Gliederung
1. Ziele der Interkulturellen Pädagogik 3
2. Was steckt hinter dem Begriff „Kultur“? 3
3. Entwicklung der interkulturellen Pädagogik 5
4. Was müssen PädagogInnen hier wissen und können? 5
5. Umsetzung in der ausserschulischen Praxis 8
6. Zusammenfassung und Fazit 8
7. Literatur: 9
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1. Ziele der Interkulturellen Pädagogik
Das Ziel der interkulturellen Pädagogik ist der friedliche Austausch und das gemeinschaftliche Zusammensein von Personen verschiedener Kulturen. Die einzelnen Personen sollen dabei über ihre eigene Kultur hinweg auf Angehörige anderer Kulturen zugehen und von diesen neue Inspirationen annehmen und erleben. (vgl. Kapitel 4.: Was müssen PädagogInnen hier wissen und können)
2. Was steckt hinter dem Begriff „Kultur“?
Unter Kulturen sind hier nicht nur die verschiedenen Ethnien gemeint, sondern auch die verschiedenen „Untergruppen“ innerhalb einer Ethnie oder Nation.
Die Frage, was Kultur denn genau ist, ist nur schwer zu beantworten. Pauschal gesagt prägt Kultur all das, was eine Person über die natürlichen Instinkte hinaus tut und denkt. Da die kulturelle Prägung sehr tief greift und oft nicht unmittelbar ersichtlich ist, kommt es im Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen zu einer Reihe von Mißverständnissen, die oft nicht als solche aufgedeckt werden. Es gibt eine Vielzahl an Untersuchungen und Beispielen, die diese Mißverständnisse zum Thema haben.(vgl. AFS 2003) Beispielsweise in Bezug auf Körperkontakt:
In einer Untersuchung wurden in verschiedenen Ländern Beobachtungen in Cafes durchgeführt. Es wurden jeweils zwei Freunde ein und der selben Nationalität eine Stunde lang darauf hin beobachtet, wie oft sie sich beiläufig im Gespräch berührten. Das Ergebis fiel so aus, dass die beobachteten Franzosen 110 Mal in der Stunde Körperkontakt hatten, die beobachteten Puertoricaner 180 mal, während die Engländer sich in der ganzen Stunde nicht einmal berührt haben.
Wenn sich nun ein Engländer mit einem Puertoricaner unterhält, kann er sich durch dessen häufiges Berühren unter Umständen bedrängt fühlen, während der Puertoricaner sein gegenüber als abweisend erlebt. Da diese Umstände in der Regel nicht thematisiert werden, kommt es nicht zu der Ausdeckung des Mißverständnisses und Vorurteile über den anderen Kulturkreis („Engländer sind abweisend und kalt“, etc.) werden bestätigt. Ähnliches gilt auch für den „Personalspace“, also den räumlichen Abstand, in dem zwei Gesprächspartner sich wohlfühlen. Während US- Amerikaner einen relativ grossen Umkreis bereits als Personalspace ansehen, in den ihr Gesprächspartner eindringen kann, wenn dieser
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bereits näher als Armlänge an ihn herantritt, ist dieser Raum bei Südländern sehr viel geringer, so dass diese irritiert sind, wenn mehr Abstand als für sie nötig von ihnen gehalten wird. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass zur Kultur wesentlich mehr gehört als nur die Aspekte, die man spontan verbalisieren könnte, wie etwa andere Essgewohnheiten etc. Die ganze Dimension der kulturellen Prägung einer Person lässt sich mit der Metapher des Eisberges (s. Abb.1) veranschaulichen. Hierbei ist für Aussenstehende nur die Spitze des Eisberges zu sehen, der Teil, der über die Wasseroberfläche herausragt, der - wesentlich grössere- andere Teil ist unter der Oberfläche verborgen. Zu sehen sind in der Kultur nur die Auswirkungen der Aspekte, die der Mensch durch sie verinnerlicht hat. Treffen nun zwei Menschen aufeinander, kollidieren oft die verborgenen Aspekte schon lange, bevor sich die sichtbaren Aspekte überhaupt näher begegnet sind. Diese Barriere kann aber überwunden werden, wenn sich die Beteiligten um diesen Eisberg, den sie selbst immer mit sich führen und den ihr gegenüber mit sich führt, bewußt werden. Sobald auch der „verborgene“ Teil der Kultur beachtet wird, kann die Begegnung vorsichtiger, also sensibler stattfinden.
3. Entwicklung der interkulturellen Pädagogik
Die interkulturelle Pädagogik ist eine neuere Richtung, die aus der Ausländerpädagogik hervorgeht. Die Ausländerpädagogik etablierte sich in den 70er und 80er Jahren mit dem Ziel, Einwanderer in die deutsche Kultur zu integrieren. Hierbei wurde deren Kultur aber nicht als gleichwertig angesehen, sondern eine Angleichung an eine andere Kultur gefordert. Die interkulturelle Pädagogik dagegen zielt auf die Öffnung beider (bzw. mehrerer) Kulturkreise, so dass beide Seiten voneinander lernen können. Sie nimmt ausserdem Abstand von einem rein ethnischen Kulturbegriff und ist somit auch auf Vielfalt innerhalb einer Ethnie anwendbar. (vgl. Selle, 2002)
4. Was müssen PädagogInnen hier wissen und können?
PägagogInnen müssen über die sogenannte Interkulturelle Kompetenz verfügen. Diese definiert NIEKE wie folgt: „;Interkulturelle Konpetenz‘ ist die Fähigkeit, im Umgang mit Angehörigen anderer Kulturen deren ethnisch beeinflusste Denk- und Wertgrundlagen zu erkennen, sie zum
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Ann Feldmann, 2003, Interkulturelle Pädagogik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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