Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Erkenntnisinteresse 2
2. Geschichte und Entstehung des griechischen Dramas. 2
3. Aristoteles Poetik: wesentliche Elemente eines Dramas 4
4. Griechische Dramaturgie am Beispiel von Sophokles Elektra 5
5. Literatur 10
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1. Einleitung und Erkenntnisinteresse
In der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick über die wichtigsten Elemente eines Dramas nach der Poetik des Aristoteles gegeben werden. Die allgemeine Entstehungsgeschichte des griechischen Dramas soll beleuchtet werden und anhand der Elektra des Sophokles werden die gattungsspezifischen Merkmale eines Dramas überprüft.
2. Geschichte und Entstehung des griechischen Dramas
Die Entstehung des griechischen Dramas wird zurückgeführt auf die Dionysos-Feste im alten Athen. Der Dionysoskult wurde zunächst zelebriert durch die temporäre Abkehr vom normalen Alltag, bis hin zur Ekstase. „Das Ziel der Ekstase wird erreicht durch Mittel der Berauschung, d.h. der Rationalitätsverdunkelung, hin bis zur Rationalitätsausschaltung. Diese Mittel sind Rhythmus, Melodie, Tanz, Wein, Sexualität“ (Latacz, 1993, S.33). Die totale Rationalitätsausschaltung des eigenen Ichs ging häufig einher mit dem Wunsch, sich in eine andere Person zu verwandeln, was sich dann im Verkleiden mit Masken und Kostümen zeigte. Jährlich fanden zwei Feste zu Ehren des Gottes Dionysos statt. Die Lenäen wurden ca. Januar/ Februar gefeiert, die Dionysien ca. März/April. Die Ausrichtung dieser Feste übernahm der Staat, daher sind umfangreiche Aufzeichnungen erhalten geblieben (vgl. Newiger, 1996, S. 15). Als Initiator der antiken Tragödie galt Thepis, der dem schon vorhandenen Chor, einen Schauspieler gegenüberstellte.
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Die Dionysos-Feste veränderten sich von der reinen Verehrung des Gottes später zum Wettstreit zwischen den Dichtern einer Gattung. Sowohl Tragödien als auch Komödien wurden institutionalisiert. Eine Besonderheit der damaligen Darbietung eines Dramas war ihre Einmaligkeit. Jedes Stück wurde tatsächlich in der Regel für diesen Wettkampf geschrieben und auch nur dort aufgeführt (vgl. Newiger, 1996, S. 23).
Ein unabdingbarer Bestandteil des griechischen Dramas war das Wechselspiel zwischen Chor und Schauspielern. Die enorme Bedeutung des Chores zeigt sich unter anderem darin, dass die Dramen zum Teil sogar nach dem Chor benannt wurden, z.B. Perser, Trachinierinnen (vgl. Newiger, 1996, S.17). Die Handlungen der antiken Stücke erstrecken sich über einen einzigen Tag und finden ausschließlich an einem Ort statt. Um die Einheit der Zeit zu verdeutlichen, war es üblich, das Drama von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dauern zu lassen. Um der Einheit des Ortes gerecht zu werden, wurden Geschehnisse an anderen Orten durch Botenbericht oder Mauserschau dem Publikum vorgetragen. Die Themen entspringen in der Regel der griechischen Mythologie. Die ausschließlich männlichen Schauspieler und der Chor des griechischen Theaters waren auffällig verkleidet mit Masken und Kostümen. „Die starke Verkleidung der Bühnenfiguren stammt aus dem Kult und bedeutet, daß diese Menschen sich nun in andere, teils niedere, teils höhere Wesen verwandeln, im Dienste des Gottes ihr Selbst aufgeben“ (Newiger, 1996, S.47/48). Aber auch aus theatertechnischen Gründen waren Maske und Kostüm von enormer Bedeutung. Da es nur sehr wenige Schauspieler gab und diese mehrere, sehr unterschiedliche Rollen - Männer und Frauen - zu spielen hatten, wurde eine vollständige Verkleidung notwendig. Die drei bedeutendsten Vertreter der Tragödie waren ihrer Zeit: Aischylos, Sophokles und Euripides. Sie alle setzten neue Akzente im griechischen Theaterspiel. Entgegen dem damaligen Usus dem Chor nur einen Schauspieler entgegenzusetzen, ließ Aischylos einen weiteren Akteur in Erscheinung treten und arrangierte so die Auseinandersetzung zweier Schauspieler vor dem Chor.
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Arbeit zitieren:
Vera Pohlmann, 2006, Sophokles Elektra vor dem Hintergrund der griechischen Dramaturgie, München, GRIN Verlag GmbH
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