Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VI
1 Einleitung. 2
1.1 Problemstellung 2
1.2 Gang der Untersuchung 3
2 Grundlagen. 4
2.1 Die demografische Entwicklung. 4
2.1.1 Geburtenentwicklung 4
2.1.2 Lebenserwartung. 5
2.1.3 Wanderungsentwicklung. 7
2.1.4 Altersaufbau der Bevölkerung 10
2.2 Stadtmarketing. 13
2.2.1 Begriffsabgrenzung 13
2.2.1.1 Citymarketing. 13
2.2.1.2 Standortmarketing. 14
2.2.2 Zielgruppen 14
2.2.3 Notwendigkeit von Stadtmarketing 15
2.2.4 Ziele 15
2.3 Die Stadt Bad Hersfeld 17
2.3.1 Lage. 17
2.3.2 Einwohnerentwicklung und -struktur. 18
2.3.3 Infrastruktur 20
3 Die Demografie und Attraktivität Bad Hersfelds. 21
3.1 Bestandsaufnahme 21
3.1.1 Demografische Entwicklung in Bad Hersfeld 21
3.1.2 Kriterien zur Beurteilung der Attraktivität der Stadt Bad Hersfeld. 30
3.1.2.1 Kultur- und Freizeitangebot 30
3.1.2.2 Medizinische Versorgung 34
3.1.2.3 Öffentliche Einrichtungen. 36
3.1.2.4 Einkaufsangebot. 41
3.1.2.5 Wirtschaftsstruktur. 48
3.1.2.6 Wohnungsmarkt 50
3.1.2.7 Entwicklung der Übernachtungszahlen 56
3.2 Untersuchungsdesign. 58
3.2.1 Wahl des Erhebungsinstruments 58
3.2.2 Hypothesen. 59
3.2.3 Fragebogen. 60
3.2.4 Pre-Test 63
3.2.5 Befragung. 66
3.2.6 Auswertungsverfahren 67
3.3 Situationsanalyse 68
3.3.1 Auswertung der soziodemografischen Daten 68
3.3.2 Wohnsituation und Wohnungsangebot 70
3.3.3 Kultur- und Freizeitangebot 78
aktiv 78
Inhaltsverzeichnis II
sportbegeistert 78
3.3.4 Öffentliche Einrichtungen. 81
3.3.4.1 Bildungseinrichtungen 81
3.3.4.2 Kindergärten. 83
3.3.4.3 Städtische Einrichtungen. 84
3.3.5 Einkaufssituation. 87
3.3.6 Medizinische Versorgung und Kurangebote. 90
3.3.7 Gesamtbewertung Bad Hersfelds. 91
3.3.8 Die Bedeutung der demografischen Entwicklung 99
3.4 Ergebniszusammenfassung. 101
4 Handlungsempfehlungen. 105
5 Schlussbetrachtung 113
Literaturverzeichnis 115
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung (Abb.) 01: Entwicklung der zusammengefassten Geburtenziffer
Abb. 02: Entwicklung der Lebenserwartung.
Abb. 03: Durchschnittliche jährliche Wanderungsrate 1997 bis 2001 je
Einwohner
Abb. 04: Anzahl der Wanderungen über die Grenzen
Deutschlands
Abb. 05: Bevölkerungsaufbau
Abb. 06: Bevölkerungsentwicklung und Alterstruktur
Abb. 06: Haushaltsstruktur.
Abb. 07: Geburtenrückgänge 1989-2004.
Abb. 08: Kinder je Frau in Bad Hersfeld.
Abb. 09: Altersstrukturentwicklung 2003-2020 (in Prozent)
Abb. 10: Bevölkerungsentwicklung innerhalb Hessens.
Abb. 11: Altersaufbau der Bevölkerung in Bad Hersfeld
Abb. 12: Altersaufbau der Bevölkerung im Stadtteil Hohe Luft
Abb. 13: Altersaufbau der Bevölkerung im Stadtteil.
Beiershausen
Abb. 14: Bevölkerungsentwicklung 2003 bis 2020.
Abb. 15: Zahl der Kindergartenkinder von 3 bis 6 Jahren
Abb. 16: Anteil der Kindergartenkinder in städtischen40 Einrichtungen.
Abb. 17: Wie oft fahren Sie zum Einkauf in auswärtige Städte/ Orte?
Abb. 18: Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen.
Abb. 19: Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer
Abb. 20: Übernachtungszahlen 1989 bis 2005
Abb. 21: Aufenthaltsdauer 2005.
Abb. 22: Frage 13 vor Pre-Test.
Abb. 23: Frage 13 nach Pre-Test.
Abb. 24: Altersstruktur der Befragten.
Abb. 25: Berufstätigkeit.
Abb. 26: Wohnort der Befragten
Abb. 27: Wohnsituation.
Abb. 28: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der
Eigenschaften :
Abb. 29: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der
folgenden Kriterien, Bereiche und Einrichtungen:
Abb. 30: Können Sie sich vorstellen mit mehreren Generationen in einem Haus
zu wohnen?
