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Inhaltverzeichnis
I Einleitung Seite 3
II Das Christentum und die heidnischen
Kulte vor dem 4. Jahrhundert Seite 4
III Vorstellung der Motive Seite 5
III.1 Privat-religiöse Motivation
und ihre begrenzte Aussagekraft Seite 5
III.2 Gesellschaftliche Umstrukturierung und ihre
Auswirkungen auf die Motivation zur Konversion Seite 7
III.3 Bedeutung der Bekehrung Konstantins
zur Konversion der Oberschicht Seite 9
III.4 Der Senat in Konstantinopel -
der Senat der Christen Seite 10
III.5 Die Rolle der Frauen Seite 11
III.6 Weitere Erklärungen für Motive zur Konversion Seite 12
III.7 Motive gegen die Konversion zum Christentum Seite 14
IV Zusammenfassung mit Schlußwort und Ausblick Seite 15
V Bibliographie Seite 17
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I Einleitung
Im Zuge der Christianisierung des römischen Reiches in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt blieb keine gesellschaftliche Schicht des Imperiums von Konversionen zu dem „neuen“ Glauben aus Galiläa ausgeschlossen. 1 So wurde nach und nach, in einem sehr langwierigen Prozeß auch die Elite des Reiches, die adelige Senatorenschicht, christianisiert.
In dieser Arbeit soll nun versucht werden, diese Entwicklung zu erklären und Gründe aufzuzeigen, die für die Angehörigen der Oberschicht Motivation gewesen sein mögen zum Christentum zu konvertieren. Gleichzeitig können somit auch die Gründe für ein Verbleiben eines großen Teils der Oberschicht in den heidnischen Kulten der Antike angeführt werden.
Erklärungsversuche für die Christianisierung der Oberschicht des römischen Reiches im 4. Jahrhundert plausibel und fundiert zu erbringen, ist in mehrfacher Hinsicht nicht einfach zu leisten. Einerseits ist die Quellenlage relativ wenig umfassend, andererseits sind die uns erhaltenen Quellen (Epigraphiken, Ikonographien, Briefe, Gesetzestexte, u.v.m.) nicht unbedingt repräsentativ weil nicht gewährleistet werden kann, daß uns sämtliche, einst existierende Quellen erhalten geblieben sind. Darüber hinaus muß davon ausgegangen werden, daß die meisten Quellen in irgendeiner Weise beeinflußt sind und somit unter Umständen nicht wahrheitsgemäß Zeugnis geben. 2 Ein weiters Problem, das sich bei der Annäherung an dieses Thema eröffnet, ist die Tatsache, daß eine Konversion von einem Glauben zu einem anderen häufig eine äußerst private Angelegenheit zu sein scheint, das nicht dokumentiert wird. Wir können daher oftmals nur vermuten, was die Motivation des Einzelnen gewesen sein mag sich zum Christentum zu bekennen.
1 Vgl. A.H.M. Jones: The Social Background of the Struggle between Paganism and Christianity; in: A. Momigliano (Hrsg.):Paganism and Christianity in the Fouth Century, Oxford 1963, S. 17.
2 Dies vor allem vor dem Hintergrund, daß Europa seit dieser Zeit mehr als 1500 Jahre christlich geprägt ist und auch die Geschichtsschreibung christlich beeinflußt ist; wir betrachten sozusagen die Entwicklung nur von der „Siegerseite“ aus; vgl. M.R. Salzman: How the West was won: The Christianization of the Roman Aristocracy in the West in the Years after Constantine; in: Studies in Latin Literature and Roman History, Band VI, Bruxelles 1992, S.455.
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Der Forschungsstand in der Fachliteratur zu diesem Thema ist verhältnismäßig umfassend. Auf Sekundärliteratur basierend mußte eine Auswahl getroffen werden, deren Ergebnis nach Bearbeitung derselben ein recht unterschiedliches Bild in der Beurteilung des Themas ergab. Es empfahl sich daher die verschiedenen Motivationsdarstellungen und ihre Erklärungen in einzelne Kapitel einzuteilen, um ein adäquat zusammenfassendes Bild des gegenwärtigen Forschungsstandes zu präsentieren.
Die Frage, die sich hierbei stellte, ist die, inwiefern von einem gewissen Hauptmotiv für den Großteil der konvertierten Senatoren und ihrer Familien gesprochen werden darf.
