Inhaltsverzeichnis
1. Internet als Enabler zur elektronischen Beschaffung 3
2. Allgemeine Grundlagen der elektronischen Beschaffung. 3
2.1 Definition und Begriffserklärung. 3
2.2 Abgrenzung zum klassischen Beschaffungsprozess 4
2.3 Motivation der elektronischen Beschaffung 5
2.4 Identifikation geeigneter Beschaffungsgüter 6
2.5 Instrumente der elektronischen Beschaffung. 7
3. Elektronische Marktplätze als Schnittstelle der Handelspartner 9
3.1 Definitionen und Begriffserklärungen 9
3.2 Elektronische Marktplätze nach Betreiberstruktur. 10
3.3 Elektronische Marktplätze nach Brachenzugehörigkeit. 11
3.4 Transaktionsmodelle. 12
3.4.1 Online-Kataloge. 13
3.4.2 Online-Auktionen. 14
3.4.3 Online-Börsen 15
4. Kritische Erfolgsfaktoren auf Elektronischen Märkten 16
4.1 Kritische Masse 16
4.2 Sicherheit und Vertrauen 16
4.3 Lieferanten-Kunden-Beziehungen 19
5. Potentiale der Beschaffung über elektronische Marktplätze. 22
5.1 Beschleunigung und Flexibilisierung der unternehmensübergreifenden
Transaktionsprozesse. 22
5.2 Senkung der Transaktionskosten 24
5.3 Schaffung neuer Einnahmequellen durch Integration von
Zusatzdienstleistungen 25
5.4 Positive Netzwerkeffekte. 26
6. Ein Ausblick in die Zukunft 28
Literaturverzeichnis 29
2
1. Internet als Enabler zur elektronischen Beschaffung
Durch das Internet, besteht für Unternehmen erstmals die Möglichkeit über dieses weltweit verfügbare Netz ihre Beschaffung elektronisch abzuwickeln. Die Unternehmen versprechen sich im Zuge der elektronischen Beschaffung eine Optimierung hinsichtlich Zeit und Kosten.
In dieser Arbeit werden die Grundlagen zur elektronischen Beschaffung gelegt, elektronische Marktplätze als Beschaffungsform erklärt und die Besonderheiten dieser Marktform erläutert.
2. Allgemeine Grundlagen der elektronischen Beschaffung
2.1 Definition und Begriffserklärung
Electronic Commerce bezeichnet die „Anbahnung und Abwicklung von Transaktionen sowie den Informationsaustausch auf Basis elektronischer Netzwerke über Organisationsgrenzen hinweg“. 1 Hinsichtlich der wichtigsten Transaktionspartner unterscheidet man beim E-Commerce zwischen den Beziehungen des Unternehmens mit dem Endverbraucher (Business-to-Consumer bzw. B2C) und zwischen den Unternehmen (Business-to-Business bzw. B2B). 2
B2B unterscheidet sich vom B2C dadurch, dass die Datenübertragung oft schneller abläuft, da die Unternehmen meist über bessere Ausstattungen verfügen als die Endverbraucher. Beim B2B steht weniger die individuelle Kaufentscheidung eines Einzelnen im Vordergrund, sondern die optimale Abwicklung der Geschäftsprozesse zwischen den beiden Unternehmen. Außerdem werden bei E-Commerce Geschäften
1 Dingeldein [Systematik] 10.
2 Weitere Bezugsgruppen können Consumer-to-Consumer (C2C) oder Business-to-Government (B2G) sein auf die nicht weiter eingegangen wird.
zwischen Unternehmen höhere Transaktionswerte bewegt und die
Geschäftsbeziehungen sind dauerhafter. 3
Generell bildet die Beschaffung eine Schnittstelle zwischen externer und interner Umwelt, da sie die Integration des Beschaffungsmarktes in die Unternehmensprozesse erfordert. Die Unterstützung dieses Integrationsprozesses mit Hilfe von Informationstechnologie wird als elektronische Beschaffung bezeichnet, wodurch diese ein Teilbereich des B2B E-Commerce darstellt.
