Seite
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Theoretische Grundlagen 3
2.1 Begriffsbestimmungen 3
2.2 Das Selbstkonzept 6
2.2.1 Überblick 6
2.2.2 Selbstkonzept 7
2.2.3 Einfluss auf die Persönlichkeit 9
2.2.4 Einfluss auf die Gesundheit 11
2.2.5 Geschlechtsspezifität 12
2.2.6 Aufbau und Modellvorstellung 12
2.2.6.1 Das Modell nach Shavelson et al. 13
2.2.6.1.1 Aufbau 13
2.2.6.1.2 Struktur 14
2.2.6.1.3 Eigenschaften 14
2.2.6.1.4 Genese 14
2.2.6.1.5 Evaluation 15
2.2.6.1.6 Kritik 16
2.2.7 Beeinflussende Variablen und Moderatoren 16
2.3 Das Körperkonzept als Teildimension des Selbstkonzeptes 18
2.4 Selbstkonzept und Sport 20
2.4.1 Aktueller Forschungsstand 20
2.4.2 Sport und Persönlichkeit 21
2.4.3 Sport und Selbstkonzeptentwicklung 23
2.4.3.1 Sonstroems Morgans EXSE-MModell 24
2.4.4 Selbstkonzept im Kindesalter 25
3 SV Pfefferwerk e.V. 27
II
4 Studie 30
4.1 Fragestellung und Hypothesen 30
4.2 Methodik 31
4.2.1 Probanden 31
4.2.2 Untersuchungsdesign 31
4.2.3 Das Frankfurter-Kinder-Selbstkonzeptinventar 32
4.2.3.1 Gütekriterien 33
4.2.3.2 Bisherige Untersuchungen 34
4.3 Durchführung 35
4.4 Auswertungen 37
5 Diskussion 40
6 Zusammenfassung und Ausblick 43
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
III
1 Einleitung
Als werdender Vater sehe ich mich nun direkt mit einigen Fragen konfrontiert, welches sowohl ein vieldiskutiertes Alltagsthema ist, aber auch, verstärkt in einer Zeit von Überfluss an Eindrücken und Möglichkeiten, im wissenschaftlichen Interesse steht:
o Was ist gut für die Erziehung meines Kindes?
o Was wird Einfluss auf mein Kind haben?
o Was ist förderlich, was hemmend?
Nach den ersten Jahren (oder ersten Monaten) mit den Eltern kommt das Kleinkind in näheren Kontakt mit der Gesellschaft: Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule werden sehr früh das Wesen oder den Charakter prägen.
Doch nicht nur diese gesellschaftlichen Institutionen sind für die Entwicklung des Kindes von Bedeutung, ein weiteres Phänomen setzt schon in den frühen Jahren an und wird sich durch das gesamte Leben des Menschen fortsetzen: der Sport.
Sport durchdringt unsere Gesellschaft und ist elementarer Bestandteil des täglichen Lebens; so sind z.B. allein - laut der Internetseite des Deutschen Sportbundes - immerhin rund 27 Millionen Menschen als Mitglieder organisiert, welche sich auf ca. 90 000 Turn- und Sportvereine aufgliedern.
Das ein frühes Auseinandersetzen mit dem Sport förderlich für motorische und auch medizinische Aspekte ist, gilt als wissenschaftlich bewiesen, welcher Einfluss aber auf die psychische Entwicklung genommen wird, gilt - zumindest im Kindesalter - noch als „unbeschriebenes Blatt“.
Seit über einem Jahr bin ich bei einem Berliner Verein als Jugendtrainer für 4-6 jährigen Mädchen und Jungen in der Sektion Fußball tätig, und im Laufe der Zeit kam es zu interessanten Rückmeldungen seitens der Eltern.
So erzählte mir anfangs eine Mutter, dass sich ihr Kind im Training offener zu anderen Kinder verhalte und im Allgemein kommunikativer sei, als sie es im Kindergarten gewohnt ist. Ähnliche Beispiele, dass ein besseres Sozialverhalten im Training zu erkennen ist, gab es noch bei einigen weiteren Kindern.
„Das Altersgefüge von 3-6 Jahren ist das prägendste und damit auch das wichtigste in der Kindheit“ betont Klaus Hurrelmann (2005), und bezieht sich dabei auf Forschungen aus der Entwicklungspsychologie (Vgl. Montada, L. & Oerter, R., 1998). Das der Sport einen Einfluss auf den Menschen hat, gilt als unbestritten, wie auch Conzelmann und Müller feststellten (2005), tatsächliche Daten über die psychologischen Auswirkungen sind allerdings sehr gering vorhanden.
1
Vor allem die sensible Phase (Hurrelmann, 2005, S. 19; Montada, L. & Oerter, R., 1998) im frühen Kindesalter sind so gut wie gar nicht empirisch belegt, aus dem schlichten Grund, dass eine psychologische Untersuchung an Kindern sehr umständlich und als schwer durchführbar galt.
