I. Einleitung. 3
I.1. Gegenstand der Arbeit 3
I.2. Quellen- und Literaturbasis. 3
II. Alexander und Parmenion - realer oder fiktiver Gegensatz? 5
II.1. Ereignisgeschichtliche Betrachtung 5
II.1.1. Parmenion unter Philipp bis zum Beginn des Asienfeldzuges unter Alexander 5
II.2.2. Parmenion unter Alexander vom Granikos bis nach Ekabatana 8
II.2. Parmenions Tod. 17
II.2.1 Parmenion als politischer Gegner Alexanders. 17
II.2.2. Alexanders politischer Mord an Parmenions Familie 21
III. Zusammenfassung. 25
IV. Quellen- und Literaturverzeichnis 27
IV.1. Quellen 27
IV.2. Literatur. 27
2
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Alexander dem Großen und Parmenion, einem seiner hochrangigsten Generäle und Feldherren, der auch schon unter Alexanders Vater Philipp diente und in das makedonische Heer, das nach Asien aufbrach, um die Perser zu schlagen, nicht zuletzt wegen seines enormen Einflusses bei Heer und Adel übernommen wurde.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit einer ereignisgeschichtlichen Darstellung des Alexander Zuges, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle Parmenions gelegt wurde, um die Entwicklung des Verhältnisses der beiden mächtigsten Männer am makedonischen Hof und Heer darzustellen.
Der zweite Teil dieser Ausarbeitung beschäftigt sich ausschließlich mit der Betrachtung von Parmenions Tod - beziehungsweise dessen Hinrichtung. Hier dreht es sich vor allem auch um die Frage, ob Parmenion ein politischer Gegner Alexanders war, oder ob Alexander lediglich jegliche Kritiker seiner Person auslöschen wollte.
I.2. Quellen- und Literaturbasis
Die gesamte Seminararbeit stützt sich dabei auf die Gesamtdarstellungen von Gehrke 1 und Will 2 , die beide sehr informative Überblicke liefern. Für die genauere Betrachtung von Parmenions Handeln während des Krieges wurden die Werke von Berve 3 und Heckel 4 herangezogen, da diese sich intensiver mit der Person des Feldherren beschäftigen als das in Überblickswerken der Fall sein kann. Sehr auffällig fand ich bei der Bearbeitung des Themas und der Literaturrecherche, dass sich zwar jeder Autor unweigerlich mit Parmenion beschäftigt, jedoch kaum das Verhältnis des alten Feldherren zu seinem König untersucht wird.
In der neueren Forschung sind lediglich Badian 5 und Tarn 6 zu nennen, die sich mit dem Phänomen der Ermordung des Parmenion beschäftigen und somit auch Eingang in diese Seminararbeit fanden.
Als Quellen dienten mir neben Arrian 7 auch Curtius Rufus 8 und Diodor 9 . Die Quellen wurden vorwiegend bei der Ausarbeitung der ereignisgeschichtlichen Betrachtung angeführt, um die unterschiedliche Überlieferung und auch ihre tendenziöse Haltung darzustellen. Zur Beantwortung der Fragestellung, ob es nun zwischen Alexander und Parmenion einen realen Konflikt gab, oder nicht, stützte ich mich eher auf die Darstellungen Berves, Heckels sowie Badians.
II.1.1. Parmenion unter Philipp bis zum Beginn des Asienfeldzuges unter Alexander
Aus den Tatsachen, dass Philotas in der Schlacht gegen die Triballer die Kavallerie aus Obermakedonien befehligte, Parmenion normalerweise die Infanterie auf dem linken Flügel, die mindestens zur Hälfte aus Obermakedoniern bestand, anführte und aus der Erkenntnis, dass Parmenion zudem mit Polyperchon und den Söhnen des Polemokrates eng verbunden war 10 , lässt sich der Schluss ziehen, dass Parmenion wahrscheinlich selbst aus Obermakedonien stammte. 11
Parmenion selbst hatte 3 Söhne: Philotas, Nikanor und Hektor. Nikanor starb um 330 an einer Krankheit, während Hektor im Winter 332/1, beim Kentern eines Kahns, im Nil ertrank und von Alexander betrauert und prunkvoll beerdigt wurde. 12 Schließlich hatte er auch mindestens eine Tochter, deren Name nicht überliefert ist, die mit Attalos vermählt war. 13 Über Parmenions Vater, Philotas, ist, außer dem Namen, nichts überliefert. Ebenso nichts überliefert ist uns über Parmenions Verbindungen mit dem makedonischen Adel vor der Hochzeit Philipps mit Kleopatra-Eurydike. 14
Parmenion entwickelte sich bereits zur Zeit König Philipps zu Makedoniens hervorstechendsten General. Er hatte ebenso große Macht in der Armee, als auch am Hof, das können die wichtigen Kommandos, die seine Familienangehörigen innehatten, belegen. Auch wurde Parmenion, zumindest später unter Alexander, als „Vater des Heeres“ bezeichnet. 15
