Gliederung
Gliederung 2
1 Einleitung 3
2 Begriffsbestimmung 5
3 Historische Aspekte und Rahmenbedingungen der Schulpsychologie. 8
3.1 Historische Entwicklung 8
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 9
3.3 Institutionelle Rahmenbedingungen. 10
4 Aufgaben eines Schulpsychologen. 13
4.1 Die Schwerpunkte im Aufgabenbereich eines Schulpsychologen. 13
4.2 Erwartungen an schulpsychologische Beratung. 15
5 Die drei Ebenen Schulpsychologischer Beratung 17
5.1 Individualberatung. 17
5.2 Gruppenberatung 20
5.3 Institutionenberatung 21
6 Zusammenfassung 24
7 Literaturverzeichnis. 25
2
1 Einleitung
Diese Arbeit entstand im Rahmen des Hauptseminars „Erziehungspsychologie: Psychologische Beratung, Intervention und Prävention“. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Schulpsychologische Beratung. Dies ist ein sehr bedeutsames Thema im Schulalltag geworden. Innerhalb eines fünfwöchigen Praktikums, das der Verfasser absolvierte, konnte er in Gesprächen mit Lehrern - sowohl ältere als auch jüngere - feststellen, dass ein Bedarf an Beratung durchaus existiert. Dieser Bedarf ist nicht nur auf die Schüler zu übertragen, sondern auch und vor allem auf die Lehrenden. Diese führten oftmals an, dass sie ein großes Interesse an einer Beratung hätten, „die ihnen etwas bringt.“ Dies ist sicherlich nicht so zu verstehen, dass sie die Erwartung haben, dass ein Schulpsychologe alle Probleme lösen soll. Vielmehr ist gemeint, dass sie Strategien und Methoden der schulpsychologischen Beratung selbst erlernen möchten, um den Schülerinnen und Schülern bessere Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten zu können. Diese Berichte zeigen allerdings auch, dass es ein ausreichendes Angebot im Bundesland Sachsen-Anhalt nicht gibt.
Diese Arbeit wird sich deshalb intensiver mit dem Begriff der schulpsychologischen Beratung auseinandersetzen. Einerseits sollen
Rahmenbedingungen für diese spezielle Form der Beratung untersucht werden. Dies wird zum einen durch einen historischen Abriss geschehen und zum anderen indem die aktuelle Situation in der Bundesrepublik Deutschland analysiert wird. In einem weiteren Schritt sollen die Aufgaben eines Schulpsychologen untersucht werden. Hierbei wird vor allem der Schwerpunkt der Unterstützung im Vordergrund stehen. Interessieren sollen im Weiteren auch die Erwartungen an den Schulpsychologen. Wie wird er von Lehrer, Schülern und auch Eltern gesehen und anerkannt? Was sind seine Aufgaben in den Augen dieser drei an Schule Beteiligten Gruppen?
In einem letzten Schritt stehen spezifische Methoden der schulpsychologischen Beratung im Vordergrund. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten, die untersucht werden sollen.
3
Einerseits die individuelle Beratung, zum zweiten die Gruppenberatung und zu letzt die institutionelle Beratung. Hierin soll jeweils hinterfragt werden, welche Methode sich in welcher Situation die größtmöglichen Erfolge bringt.