Diesen Umstand versucht der Frankfurter-Selbstkonzept-Fragebogen für Kinder von Prof. Deusinger et al. zu beseitigen. Er wurde entwickelt, um gezielt Kleinkinder ab 3 Jahren in Form eines Frage-Antwort-Spiels über ihr Selbstkonzept zu befragen. Das psychische Konstrukt „Selbstkonzept“ ist als „Glaube an die eigenen Fähigkeiten und damit an sich selbst und die subjektive Vorstellung des Menschen von sich selbst…“ (Alfermann, 1998, S. 212) definiert, ist soz. frei übersetzt das „Bild von sich selbst“. So sind die bekannten psychologischen Eigenschaften Selbstvertrauen oder Körperbild Bestandteile bzw. Produkte des eigenen Selbstkonzeptes.
Der Fragebogen baut auf der Basis der bewährten Frankfurter Selbstkonzeptskalen auf und soll nun eine bessere Möglichkeit darstellen, mehr über das Befinden und über die psychische Entwicklung von Kindern in den frühen Lebensjahren zu erfassen und soll somit das diagnostische Mittel meiner Diplomarbeit sein.
Ich werde nun näher auf Grundlagen und einige Facetten des Konstruktes Selbstkonzept eingehen und mit Hilfe von 31 Kindern ein Querschnittsstudie durchführen, welche aufzeigen soll, dass schon in frühen Jahren der Sport - oder speziell in dieser Arbeit: die Wahl der Sportart - einen Einfluss auf die psychische Entwicklung hat.
2
2 Theoretische Grundlagen
Auf den folgenden Seiten soll mit Hilfe einer Literaturstudie ein kleiner Überblick zum gegenwärtigen Stand der psychologischen Forschung zum Thema Selbstkonzept geboten werden und eine Begriffserklärung für die folgende Untersuchung voranstellen, die ein besseres Verständnis, immer im Hinblick auf die besondere Bedeutung für das Kindesalter, der vorliegenden Arbeit beabsichtigt.
2.1 Begriffsbestimmungen Bulimie
Dichothom
Magersucht
2.2 Das Selbstkonzept
2.2.1 Überblick
Einen Überblick zum Thema Selbstkonzept zu erhalten, ist nicht einfach. Keith und Bracken (1996) 1 stellen fest, dass es derzeit ungefähr 20 Definitionen und dementsprechend auch Vertreter (u.a. Shavelson, Marsh, Fuchs, Alfermann, Stiller, Deussinger) mit dazugehörigen Messinstrumenten gibt.
Hinzu kommt, dass im englischem Sprachgebrauch das Selbstkonzept auch als selfperception, self-image oder auch self-representation genannt und angewendet wird, weitere Begriffe sind im publizistischem Umlauf und reichen bis ins philosophische oder esoterische Milieu (u.a. „Seele“, „Ego“ oder „Körpergeist“).
Diesen Zustand der nicht einheitlichen Definition und der Fülle an diagnostischen Mitteln bezeichnet 1995 Marsh treffend als „everybody knows what it is“ - Phänomen. Deshalb ist ein Blick in die Historie der Selbstkonzeptforschung hilfreich: Schon 1890 erscheint der Begriff „Selbstkonzept“ in einer Abhandlung über die Psychologie von William James, einem Werk, welches als erstes auch auf eine Unterteilung des Selbst aufmerksam macht (Vgl. Mummendey, 1995; Alfermann, 1998). Als „Pioniere“ werden laut Mummendey (1995, S.65) neben James noch Baldwin (1897), Cooley (1902), Mead (1934) und Allport (1943) angesehen.
Gergen (1971) weist allerdings darauf hin, dass die Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und somit mit dem Selbst schon zeitens der frühen Philosophen im antiken Griechenland stattgefunden hat, und somit sowohl die klassischen - Aristoteles - als auch die „neueren“ Philosophen - Descartes, Berkeley, Hobbes, Kant, Hegel, usw. - sich auf ihre Art und Weise mit dem Thema Selbstkonzept beschäftigt haben.
