Das Ziel der interkulturellen Pädagogik ist der friedliche Austausch und das gemeinschaftliche Zusammensein von Personen verschiedener Kulturen. Die einzelnen Personen sollen dabei über ihre eigene Kultur hinweg auf Angehörige anderer Kulturen zugehen und von diesen neue Inspirationen annehmen und erleben. (vgl. Kapitel 4.: Was müssen PädagogInnen hier wissen und können).
Inhaltsverzeichnis
1. Ziele der Interkulturellen Pädagogik
2. Was steckt hinter dem Begriff „Kultur“?
3. Entwicklung der interkulturellen Pädagogik
4. Was müssen PädagogInnen hier wissen und können?
5. Umsetzung in der ausserschulischen Praxis
6. Zusammenfassung und Fazit
7. Literatur:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit den Zielen und der praktischen Umsetzung der interkulturellen Pädagogik, um einen friedlichen Austausch zwischen verschiedenen Kulturen zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung interkultureller Kompetenz bei Pädagoginnen und Pädagogen sowie der Reflexion kultureller Prägungen.
- Grundlagen und Ziele der interkulturellen Pädagogik
- Differenzierte Betrachtung des Kulturbegriffs
- Entwicklung interkultureller Kompetenz
- Methoden und Ansätze für die ausserschulische Praxis
- Reflexion über Vorurteile, Rassismus und Gemeinsamkeiten
Auszug aus dem Buch
2. Was steckt hinter dem Begriff „Kultur“?
Unter Kulturen sind hier nicht nur die verschiedenen Ethnien gemeint, sondern auch die verschiedenen „Untergruppen“ innerhalb einer Ethnie oder Nation. Die Frage, was Kultur denn genau ist, ist nur schwer zu beantworten. Pauschal gesagt prägt Kultur all das, was eine Person über die natürlichen Instinkte hinaus tut und denkt. Da die kulturelle Prägung sehr tief greift und oft nicht unmittelbar ersichtlich ist, kommt es im Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen zu einer Reihe von Mißverständnissen, die oft nicht als solche aufgedeckt werden.
Es gibt eine Vielzahl an Untersuchungen und Beispielen, die diese Mißverständnisse zum Thema haben.(vgl. AFS 2003) Beispielsweise in Bezug auf Körperkontakt: In einer Untersuchung wurden in verschiedenen Ländern Beobachtungen in Cafes durchgeführt. Es wurden jeweils zwei Freunde ein und der selben Nationalität eine Stunde lang darauf hin beobachtet, wie oft sie sich beiläufig im Gespräch berührten. Das Ergebis fiel so aus, dass die beobachteten Franzosen 110 Mal in der Stunde Körperkontakt hatten, die beobachteten Puertoricaner 180 mal, während die Engländer sich in der ganzen Stunde nicht einmal berührt haben.
Wenn sich nun ein Engländer mit einem Puertoricaner unterhält, kann er sich durch dessen häufiges Berühren unter Umständen bedrängt fühlen, während der Puertoricaner sein gegenüber als abweisend erlebt. Da diese Umstände in der Regel nicht thematisiert werden, kommt es nicht zu der Ausdeckung des Mißverständnisses und Vorurteile über den anderen Kulturkreis („Engländer sind abweisend und kalt“, etc.) werden bestätigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziele der Interkulturellen Pädagogik: Das Kapitel definiert das Kernziel der interkulturellen Pädagogik, welches im friedlichen Austausch und der gegenseitigen Inspiration zwischen Personen unterschiedlicher Kulturen liegt.
2. Was steckt hinter dem Begriff „Kultur“?: Hier wird der Kulturbegriff erweitert und anhand der Eisberg-Metapher verdeutlicht, dass verborgene Aspekte oft zu interkulturellen Missverständnissen führen.
3. Entwicklung der interkulturellen Pädagogik: Das Kapitel zeichnet den Wandel von der integrativen Ausländerpädagogik hin zur interkulturellen Pädagogik nach, die auf gegenseitiges Lernen und Vielfalt setzt.
4. Was müssen PädagogInnen hier wissen und können?: Es wird die Bedeutung interkultureller Kompetenz hervorgehoben und aufgezeigt, welche Lerneinheiten für pädagogisches Fachpersonal notwendig sind.
5. Umsetzung in der ausserschulischen Praxis: Hier werden praktische Handlungsfelder wie autobiographisches Arbeiten, Diskussionsforen und gemeinsame Projekte zur Förderung von Toleranz vorgestellt.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Reflexion verborgener kultureller Aspekte und die Förderung interkultureller Kompetenz der Schlüssel für gelingende Begegnungen sind.
7. Literatur:: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und weiterführende Literatur auf.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Ethnizität, Rassismus, Befremdung, Toleranz, Sozialisation, Pädagogik der Vielfalt, Kultursensibilität, Diskriminierung, Persönlichkeitsentwicklung, Konfliktbewältigung, Identität, Austausch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der interkulturellen Pädagogik und der Frage, wie durch gezielte Kompetenzentwicklung ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen gefördert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der erweiterte Kulturbegriff, die Historie der Disziplin, die Vermittlung interkultureller Kompetenz und die praktische Umsetzung in der außerschulischen Bildungsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, pädagogisches Fachpersonal zu befähigen, kulturelle Prägungen bei sich und anderen zu erkennen, um Vorurteile abzubauen und Begegnungen sensibler zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur (z.B. Nieke, Selle) sowie auf die Reflexion praxisnaher Ansätze zur Diskriminierungsminderung.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Hintergründe kultureller Missverständnisse, die Definition von Kompetenzanforderungen für Pädagogen und konkrete Lerneinheiten zur Trainingsgestaltung erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Interkulturelle Kompetenz, Ethnozentrismus, Kultursensibilität und der Umgang mit Befremdung.
Was besagt die Eisberg-Metapher in Kapitel 2?
Die Metapher veranschaulicht, dass nur ein kleiner Teil der kulturellen Prägung sichtbar ist, während der Großteil verborgen unter der Oberfläche liegt und oft unbewusst Konflikte verursacht.
Warum ist laut der Autorin Freiwilligkeit in der Praxis wichtig?
Die Freiwilligkeit bei Trainingsmaßnahmen wird als essenziell erachtet, um die Motivation der Teilnehmer zu sichern und eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Inhalten zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Ann Feldmann (Autor:in), 2003, Interkulturelle Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63581