4
2 Begriffsbestimmung
Innerhalb der wissenschaftlichen Forschung besteht weitgehende Einigkeit darüber, was unter dem Begriff der schulpsychologischen Beratung zu verstehen ist. Nach Pitkowsky und Wild „…läßt sich schulpsychologische Beratung allgemein als ein systematischer Versuch beschreiben, mit Hilfe pädagogischpsychologischer Theorien und Methoden schulische Entwicklungsprozesse und Probleme zu analysieren und Lösungswege zu suchen bzw. zu initiieren.“ 1 Nach Hochstrasser ist Schulpsychologie die „…Bearbeitung von Fragen und Problemen, die für Menschen im Rahmen der schulischen Sozialisation entstehen.“ 2 In diesem Sinne lässt sich der Beratungsprozess als ein Teil der Erziehungsaufgabe verstehen. 3 Weiterhin lassen sich anhand dieser Definitionen teilweise Adressaten und Ziele der schulpsychologischen Beratung ableiten. Die Schüler stellen den zentralen Adressaten dar. Schulpsychologische Arbeit solle dem Schüler zugute kommen. 4
Allerdings wäre es verkehrt, die Bemühungen der schulpsychologischen Arbeit nur auf den Schüler bzw. die Schülerin zu konzentrieren. „Adressaten der Beratung können einzelne Schüler, Eltern und Lehrer, Gruppen von Individuen sowie die Institution Schule sein.“ 5 Hieran wird ein grundlegendes Verständnis der möglichen Ursachen von Schulproblemen deutlich, das nicht von Beginn an innerhalb der Schulpsychologie gegeben war. 6
1 Pitkowsky, Birgit / Wild, Elke: Schulpsychologische Beratung, in: Hofer, Manfred / Wild, Elke / Pitkowsky, Birgit (Hrsg.): Pädagogisch-psychologische Berufsfelder. Beratung zwischen Theorie und Praxis, Bern / Göttingen / Toronto / Seattle 1996, S. 87.
2 Hochstrasser, Franz: Schulpsychologie, in: Grubitzsch, Siegfried / Rexilius, Günter (Hrsg.): Psychologische Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Ein Handbuch, Reinbek 1990, S. 927.
3 Vgl. Ott, Hanns / Köck, Peter: Schulberatung, in: Ott, Hanns / Köck, Peter (Hrsg.): Wörterbuch für Erziehung und Unterricht, Donauwörth 5 1994, S. 626.
4 Vgl. Berg, Detlef: Schulpsychologie, in: Lexikon der Psychologie, S. 111.
5 Pitkowsky, Birgit / Wild, Elke: Schulpsychologische Beratung, in: Hofer, Manfred / Wild, Elke / Pitkowsky, Birgit (Hrsg.): Pädagogisch-psychologische Berufsfelder. Beratung zwischen Theorie und Praxis, Bern / Göttingen / Toronto / Seattle 1996, S. 87.
6 Weitere Informationen zur historischen Entwicklung werden im folgenden Kapitel gegeben.
5
Das Hauptaugenmerk bei der Erklärung schulischer Probleme wie Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten wird mehr und mehr im System gesucht, als allein beim Schüler.
„Beratung in der Schule geht von der Überlegung aus, daß viele individuelle Störungen, Behinderungen etc., aber auch gestörte Abläufe in der Gruppe, im Klassenverband, oftmals in den Strukturen der Institution Schule selbst angelegt sind.“ 7
Innerhalb der Disziplin der Psychologie besitzt die Schulpsychologie „…nicht den Charakter einer eigenständigen psychologischen Teildisziplin.“ 8 Dieser Sachverhalt zeigt sich vor allem daran, dass die Schulpsychologie auf mehrere andere psychologische Teilbereiche zurückgreift. Unter anderem sind dies die Entwicklungspsychologie, die Pädagogische Psychologie, die Diagnostik und die klinische Psychologie. Aber auch auf nicht-psychologische Disziplinen wird zurückgegriffen - bspw. die Soziologie. 9 Trotzdem kann der Eindruck gewonnen werden, dass die Schulpsychologie einen Teilbereich der Psychologie darstelle. Dies liegt nach Hochstrasser daran, dass „…Schulpsychologie vor allem im Rahmen von Institutionen - meistens den „Schulpsychologischen Diensten“praktiziert wird.“ 10
Die Ziele der Schulpsychologischen Beratung sind vor allem in der Unterstützung der „…Schulen durch psychologische Erkenntnisse und Methoden“ 11 zu suchen.
7 Hochstrasser, Franz: Schulpsychologie, in: Grubitzsch, Siegfried / Rexilius, Günter (Hrsg.): Psychologische Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Ein Handbuch, Reinbek 1990, S. 927.