Abb. 31: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der folgenden
Eigenschaften ?
Abb. 32: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der folgenden Kriterien ?
Abb. 33: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich des Kriteriums Theater
und Konzerte?
Abb. 34: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der Bereiche:
Abb. 35: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich des Kriteriums:
Abb. 36: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der
Eigenschaft sozial engagiert?
Abbildungsverzeichnis
Abb. 37: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der Bereiche:
Abb. 38: Finden Sie, dass sich die Stadt ausreichend engagiert für ?
Abb. 39: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich des Kriteriums ?
Abb. 40: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der Kriterien
Abb. 41: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der folgenden
Eigenschaften ?
Abb. 42: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich der folgenden
Eigenschaften
Abb. 43: Wie beurteilen Sie Bad Hersfeld hinsichtlich des folgenden
Kriteriums ?
Abb. 44: Was fällt Ihnen spontan zu Bad Hersfeld ein?
Abb. 45: Stärken-Schwächen.
Abb. 46: Wie groß ist Ihrer Meinung nach die Bedeutung der demografischen
Entwicklung für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt?
Abb 47: Einschätzung der demografischen Entwicklung nach dem Alter
Tabellenverzeichnis
Tabelle (Tab.) 01: Drei Annahmen zur zukünftigen Entwicklung der
Außenwanderungen..........................................................................................10 Tab. 02: Ziele des Stadtmarketings nach ihrer Wichtigkeit für Städte und
Gemeinden .......................................................................................................16 Tab. 03: Einwohnerentwicklung Bad Hersfeld...................................................18 Tab. 04: Die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Bad Hersfeld 1991 - 2001 im
Vergleich ...........................................................................................................19 Tab. 05: Entwicklung der Schülerzahlen ...........................................................38 Tab. 06: Einzelhandelsbestand nach Branchen................................................43 Tab. 07: Städtevergleich der Kaufkraftbindungsquoten im Einzelhandel (in
Prozent) ............................................................................................................44 Tab. 08 Wohnsituation ......................................................................................75 Tab. 09: Häufigsten Nennungen auf die Frage: ................................................89 Tab. 10: Auf welche Aktivitäten sollte sich Bad Hersfeld Ihrer Meinung nach in den nächsten 10 Jahren konzentrieren, um eine Entwicklung in die richtige
Richtung zu erreichen? .....................................................................................96
Abkürzungsverzeichnis
z.B. zum Beispiel vgl. vergleich Abb. Abbildung Tab. Tabelle u.a. unter anderem o.g. oben genannte qm Quadratmeter bzw. beziehungsweise Km Kilometer GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die demografische Entwicklung bringt eine Überalterung der Gesellschaft mit sich, welche sich auch in der Bevölkerungsstruktur der Stadt Bad Hersfeld widerspiegelt. In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, wie sich die Stadt Bad Hersfeld in ihrer Infrastruktur, als Wirtschaftsstandort und als Wohnort in den vergangenen Jahren entwickelt hat und welche zukünftigen Herausforderungen sich durch die Bevölkerungsentwicklung ergeben. Es soll untersucht werden, welche Auswirkungen diese Überalterung auf die Attraktivität der Stadt Bad Hersfeld hat und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um beispielsweise die Innenstadt, sowie öffentliche Einrichtungen und Immobilien auf die veränderten Bevölkerungsstrukturen auszurichten. Ebenfalls sollen mögliche Bevölkerungswanderungen innerhalb des Kreises Hersfeld-Rotenburg aufgezeigt und Maßnahmen entwickelt werden, um diese abzuschwächen oder positiv für die Stadt nutzen zu können.
Welche Anforderungen stellt der demografische Wandel an die Stadt, um weiterhin attraktiv für Junge und Alte zu sein?
Die Arbeit soll herausstellen, welcher Handlungsbedarf entsteht, um eine hohe Wohn- und Lebensqualität zu gewährleisten und den Standort Bad Hersfeld zu stärken. Dabei muss untersucht werden welche Faktoren die Attraktivität einer Stadt bestimmen und in welchem Ausmaß diese Kriterien vorhanden sind und aufgrund der zukünftigen Entwicklung ausgebaut und verändert werden müssen. Eine Primärerhebung über die Attraktivität der Stadt an sich, über die Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie über die Anziehungskraft der Stadt für das Umland soll Aufschluss darüber geben.
Ebenfalls muss auf die Attraktivität Bad Hersfelds für Unternehmen eingegangen werden, damit diese ihren Unternehmensstandort weiterhin in der Region halten oder sich neu anzusiedeln.