Parmenion, der selbst nicht König werden konnte, unterstützte Philipp politisch mit dem selben Enthusiasmus wie militärisch. Zum Einen tötete der Feldherr, auf Befehl des Königs, Euphraios, der großen Einfluss auf Perdikkas III. hatte. Zum Anderen, konnte Parmenion große militärische Siege feiern, so zum Beispiel den Sieg über die Illyrer unter Grabos, von dem Philipp am Tag der Geburt Alexanders erfuhr, als er sich gerade in Potidaia aufhielt 16 . Heckel schreibt zu Parmenions Rolle unter Philipp: „Indeed, Philip valued Parmenion’s generalship: he was alleged to have remarked that whereas the Athenians elected ten generals every year, he had found only one general in many years -Parmenion.“ 17 Nachdem Philipp Kleopatra geheiratet hatte, brachte sich Parmenion nun selbst in eine nähere Linie mit dem König, indem er seine Tochter mit Attalos, der ihn 336 v. Chr. nach Asien begleiten sollte und der Schwiegervater Kleopatras war, verheiratete. 18 Nachdem im Frühjahr 337 v. Chr. vom Korinthischen Bund der Beschluss gefasst wurde, in den Krieg gegen Persien zu ziehen, wurden im Frühjahr 336 Parmenion, Attalos und Amyntas ausgesandt, um in Kleinasien einen Brückenkopf zur Landung der makedonischen Truppen zu errichten und somit die Invasion Philipps vorzubereiten und. Dieser Vorstoß hatte anfangs zwar Erfolg, wurde jedoch durch einige Niederlagen nicht gerade zu einem Siegeszug. Nach anfänglichem Vordringen nach Kleinasien, wurden die Feldherren schließlich, nach der verlorenen Schlacht bei Magnesia, von Memnon von Rhodos, der im Dienste der Perser stand, zurückgedrängt. 19
Als Philipp im Herbst des Jahres 336 v. Chr. ermordet wurde, verweilte Parmenion also in Kleinasien; dennoch wurde er in Alexanders Herrschaftssicherung involviert. Parmenion half, dem von Alexander entsandten, Hekataios bei der Ermordung von Attalos 20 , woraufhin die Operationen gegen die Perser mit Kalas fortgesetzt wurden. Man rückte schließlich bis Gryneion am Golf von Elaia vor 21 , wurde aber schließlich, nach einer Niederlage des Kalas, wieder zurückgeworfen, sodass letztendlich nur Abydos und Rhoiteion in den Händen der Makedonen blieb. 22
Die Gründe für das Scheitern dieser Unternehmung sind unterschiedlich: Vielleicht hatten die Makedonen die persischen Truppen in dieser Region unterschätzt, vielleicht schätzten sie aber auch das militärische Geschick Memnons zu schwach ein. Sicher allein scheint, dass Alexander, der sich der politischen Unruhe in Europa ausgesetzt sah, Parmenion mit begrenzten Ressourcen allein ließ. 23 Festzuhalten bleibt jedoch, dass Parmenion die Mission erfüllte und somit der Landung der Makedonen grundsätzlich eigentlich nichts mehr im Wege stand.
Ende 335 v. Chr. kehrte Parmenion wieder nach Makedonien zurück. Dort gab er, zusammen mit Antipatros, Alexander den Rat, den Perserzug zu verschieben, bis ein Thronerbe geboren sei 24 . Mit diesem Ratschlag stießen sie jedoch bei Alexander auf taube Ohren, sodass Parmenion im Frühjahr 334 v. Chr. die Fahrt des Hauptheeres von Sestos über den Hellespont nach Abydos leitete 25 . 26
Im Verlauf des Asien-Feldzuges erschien Parmenion nicht als Führer eines bestimmten Truppenkontingents, sondern vielmehr als zweiter Mann hinter Alexander; er war somit so etwas, wie Alexanders Vertreter, in dessen Abwesenheit. Diesen hohen Rang und diese Ehre hatte Parmenion seiner hervorragenden Feldherrenpersönlichkeit zu verdanken. Seine Aufgabe als zweiter Mann war es nun, bei großen Schlachten immer mit dem linken Flügel, der für die Defensive bestimmt war, den Rückhalt für die entscheidenden Offensivbewegungen des Königs zu geben. Das gelang Parmenion eigentlich immer, auch wenn Alexander seiner Widerstandskraft, wie in Gaugamela, Übermäßiges zumutete. 27 Zu dem Teil des Heeres, das Parmenion zu befehligen hatte, gehörte neben der Infanterie, die aus 12.000 Makedonen, 7.000 Verbündeten und 5.000 Söldnern bestand 28 , auch ein Teil der Kavallerie. 29
Arbeit zitieren:
Thomas Kaffka, 2004, Alexander und Parmenion - realer oder fiktiver Gegensatz, München, GRIN Verlag GmbH
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