2.2 Abgrenzung zum klassischen Beschaffungsprozess
Folgend sind ein klassischer und ein elektronischer Beschaffungsprozess in stark vereinfachter Form dargestellt (Abbildung 1).
Abbildung 1: Der klassische Beschaffungsprozess 4
Die großen Probleme sind die Mehrfacherfassung von Daten, ungenügende prozessumfassende IT-Infrastrukur und nicht bereichsübergreifende Softwarelösungen.
Zum Vergleich kann nun der optimierte Beschaffungsprozess bei der elektronischen Beschaffung in Abbildung 2 betrachtet werden.
3 Vgl. Schneider/Schnetkamp [E-Markets] 19.
4 Vgl. Nenninger/Lawrenz [E-Markets] 9.
4
Abbildung 2: Form eines elektronischen Beschaffungsprozesses 5
Der Prozess der elektronischen Beschaffung wird durch Systemeinsatz transparenter und damit auch effizienter.
2.3 Motivation der elektronischen Beschaffung
Die Veränderung des Umfeldes, wie z.B. die Reduktion der Produktlebenszyklen, der kontinuierliche Technologiewechsel oder die Komplexitätssteigerung der Endprodukte, haben die Unternehmen gezwungen, Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen. 6 Gerade in der elektronischen Beschaffung liegen noch erhebliche Erfolgspotentiale, die in vielen Unternehmen ungenutzt sind und als Wettbewerbsvorteile genutzt werden könnten. 7
Einsparpotentiale der elektronischen Beschaffung werden hauptsächlich durch Prozessoptimierungen erhofft. Bei der elektronischen Beschaffung erfolgt die Verbesserung des Prozesses insbesondere durch De-zentralisierung und
elektronisch unterstützte Standardisierung des Beschaffungsprozesses. Dadurch entfallen ineffiziente Prozesse, wie aufwändige, oftmals papierbasierte
Genehmigungsverfahren. Neben der Reduktion von Einkaufs- und Transaktionskosten (siehe Kap. 5.2) werden dabei auch eine Beschleunigung des Einkaufprozesses und
5 Vgl. Nenninger/Lawrenz [E-Markets] 10.
6 Vgl. Koppelmann [Beschaffung] 8.
7 Vgl. Weiber [Potentiale] 55.
5
eine Verringerung der Fehlbestellungen angestrebt. 8 General Electric konnte beispielsweise mit der Einführung der elektronischen Beschaffung die Bearbeitungszeiten von sieben Tagen auf einen Tag verkürzen. 9
2.4 Identifikation geeigneter Beschaffungsgüter
Sowohl beim Absatz als auch bei der Beschaffung gilt, dass einige Produkte sich besser für internetgestützte Transaktionen eignen als andere. Die Eignung steigt tendenziell, je geringer die Komplexität, je höher der Standardisierungsgrad und je besser die Normierung ist. 10 Es stellt sich nun die Frage, welche Produktarten für die elektronische Beschaffung geeignet sind.
Ein Instrument zur Bestimmung geeigneter Beschaffungsobjekte stellt die ABC-Analyse dar. Entsprechend der Bestellmenge und des Bestellwertes erfolgt eine Einteilung in A-, B- und C-Güter. In der C-Kategorie befinden sich diejenigen Kaufteile, die einen sehr hohen mengenmäßigen, aber einen sehr geringen wertmäßigen Anteil am Gesamtvolumen besitzen. Besonders C-Artikel eignen sich für die elektronische Beschaffung, da die Prozesskosten ihrer Beschaffung ihren Bestellwert um ein Vielfaches übersteigen. 11 Dies können z.B. Massenartikel, wie Schrauben sein, die einen großen Standardisierungsgrad aufweisen.