1.2 Gang der Untersuchung
Nach einer Einleitung im ersten Kapitel dieser Arbeit werden im zweiten Kapitel einige Grundlagen beschrieben. Zum besseren Verständnis wird hier die demografische Entwicklung in Deutschland, welche sich in den Altersaufbau der Bevölkerung, die Lebenserwartung, die Geburtenentwicklung sowie die Wanderungsentwicklung gliedert, dargestellt. Als weitere Grundlage wird der Begriff Stadtmarketing definiert und die Sonderformen werden voneinander abgegrenzt. Auch die Ziele eines Stadtmarketingkonzeptes werden angesprochen. Um die weitere Vorgehensweise zu Verdeutlichen wird die Stadt Bad Hersfeld in ihrer Lage, Bevölkerungsentwicklung und Infrastruktur dargestellt.
In Kapitel drei wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Diese zeigt, welche Kriterien herangezogen werden können, um die Attraktivität einer Stadt zu beurteilen und wie diese in Bad Hersfeld ausgeprägt sind. Im Untersuchungsdesign werden die Vorgehensweise der Primärerhebung sowie die Auswertungsverfahren dieser beschrieben. Die Primärerhebung stützt sich auf die in der Be-standsaufnahme festgestellten Kriterien zur Bestimmung der Attraktivität einer Stadt. Die Situationsanalyse in Unterkapitel 3.3 stellt die Ergebnisse der Befragung dar. In der Ergebniszusammenfassung werden die analysierten Ergebnisse mit den in der Situationsanalyse dargestellten Ausprägungen der Kriterien verknüpft und es wird dargestellt, welche Stärken und Schwächen sich aus der Befragung ableiten.
In Kapitel vier sollen auf Grundlage der Ergebnisse aus der Bestandsaufnahme und der Situationsanalyse Handlungsmaßnahmen für die Zukunft abgeleitet werden, die zur Verbesserung der Attraktivität Bad Hersfelds beitragen.
Die Schlussbetrachtung fasst die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zusammen und bewertet die jetzige und zukünftige Attraktivität der Stadt Bad Hers- feld.
2 Grundlagen
2.1 Die demografische Entwicklung
2.1.1 Geburtenentwicklung
Die demografische Entwicklung in Deutschland wird von mehreren Faktoren bestimmt. Die Geburtenrate, die Lebenserwartung und die Wanderungsentwicklung sind Kennzahlen der Bevölkerungsvorausberechnung, welche die zukünftige Entwicklung prognostizieren. Durch eine steigende Lebenserwartung und eine sinkende Geburtenzahl ist mit einer Überalterung der Deutschen Gesellschaft zu rechnen 1 .
Die Geburtenhäufigkeit gibt die durchschnittliche Kinderzahl einer Frau an. Seit 1965 ist die Geburtenhäufigkeit in Deutschland stetig gesunken und liegt jetzt bei 1,4 Kindern pro Frau. Um die jetzige Bevölkerungszahl halten zu können, ist jedoch eine Geburtenzahl von 2,1 Kindern pro Frau nötig.
1 Die folgenden Kapitel beziehen sich auf die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statis- tischen Bundesamtes (2003)
Die Grafik zeigt, dass zu Beginn der 1960iger Jahre in beiden Teilen Deutsch-lands die Geburtenzahlen anstiegen. Mit 2,5 Geburten pro Frau stellt dies die höchste zusammengefasste Geburtenziffer der Nachkriegszeit dar. Die in den 1960iger Jahren geborenen Kinder bilden heute die starken Jahrgänge der Anfang bis Ende 40-jährigen. Nach diesem Hoch sank die Geburtenrate in ganz Deutschland rapide. Ab Anfang der 1970er Jahre verlief die Geburtenentwicklung in beiden Teilen Deutschlands unterschiedlich. In der Bundesrepublik sank sie weiter, bis Mitte der 1980er Jahre das Geburtentief von weniger als 1,3 Kindern pro Frau erreicht wurde. In den Jahren danach stieg sie wieder leicht an und pendelte sich bei ca. 1,4 Kindern pro Frau ein. In der ehemaligen DDR stieg die Geburtenziffer seit Mitte der 1970er wieder an, was auf die staatlichen Fördermaßnahmen für Familien mit Kindern zurückzuführen ist, und erreichte 1980 mit 1,94 Kindern pro Frau den Höchststand. Nach diesem Hoch sank auch hier die Geburtenhäufigkeit. Mit der Wiedervereinigung vollzog sich ein starker Einbruch auf 0,77 Kinder pro Frau. Nach diesem Tief stieg die Geburtenhäufigkeit wieder an und gleicht sich allmählich dem Niveau der Alten Bundesländer an.
Für die Zukunft wird weiterhin mit einer niedrigen Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau zu rechnen sein.
2.1.2 Lebenserwartung
Die Lebenserwartung wird häufig in verschiedenen Kennzahlen dargestellt. Die durchschnittliche Lebenserwartung gibt die zu erwartenden Lebensjahre eines Neugeborenen an, unter der Annahme, dass sich das Sterberisiko im Laufe der Jahre nicht verändert. Die fernere Lebenserwartung hingegen gibt die zu erwartenden Lebensjahre einer Person in einem bestimmten Alter an.
Im vergangenen Jahrhundert ist die Lebenserwartung eines Menschen kontinuierlich gestiegen. Abbildung 02 zeigt die fernere Lebenserwartung, welche die weiteren Lebensjahre im Alter von 60 Jahren angibt.