Bis heute ist dieses Konstrukt immer noch aktuell und Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen sowie in stetiger Diskussion, die Sportpsychologie hat dieses Thema ebenfalls aufgegriffen, mit der Fragestellung, inwieweit körperliche Aktivität, also Bewegung und Sport sich auf die Psyche - und hier speziell dem Selbstkonzept - auswirken. Dieser allgemeinen Fragestellung möchte ich mich mit meiner Arbeit anschließen. Der Frage nach dem „Was wird gemessen“ folgt zudem die Frage „Wie wird gemessen?“. Auch hier ist das Angebot an diagnostischen Mitteln sehr reichhaltig:
1 In: Stiller, Alfermann. (2005, S. 123f)
6
Dabei möchte ich aber gleich auf das Themengebiet Sportpsychologie eingehen und für Grundfragen und einer Übersicht von Messinstrumenten auf Mummendey (1995) verweisen. Für das Gebiet der deutschen Sportpsychologie, welche sich, so stellen Stiller und Alfermann 2005 fest, vor allem seit den 90er Jahren mit dem Thema Selbstkonzept, speziell nach dem Modell von Shavelson et al., auf welches ich später noch tiefgründiger eingehen werde, beschäftigt, haben sich folgende Messinstrumente herauskristallisiert, welche sich in Form eines Fragebogens mit variierenden Items unter verschiedenen Subdimensionen zusammensetzen:
Deusinger (1998): Frankfurter Selbstkonzeptskalen Fuchs (1997): SSA-Skalen (eher Richtung Selbstwirksamkeit) Mummendey, Riemann & Schiebel (1983): Selbstratingskalen Fox & Corbin (1989): PSPP Marsh & Redmayne (1994): PSDQ
Wobei die letzteren zwei sich nur auf eine angenommen Subdimension des Selbstkonzeptes, dem Körperkonzept, beziehen.
Ich möchte mich in meiner Arbeit auf die Definition von Mummendey 2 beziehen und orientiere mich in meine Untersuchung an dem Modell von Shavelson et al. von 1976. Als diagnostisches Mittel ziehe ich das Frankfurter Kinder Selbstkonzept Inventar von Deussinger et al. (noch veröffentlicht) zur Hilfe.
2.2.2 Selbstkonzept
Doch was ist, nach all den Vertretern und Messinstrumenten, eigentlich mit dem Begriff Selbstkonzept gemeint?
Auch hier sollte man sich möglichst für einen Vertreter entscheiden, denn es herrscht eine Fülle von Definitionsversuchen:
Deshalb erstmal salopp und knapp gesagt: Das Selbstkonzept beschreibt das Individuum als ein „Bild von sich selbst“.
Es ist also die Summe der Überzeugungen, die eine Person über ihre Eigenschaften hat, es ist ein Ausdruck dafür, wie sich der Mensch selbst sieht, was er von sich und seinen Fähigkeiten weiß und wie er seine Eigenschaften beurteilt, spiegelt somit die Interaktion Person-Umwelt wider.
2 Siehe Begriffsbestimmungen
7
Arbeit zitieren:
Thomas Letzian, 2006, Sport und Selbstkonzept im Kindesalter, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Identitätsentwicklung im Jugendalter - Welche Rolle spielt der Sport b...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit, 30 Seiten
Zum Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Autogenes Training mit Kindern - Möglichkeiten und Grenzen
Psychologie - Beratung, Therapie
Hausarbeit, 16 Seiten
Organisationsstrukturen des deutschen Leistungssports - Vergleich Spor...
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Die USA und die BRD als demokratische Systeme im Vergleich
Systeme der Regierungsbildung
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Essay, 6 Seiten
Impact of the UMTS Experience for Forthcoming Network Generations
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Seminararbeit, 28 Seiten
Geschlechts-, Körper- und Sexualitätskonzeptionen in der weiblichen Ad...
Eine Untersuchung jugendlitera...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 82 Seiten
Vom Ich zum Wir - Outdoor-Training und Coaching als Prozessverstärker ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 49 Seiten
Wohlbefinden und Gesundheit durch Sport
Der Einfluss sportlicher Aktiv...
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Das Big-Five-Modell der Persönlichkeit - Anwendung im organisationspsy...
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 64 Seiten
Fluchtpunkt Körper - Zur Entwicklung von Sport und Körper in der Moder...
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Selbstkonzepttheorie - Interdependenz zwischen Persönlichkeit (vor all...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Diplomarbeit, 62 Seiten
Zur Kopftuchdebatte in Deutschland
Schränkt der §38 des Landessch...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 18 Seiten
Thomas Letzian's Text Sport und Selbstkonzept im Kindesalter ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Thomas Letzian hat den Text Sport und Selbstkonzept im Kindesalter veröffentlicht
Thomas Letzian hat einen neuen Text hochgeladen
Das Selbstkonzept Inventar (SKI) für Kinder im Vorschul- und Grundschu...
Theorie und Möglichkeiten der ...
Dietrich Eggert, Sandra Bode, Christina Reichenbach
Wie viele Götter sind im Himmel? Religiöse Differenzwahrnehmung im Kin...
Interreligiöse und Interkultur...
Anke Edelbrock, Friedrich Schweitzer, Albert Biesinger
Diagnostik von Selbstkonzept, Lernmotivation und Selbstregulation
Joachim Stiensmeier-Pelster, Falko Rheinberg
Mathematikleistung, Selbstkonzept und Geschlecht
Empirische Befunde der Laborsc...
Nicole Hollenbach
Schulleistungen, Selbstkonzepte sowie unterrichtsklimatische Einstellu...
Quer- und Längsschnittbefunde ...
Clemens Zumhasch
Akademisches Selbstkonzept und Bezugsgruppenwechsel
Einfluss spezieller Förderklas...
Matthias Brüll
0 Kommentare