Aus informationsökonomischer Sicht können Güter nach Such-und
Vertrauenseigenschaften eingeteilt werden. 12 Ist eine Beurteilung der Qualität vor dem Kauf gegeben, dann besitzen die Güter einen hohen Anteil an Sucheigenschaften. Diese Güter sind für die elektronische Beschaffung geeignet, da sich Beschaffungsunsicherheiten durch Leistungsbeurteilung vor dem Kauf hinreichend reduzieren lassen. Tendenziell zielt auch die informationsökonomische Perspektive auf C-Güter als Objekte der elektronischen Beschaffung ab.
8 Vgl. Ball/Hudetz [Vgl. Beschaffung] 10.
9 Vgl. Brenner/Zarnekow [E-Procurement] 491.
10 Vgl. Hudetz [Marktplätze] 78.
11 Vgl. Bogaschewsky [E-Procurement] 15.
12 Vgl. Weiber/Meyer/Holger [Electronic Procurement] 1658.
6
Eine weitere Differenzierung kann man in direkte und indirekte Güter erfolgen. Objekte, die zu Produktionszwecken genutzt und im Rahmen der Weiterverarbeitung in das Endprodukt einfließen, werden als direkte Güter bezeichnet. Beispiele hierfür sind Halb-und Fertigprodukte. Indirekte Güter dienen der Aufrechterhaltung des Betriebes und werden nicht verarbeitet. Sie werden auch als MRO-Güter 13 bezeichnet. Darunter fallen Büromaterialien oder Ersatzteile. Das Ziel der elektronischen Beschaffung indirekter Güter ist die Senkung der internen Prozesskosten. Zur Beschaffung über elektronische Marktplätze sind MRO-Güter besonders geeignet. 14
Dieser Einteilung geeigneter Produktgruppen sollten Unternehmen jedoch nicht blind folgen, da sonst innovative Formen der elektronischen Beschaffung in anderen Güterkategorien erst gar nicht erwogen werden.
2.5 Instrumente der elektronischen Beschaffung
Die elektronische Beschaffung kann mit mehreren Instrumenten realisiert werden, deren Einsatzgebiet kurz skizziert wird.
Über Direct Purchasing Systeme (DPS) können Mitarbeiter mit Hilfe eines elektronischen Produktkatalogs ihre eigenen Bedarfe bestellen, so lange ein bestimmter Warenwert nicht überschritten wird. 15 Geliefert wird direkt an den Bedarfsträger, der den Wareneingang quittiert und die Zahlungsabwicklung auslöst. Typische
Anwendungsgüter sind Büromaterialien oder Industriekleinteile.
Ein weiteres Instrument stellt Electronic Data Interchange (EDI) dar. Darunter versteht man den Austausch strukturierter Daten zwischen Anwendungsprogrammen entfernter Kommunikationspartner. Es besteht die Möglichkeit der automatisch ausgelösten Bestellung bei Unterschreitung einer festgelegten Mindestmenge. Da die Implementierung solcher Systeme aufwendig ist lohnt es sich meist nur bei Material für die laufende Fertigung mit hohem Wert. 16
13 Güter aus den Bereichen Instandhaltung (Maintenance), Reparatur (Repair) und operatives Geschäft (Operation)
14 Vgl. Ball/Hudetz [Beschaffung] 3.
15 Vgl. Brenner/Zarnekow [E-Procurement] 493.
16 Vgl. Göthich [E-Procurement] 56.
7
Beide Instrumente haben als Gemeinsamkeit, dass sie von einem Anbieter oder einem Unternehmen organisiert werden.
Ein weiteres Instrument der elektronischen Beschaffung ist der elektronische Marktplatz. Hier können eine beliebige Zahl Käufer und Verkäufer aufeinander treffen, die Waren und Dienstleistungen handeln und Informationen tauschen. Die einzelnen Formen elektronischer Markplatztypen werden im nächsten Kapitel beleuchtet.
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Arbeit zitieren:
Christoph Haffa, 2006, Besonderheiten der Beschaffung über elektronische B2B-Marktplätze, München, GRIN Verlag GmbH
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