Die fernere Lebenserwartung ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts stetig angestiegen. So konnten 1901 Männer im Alter von 60 Jahren noch mit 13,1 weiteren Lebensjahren rechnen und Frauen mit 14,2. Bis zum Jahr 2000 ist die Lebenserwartung bei Männern auf 19,2 Jahre und bei Frauen auf 23,5 Jahre gestiegen und, wie Abbildung 02 zeigt, wird sich diese steigende Lebenserwartung fortsetzen 2 . Dieser Trend begründet sich vor allem durch ein verbessertes Ge-sundheitswesen und verbesserte Hygienevoraussetzungen, durch eine andere Ernährung und durch einen gestiegenen materiellen Wohlstand der Bevölkerung. Die steigende Lebenserwartung bringt jedoch erhebliche Konsequenzen für unsere sozialen Sicherungssysteme mit sich. Durch den Anstieg der Lebenserwartung und die steigende Zahl der über 60-jährigen wächst auch die Zahl der Rentenbezieher und die Zeit des Ruhestands dauert länger. Dies hat zur Folge, dass auch die Rentenzahlungen steigen.
2 Die Zahlen beziehen sich auf die mittlere Annahme der Lebenserwartung, welche vom Statistischen Bundesamt in der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung errechnet wurde
2.1.3 Wanderungsentwicklung
Die Wanderungsentwicklung lässt sich im Gegensatz zur Geburtenentwicklung und zur Lebenserwartung schwer aus früheren Entwicklungen ableiten, da Bevölkerungsbewegungen von vielen weiteren Einflüssen abhängig sind.
Bei der Entwicklung der Bevölkerungswanderungen wird unterschieden zwischen Wanderungen innerhalb Deutschlands und Zu- und Fortzügen von Deutschen und Ausländern über die Grenzen Deutschlands hinweg. Die Wanderungen innerhalb Deutschlands werden stark von Erwerbsmöglichkeiten beeinflusst. Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfahlen erzielten dabei die höchsten innerdeutschen Wanderungsgewinne. Dem gegenüber steht ein hoher Abwanderungsverlust in den ostdeutschen Bundesländern. Eine Ausnahme stellt Brandenburg dar, welches von den Fortzügen aus Berlin in das brandenburgische Umland profitiert. Trend ist, dass die Deutschen die ländliche Gegend verlassen, um sich in Ballungsräumen anzusiedeln, allerdings nicht direkt in den Innenstädten, sondern vermehrt im Umland. Dieses Phänomen zeigen auch die Zuwanderungsüberschüsse in den Speckgürteln der Städte Hamburg, Berlin, Bremen und München (vgl. Abb. 03).
Für die künftige Bevölkerungszahl ist vor allem der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen über die Grenzen Deutschlands hinweg, von Bedeutung. Der Wanderungssaldo wird beeinflusst durch die wirtschaftliche und soziale Attraktivität, die Migrationspolitik und die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Der Wanderungsüberschuss setzt sich zusammen aus deutschstämmigen und ausländischen Einwanderern. Im Durchschnitt sind die Personen, welche nach Deutschland ziehen jünger als die Bürger, die Deutschland verlassen. Dies hat also zur Folge, dass bei einem positiven Wanderungssaldo ein Verjüngungsef- fekt entsteht.
Abbildung 04 zeigt die Entwicklung der Wanderungssalden über die Grenzen Deutschlands von 1991 bis 2005. Es wird deutlich, dass trotz abnehmender Zuzüge weiterhin ein Wanderungsüberschuss vorhanden ist. Bis Mitte der neunziger Jahre wurde der Wanderungsgewinn vor allem durch Zuzüge aus Ost- und Mitteleuropa, sowie aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion bestimmt. Seit dem Höhepunkt des Wanderungsgewinnes 1992 verringerte sich dieser. Das Statistische Bundesamt rechnet damit, dass sich im Jahre 2040 die Zu- und Fortzüge deutscher Aussiedler ausgleichen (vgl. Statistisches Bundesamt (2003) S.22). Bei Zu- und Fortzügen von ausländischen Personen werden drei Annahmen getroffen, auf Basis derer verschiedene Szenarien aufgestellt werden. Tabelle (Tab.) 01 zeigt diese Szenarien, dabei wird davon ausgegangen, dass der Wanderungsgewinn von Deutschen bis zum Jahre 2040 das Nullniveau erreicht. Annahme W1 stellt dar, dass sich bei einem Wanderungssaldo von jährlich 100.000 Ausländern der Wanderungsgewinn bis zum Jahr 2050 auf ca. 5,7 Mio. Menschen beläuft. Bei einer jährlichen Zuwanderung von 200.000 Ausländern (W2) werden bis zum Jahre 2050 ca. 10,5 Mio. Menschen zuwandern und unter Annahme W3 beläuft sich die kumulierte Zahl der Zuwan- derer auf ca. 14,5 Mio. Menschen.