8 Hochstrasser, Franz: Schulpsychologie, in: Grubitzsch, Siegfried / Rexilius, Günter (Hrsg.): Psychologische Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Ein Handbuch, Reinbek 1990, S. 927.
9 Vgl. Hochstrasser, Franz: Schulpsychologie, in: Grubitzsch, Siegfried / Rexilius, Günter (Hrsg.): Psychologische Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Ein Handbuch, Reinbek 1990, S. 927.
10 Hochstrasser, Franz: Schulpsychologie, in: Grubitzsch, Siegfried / Rexilius, Günter (Hrsg.): Psychologische Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Ein Handbuch, Reinbek 1990, S. 927.
11 Pitkowsky, Birgit / Wild, Elke: Schulpsychologische Beratung, in: Hofer, Manfred / Wild, Elke / Pitkowsky, Birgit (Hrsg.): Pädagogisch-psychologische Berufsfelder. Beratung zwischen Theorie und Praxis, Bern / Göttingen / Toronto / Seattle 1996, S. 87.
6
Wesentlich ist hierbei der Begriff der Unterstützung. Ein Schulpsychologe - bzw. generell jeder psychologische Berater - hat nicht die Aufgabe, fertige Lösungen vorzugeben. Vielmehr besteht das Ziel der Beratung darin, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. In diesem Sinne sind Ott und Köck zu verstehen, wenn sie fordern, dass der Schüler befähigt werden soll, „…seine Anlagen zu erkennen, seine Fähigkeiten zu nutzen und die vorhandenen Bildungsangebote seiner Begabung und seinen Vorstellungen entsprechend wahrzunehmen.“ 12
12 Ott, Hanns / Köck, Peter: Schulberatung, in: Ott, Hanns / Köck, Peter (Hrsg.): Wörterbuch für Erziehung und Unterricht, Donauwörth 5 1994, S. 626.
7
Arbeit zitieren:
Marko Schulz, 2006, Schulpsychologische Beratung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Scheidungsfolgen, Geschlechts- und altersspezifische Betrachtungen kin...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Seminararbeit, 18 Seiten
"Hilferufe" - Vom Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerin...
Daten – Konzepte – sozialpädag...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 79 Seiten
Anfangsunterricht und Veränderte Kindheit in der Grundschulpädagogik
Hausarbeit, 19 Seiten
Anwendungsfelder schulpsychologischer Beratung
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 21 Seiten
Kindliche Reaktionen auf Streit zwischen Erwachsenen
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 15 Seiten
Zu: Mavis E. Hetherington: "Positive" Scheidungsfolgen für K...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
Die neue Schuleingangsstufe - Didaktisch-methodische Überlegungen zum ...
Examensarbeit, 84 Seiten
Elterliche Sorge nach Trennung und Scheidung der Eltern
Seminararbeit, 15 Seiten
Emotion, Attribution und Leistung im schulischen Kontext
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Hausarbeit, 21 Seiten
Marko Schulz hat den Text Schulpsychologische Beratung veröffentlicht
Marko Schulz hat einen neuen Text hochgeladen
Von der Bildungsberatung zur Schulpsychologischen Beratung und Gewaltp...
45 Jahre auf den Wellen der Bi...
Hermann Reichenbecher, Manfred Faist, Wolfgang Ehinger
Handbook of Response to Intervention
The Science and Practice of As...
Shane R. Jimerson, Matthew K. Burns, Amanda VanDerHeyden
Evaluation gesundheitsbezogener Intervention
Einführung in die Bewertung vo...
John Övretveit, Klemens Felden
Psychologische Krisenintervention für Einsatzkräfte
Hilfe nach traumatischem Stres...
Frank Hallenberger
Ernährung in Prävention und Therapie
Ein Lehrbuch
Claus Leitzmann, Claudia Müller, Petra Michel, Ute Brehme, Thamar Triebel, Andreas Hahn, Heinrich Laube
Energiesparen fördern durch psychologische Intervention
Entwicklung und Evaluation ein...
Birgit Mack
Prävention - Intervention - Konfliktlösung
Pädagogisch-psychologische För...
Telse Iwers-Stelljes
0 Kommentare