II Das Christentum und die heidnischen Kulte vor dem
4. Jahrhundert
In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt kann das Christentum nicht anders bezeichnet werden als eine kleine, aber sich immer mehr verbreitende Sekte, 3 die für die Zeitgenossen vor allem wegen ihres Monotheismus stark dem damals recht verbreiteten Judentum ähnelte. 4 Das Chrt. war einer von vielen Kulten oder Religionen, die es im römischen Reich gab, die meisten davon waren politheistisch; eine Staatsreligion im heutigen Sinne existierte nicht. 5 Gut organisiert 6 verbreitete sich das Chrt. besonders im Osten des Reiches in den mittleren und unteren städtischen Gesellschaftsschichten. 7 Durch seine Kompromißlosigkeit und unbedingte Hingabe zu seinem Glauben setzte es sich auch gesellschaftlich von den übrigen Kulten ab. 8 In zunehmendem Maße konnte es
3 Vgl. A.H.M. Jones: Der soziale Hintergrund des Kampfes zwischen Heidentum und Christentum; in: R. Klein (Hrsg.): Das frühe Christentum und der römische Staat. Wege der Forschung, Band CCCXVII, Darmstadt 1971,S. 363.
4 Vgl. D. Praet: Explaining the Christianization of the Roman Empire. Older Theories and Recent Developments; in: SEJG (1992/93), S. 6; S. 11.
5 Vgl. D.Praet: ibid.; S.11.
6 Vgl. A.H.M. Jones: The Decline and Fall of the Roman Empire, London 1984, S.265.
7 Vgl. D.Praet: Explaining the Christianization of the Roman Empire. Older Theories and Recent Developments; in: SEJG (1992/93), S. 12ff, 72. & vgl. A.H.M. Jones: The Social Background of the Struggle between Paganism and Christianity; in: A. Momigliano (Hrsg.): Paganism and Christianity in the Fourth Century, Oxford 1963, S. 17.
8 Vgl. A.H.M. Jones: The Social Background of the Struggle between Paganism and Christianity; in: A. Momigliano (Hrsg.): Paganism and Christianity in the Fourth Century, Oxford 1963,S.20
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als eine Bedrohung für die bestehende Ordnung angesehen werden. 9 Dies äußerte sich in Progomen und Verfolgungen, die besonders in der 2. Hälfte des 3. Jhr. gegen das Chrt. auftraten. 10 Zusätzlich wurde das Chrt. durch Abspaltungen und ideologischen Diskussionen geschwächt. 11 Nichtsdestotrotz wuchs seine Anhängerschaft langsam. Selbst in den elitären Senatorenkreisen werden im 3. Jhr. Christen vermutet, da Kaiser Valerian im Jahre 257 unter Strafe verbot, daß Senatoren zum christlichen Glauben übertraten. 12
Der Paganismus blieb jedoch in allen Schichten majorisierend. Für das Jahr 312 wird angenommen, daß nur ca. 10% der Bevölkerung des gesamten Reiches Christen waren. 13 Zu erklären ist diese Zahl vielleicht dadurch, daß „we must not forget that Christianity was in its early days a vulgar religion“ 14 , wie Jones es formulierte.
III Vorstellung der Motive
III.1 Privat-religiöse Motivation und ihre
begrenzte Aussagekraft
Einige Historiker wie Bardy, Cumont oder Nock, die sich mit dem Thema der Christianisierung auseinandergesetzt haben, sind der Überzeugung, daß die private, religiöse, also gläubige Neuorientierung des Einzelnen die ausschlaggebende Motivation für die Konversion zum Chrt. gewesen sei. 15 Dies gelte für alle Schichten der Gesellschaft, also auch für die Anghörigen der Oberschicht.
9 Vgl. R.A. Markus: Christianity in the Roman World, London 1974, S.126.
10 Vgl. D. Praet Explaining the Christianization of the Roman Empire. Older Theories and Recent Developments; in: SEJG (1992/93), S. 82; & vgl. P.R.L. Brown: The Rise of Western Christendom. Triumph and Diversity AD 200-1000, Massachusetts/Oxford 1996, S. 22.
11 Vgl. R.A. Markus: Christianity in the Roman World, London 1974, S. 105ff.
12 Vgl. A.H.M. Jones: Der soziale Hintergrund des Kampfes zwischen Heidentum und Christentum; in: R. Klein (Hrsg.): Das frühe Christentum und der römische Staat. Wege der Forschung Band CCXVII, Darmstadt 1971, S. 343.
13 vgl.P:R:L: Brown: The Rise of the Western Christendom. Triumph and Diversity AD 200-1000; Massachusetts/Oxford 1996, S. 24.
14 Vgl. A.H.M. Jones: The Social Background of the Struggle between Paganism and Christianity; in: A. Momigliano (Hrsg.): Paganism and Christianity in the Fourth Century, Oxford 1963, S. 20.
15 Vgl. D. Praet: Explaining the Christianization of the Roman Empire; in: SEJG(1992/93), S. 8f.
Arbeit zitieren:
Magister Artium Michael Barthels, 1997, Erklärungsversuche für die Christianisierung der Oberschicht im 4. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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