Der zuvor beschriebene Verjüngungseffekt tritt allerdings nur ein, wenn davon ausgegangen werden kann, dass eine bestimmte Anzahl von Ausländern und Ausländerinnen jährlich Deutschland verlässt und eine genauso große Zahl, welche aber im Durchschnitt jünger ist, zuzieht.
Die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Bevölkerung bis 2050 langfristig schrumpfen wird. Der Schrumpfungseffekt kann lediglich durch eine hohe Zuwanderung und eine gleichzeitig weiter steigende Lebenserwartung gestoppt werden. In dem Fall wird die Bevölkerungszahl fast so hoch sein wie die heutige.
2.1.4 Altersaufbau der Bevölkerung
Aufgrund der Geburtenrate, der Lebenserwartung und der Wanderungsentwicklung können Annahmen über die gesamte Bevölkerungsentwicklung getroffen werden.
Der Altersaufbau der Bevölkerung lässt sich durch die in Abbildung 05 dargestellten Alterspyramiden aufzeigen. Die Alterspyramide zeigt jeweils die Anzahl der Männer und Frauen einer Alterstufe.
Die Pyramidenform, welche 1910 im Altersaufbau der Bevölkerung noch deutlich erkennbar war, entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Pilz. 1910 konnten noch mehr Geburten als Sterbefälle verzeichnet werden, das heißt, die Bevölkerungsanzahl verringerte sich mit zunehmendem Alter. Zukünftig werden die Sterbefälle immer mehr die Geburten übersteigen, was zur Folge hat, dass die Gesellschaft schrumpft. Dieser Schrumpfungseffekt kann allerdings durch eine steigende Lebenserwartung und Zuwanderung verringert wer- den.
Abbildung 06 zeigt die Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur von 1960 bis 2050.
Das Statistische Bundesamt errechnete, dass der Anteil der unter 20-jährigen stetig sinken wird, andererseits der Anteil der über 60-jährigen steigt. Die Veränderung des Altersaufbaus wirkt sich auch auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter aus. Vor allem die mittlere Altersgruppe der Erwerbstätigen, die 39bis 45-jährigen, wird bis zum Jahre 2050 um 24 Prozent sinken, hingegen wird die Gruppe der erwerbstätigen 54- bis 60-jährigen nur um drei Prozent sinken. Dies hat zu Folge, dass der Altersdurchschnitt der Erwerbstätigen deutlich stei- gen wird (vgl. Statistisches Bundesamt (2003) S.7).
2.2 Stadtmarketing
2.2.1 Begriffsabgrenzung
Stadtmarketing wird eingesetzt, um die ganzheitliche Entwicklung einer Stadt zu fördern. Dabei ist eine Zusammenarbeit aller Interessengruppen (zum Beispiel (z.B.) Politiker, Stadtverwaltung, Vereine, Gewerbetreibende) einer Stadt erforderlich, um die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und räumliche Entwicklung zu fördern. Als hauptsächlicher Bestandteil der Entwicklungsprozesse muss die Stadt mit ihren Kernfunktionen betrachtet werden. Ziel des Stadtmarketings ist die Erhöhung der Attraktivität einer Stadt und ihrer Leistungen für Bürger, Wirtschaft und Besucher. Es sollen möglichst alle Zielgruppen einer Stadt in der Entwicklung berücksichtigt werden. Stadtmarketing stellt eine ganzheitliche Strategie für Städte dar, weitere Teilbereiche dieser Strategie sind Citymarketing-, Standortmarketing- und Regionalmarketingprozesse (vgl. www.DSSW.de, Stand 18.04.06; www.wikipedia.de, Stand 18.04.06).
2.2.1.1 Citymarketing
Das Citymarketing beschäftigt sich insbesondere mit der Entwicklung und Stärkung der Innenstadt und ist demnach räumlich eingegrenzter als ein ganzheitliches Stadtmarketing. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Maßnahmen in der Innenstadt durchgeführt werden müssen oder das alle Akteure dort ansässig sein müssen. Durch das Citymarketing werden Interessen der Gewerbetreibenden, Einwohner und der Stadtverwaltung zusammengeführt. Im Vergleich zum Stadtmarketing, bei welchem neben ökonomischen Gesichtspunkten auch soziale Aspekte betrachtet werden, steht im Citymarketing vor allem die Wirtschaftlichkeit (z.B. Verkaufsförderung oder Leerstandsmanagement) im Vordergrund. Zu den Zielen gehören neben der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, die Standortentwicklung und die Optimierung des Branchenmixes, die Abstimmung von Aktivitäten der Gewerbetreibenden und die Profilierung von Image und Identität der Stadt (vgl. www.DSSW.de, Stand 18.04.06). Die Bewohner von Stadt und Umland sollen an die Innenstadt gebunden werden und dort einkau- fen.
