderte
` `
Aufl., Seite 4 Yg 8 ( ¨ ¡ ¤ $ " ¥ ¦ " £ ¦ a " b " ) h 9 $ A i E £ " % ¦ $ 8 % ¦ ( ¨ R ¨ ¦ ¡ ¨ 8 vgl. Welke, Klaus M. (1988): Leipzig, S.13
f ` ¢ ¡ ¤ R " d " a " § © ¦ ¡ £ ¦ a ¦ b " ' h 9 $ A i E £ ¦ % ¦ $ ¦ % ¦ ( " R " ¡ ¨ 9 vgl. Helbig, Gerhard (1992): Tübingen, S.126
`
6
Arbeit zitieren:
Katja Pabst, 2002, Verbvalenz - Valenzmodelle Gerhard Helbigs, München, GRIN Verlag GmbH
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