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Inhalt
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2.1. Die „ traditionelle Frau“
2.2. Gesellschaftliche Veränderungen nach dem 1. Weltkrieg und
Ursachen für die Entwicklung der „ Neuen Frau“ und des „ Girls“
2.3. Die „ Neue Frau“ und das „ Girl“ und was sie kennzeichnete
2.4. Unterschiede innerhalb der Gruppe der „ Neuen Frau“
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3.1. Dr. Kohler und Gilgi als berufstätige Frauen
3.2. Das „ Girl“ als eine Unterform der „ Neuen Frau“
3.3. Die äußeren Merkmale Kohlers und Gilgis
3.4. Die Moralvorstellungen von Dr. Kohler und Gilgi
3.5. Zum Vergnügen ins Café oder Kino
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Quellen
Literatur
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Diese Arbeit hat einen Vergleich der „ Neuen Frau“ mit dem Girl“ bei Gabriele Tergit und Irmgard Keun zum Thema. Dazu werden die Werke Ä.lVHELHUHUREHUWGHQ.XUIUVWHQGDPP³ von Tergit aus dem Jahre 1931 und Ä*LOJL±HLQHYRQXQV³ von Keun aus demselben Jahr he-
rangezogen.
Die beiden ausgewählten Personen, an denen die Merkmale der „ Neuen Frau“ und des „ Girl“ nachgewiesen werden sollen, sind Dr. Charlotte Kohler aus Ä.lVHELHUHUREHUW GHQ.XUIUV WHQGDPP³ und Gisela Kron aus Ä*LOJL±HLQHYRQXQV³
In beiden Werken gibt es noch weitere Frauen, die ebenfalls als eine Art der „ Neuen Frau“ oder des „ Girls“ dargestellt sind, hier aber außer acht gelassen werden sollen. Nun stellt sich die Frage, inwiefern Dr. Kohler eine Vertreterin der Generation der „ Neuen Frau“ ist und welche dazugehörigen Merkmale sie in sich vereint.
Unter dem gleichen Aspekt soll das „ Girl“ Gilgi und ihre typischen Eigenschaften und Kennzeichen untersucht werden.
Nachdem eine Definition der Begriffe „ Neue Frau“ und „ Girl“ vorgenommen wurde, soll textanalytisch vorgegangen werden, um mit der Hilfe von Sekundärliteratur die „ Neue Frau“ Kohler und das „ Girl“ Gilgi zu untersuchen.
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2.1. Die „ traditionelle“ Frau
Um zu erläutern, wie die „ Neue Frau“ und das „ Girl“ in der Weimarer Republik definiert wurden, soll zunächst einmal umrissen werden, wie die Frau im Privaten sowie in der Öffentlichkeit in Deutschland vor dem ersten Weltkrieg gesehen wurde.
Im 19. Jahrhundert stand der Mann mit seiner Arbeit in der Gesellschaft im Mittelpunkt. Er gab seiner Familie den Namen, war ihr moralisches Oberhaupt und sicherte die Ernährung. Die Frau trat hinter den Mann zurück und war das behütete, reine, mütterliche, schwache und liebende Weib 1 . Es war üblich, daß die Frau bis zur Heirat von ihrer Familie und anschließend von ihrem Ehemann versorgt und ernährt wurde. 2 Deshalb galt es als verpönt, wenn
1 Huelsenbeck: Bejahung, S. 18.
2 Bock: Zeiten, S. 25.
3
eine Frau, vor allem, wenn sie aus dem Bürgertum stammte, mit Berufsarbeit eigenes Geld verdiente. 3
Ebenfalls war es ein moralischer Skandal, wenn eine Frau vor oder außerhalb der Ehe ein sexuelles Verhältnis pflegte. 4
2.2. Gesellschaftliche Veränderungen nach dem 1. Weltkrieg und Ursachen für die
Entwicklung der „ Neuen Frau“
Bereits vor dem 1. Weltkrieg mußten zahlreiche Frauen durch den Verkauf von Handarbeiten hinter den Kulissen einen Teil zur Versorgung der Familie beitragen. 5 Als die männliche Bevölkerung in den Krieg zog, sicherten viele Frauen durch die Beschaffung von Lebensmitteln und Kleidung den Unterhalt der Familie oder übernahmen sogar ganz offiziell Arbeitsplätze, die zuvor von Männern besetzt worden waren. 6
Auch, wenn sie diese nach Kriegsende für die Heimkehrer wieder freimachen mußten 7 , bot die Weimarer Republik den Frauen viele neue Möglichkeiten, die essentiell zur Entwicklung der „ Neuen Frau“ beitrugen. 8
So durften Frauen zum Beispiel ab dem Jahre 1918 wählen. Zusätzlich waren die Universitäten sowie andere Ausbildungsstätten ab sofort auch für den weiblichen Teil der Bevölkerung zugänglich. 9
Eine weitere Ursache für die Entwicklung eines neuen Frauentypus waren die ökonomischen Veränderungen, die nach dem Krieg eintraten. Die Produktion per Hand wurde vielerorts durch Maschinen ersetzt. Nun „ arbeitete der Mann nicht mehr für die Frau“ , sondern die Maschine übernahm die Herstellung und bediente somit die Frau sowie den Mann. 10 In dieser industriellen Welt wurde die Frau bald zu einem wichtigen Faktor, war sie doch für die Werbung und als Kunde viel bedeutsamer als der Mann. 11
3 Dorner u. Völkner: Lebenswelten, S. 87.
4 Das läßt sich aus der Tatsache schließen, daß sich Frauen in der Weimarer Republik erstmals größere sexuelle Freiheiten erlauben durften. Lohschelder: Knäbin, S. 65.
5 Bock: Zeiten, S. 16.
6 Ebd., S. 18.
7 Ebd., S. 17.
8 Ebd.
9 Ebd.
10 Huelsenbeck: Bejahung, S. 21 f.
11 Ebd., S. 22.
Arbeit zitieren:
Nadine Bliedtner, 2001, Ein Vergleich der "Neuen Frau" mit dem "Girl" bei Gabriele Tergit und Irmgard Keun, München, GRIN Verlag GmbH
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