Besonders das Citymarketing war in den letzten Jahren durch einen Struktur-wandel des Einzelhandels gefordert, denn im Laufe der Zeit wurden dezentrale Standorte immer beliebter. Neben den Einkaufsmöglichkeiten in den Innenstädten bildete sich in vielen Städten und Gemeinden ein Einkaufsnetz außerhalb der Stadtzentren auf der grünen Wiese, welches auf PKW-Kunden ausgerichtet ist. Durch diese Entwicklung verloren viele innerörtliche Standorte an Bedeutung und es kam vermehrt zu Ladenleerständen in der Innenstadt. Auf der anderen Seite werden die Innenstädte für bestimmte Bevölkerungsgruppen als Wohnort deutlich attraktiver. Diese veränderten Rahmenbedingungen haben zur Folge, dass viele Städte ein Citymarketing einführen, um den Standort Innenstadt zu stärken (vgl. Holl, Stefan (1990) S.6-7).
2.2.1.2 Standortmarketing
Ein weiterer Teilbereich des Stadtmarketings ist das Standortmarketing, es richtet sich vor allem an Unternehmen mit dem Ziel, dass diese sich in der Region ansiedeln. Das Standortmarketing soll die Stadt als Wirtschaftsstandort hervorheben und neue Betriebe in die Stadt holen oder bestehende Standorte sichern. Die Aufgaben reichen von der Beschaffung und Vermarktung der Grundstücke über Flächenrecycling und Projektentwicklung bis hin zur Betreuung der Unternehmen beim Kontakt mit der Kommunalverwaltung. Aber auch der Arbeitsmarkt muss für die Unternehmen interessant sein (vgl. www.wikipedia.de, Stand: 20.04.2006).
2.2.2 Zielgruppen
Das Stadtmarketing muss sich mit seinen Aktivitäten an verschiedene Zielgruppen wenden. So müssen die Bedürfnisse derjenigen, die in der Stadt arbeiten, wohnen und ihre Freizeit verbringen, ebenso mit den Stellungen der Politik und der Stadtverwaltung in Einklang gebracht werden. Maßnahmen, die zur Identifikation der Bürger mit der Stadt führen, tragen zur Attraktivitätssteigerung bei, auch über die Stadtgrenzen hinaus, indem sie die positiven Eigenschaften nach außen vermitteln. Im Mittelpunkt der Stadtmarketingaktivitäten stehen jedoch
die eigenen Bürger und die ansässige Wirtschaft (vgl. Grabow, G., Hollbach-Gröming, B. (1998) S.60-66).
2.2.3 Notwendigkeit von Stadtmarketing
Zur Notwendigkeit eines Stadtmarketings nennen Arend und Wolf (S.8-10, 1994) drei Gründe. Zum einen besteht eine Dringlichkeit aus der veränderten Situation der Städte untereinander, denn der Konkurrenzkampf der Städte um Ansiedlungen von Unternehmen, qualifizierten Arbeitskräften, Touristen, Kultur-und Sportveranstaltungen steigt. Als weiterer Grund für ein Stadtmarketing wird die steigende Komplexität kommunaler Angelegenheiten genannt, aber auch die wachsenden Anforderungen der Bürger an die Kommunen stellen eine Notwendigkeit für ein Stadtmarketing dar. Dieser dritten Begründung wird eine große Bedeutung zugewiesen, da die Anforderungen der Bürger an eine Stadt und auch die Lebensqualität in dieser Stadt die Zu- und Abwanderungen erheblich beeinflussen.
2.2.4 Ziele
Ziel des Stadtmarketings ist zum einen die Stadt als ganzes zu betrachten. Die Stadt soll als Lebensraum interessant und attraktiv gestaltet werden, damit sich die Bürger mit der Stadt identifizieren können. Dazu ist eine Kooperation vieler Akteure notwendig, um zu gewährleisten, dass der Lebensraum nicht nur durch die Stadtverwaltung und die Politik bestimmt wird, sondern ebenso durch die Einwohner und Gewerbetreibenden.
Tabelle 02 zeigt die Ziele des Stadtmarketings nach ihrer Wichtigkeit für Städte und Gemeinden. An erster Stelle steht das Ziel die Stadt attraktiver zu gestalten. Ebenfalls als sehr wichtig wird die Förderung Öffentlich-privater Kooperationen erachtet.
Die Wichtigkeit der oben genannten (o.g.) Ziele unterscheidet sich jedoch nach der Größe der Stadt. Dementsprechend stehen vor allem in den kleineren Städten die Verbesserung der Attraktivität und die Ermittlung der Stärken und Schwächen im Vordergrund. Bei größeren Städten stehen die Wirtschaftsförderung und die Förderung der Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Zentrum des Stadtmarketings (vgl. Grabow, G., Hollbach-Gröming, B. (1998) S.60-66).
2.3 Die Stadt Bad Hersfeld
2.3.1 Lage
Bad Hersfeld, welches im Nordosten von Hessen liegt, ist Kreisstadt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Bad Hersfeld nimmt die Funktion als Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums wahr. Ein Mittelzentrum ist nach dem Landesentwicklungsplan Hessen folgendermaßen definiert: „Mittelzentren haben mittelstädtischen Charakter und weisen möglichst 7.000 Einwohner im zentralen Ortsteil auf. Sie sind Standorte für gehobene Einrichtungen im wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und politischen Bereich, sowie für weitere private Dienstleistungen. Sie sind Verknüpfungspunkte der öffentlichen Nahverkehrsbedienung. Mittelzentren können auf Grund ihrer Größe, regionalen Bedeutung und Ausstattung mit oberzentralen Einrichtungen in Teilbereichen Versorgungsaufgaben für den Oberbereich erfüllen.“ (Quelle: Landesentwicklungsplan Hessen 2000 S. 21)
Die nächsten Oberzentren sind die Städte Kassel (circa (ca.) 60 km), Fulda (ca. 40 km), Gießen (ca. 80 km) und Eisenach (ca. 45 km). Bad Hersfeld ist durch ein ländliches und waldreiches Umfeld geprägt. Neben der Kernstadt besteht Bad Hersfeld aus den Stadtteilen Allmershausen, Asbach, Beiershausen, Kohlhausen, Kathus, Sorga, Heenes und Petersberg. Nachbargemeinden sind Ludwigsau, Friedewald, Schenklengsfeld, Hauneck, Niederaula, Kirchheim und Neuenstein.
Der Einzelhandel konzentriert sich auf die Kernstadt, wo etwa 90 Prozent der gesamten Verkaufsflächen angesiedelt sind. Die Haupteinkaufslage befindet sich in der Fußgängerzone (Weinstraße, Klausstraße) sowie in den angrenzenden Straßen. Neben der Haupteinkaufslage haben sich weitere Einzelhändler auf dem so genannten Rechberggelände am Rande der Innenstadt angesiedelt. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten liegt Bad Hers- feld wieder mitten in Deutschland.
2.3.2 Einwohnerentwicklung und -struktur
In Bad Hersfeld leben zurzeit 32.997 Einwohner (Quelle: Statistisches Landesamt, Stand 31.12.2004). Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung der Kernstadt und der zugehörigen Stadtteile seit 1823, welche auf eine stetig gestiegene Einwohnerzahl hinweist.
Im Vergleich mit den umliegenden Städten und Gemeinden zeigt sich, dass sich die Bevölkerungszahlen der Kommunen Bad Hersfeld, Rotenburg und Niederaula erhöhten (siehe Tab. 04). Bebra, Kirchheim und Schenklengsfeld weisen dagegen negative Bevölkerungsentwicklungen auf. Die Bevölkerung im gesamten Landkreis ist in den letzten Jahren ebenfalls leicht zurückgegangen (vgl. Holl, Stefan (2003) S.12).
Das Durchschnittsalter aller Personen in Bad Hersfeld beträgt derzeit 43,8 Jahre 3 . Der Anteil der Frauen, welcher Aufschluss darüber gibt, wie attraktiv der Standort für Frauen (besonders für die berufliche Entwicklung) ist, beträgt 49,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung in der Altersgruppe der 20- bis 34-jährigen. Der Anteil der unter 18-jährigen beträgt 17,4 Prozent, hingegen der Anteil der 60- bis 79-jährigen 22,4 Prozent und der Anteil der über 80-jährigen 6 Prozent der Gesamtbevölkerung Bad Hersfelds beträgt. Einwohner ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind mit 12,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung vertreten.
3 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf: Bertelsmann Stiftung - Wegweiser Demografischer Wandel, Demografie-Bericht Kommune Bad Hersfeld, entnommen aus: www.wegweiserdemographie.de (Stand
22.06.06) [Im Folgenden zitiert: Demografie-Bericht Bad Hersfeld] S. 4
Die folgende Abbildung zeigt, dass der Anteil der Einpersonen-Haushalte in Bad Hersfeld bei 40,2 Prozent liegt, 6,7 Prozent aller Haushalte in Bad Hersfeld haben einen ausländischen Haushaltsvorstand und in 29,6 Prozent aller Haushalte leben Kinder. Der Zahl der Haushalte mit Kindern gibt Aufschluss darüber, wie attraktiv die Stadt für Familien mit Kindern ist.
2.3.3 Infrastruktur
Durch die Wiedervereinigung liegt Bad Hersfeld mitten in Deutschland. Mit den Autobahnanschlüssen an die Autobahn 7 (Kassel - Fulda - Würzburg) und die Autobahn 4 (Dresden - Eisenach - Frankfurt/Dortmund) ist die Anbindung an das Fernstraßennetz optimal. Durch diesen Vorteil entwickelte sich die Region zu einem wichtigen Logistikstandort. Es siedelten sich unter anderem die Logistikunternehmen Amazon und Libri an. Neben der Anbindung an das Fernstraßennetz erfolgt die regionale Verkehrsanbindung über die Bundesstraße 27 (Fulda - Bad Hersfeld - Eschwege) sowie die Bundesstraße 62 (Alsfeld - Bad Hersfeld - Bad Salzungen). Weiterhin ist die Stadt Bad Hersfeld an das Netz der Deutschen Bahn angebunden. Es besteht im 2-Stundentakt eine ICE-Verbindung von Frankfurt/ Main über Fulda nach Erfurt, Leipzig, Berlin. Das Umland kann durch regionale Busverbindungen erreicht werden. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Nordhessischen Verkehrsverbund gewährleistet, ferner dient der Flugplatz Johannesberg als Sonderflugplatz (vgl. Holl, Ste- fan (2003) S.14; www.wikipedia.de, 24.04.06).
3 Die Demografie und Attraktivität Bad Hersfelds
3.1 Bestandsaufnahme
3.1.1 Demografische Entwicklung in Bad Hersfeld
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der demografischen Entwicklung der Stadt Bad Hersfeld und der einzelnen Stadtteile. Das Statistische Landesamt berechnete sowohl für die Gesamtstadt als auch für die einzelnen Stadtteile Prognosen über die Bevölkerungs- und Geburtenentwicklung bis zum Jahr 2030. Außerdem verfasste die Bertelsmann Stiftung unter der Aktion Demografischer Wandel einen Demografiebericht über Bad Hersfeld. Aufgrund der geringen Größe Bad Hersfelds (ca. 33.000 Einwohner) können Bevölkerungsvorausberechnungen nur mit einer relativ großen Unsicherheit aufgestellt werden.
Die Geburtenentwicklung 4
Wie auch im übrigen Bundesgebiet entwickelte sich die Geburtenrate in Bad Hersfeld in den letzten Jahren rückläufig. In den Jahren 1989 bis 2004 wurde ein Geburtenrückgang von 25 Prozent für die Stadt und die zugehörigen Stadtteile errechnet.
4 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes (2003)
Besonders die Stadtteile Beiershausen mit minus 65 Prozent und Kathus mit minus 52 Prozent verzeichnen in den Jahren 1989 bis 2004 einen starken Geburtenrückgang. Die geringsten Rückgänge sind in den Stadtteilen Hohe Luft (minus 7 Prozent), Kohlhausen (minus 8 Prozent) und Allmershausen (minus 10 Prozent) festzustellen.
Abbildung 08 zeigt die durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau in Bad Hersfeld im Vergleich zu ganz Hessen. Der Fertilitätsindex (Geburten pro Frau im Vergleich zum Bundesdurchschnitt) liegt in Bad Hersfeld bei 0,6 Prozent, das heißt (d.h.), die Geburtenrate pro Frau liegt in Bad Hersfeld 0,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 1,4 Geburten pro Frau. Wie bereits in Abschnitt 2.1 erläutert wurde, sind zur natürlichen Reproduktion 2,1 Geburten pro Frau notwendig. Erst bei einem Fertilitätsindex von plus 50 Prozent würde das Bestandshaltungsniveau erreicht (vgl. Demografie-Bericht Bad Hersfeld S.4). Aufgrund der geringen Geburtenhäufigkeit und bei konstanten Sterblichkeitsverhältnissen sowie ohne die Berücksichtigung von Bevölkerungswanderungen wird die Einwohnerzahl von Bad Hersfeld sinken.
Altersstrukturentwicklung
Die Altersstruktur wird sich bis 2020 derart verändern, dass sich der Anteil der Menschen im Alter von 50 Jahren und älter erhöhen wird, der Anteil der unter 50-jährigen wird sich hingegen verringern. Abbildung 09 stellt die Altersstrukturentwicklung der Stadt Bad Hersfeld im Vergleich zum Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Hessen dar.
Die Gegenüberstellung zeigt, dass der Anteil der über 80-jährigen in Bad Hersfeld um ca. 30 Prozent steigen wird. Diese Steigerung fällt im Vergleich zum Landkreis (ca. 50 Prozent) und zu Hessen (ca. 65 Prozent) deutlich geringer aus. Dem gegenüber stellt sich jedoch in Bad Hersfeld die Verringerung der unter 50-jährigen stärker dar als in Gesamthessen. Während das Durchschnittsalter im Jahr 2003 bei 43,8 Jahren lag, wird es sich bis zum Jahr 2020 auf 47,6 Jahre erhöhen (vgl. Demografie-Bericht Bad Hersfeld S.4).
Wanderungsentwicklung
Bei der Wanderungsentwicklung offenbart sich für Bad Hersfeld ein positives Bild. Der Wanderungssaldo für Familienwanderungen (Wanderungen der unter 18- jährigen und der 30- bis 49-jährigen) liegt bei 4,2 Personen pro 1.000 Einwohner. Dies bedeutet, dass mehr Familien zu- als abwandern. Neben der Fa- milienwanderung wurde die Bildungswanderung (Wanderungssaldo der 18- bis
Arbeit zitieren:
Diplom Kauffrau (FH) Stephanie Emmerich, 2006, Die Gestaltung der Attraktivität der Stadt Bad Hersfeld angesichts der demografischen Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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